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Insiderverkäufe erreichen Rekordniveau – Anleger aufgepasst!

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Insiderverkäufe nehmen zu - Beispielbild PC-Bildschirme in dunklem Büro

Im September berichteten wir bereits, dass Insider im August zum fünften Mal in diesem Jahr in einem Monat Aktien für mehr als 10 Milliarden US-Dollar veräußerten. Insider, das sind Vorstände, Aufsichtsräte und andere hochrangige Mitarbeiter einer Aktiengesellschaft, deren Aktienkäufe und -verkäufe berichtspflichtig sind. Es liegt auf der Hand, dass diese Insider einen sehr genauen Überblick über die Geschäfte ihres Unternehmens haben. Steigen die Umsätze und die Gewinnmargen schneller als von den meisten Analysten erwartet, dann liegt es auf der Hand, dass Insider eher zum Kauf neigen dürften. Umgekehrt ist es sehr wahrscheinlich, dass sich Insider schleunigst von ihren Aktien und Aktienoptionen trennen (Insiderverkäufe), wenn die Geschäfte nicht so toll laufen, wie man es den Aktionären weißmachte und wie es alle erwarten.

Viele Insiderverkäufe deuten schlechte Geschäftsaussichten an

Massenhafte Insiderverkäufe haben daher bereits dann ein gewisses Geschmäckle, wenn es nur einzelne Unternehmen betrifft. Tesla ist zum Beispiel so ein Unternehmen, bei dem viele Insiderverkäufe auftreten. Genau genommen gibt es außer dem CEO Elon Musk keinen, der kauft und Elon Musk kaufte zuletzt auch nur deshalb, weil er durch das Twittern eines gar nicht geplanten Buy-Outs dem Unternehmen eine Strafe der Börsenaufsicht in Höhe von 20 Millionen US-Dollar einhandelte. Aktienkäufe in gleicher Höhe sollten den Schaden kompensieren. Alle anderen berichtspflichtigen Mitarbeiter verkaufen seit geraumer Zeit.

Ginge es nur um einzelne Unternehmen mit verkaufswilligen Vorständen, gäbe es kein grundsätzliches Problem mit dem Aktienmarkt. Doch inzwischen sind Insiderverkäufe zu einem Massenphänomen geworden. TrimTabs Research berichtet, dass sich die Insiderverkäufe in diesem Jahr bereits auf 100 Milliarden US-Dollar summieren. Das ist der höchste Stand seit 2007. Auch im November wurden wieder Aktien für mehr als 10 Milliarden US-Dollar veräußert, womit die bisher höchste Anzahl von Monaten mit einem Verkaufsvolumen von mehr als 10 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2006 übertroffen wurde.

Gern kombiniert: Insiderverkäufe und Aktienrückkäufe durch das Unternehmen

Dass der Aktienmarkt diese Summen so ohne weiteres wegsteckt, ist erstaunlich. Denn oft handelt es sich um Verkäufe aus ausgeübten Aktienoptionen. Kann das Unternehmen nicht auf bereits emittierte und zum Beispiel bei einem Aktienrückkauf erworbene Aktienbestände zurückgreifen, werden neue Aktien emittiert. Auch hier kann Tesla als negatives Beispiel dienen. Allein in diesem Jahr gab Tesla pro Quartal mehr als 200 Millionen US-Dollar aus, um Mitarbeiter mit Aktien zu versorgen. Je nach Aktienkurs entspricht das 600.000 bis 1.000.000 neuen Aktien pro Quartal oder 0,33% bis mehr als 0,5% Verwässerung pro Quartal nur durch Teslas stock-based compensation Programm zur Mitarbeiterbezahlung. Verkaufen die Mitarbeiter ihre Aktien, und das tun zumindest die Vorstände, erhöht sich also auf dem Markt das Angebot, was den Aktienkurs belastet.

