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Inflation steigt weiter – schlecht für Aktienmärkte, gut für Gold und Bitcoin?

Inflation - wer profitiert? Gold, Aktienmärkte, Bitcoin

Vieles spricht dafür, dass die Inflation weiter steigt – das sieht auch der Vermögensverwalter Hendrik Leber so. Aber ist das automatisch schlecht für die Aktienmärkte? Trotzdem Leber bei der Frage nach weiter steigender Inflation mit „ja“ antwortet, beantwortet er auch die Frage nach der Jahresendrally (trotz der derzeitigen Belastungsfaktoren) ebenfalls mit „ja“.

Inflation steigt weiter – trotzdem Jahresendrally?

Wenn die Inflation wirklich weiter steigt bzw. auf sehr hohem Niveau bleibt – was hat das für Konsequenzen für die verschiedenen Märkte? Hendrik Leber zählt zunächst die Faktoren, die für eine weiter steigende Inflation sprechen: das enorme Sparvolumen der Menschen durch Corona, der Arbeitskräftemangel, zu wenig Angebot für zu viel Nachfrage. Dazu dann absehbar steigende Löhne sowie eine Abkoppelung von Lieferketten der verschiedenen Kontinente. Und vor allem steigende Preise für Energie – man wolle die Energiewende, und das koste nun einmal. Leber erwartet darüber hinaus, dass der Ölpreis über die Marke von 100 Dollar steigen werden – ein zentraler Faktor für Inflation.

Klingt alles eigentlich nicht so richtig bullisch für die Aktienmärkte – zumal die Fed bald die Reduzierung der Anleihekäufe verkünden dürfte. Aber die Firmen, so Leber, verdienten extrem viel Geld, nicht nur Tech-Unternehmen, sondern auch „alte Branchen“, die kaum hinterher kämen, die hohe Nachfrage zu bedienen. Mit anderen Worten: die Bewertungen seien gerechtfertigt durch die starken Zahlen der Unternehmen. Bleibt aber die Frage, ob die Unternehmen wirklich die so stark gestiegenen Preise an die Konsumenten weiter geben können. Wichtiger also als das Ergebnis des letzten Quartals dürfte der weitere Ausblick der Unternehmen werden, die bekanntlich unter steigenden Löhnen, höheren Energiekosten und Materialmangel leiden.

China, Bitcoin und Gold

Normalerweise müßte Gold von einer steigenden Inflation profitieren. Aber Hendrik Leber geht davon aus, das gelbe Edelmetall dennoch nicht nachhaltig steigen dürfte. Anders als Bitcoin – hier glaubt der Vermögensverwalter an weiter steigende Kurse in Richtung 100.000 Dollar. Für China bleibt Leber optimistisch, trotz Problemen am Immobilienmarkt und dem Programm „common prosperity“ von Xi Jinping.

Lebers zentralstes Argument aber ist: selbst mit einer Anhebung der Zinsen könnten die Notenbanken die derzeitigen Probleme wie Arbeitskräftemangel oder Lieferketten-Probleme nicht lösen:



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13 Kommentare

  1. Er mag Gold nicht…er legt in Bitcoin an, weil er das mitnehmen kann, wenn er „vertrieben“ wird.
    Hätte nicht gedacht, daß sich einer wie er zu solchen Aussagen hinreißen läßt.
    Fondsmanager sind halt auch nur Menschen.
    Hätte ich Geld bei ihm angelegt, würde ich es jetzt abziehen. Wär mir zu riskant.

    1. Christian Staudacher

      Würde ich auch, – um davon selbst Bitcoin zu kaufen.
      Ist ganz ok, wenn Sie kein BTC haben wollen.
      Das schöne an Bitcoin ist halt, dass er die Evolution wieder in Kraft setzt.

    2. Der Mann ist kollosal verblendet

  2. Bitcoin ist meine Erachtens nicht mit Gold gleichzusetzen.

    Gold wird von staatlicher Seite (also indirekt von uns allen als Gesellschaft) akzeptiert und von den nationalen Notenbanken (Bundesbank etc.) gehalten. Es dient in meinen Augen als Versicherung für den wirtschaftlichen Katastrophenfall, den sich zwar niemand wünscht, der aber dennoch nicht undenkbar ist.

    Wenn die Notenbanken sich Wallets anschaffen um Bitcoins zu „bunkern“, würde ich meine Investmententscheidungen daran aber daran anpassen.
    Zur Zeit sehe ich auch Gefahren für den Bitcoinwert durch bestehende und kommende Regulierungen beim Bitcoin und vor allem der Verbindungen zu Tether.

    Bitcoin ist zugegeben leicht und beweglich.
    Aber mal Hand auf’s Herz, möchte der Staat (bzw. wir als Gesellschaft) so ein System wirklich haben? Nicht einmal die Frage der Besteuerung auf Bitcoin Gewinne ist zurzeit ausreichend reguliert und geklärt.

    Noch einfachere Wege steuern zu umgehen und Geld vor dem Staat (bzw. indirekt vor uns als Gesellschaft) zu verstecken kann glaube ich nicht und sollte auch nicht Ziel unserer Gesellschaft sein.

