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Immobilien in Deutschland: Warnung vor abruptem Preisrutsch

Redaktion

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Beispielbild für Einfamilienhaus - Warnung vor Preisrutsch bei Immobilien

Obwohl es mehrere konkrete Anzeichen für ein Ende des Booms bei Immobilien gibt (zum Beispiel seit Monaten rückläufige Genehmigungen neuer Wohnungen), steigen die Immobilienpreise immer weiter an. Immer weiter, weiter, weiter. Das zeigen verschiedene jüngst veröffentlichte Daten wie zum Beispiel der aktuelle Europace Hauspreisindex, wo die Preise für Immobilien im Jahresvergleich um fast 10% zulegen. Oder man schaue nur auf die Baupreise für Wohngebäude, die ebenfalls kräftig am Steigen sind.

Tanz auf dem Vulkan

Wie wir es vor schon mehrmals in den letzten Wochen formulierten – es ist ein Tanz auf dem brodelnden Vulkan. Wer extrem teuer Immobilien erwirbt, vielleicht noch mit einem verführerischen Kredit zu kaum noch vorhandenen Zinsen – der schaut nach einem möglichen Platzen der Immobilienblase in die Röhre. Es soll ja des öfteren (Untertreibung) hier und da vorkommen, dass durch Arbeitslosigkeit und/oder Scheidung Häuser und Wohnungen zwangsweise verkauft werden müssen. Und in einem fallenden Markt wird man dann sein Häuschen nur mit katastrophalen Verlusten los, und bleibt auf einem riesigen Schuldenberg sitzen. So ein Szenario könnte auf gut verdienende Arbeitnehmer in der Autoindustrie zutreffen, die gerade in diesen Wochen ihre Kündigung präsentiert bekommen. Aber gut, kommen wir zur Tagesaktualität.

Plötzlicher Preisrutsch bei Immobilien möglich

Die sogenannten Wirtschaftsweisen (Sachverständigenrat) haben heute ihr Jahresgutachten an die Bundesregierung überreicht (wir berichteten vorhin). Darin enthalten sind auch Kommentare zum Bereich Immobilien. Hier wird davon gesprochen, dass es zu einem plötzlichen Preisrutsch kommen könnte. Denn wie von uns beschrieben, erwähnen auch die Wirtschaftsweisen die schon extrem stark gestiegenen Preise für Immobilien. Zitat zur Warnung aus den Seiten 219 und 220 des Gutachtens:

Erhebliche Risiken zeigen sich in den erhöhten Bewertungen vieler Vermögenswerte (EZB, 2019a). Es besteht die Gefahr abrupter Preisveränderungen, welche die Finanzstabilität gefährden könnten. Der Preisanstieg im Immobiliensektor wird von der Aufsicht mit besonderer Sorge beobachtet. In vielen Mitgliedstaaten gibt es Hinweise auf eine Überbewertung von Wohnimmobilien. Aufgrund signifikanter systemischer Risiken in der mittleren Frist hat der Europäische Systemrisikorat (European Systemic Risk Board, ESRB) im September an fünf Mitgliedstaaten Warnungen und an sechs Mitgliedstaaten Empfehlungen im Hinblick auf Risiken im Wohnimmobiliensektor ausgesprochen (ESRB, 2019b). Bereits im Jahr 2016 hatte der ESRB Warnungen an acht Mitgliedstaaten gerichtet, von denen nur zwei inzwischen ausreichende Maßnahmen ergriffen haben.

Deutschland findet sich erstmalig unter den verwarnten Staaten. Als Gründe werden überhöhte Hauspreise, insbesondere in Städten, ein erhöhtes Wachstum der Hauspreise und die Befürchtung sich lockernder Kreditstandards genannt, wobei auf signifikante Datenlücken verwiesen wird. Die ergriffenen Maßnahmen, nämlich die Aktivierung des antizyklischen Kapitalpuffers, werden nur als teilweise angemessen und ausreichend bewertet. Als mögliche Maßnahmen werden die Aktivierung weiterer eigenkapitalbasierter makroprudenzieller Instrumente ebenso genannt wie die Aktivierung kreditbezogener Instrumente (und zwar der Loan-to-Value Ratio, LTV-Ratio) und die Schaffung einer Rechtsgrundlage für einkommensbasierte kreditnehmerbezogene Instrumente, die vom Sachverständigenrat seit Längerem gefordert wird. Außerdem sollen Datenlücken im Hinblick auf die Kreditstandards von Neukrediten geschlossen werden.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Zimmermann

    6. November 2019 19:25 at 19:25

    Mich würde mal interessieren, warum die Mär einer Immobilienblase immer wieder erzählt wird. Nun ein paar Fakten, warum bei uns keine Immobilienblase besteht:

    Es fehlen einfach die Anzeichen, wie in anderen Ländern wie, spekulative Käufe, ausgeprägte Neubauaktivitäten am Bedarf vorbei, laxe Kreditvergabestandards, Steuervorteile und eine rapide steigende Verschuldung. Versuchen Sie mal als Normalbürger bei uns ohne Eigenkapital von 20-30% eine Finanzierung zu bekommen. Also bei uns sind die Immobilien sehr solide finanziert.Sie bekommen vielleicht als sehr solventer Kunde eine 100% Finanzierung. Aber die können Preisrückgänge, sollten die kommen, locker wegstecken. In anderen Ländern mit Immobilienblasen war das fundamental anders. Dagegen wird in Deutschland immer noch zu wenig gebaut und ob die DDR Massnahmen in Berlin zu mehr Wohnraum führt, sei mal dahin gestellt. Zudem wird das Eigenheim bei uns kaum gefördert.

    Ja, am Markt bestehen in Ballungszentren Überbewertungen. Aber das gilt nicht für das ganze Land. Preisrückgänge, etwa durch eine Konjunkturkrise, sind möglich, eine umfassende Korrektur ist aber weniger wahrscheinlich und ein Einbrechen ist aus den oben genannten Gründen überhaupt nicht zu erwarten. Ein spürbar sinkendes Preisniveau dürfte vor allem von wesentlich höheren Zinsen verursacht werden. Höhere Zinsen wird es aber lange nicht geben. „Dann ließen sich die hohen Bewertungen nicht mehr aufrechterhalten“, resümiert DZ Bank-Experte Lange.

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

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Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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