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Heute TV-Debatte in Frankreich – sind europäische Aktien „falsch gepreist“?

Heute Abend die zweite TV-Debatte in Frankreich - diesmal mit allen elf Präsidentschafts-Kandidaten. Das dürfte Einfluß haben auf die Märkte morgen - die Stimmung ist inwzischen umgeschlagen: man findet europäische Aktien nun attraktiv..

FMW-Redaktion

Heute um 20.40Uhr beginnt die zweite Fernsehdebatte zwischen den französischen Präsidentschaftskandidaten – und das könnte dann durchaus für die Märkte morgen sehr relevant werden! Bei der ersten TV-Debatte sorgte der gute Auftritt von Macron für Freude: europäische Aktien wie auch der Euro waren nach der Debatte gestiegen.

Diesmal jedoch ist die Situation anders: es nehmen alle elf französischen Präsidentschafts-Kandidaten teil, und möglicherweise könnte einer der Aussenseiter durch einen guten Auftritt punkten – und damit den Favoriten eine kleine Wählerschar abjagen, die dann wahlentscheidend sein könnte für die Frage, welche beiden Kandidaten im ersten Wahlgang (23.April) in die Stichwahl kommen. Derzeit liegen Le Pen und Macron für die erste Runde gleichauf (26%), dahiner folgt mit Abstand Fillon (18%).

Als Favorit gilt der 39-jährige Macron, dessen Wählerbasis jedoch vergleichsweise „volatil“ ist – die Anhänger Fillons und vor allem Le Pens sind, das belegen Umfragen, von ihrer Wahl fest überzeugt. Daher hat vor allem Macron wieder viel zu verlieren, zumal die anderen Kandidaten ihn als Favorit für die Stichwahl wahr nehmen und daher scharf attackieren. So stichelt etwa Fillon besonders scharf gegen Macron und nennt ihn immer wieder „Emmanuel Hollande“ – eine Anspielung darauf, dass Macron Wirtschaftsminister war unter dem scheidenden Präsidenten Hollande und die Politik Hollandes vermeintlich einfach fortsetzen werde. Ein Drittel aller Wähler ist noch völig unentschlossen, wen sie wählen sollen.

So oder so: von dem ersten Wahlgang wird eine Signalwirkung ausgehen – sollte Le Pen deutlich vor Le Pen liegen, dürfte das die Märkte verunsichern. Allerdings würde Frankreich selbst unter einer Präsidentin Le Pen noch lange nicht aus dem Euro austreten können, wie die Frontfrau des Front National ihren Wählern verspricht: zwar hat das Präsidentenamt in Frankreich eine große Machtfülle, Le Pen müsste aber gegen das Parlament agieren, in dem sie keine Mehrheit hat.


Marine Le Pen
Foto: JÄNNICK Jérémy, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19113282

An den Märkten hat sich nicht zuletzt deshalb die Stimmung gedreht: Europa galt lange als „non investment area“ aufgrund unkalkulierbarer politischer Risiken. Nun sieht man die Dinge entspannter, besonders durch ETFs flossen aus den USA massiv Gelder in den europäischen Markt, der – das hat sich nun allgemein herumgesprochen – deutlich attraktiver bewertet ist als US-Aktien.

Das sieht auch Steen Jakobsen so, hält Europas Aktien daher für „mispriced“ – und findet vor allem den Verteidigungssektor interessant in Europa, weil die Europäer absehbar ihre Ausgaben in diesem Sektor (schon auf Druck der USA) erhöhen würden:



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3 Kommentare

  1. Zitat: „…sollte Le Pen deutlich vor Le Pen liegen, dürfte das die Märkte verunsichern.“

    …nicht nur die Märkte wären dann verunsichert… ich bin es jetzt schon ;-)

    1. Sie überholt sich sozusagen selbst ;)

      VG Karl

  2. Der war gut ja ;D ^^ Börsen voller Kontroversen

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