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IEA warnt vor sozialen Unruhen in Ölförder-Ländern

Die Internationale Energie Agentur (IEA) mit Sitz in Paris warnte heute vor den Folgen eines weiteren Preisverfalls bei Öl und senkte zum vierten Mal in fünf Monaten ihre Prognose für den Ölverbrauch in 2015. Ein weiterer Preisverfall würde die ohnehin angespannte Lage in einigen Ländern noch verschärfen, so die IEA. Vor allem die rückläufige Nachfrage in den ölproduzierenden Ländern selbst sei ausschlaggebend gewesen für die Senkung ihrer Prognose, so die IEA.

Besonders im Fokus des Monatsberichts der IEA stehen Russland und Venezuela. In beiden Ländern seien die Öl-Produzenten in hohem Maße Schulden-finanziert, gleichzeitig die Haushalte hochgradig abhängig von den Einnahmen durch Ölexporte (in Venezuela 96% aller Exporte). Die Folgen seien für beide Länder darüber hinaus besonders gravierend, da sie von den internationalen Kapitalmärkten weitgehend abgeschnitten seien.

Venezuela dürfte nach Ansicht von Experten in 2015 ein Budgetloch von 29 Milliarden Dollar haben – aus den Kursen an den Anleihemärkten sowie bei den Risikoprämien für Credit Default Swaps (Kreditausfallversicherungen) geht hervor, dass die Märkte mit einer Wahrscheinlichkeit von über 80% mit einem Staatsbankrott des Landes in den nächsten fünf Jahren rechnen.

10 von 12 OPEC-Länder dürften bei fortgesetzt tiefen Ölpreisen kurzfristig weiter unter Druck geraten – mit der möglichen Folge von sozialen Unruhen, so die IEA. Selbst Produktionskürzungen etwa in Russland dürften sich kaum auf den Ölpreis auswirken, schätzt die IEA, da die weitere Produktionszunahme der amerikanischen Shale-Indutrie derartige Kürzungen mindestens ausgleichen würde.



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