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Insolvenz: Bad News bei Virgin Australia und Norwegian – Boeing erhält Stornos

Claudio Kummerfeld

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am

Norwegian und Virgin Australia mit Insolvenz-Nachrichten

Neben Gastronomie und Hotellerie sind die Fluggesellschaften mit am Stärksten von der Coronakrise betroffen. Das sieht man zum Beispiel bei der deutschen Condor, die eigentlich von der staatlichen polnischen Airline LOT übernommen werden sollte. Der Deal scheiterte, und die Condor steht vor dem Aus. Aber offenbar (ohhh Wunder) wird die fällige Rückzahlung eines 380 Millionen-Kredits an die KfW nun umgeschuldet, beziehungsweise die Rückzahlungsfrist wird verlängert. Und der Bund könnte Condor eventuell mit weiteren 200 Millionen Euro aushelfen, damit die Airline durch die aktuelle Krise kommt. Aber da sind ja aktuell die Airlines Norwegian und Virgin Australia. Nun kommt die Pleitewelle bei den Airlines langsam ins Rollen.

Norwegian

Die Coronakrise zeigt nun: Wer vor der Krise schon Schwierigkeiten hatte, geht nun relativ schnell den Bach runter. Die norwegische Airline „Norwegian“ hat heute für mehrere Tochtergesellschaften in Schweden und Dänemark Insolvenz angemeldet (hier die offizielle Mitteilung). Über diese Tochtergesellschaften stellte Norwegian bisher Piloten und Flugbegleiter ein. 1.571 Piloten und 3.134 Flugbegleiter sind betroffen. Um Staatshilfe zu erhalten, musste Norwegian einen Rettungsplan vorlegen. Noch fehlt bis Ende April die Zustimmung der Gläubiger und Aktionäre. Sagen sie Nein, ist die Airline am Ende, so kommentiert es aerotelegraph.com. Ob der Rest der Airline überhaupt noch zu retten ist? Wir meinen: Der Konsolidierungsdruck der Branche ist gigantisch. Auch wenn die Shut Downs weltweit enden, können viele Menschen mangels Geld gar nicht sofort wieder Urlaubsflüge buchen. Auch Geschäftsreisen werden lange Zeit stark reduziert durchgeführt werden. Es müssen Airlines aus dem Markt ausscheiden, damit der Markt gesunden kann, und die überlebenden Airlines wieder halbwegs profitabel wirtschaften können.

Virgin Australia

Die zweitgrößte australische Airline „Virgin Australia“ ist auch gerade dabei aus dem Markt auszuscheiden, und in Australien somit ein quasi Monopol für Quantas zu schaffen. Man hat nämlich Insolvenz angemeldet. Damit wolle man sich „neu aufstellen“, so die Mitteilung von Virgin Australia. Man hatte es vorher nicht geschafft in Australien an staatliche Hilfsgelder über 1,4 Milliarden australische Dollar zu kommen. Die Airline schiebt auch ohne Coronakrise große Schuldenberge vor sich her. Der Insolvenzverwalter soll nun Investoren suchen. Aber hey, wer tut sich das jetzt an? Jahrelang Geld in ein Fass ohne Boden werfen? So traurig es für die einzelnen Mitarbeiter ist, die ihren Job verlieren. Die Airlines haben wohl auch die nächsten Monate und Jahre nach Ende des Shut Downs viel Überkapazität, und es muss zu einer Marktbereinigung kommen.

Boeing verliert weitere Aufträge

Boeing als Flugzeughersteller ist zwar nicht von einer Pleite bedroht, weil andere Flugzeuge immer noch gut laufen, und man ja auch noch seine große Rüstungssparte hat. Aber beim eigentlich als Modell Nummer 1 vorgesehenen Flieger 737 Max brechen jetzt immer mehr Aufträge weg. Im 1. Quartal hagelte es für Boeing bereits mehr als 300 Stornierungen. Letzten Freitag hat nun GE Capital Aviation Services 69 Maschinen storniert. Diese Woche hat die China Development Bank Financial Leasing Co den Auftrag für 29 Maschinen der 737 Max storniert. Es sollen noch 4.000 Flugzeuge des Typs im Orderbuch stehen. Aber geht die Pleitewelle und die große Baisse in der Airline-Branche weiter, was storniert man zuerst? Wohl weiterhin die Orders für die 737 Max, weil hier ja noch nicht mal eine grundsätzliche Erlaubnis zum Flugbetrieb vorliegt, nach den beiden schrecklichen Abstürzen mit vielen Toten.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    asisi1

    21. April 2020 15:38 at 15:38

    Wer Wundert sich denn heute noch darüber. 85% der Deutschen will doch auch einmal die damaligen Verhältnisse in der DDR zu spüren bekommen! Wir sind auf einem guten Wege dorthin!