    Auch ich bezahle nicht gerne zu viele Steuern, sehe aber auch ein, dass diese im Grunde in angemessener Höhe notwendig sind. So, dass unsere Gesellschaft wirtschaftlich funktionieren kann. Ich bin auch lieber „rich“.
    Es braucht aber m.E. keine Systeme, mit denen ich dann leicht abhauen und alles hinter mir lassen kann….zumindest hoffe ich das für mich und uns alle!

    Daher bleibt Bitcoin in meinen Augen ein zugegeben nettes Invest für risikoaffine Trader, bei denen aber das Timing stimmen sollte.

  3. Wenn jemand Gewinne macht mit Bitcoin, dann ist alles gut.

    Wenn jemand Verluste machen sollte, fragt mal beim Finanzamt nach womit ihr diese Verluste dann verrechnen könnt.

    Weiß jemand hier vielleicht, wie die Verlustverrechnung bei Bitcoins funktioniert? Das sollte ja jeden Investor interessieren.

    Zum Thema Besteuerung von Bitcoins:

    https://www.handelsblatt.com/finanzen/besteuerung-von-bitcoin-und-co-ende-der-rechtlichen-grauzone-diese-steuer-verschaerfung-droht-krypto-investoren/27406040.html?ticket=ST-3029837-6lCgyUXJ7UgpOdRTMaVe-cas01.example.org

    Ich weiß zugegeben nicht, wie der aktuellste Stand ist….

  4. Dumme Frage, platzt die Blase in China ! Meinte er eher die USA? In China haben doch die Börsen und die Immobilien schon heftig korrigiert und die „ kommunistische Marktwirtschaft“ hat sogar die Zinsen korrigieren lassen. Also China ist dem westlichen sozialistischen Kapitalismus weit voraus.

  5. Wer mit Bitcoin versucht Steuern zu hinterziehen sollte gaaaaaanz schnell wieder auf Fiat(Cash) wechseln. Bitcoin ist ein Protokoll ähnlich dem TCP/IP Protokoll, dieses greift auf die dezentrale verteilte Datenbank zu. Da diese DB öffentlich von JEDEM einsehbar ist, sollte jeder Straftäter sich lieber eines anderen Instrumentes betätigen.

    Ist nicht böse gemeint, ABER bevor Grütze erzählt wird, bitte besser recherchieren. Danke

    1. Wer ist dann Ihr Satoshi Nakamoto, wo wohnt er, wo zahlt er Steuern? So ein transparentes System, dass man nicht einmal den mit Abstand größten Eigentümer des Bitcoin kennt.

      1. Der bewegt auch seit 10 Jahren keinen einzigen BTC. Der sitzt auf so etwas wie dem Nibelungenschatz oder lebt in der Höhle von Alibaba. Wir werden es wohl nie erfahren.

      2. Ich glaube der heißt im wahren Leben Bernie Madoff ;-) Werde ich mal genauer recherchieren ;-)

  6. @ Satoshi friend

    Es ging mir nicht um potentielle Steuerhinterzieher, sondern um die staatliche steuerliche Behandlung der Gewinne mit Bitcoins und der noch vorhandenen Möglichkeiten der Steuervermeidung im rechtlichen Graubereich.

    https://www.steuergo.de/blog/bitcoin-und-steuern-wie-werden-kryptowaehrungen-versteuert/

    “ Denn hat man vor mehr als einem Jahr Coins einer Kryptowährung gekauft, so spielt der Veräußerungsgewinn keine Rolle mehr. Der Gewinn, der nach einem Jahr erzielt wird, ist nämlich steuerfrei.“

    Und da scheint der Gesetzgeber nachregulieren zu wollen:

    https://www.wiwo.de/my/finanzen/steuern-recht/steuern-und-recht-kompakt-steuerfalle-bitcoin/27679938.html?ticket=ST-3174373-iwP3AZ7zbrjyZAnGtHnL-cas01.example.org

    Sicherlich wird aber die Steuerfrage bald geklärt sein und es wird solide Rahmenbedingungen beim Bitcoinhandel geben.
    „Natürlich ist es derzeit noch möglich Steuern mittels Bitcoin und Co. zu verschleiern, weil die Möglichkeiten der Nachverfolgung durch Behörden aktuell noch begrenzt sind.“
    https://www.btc-echo.de/news/die-pandora-papers-zeigen-den-wert-von-bitcoin-und-co-127398/

    Wenn die Rahmenbedingungen geschaffen wurden gebe ich Ihnen recht, dass eine zukünftige Steuervermeidung mit Bitcoins weniger wahrscheinlich wird.

    Das zur Klarstellung ;-)

  7. Das ging aus der ganzen Thematik nicht ganz hervor. Die Integration ist wie bei allen anderen auch. Es braucht Zeit. Aber was die Regulierung betrifft, würde ich dem Staate mal empfehlen endlich fähige Menschen mit zu Rate zu ziehen. Nicht wie die anderen Dekaden und auch die wohl kommende Regierung nur noch unsinnigen Zeug fabrizieren.

    Fugi4Kanzler

  8. Danke Herr Leber. Ich bin seit 2017 beim Bitcoin & Ethereum, wegen Ihnen dabei, wird haben sehr wilde Zeiten hinter uns gelassen, bin auch um einige Jahre älter geworden, seelisch natürlich, aber, es hat sich gelohnt. DANKE!

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