Viele Unternehmen neutralisieren und überkompensieren dieses Problem dadurch, dass sie Aktienrückkaufprogramme auflegen. Und damit wird die Situation vollends absurd. Während die Insider ihre Aktien verkaufen, entscheiden die selben Insider, dass ihr eigenes Unternehmen, von dessen rosiger Zukunft sie selbst offensichtlich nicht überzeugt sind, Aktien an der Börse zurückkauft. Erklärt wird den Aktionären das ganze damit, dass die Unternehmen auf zu großen Cashreserven säßen und die Unternehmen dieses Geld den Aktionären gern in Form von Aktienrückkäufen zurückgeben möchten.

In der Theorie klappt das, in der Praxis nicht. Denn erstens hat die zusätzliche Nachfrage nach Aktien nur in dem Moment einen Effekt auf den Preis, in dem das Unternehmen kauft. Einen Tag später, wenn das Unternehmen nicht mehr kauft, kann der Aktienkurs bereits ins Bodenlose stürzen, weil die Nachfrage fehlt. Und zweitens vernichten die wenigsten Unternehmen die zurückgekauften Aktien. Das wäre aber nötig, um künftige Gewinne bzw. Dividenden auf weniger Aktien verteilen zu müssen und so dem einzelnen Aktionär einen größeren Anteil vom Gewinn zukommen zu lassen. Behält das Unternehmen die zurückgekauften Aktien, dann schüttet es an sich selbst Dividenden aus und Altaktionäre haben effektiv nichts vom Aktienrückkauf.

Fazit: Obacht, wenn Verkäufe von Insidern Zehnjahres-Hochs erreichen!

Für Sie als Anleger und Trader sollten die Aktienverkäufe der Insider ein Warnsignal sein. Verstärkt wird das Warnsignal, wenn das gleiche Unternehmen eigene Aktien zurückkauft. Und auch, wenn wir den Fokus wegbewegen von Einzelaktien und auf den Gesamtmarkt richten, sind die Warnsignale unübersehbar. Wenn Insider so viele Aktien verkaufen wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr, dann scheinen die Geschäfte vieler Unternehmen nicht mehr so blendend zu laufen, wie viele denken.

2 Kommentare

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Aktienrückkäufe: Wie CEOs ihre Unternehmen aufs Spiel setzen

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An der Wall Street sieht man Aktienrückkäufe als normales Instrument an

In den vergangenen Jahren gab es zwei von Top-Managern initiierte Schemata, die beide die von ihnen geführten Unternehmen aufs Spiel setzten: Aktienrückkäufe (verlorenes Jahrzehnt?) und für Kredite als Sicherheit hinterlegte Aktien! Beide Schemata fliegen den Unternehmen nun reihenweise um die Ohren. Im ersten Fall fehlt den Unternehmen nun das Geld in der Krise, im zweiten Fall können die als Kreditsicherheit hinterlegten Aktien schlimmstenfalls einen Abwärtstrend in der Aktie noch zusätzlich verstärken.

Aktienrückkäufe leerten die Konten der Unternehmen, ohne Nutzen zu stiften

Aktienrückkäufe waren über etliche Jahre beim Management zahlloser Unternehmen Mittel der Wahl, um angeblich Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Hunderte Milliarden US-Dollar wurden ausgegeben, um Aktien zurückzukaufen. Dieser Rückkäufe erhöhen temporär den Preis einer Aktie, da die Nachfrage nach den Papieren erhöht wird. Und wenn die Unternehmen die Aktien nach dem Rückkauf vernichten, dann haben die verbliebenen Aktionäre auch einen größeren Anteil am Unternehmen. Eventuelle Dividenden verteilen sich auf weniger Aktien und bei unverändertem Unternehmenswert sollte jede Aktie aus dem kleiner gewordenen Pool aller Aktien mehr wert sein. Um Steuern zu sparen und gemachte Gewinne nicht versteuern zu müssen, nahmen Unternehmen wie Apple sogar Kredite im Umfang dutzender Milliarden US-Dollar auf, um die eigenen Aktien zu kaufen.

