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Hier ist er, der Juncker 315 Milliarden-Investitionsfonds!

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Ab Herbst 2015 startet das Lieblingsprojekt von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der europäische Investitionsfonds mit einem geplanten Volumen von 315 Milliarden Euro. Dieser soll die europäische Wirtschaft mit richtigen Investitionen voranbringen, die auch neue Arbeitsplätze schaffen.

Jean-Claude Juncker
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker
Foto: Factio popularis Europaea / Wikipedia (CC BY 2.0)

Ähnlich wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) es in Deutschland mit Banken vor Ort macht, will die EU-Kommission Fördergelder herausreichen, die von nationalen Förderbanken wie der KfW co-finanziert werden. Das bedeutet die nationale Förderbank vor Ort muss mitfinanzieren, damit Geld aus dem EU-Topf fließen kann, oder ein privater Investor ist mit im Boot. Hierfür arbeitet die EU-Kommission mit der Europäischen Investitionsbank zusammen, die wohl letztlich im Namen der Kommission Gelder bewilligen soll.

75% des Fonds soll in Infrastrukturprojekte fließen (statt Brücken und Autobahnen oder auch mal Ausbau von schnellem Internet?). Wer für diesen Bereich etwas beantragen will, muss selbst mind. 25 Mio Euro mitbringen. Die restlichen 25% des Fonds sollen für mittlere und kleine Unternehmen aus anderen Bereichen genutzt werden, Hauptsache neue Jobs und Wirtschaftswachstum kommt dabei raus, so die Hoffnung.

Der neue Fonds namens „European Fund for Strategic Investment“ (EFSI) hat jetzt bereits 9 staatliche Co-Finanziers, in deren Ländern folglich EFSI-Investitionen vorgenommen werden können. Deutschland ist mit 8 Milliarden Euro über die KfW dabei, Großbritannien mit 8,5 Milliarden, Frankreich mit 8, Spanien noch mit 1,5. Kleinere Beträge kommen aus Portugal, Luxemburg, Polen, Italien und der Slowakei. Die EU-Kommission zahlt 16 und die Europäische Investitionsbank 5 Milliarden Euro in den EFSI. Hinzu kommen sollen noch weitere nationale Förderbanken sowie hauptsächlich private Investoren, die sich das Risiko mit der EU und den nationalen Förderbanken teilen sollen.

Zitat EU-Kommission:

Pierre Moscovici, Europäischer Kommissar für Wirtschaft und Finanzen, Steuern und Zölle, sagte: „Das Zusammenwirken der europäischen und nationalen Werkzeuge ist essenziell damit wir schnell damit beginnen können, das Investitionsdefizit in unseren Volkswirtschaften anzugehen. Wir sind überzeugt, dass ein gut strukturiertes Netzwerk nationaler Förderbanken, in Ergänzung der Europäischen Investitionsbank, dabei eine Schlüsselrolle spielt.“
In der Mitteilung wird die wichtige Rolle erläutert, die die NFB bei der Wiederankurbelung der Investitionstätigkeit in Europa übernehmen können, indem sie sich an EFSI-Investitionen beteiligen. Die Mitteilung bietet Erläuterungen und praktische Orientierungshilfe für die Einrichtung neuer Förderbanken, die statistische Behandlung von Kofinanzierungen der nationalen Förderbanken im Zusammenhang mit staatlichem Defizit und Schuldenstand im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspakts, die Behandlung der staatlichen Beihilfen für die Kofinanzierung nationaler Projekte in der EU sowie Informationen darüber, wie die nationalen Förderbanken verschiedener Mitgliedstaaten gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) an der Einrichtung von Investitionsplattformen zusammenarbeiten können. Mit diesen wichtigen Informationen werden Unternehmen in ganz Europa in die Lage versetzt, Zugang zur Finanzierung aus dem EFSI, dem zentralen Element der mit 315 Mrd. EUR dotierten Investitionsoffensive, zu erhalten.

Fazit

Im Großen und Ganzen eine gute Idee. Fraglich, ob sich wirklich in dem Umfang private Co-Investoren finden lassen wie von der EU-Kommission gewünscht, aber das Konzept ist richtig – neue Investitionen in Strukturen und neue Arbeitsplätze! Wir dachten auch zuerst… so ein Quatsch, Griechenland hat gar kein Geld an dem Fonds teilzunehmen, somit gibt es keine Co-Finanzierung aus Griechenland, dementsprechend auch keine Fonds-Investitionen in Griechenland. Aber hierzu findet sich folgende Erklärung von der EU:

12. Fließt das Geld eines Mitgliedstaats, der einen Beitrag zur Investitionsoffensive leistet, nur in Projekte im eigenen Land?
Nein. Beiträge der Mitgliedstaaten müssen nicht notwendigerweise dem eigenen Land zugutekommen. So können nationale Förderbanken auch Investitionen in anderen Mitgliedstaaten unterstützen, Plattformen für gemeinsame Investitionen mit Nachbarländern aufsetzen und in grenzüberschreitende Projekte investieren.

Man darf gespannt sein, ob die italienische, deutsche oder slowakische Förderbank auch Projektanträge aus Griechenland positiv beantwortet. Oder Griechenland schaufelt aus den demnächst fließenden 86 Milliarden Euro ESM-Hilfskrediten ein paar Milliarden frei, die man dafür abzweigt eine eigene Investitionsbank zu gründen. So erhält man Zugang zu frischen EU-Investitionsgeldern.



Hier geht´s zur Übersicht des EFSI.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Chris

    23. Juli 2015 16:06 at 16:06

    315 Milliarden!Lächerlich der Minidraghi!Juncker ist halt nicht nur militärisch ein niederer Rang!

    • Avatar

      Mo Gerret

      27. Juli 2015 10:45 at 10:45

      ???
      Ihre Antwort um Jahre zu spät! Die stünde besser auf ’ner Feldpostkarte!

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Markus Krall über das große Debakel als Resultat der Gelddruck-Orgie

Claudio Kummerfeld

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Dunkle Wolken über Frankfurt

Markus Krall erlebt man in letzter Zeit leider öfters vor allem bei Twitter mit zweifelhaften Äußerungen zu Corona-Themen. Aber dennoch wollen wir seine hochinteressanten Aussagen zur Geldpolitik und Wirtschaftsordnung präsentieren. Denn seine inhaltlichen Aussagen zu diesen Themen sind bestechend. Sicherlich kann man bei einigen seiner Aussagen anderer Meinung sein, dennoch erweitern seine Thesen den Horizont und regen zum Nachdenken an.

Der folgende gestern veröffentlichten Vortrag stammt zwar schon vom 24. Oktober 2020, dennoch ist er auch heute noch aktuell. Die wirtschaftlichen und geldpolitischen Folgen der Coronakrise werden besprochen. Dabei zeichnet Markus Krall ein düsteres Bild über eine bevorstehende massive Inflation und das Ende des Euro. Richtig los geht es ab Minute 12:40 im Video. Banken und Zombieunternehmen sind Klassiker-Themen in seinen Vorträgen, die auch dieses Mal zur Sprache kommen. Auf jeden Fall ist dies mal wieder ein spannender Vortrag von Markus Krall.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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