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Inflation: Fed-Chef Powell verspricht Kampf bis zum bitteren Ende! Videoausblick

Gestern hat Fed-Chef Powell immer wieder klar gemacht, dass die oberste Priorität der Fed nun die Bekämpfung der Inflation sei – denn zu hohe Teuerungsraten würden die Wirtschaft zerstören. Powell versprach also einen Kampf gegen die Inflation bis zum bitteren Ende: man werde nicht ruhen, bis die Inflation wieder unter Kontrolle sei. Für die Märkte ist das eine durchaus bedrohliche Nachricht, denn es zeigt, dass die US-Notenbank nun klar veränderte Prioritäten hat im Vergleich zu den letzten Jahren: damals versuchte Powell bei einem zu großen Einbruch immer die Märkte zu retten – jetzt hingegen müssen die Märkte einbrechen (und sich damit die financial conditions straffen), damit die Fed bei der Bekämpfung der Inflation ihr Ziel erreichen kann!

Hinweise aus Video:

1. Diesel und Benzin: Die Verknappungsgefahr, die schwer erkennbar ist?

2. „Je stärker die Zinsanhebungen, desto stärker die Rezession“ – Experten im Gespräch



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4 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Im Wesentlichen profitieren die Märkte, von denen seit 1981, sinkenden Renditen für Anleihen.
    Sinken die Renditen der Anleihen- dann steigen die Aktienkurse und umgekehrt.

    Dieser Trend ist seit Jahren bekannt. Neu ist jetzt die außer Kontrolle geratene Inflation. Mit 8,3 Prozent liegt sie weit über dem geldpolitischen Ziel der FED.
    Würde die Fed wirklich ernst machen, so müsste sie die Zinsen solange erhöhen ,bis die Inflation wieder unter Kontrolle ist.
    Würde heißt aber nicht das es wird! Denn zu oft hat die FED vor den Märkten gekuscht. So im Jahre 2013,Tapering Krise, im Jahre 2016,Fracking Krise, im Jahre 2018,Autopilot-Krise.
    Die Frage ist oder besser wird sein: Wer setzt sich innerhalb der FED durch…die Falken oder die Tauben…?

    1. …..der Markt wird es letztendlich gnadenlos richten!

  2. Mal zwei Überlegungen zur Fed-Politik:

    1.
    Wenn Powell jetzt darauf besteht, dass er den restriktiven kurs erst dann ändern will, wenn er spürbaren Fortschritt bei der Inflationsbekämpfung sieht, ist das das Spiegelbild seiner Haltung in der Pandemie: Da hat er ja immer betont, dass die Geldpolitik locker gehalten werden muss, bis die Daten spürbare Verbesserungen in Sachen Beschäftigung etc. zeigen.

    Damals konnte man die Haltung als Zwecklüge abtun, die nur verschleieren sollte, dass es ihm eigentlich um die Aktienmärkte ging. Aber möglicherweise ist das nun sein grundsätzlicher Ansatz. Der Kurs wird beibehalten, bis die Daten das Ergebnis zeigen, bei der lockeren Geldpolitik wie bei der restriktiven. Damit wird er der Tendenz nach immer eher hinter der Kurve sein und alle Schwankungen in Konjunktur und Inflation eher verschärfen.

    2.
    Meiner Einschätzung nach gibt es den Fed-Put im Sinne eines bestimmten Kursniveaus am Aktienmarkt nicht und es hat ihn vermutlich so nie gegeben. Das beruht m.E. auf einer selektiven Wahrnehmung der Beobachter. Wer am Aktienmarkt aktiv ist, beobachtet dessen Bewegungen und sieht den Einfluss der Geldpoltik auf den Aktienmarkt. Da liegt der Schluss nahe, dass die Fed interveniert, weil sie den Aktienmarkt beeinflussen will. Das greift aber zu kurz.

    Die Fed spricht immer von Finanzmarktstabilität. Die Finanzmärkte sind mehr als der Aktienmarkt, der tatsächlich sogar viel kleiner ist als der Anleihemarkt. Die Fed wird aktiv, wenn sie da systemische Risiken sieht. Natürlich sinken die Aktienkurse, wenn es allgemeine Unruhe am Finanzmarkt gibt und umgekehrt führt ein Crash an den Börsen zu Folgewirkungen in anderen Bereichen des Finanzmarkts. So kann beim interessierten Betrachter der Eindruck entstehen, dass die Aktienkurse die Messgröße der Fed seien (bzw. waren).

    2019, als die Fed ihren Versuch der Bilanzreduzierung abbrach, wie auch in der Coronkrise 2020 drohten die Kreditmärkte einzufrieren. Und das dürfte der Punkt gewesen sein, wo der Fed mulmig wurde.

    Dieser Irrtum hat Folgen, weil die Anhänger des „Fed-Puts“ verzeifelt nach irgendwelchen Kursniveaus suchen, bei denen der Strike liegen könnte. Tatsächlich dürfte die Fed aber viel stärker auf den Kreditmarkt fokussiert sein. Wenn es dort knirscht, wird sie nervös. Wenn nicht, dann wird sie vermutlich auch sehr starke Kursrückgänge an den Aktienmärkten tolerieren – jedenfalls solange sie die Inflationsgefahren so einschätzt wie derzeit.

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