    • Avatar

      leftutti

      21. April 2020 20:17 at 20:17

      @asisi1
      Nach aktuellen Politumfragen sind es sogar 90% aller Bundesbürger (mit 5%iger Unsicherheit hinsichtlich der sog. „Sonstigen Verirrten und Verwirrten“), die sich die ehemalige DDR zurück wünschen. Das muss in einem Artikel über Virgin Australia, Norwegian und Boeing schon einmal unbedingt und alternativlos gesagt werden 🙈 😂

      Was schlagen Sie denn vor, wie würden Sie die Krise bestmöglich überwinden, hätten Sie Entscheidungsgewalt (Gott behüte 😱)? Michel’sche Lemming-Textbausteine zum bedenklich hohen Niveau des Sozialismus-Kommunismus-Index sind zwar nett und lustig, aber ebenso sinnlos wie überflüssig und zunehmend inefektiv. Das beweisen ganz andere Rechtspopulisten-Kaliber:
      https://www.n-tv.de/politik/In-Italien-kocht-die-Wut-auf-Hitlers-Enkel-article21725727.html

  2. Avatar

    Hans

    23. April 2020 23:03 at 23:03

    Journalisten die ‘Quantas’ statt Qantas schreiben und dann noch glauben sie werden ernst genommen ? gibt es.

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Aktuell: Lufthansa veröffentlicht Maßnahmen für weiteren Kahlschlag

Claudio Kummerfeld

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am

Der Lufthansa A380 wird wohl nicht mehr fliegen

Die Lufthansa hatte bereits Maßnahmen zum Kahlschlag angekündigt. Aber es ist wie es ist. Die Fluggastzahlen erholen sich nicht V-förmig wie (auf den ersten Blick) die Gesamtkonjunktur. Weltweit gibt es ständig neue Corona-Restriktionen und viele Unklarheiten. Und offenkundig haben zu viele potenzielle Flugreisende wohl einfach keine Lust auf diese ganze Unsicherheit und dazu noch auf stundenlanges Maskentragen an Flughäfen und im Flugzeug. Jetzt hat die Lufthansa vor wenigen Minuten die nächsten Maßnahmen zum Kahlschlag verkündet. Weiter Runter-Schrumpfen, um nicht in den Kosten zu versinken, so könnte man es ausdrücken. Hier drucken wir die wichtigsten Infos von der Lufthansa im Wortlaut ab. Die Headline-Aussagen:

– Erholung des Luftverkehrs deutlich langsamer als noch im Sommer erwartet
– Tiefere Einschnitte bei Flottengröße und für Personal
– Langfristig geparkte sowie zur Ausflottung vorgesehene Flugzeuge werden im dritten Quartal mit bis zu 1,1 Mrd. EUR wertberichtigt
– Operative Mittelabflüsse sollen um 100 Mio. EUR pro Monat reduziert werden

Details:

Der Kapazitätsausblick für die Passagierairlines wird deutlich nach unten korrigiert; die bisherige Annahme, im vierten Quartal des Jahres ein durchschnittliches Produktionsniveau von 50 Prozent des Vorjahreswertes zu erreichen, erscheint nicht mehr realistisch. Bei Fortsetzung des aktuellen Trends werden die angebotenen Sitzkilometer im Vorjahres-vergleich voraussichtlich nur noch in einer Spanne zwischen 20 und 30 Prozent liegen.

Die mittelfristige Flottenplanung wird angepasst und sieht aktuell ab Mitte des Jahrzehnts eine dauerhafte, konzernweite Kapazitätsreduktion von 150 Flugzeugen vor .

In Ergänzung der bereits kommunizierten Flottenentscheidungen wurde folgendes beschlossen: Nachdem bereits im Frühjahr sechs Airbus A380 endgültig außer Dienst gestellt worden sind, werden die verbleibenden acht Flugzeuge vom Typ A380 sowie zehn Flugzeuge vom Typ A340-600, die bislang noch für den Flugdienst vorgesehen waren, in einen sogenannten Langzeitparkmodus (long-term storage) überführt und aus der Planung genommen.

Aus den vorgenannten Flottenentscheidungen werden sich weitere Wertberichtigungen in einer Größenordnung von bis zu 1,1 Mrd. EUR ergeben. Der Betrag soll noch im dritten Quartal des laufenden Jahres verbucht werden.

Der bisher avisierte rechnerische Personalüberhang von 22.000 Vollzeitstellen erhöht sich in Folge der Entscheidungen für das dritte Paket des Restrukturierungsprogramms. Die Anpassung der dauerhaften Personalstärke in den Flugbetrieben wird an die weitere Marktentwicklung angepasst.

Die überarbeitete Finanzplanung sieht trotz des eingetrübten Ausblicks vor, die Mittelabflüsse durch striktes Kostenmanagement weiter zu senken. Der Liquiditätsabfluss soll von aktuell rund 500 Mio. EUR pro Monat auf durchschnittlich 400 Mio. EUR pro Monat im Winter 2020/21 gesenkt werden. Das kommunizierte Konzernziel, im Jahresverlauf 2021 wieder operativ positive Mittelzuflüsse zu erwirtschaften, wird bekräftigt.