Die Kredite sind bei Apple weniger ein Problem, da das Unternehmen gleichzeitig auf enormen Barreserven sitzt. Andere Unternehmen wie Boeing haben es deutlich schwieriger. Geld, das in den vergangenen Jahren für Aktienrückkäufe ausgegeben wurde, fehlt dem Unternehmen nun. Es wurde ausgegeben, ohne dadurch zusätzliches Wachstum für das Unternehmen zu generieren. Es ist das Mittel der Wahl für faule Manager, die keine Ideen haben, wie sie die vom Unternehmen erwirtschafteten Gewinne so reinvestieren können, dass Aktionäre dadurch langfristig profitieren. Dabei wäre die Mehrung des Unternehmensvermögens genau das, wofür das Management von den Aktionären eingesetzt wurde.

Dividenden-Ausschüttungen würden dem Unternehmen zwar auch Kapital entziehen, ohne dadurch zusätzliches Wachstum zu generieren. Doch Dividenden fließen den Aktionären wenigstens direkt zu. Von Aktienrückkäufen haben Aktionäre real höchstens dann etwas, wenn sie ihre eigenen Aktien zum künstlich gepushten Kurs veräußern.

Aktienrückkäufe lassen vor allem das Management profitieren

Dividenden haben zudem den Vorteil, dass das Management nicht überproportional davon profitiert. Genau das tut es aber bei Aktienrückkäufen. Denn inzwischen machen Optionskomponenten den Großteil der Managervergütungen aus. Je höher der Aktienkurs des Unternehmens ist, umso mehr wert sind auch die zugeteilten Aktienoptionen. Manche Aufsichtsräte waren sogar so verrückt, die Managervergütung direkt an den Aktienkurs zu koppeln – bei Tesla Motors zum Beispiel. Das Management hat damit einen maximal großen Anreiz, den Aktienkurs kurzfristig zu erhöhen.

Aktien-Optionen haben zudem den Nachteil, die Anteile der Altaktionäre zu verwässern. Denn jede ausgeübte Aktien-Option führt dazu, dass mehr Aktien im Umlauf sind. Vom gleichen Management durchgeführte Aktienrückkäufe neutralisieren somit erstens die Verwässerungseffekte der eigenen Aktien-Optionen und führen zweitens zu temporär höheren Aktienkursen, die die vom Management gehaltenen Optionen mehr wert werden lassen – oder wie im Falle von Tesla überhaupt erst zur Zuteilung der Optionen führen. Fehlt den Unternehmen nach den Rückkäufen dann auch noch das Geld in der nächsten Krise, wie bei Boeing, dann hat das Management die Unternehmenszukunft aufs Spiel gesetzt, um sich selbst Vorteile zu verschaffen.

Manager verpfänden ihre Aktien, um den eigenen Lebensstil steuerfrei zu finanzieren

Ein zweites gern von Managern genutztes Schema der Bereicherung zum Nachteil des Unternehmens ist abseits der Aktienrückkäufe die Kreditaufnahme für persönliche Zwecke. Manager wie Elon Musk von Tesla oder Markus Braun von Wirecard zahlen ungern Steuern. Und sie geben auch ungern das Steuer „ihres“ Unternehmens aus der Hand. Gleichzeitig pflegen oder pflegten sie jedoch gern einen opulenten Lebensstil. Um den zu finanzieren, müssten sie eigentlich einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Dabei müssten die Kursgewinne versteuert werden und sie hätten anschließend weniger Stimmrechte auf der nächsten Aktionärsversammlung.

Liebend gern boten und bieten Banken daher an, doch einfach einen (großen) Teil der eigenen Aktien als Kreditsicherheit zu hinterlegen. Für Kredit fallen keine Steuern an, die Stimmrechte bleiben beim Aktienbesitzer und trotzdem ist der Lebensstil gesichert. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld werden die Zinsen dafür gern gezahlt.

