Asien

Japan: Inflation als einziger Ausweg?

Die Kette schwacher Konjunkturdaten aus Nippon reißt nicht ab: nach dem starken Fall im Vormonat stieg die Industrieproduktion lediglich um 0,2% – und damit deutlich unter der Erwartung von 1,0%. Gleichzeitig stiegen die Verbraucherpreise zum Vorjahr um 3,3% an, die Ausgaben der Haushalte fielen um 5,9%:

JapanHaushaltsausgaben

Nach der Mehrwertsteuererhöhung im April von 5% auf 8% im April war Japans Wirtschaft im zweiten Quartal um 6,8% eingebrochen. Die Bank of Japan betriebt seit dem Regierungsantritt von Ministerpräsident Abe eine ultralaxe Geldpolitik, die jedoch auch die Verschuldung Nippons nach oben treibt. Schätzungen gehen davon aus, dass Japan Ende 2014 über 11,6 Billionen Dollar Schulden haben wird – das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands, Italiens, Frankreichs und Großbritaniens zusammen!

Der neue Chefstratege der UBS für Japan, Fumio Nakakubo, sieht daher in der Infaltionierung des Yen den einzigen Ausweg, die extreme Verschuldung zu stemmen und einen Staatsbankrott zu vermeiden. Allerdings läge die Gefahr dann, so Nakakubo, in einer ähnlichen Entwicklung wie in Deutschland zu Zeiten der Weimarer Republik – Hyperinflation.

Die Notenbank Japans kauft in großem Maßstab japanische Staatsanleihen, um die jahrelang anhaltende Deflation zu stoppen. Das ist, wie der Anstieg der Inflation zeigt, gelungen. Eine Ausweitung der Käufe ist jedoch schwierig, weil Japans Banken schon große Teile ihrer Bestände an Staatsanleihen an die Bank of Japan verkauft haben.

Die Wirtschaft aber, das zeigen die neuesten Daten einmal mehr, kommt nicht wie von der Regierung erhofft, in Schwung. Damit steht Japan möglicherweise vor einer Stagflation – also einer anziehenden Inflation ohne Wirtschaftswachstum.



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