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Markus Koch vor dem Handelsstart in New York – Abverkauf bei Tech geht weiter

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video vor dem Handelsstart in New York. Der Abverkauf bei Tech geht weiter, und der Value-Bereich profitiert.

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Deutsche Bank: Übernahme durch UBS? Geldwäsche in Russland? Aktie dick im Minus

Claudio Kummerfeld

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Deutsche Bank Hochhäuser in Frankfurt

Die Deutsche Bank könnte heute mit einem kräftigen Plus in den Handel gehen. Würde man meinen, wenn man die Nachricht betrachtet, dass die große Schweizer UBS womöglich die Deutsche Bank kaufen will. So zumindest sagte es am Samstag die Schweizer „Sonntagszeitung“. Aber beim zweiten Blick weiß man: Die UBS wollte ja auch mit der Credit Suisse fusionieren – diese Idee sll offenbar schon gescheitert sein. Und auch die Commerzbank wie die Lloyds Banking Group sollen für die UBS interessante Kaufkandidaten sein. Also ist dies doch eher eine ziemlich unklare Lage. Außerdem wären die Hürden, die größte Bank Deutschlands kaufen zu können, wohl ziemlich groß. Aber dennoch, die Deutsche Bank-Aktie könnte heute aufgrund dieser Meldung gut im Plus eröffnen.

Deutsche Bank mit neuem Geldwäsche-Horror in Moskau?

Aber sie geht mit minus 3,6 Prozent in den Handel. Denn gestern gab es neue konkrete Berichte zu möglichen Geldwäsche-Vorgängen in Russland. Konkrete Auswertungen (hier die Details) sollen zeigen, dass die Deutsche Bank-Filiale in Moskau wohl eine Art Wild-West-Filiale gewesen sein soll, und dass trotz Aufsehern in Sachen Geldwäsche wohl kaum Kontrolle stattfand. Man wollte wohl nicht hinsehen und ließ viel womöglich mehr zweifelhafte Transaktionen zu als bislang bekannt. Pikant dabei ist, dass im betreffenden Zeitraum auch der heutige Deutsche Bank-Chef Sewing als Chef der Revision für die Kontrolle zuständig war, aber dass trotz Prüfungen sogenannte Mirror Trades nicht entdeckt wurden. Dabei wurden für Kunden Aktien in Rubel gekauft, und danach gleich wieder in US-Dollar verkauft.

Drohen der Deutschen Bank nach diesen neuen Enthüllungen weitere Geldstrafen? Fängt auch der Stuhl vom angeblich so sauberen Herrn Sewing an zu wackeln? Auf jeden Fall könnte der geneigte Börsianer das Grausen kriegen, dass diese jahrelange Horror-Show mit nicht enden wollenden Geldstrafen, Verfahren und Prüfungen weiter geht. Die Deutsche Bank-Aktie jedenfalls, die notiert heute wie gesagt mit mit minus 3,6 Prozent bei 7,41 Euro. Die Deutsche Bank hat dazu folgendes Statement veröffentlicht. Zitat:

„Die Bekämpfung von Finanzkriminalität, Geldwäsche und Kapitalflucht hat für die Ermittlungsbehörden und Finanzinstitute gleichermaßen Priorität. Die weltweit führenden Finanzinstitute, einschließlich der Deutschen Bank, haben Milliarden von Dollar investiert, um die Behörden bei diesen Bemühungen effektiver zu unterstützen. Dies führt natürlich zu einer höheren Zahl von Feststellungen.

Wir bei der Deutschen Bank haben in den letzten Jahren massiv in die Verbesserung der Kontrollen investiert, und wir konzentrieren uns mit Nachdruck darauf, unseren Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen nachzukommen. Dazu gehört auch, dass wir Maßnahmen ergreifen, um Risiken zu minimieren, und Beziehungen zu Kunden oder Korrespondenzbanken beenden, wenn dies angezeigt ist.

Das ICIJ hat über eine Reihe historischer Themen berichtet. Soweit sie sich auf die Deutsche Bank beziehen, sind sie den Aufsichtsbehörden bekannt. Die Themen wurden bereits untersucht und führten zu Einigungen mit den Behörden, in denen die Zusammenarbeit und die Mängelbeseitigung der Bank öffentlich anerkannt wurden. Wo nötig und angemessen, haben wir Konsequenzen gezogen. Soweit die vom ICIJ verwendeten Informationen aus Verdachtsmeldungen (sogenannten SARs) stammen, wurden diese Informationen von einer Bank gemäß der gesetzlichen Regelung aktiv identifiziert und den Behörden mitgeteilt. SARs enthalten Warnungen vor möglichen Probleme, können aber nicht mit einer Tatsachenbehauptung gleichgesetzt werden.“

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