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Immobilien mit unfassbarem Preisboom – der Tanz auf dem Vulkan

Bei Immobilien weitet sich die Blase bei den Preisen immer weiter aus. Und das, obwohl die Wirtschaft in die Rezession rutscht, und obwohl inzwischen mehrere Indikatoren ganz klar zeigen, dass der Boom bei Immobilien in Deutschland sein Ende gefunden hat, und dass nun der Abschwung einsetzt. Umfragen und konkrete Daten aus der Baubranche zeigen dies sehr gut. Wer das zuletzt merkt, kriegt beim Hinsetzen vermutlich keinen Stuhl mehr ab, und hat womöglich mit massiven Verlusten zu kämpfen, wenn er in einem fallenden Markt sein Spekulationsobjekt verkaufen will? Erst am Dienstag hatten wir getitelt Immobilien Abschwung läuft, Preise boomen! Der letzte bekommt keinen Stuhl mehr. Das Statistische Bundesamt berichtete da von stark steigenden Immobilienpreisen mit Stand Ende Juni. Die Preise liegen 5,2% höher als zu Ende Juni 2018.

Einfamilienhaus Beispielfoto
Foto: pixabay / Inactive account – ID 13902

Preise für Immobilien haussieren weiter

Es ist ein Tanzen auf dem Vulkan. Während die Bauwirtschaft offenkundig ihren Zenit erreicht hat oder sogar schon am Fallen ist, steigen die Preise weiter. Während die staatlichen Statistiker gerade noch Daten von Ende Juni präsentierten, so zeigt eine brandaktuelle Veröffentlichung von Europace Daten für den Monat August. Sie zeigen, dass die Preise für Immobilien im Schnitt um 0,91% im Vergleich zu Juli gestiegen sind, und im Vergleich zu August 2018 um 9,56%. Der folgende Chart zeigt die langfristige Preisentwicklung einzelner Kategorien seit dem Jahr 2011. Eine durchgehende Hausse bei Preisen für Immobilien, die auch jetzt weitergeht. Ein Tanz auf dem Vulkan, man kann sich da nur wiederholen.

Immobilien Hauspreisindex

Die Details zeigen: Auch wenn es zwischen Häusern, Eigentumswohnungen, Bestand und Neubauten gewisse Abweichungen gibt. Aber im großen Bild sind die Steigerungen doch relativ ähnlich stark ausgeprägt bei den Preisen!

Preise für Immobilien in allen Teilbereichen stark steigend

Details zu Preisanstiegen

Europace geht noch etwas mehr in die Details bei den einzelnen Kategorien. Hier im Wortlaut:

Besonders Bestandshäuser sind in den letzten drei Monaten im Vergleich zum jeweiligen Monat des Vorjahres mit jeweils über 10,5 Prozent deutlich teurer geworden. Eigentumswohnung verteuerten sich binnen Jahresfrist in den letzten drei Monaten je um rund 9,5 Prozent, neue Ein- und Zwei-Familienhäuser im Vergleich nur um etwas über 8 Prozent. Wie kommt das?

„So ganz klar kann man das natürlich nicht sagen“, erklärt Stefan Kennerknecht, Co-CEO der EUROPACE AG, Herausgeber des EPX-Hauspreisindex. „Doch betrachten wir nicht nur die relative Veränderung, sondern auch die absoluten Indexwerte, so stellen wir fest, dass der Index für neue Ein- und Zwei-Familienhäuser aktuell bei 173,02 liegt, während der von bestehenden Ein- und Zwei-Familienhäusern 152,88 beträgt. Wir haben also einerseits ‚Nachholeffekte‘ bei Bestandshäusern.“ In den Monaten von September 2016 bis Juli 2017 beispielsweise waren die Preise für Neubauhäuser im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich gut 11 Prozent gestiegen, die Preise für bestehende Ein- und Zwei-Familienhäuser aber nur um rund 4 Prozent.

„Anderseits spielt der anhaltende Mangel an Neubau sicherlich auch eine Rolle“, so Kennerknecht. Das statistische Bundesamt hat kürzlich erst wieder einen Rückgang der Baugenehmigungen für Wohnimmobilien von Januar bis Juli 2019 um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vermeldet. „Durch zu wenig Angebot an neuen Wohnimmobilien steigt die Nachfrage nach bestehenden Immobilien natürlich auch weiter – und treibt die Preissteigerung hier zusätzlich an.“



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1 Kommentar

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