Doch die Sache hat einen kleinen Haken: Das Schema funktioniert nur solange, wie der Aktienkurs nicht crasht. Tut er das, werden die Banken irgendwann nervös. Reicht der Wert der als Sicherheit hinterlegten Aktien nicht mehr aus, um den Kredit zu besichern, folgt der Margin Call. Der Kreditnehmer muss dann neue Sicherheiten hinterlegen. Kann er das nicht, werden die Kreditsicherheiten, also die Aktien, verwertet. Das heißt, die Bank wirft die Aktien auf den Markt. Alle. Zur gleichen Zeit. So wie bei Wirecard vor einigen Tagen. Diese Notverkäufe befeuern einen ohnehin bestehenden steilen Abwärtstrend zusätzlich. Je niedriger der Aktienkurs ist, umso schwieriger werden jedoch Kapitalerhöhungen. Denn für den gleichen neu eingeworbenen Betrag müssen viel mehr neue Aktien verkauft und damit der Anteil der Altaktionäre auch stärker verwässert werden.

Der Anteil der verpfändeten Aktien kann dabei durchaus enorme Werte annehmen. Bei Elon Musk sind es 54% all seiner Tesla-Aktien, von denen er rund 20% besitzt. Bei Softbanks Masayoshi Son sind es 60%. Son hält 27% an Softbank. Und Steven Rales, CEO der Danaher Corporation, hat 74% seiner Aktien verpfändet. Er hält 6,2% an Danaher. Sein Bruder Mitchell Rales hält weitere 5,1% an Danaher, von denen wiederrum volle 90,7% für Kredite verpfändet wurden.

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Tesla – die Wiederauferstehung der Dotcom-Blase!

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Die Euphorie um Tesla erinnert stark an die Dotcom-Blase: damals wurde alles gekauft, was mit Internet zu tun hatte – heute ist an die Stelle des Internets die Euphorie um die Elektromobilität getreten. Vor allem Tesla steigt von Allzeithoch zu Allzeithoch – aber dieser Anstieg basiert auf zwei eher unwahrscheinlichen Prämissen: erstens dass Elektroautos den Markt klar dominieren werden in Zukunft, und zweitens dass kein anderer Hersteller in der Lage sein wird, Tesla wirklich Konkurrenz zu machen..

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Dirk Müller zum Wasserstoff-Hype: Warum man jetzt nicht einsteigen sollte

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Wir hatten erst vorgestern über die Aussagen von Dirk Müller berichtet,über die Wahnsinns-Hausse der letzten Wochen in den USA, wo teilweise Minderjährige mit den Kreditkarten ihrer Eltern die Börse stürmen, und wo Millionen von Menschen mit Kleinstbeträgen wie wahnsinnig Börsenkurse pushen. Heute spricht Dirk Müller im folgenden Video über den aktuellen Hype rund um das Thema Wasserstoff. Diese Woche wurde der Hype nochmal kräftig befeuert durch die erst gestern präsentierten großen Pläne der EU, dass man bis 2050 klimaneutral werden wolle, und das mit Wasserstoff. Gigantische Milliardenprogramme sollen von Staaten und Unternehmen in Europa aufgelegt werden.

Also, ist das nun auch der große Start für den Hype rund um Wasserstoff-Aktien? Oder läuft er schon, und Anleger, die sich hier noch nicht auskennen, kommen zu spät? Genau davor warnt Dirk Müller im folgenden Video. Er beschreibt diese jetzige Euphorie und vergleicht sie mit Themen wie 3D-Druck oder Cannabis-Aktien. Jetzt sei der Markt für Anleger schon zu teuer. Man müsse nun erst einmal auf die Marktbereinigung warten, die nach der Euphorie einsetze. Er beschreibt auch Phasen der Markteuphorie, wie es sie in anderen Bereichen schon gegeben habe, die nun auch so beim Wasserstoff ablaufen würden.

Wasserstoff Tankstelle in Belgien
Eine Wasserstofftankstelle in Zaventem Belgien. Foto: Dr. Artur Braun (Arturbraun) CC BY-SA 4.0

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