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Japan: Lass Dir von Paul Krugman helfen und Du bist gerettet

FMW-Redaktion

Das ist kein Witz und keine Polemik. So scheint Japans Ministerpräsident Shinzo Abe wirklich zu denken, denn er hat Paul Krugman zu Hilfe gerufen. Er soll Abe auch bei der Vorbereitung eines G7-Treffens im Mai beraten. Haleluja. Krugman rettet erst Japan, und dann die Welt? Er hat auch gleich einige sensationelle Empfehlungen für Herrn Abe im Gepäck, die (ganz sicher) die große Wende für Japan bringen werden…

Paul Krugman
Paul Krugman. Foto: Bild: Wikipedia/Prolineserver (GNU FDL Version 1.2)

Japan soll doch bitte seine Mehrwertsteuererhöhung verschieben, die für nächstes Jahr angedacht ist, und Japan solle die Staatsausgaben erhöhen, weil die Volkswirtschaft immer noch nicht stark genug sei um der Deflation zu entkommen, so Krugman heute vor Pressevertretern in Tokyo. Ganz genau sprach er davon, dass Japan den „deflationären Zyklus“ noch nicht durchbrochen habe. Nach dem angesehen Ökonom Joseph Stiglitz letzte Woche gab Krugman jetzt damit Ministerpräsident Abe heute den selben Ratschlag. Zitat Krugman von heute:

„I would call for another round of fiscal stimulus.“

Halleluja sagen wir da, so eine Aussage von Paul Krugman? Völlig unerwartet (Satire). Das Erstaunliche: Warum holt man sich einen Paul Krugman, von dem man weiß, dass er sowieso nichts anders empfehlen wird als noch mehr Schulden zu machen? Und noch erstaunlicher: Dieses „Konzept“ funktioniert in Japan seit 20 Jahren nicht, und dennoch wird es jetzt erneut empfohlen? Das Motto lautet „das Konzept ist richtig, es wurde wohl lediglich nicht stringent genug durchgesetzt“. Genau das selbe hört von man der EZB. Man druckt Geld ohne Ende, die Inflation springt nicht an. Das Konzept an sich funktioniere und sei super, man müsse jetzt nur noch kräftig nachlegen, bis die Wirkung sich endgültig entfaltet.

Krugman möchte, dass in Japan die Schuldenmacherei der Regierung die Geldpolitik (Druckerpresse) der Notenbank ersetzen soll. Die Schwäche der globalen Konjunktur habe es Japan schwer gemacht seine wirtschaftlichen Probleme zu lösen (nicht das Demographie-Debakel?). Der fiskale Stimuls sei daher eine dringende Angelegenheit. Wunderbar, da ist Paul Krugman in seinem Element. Staatsschulden schaffen neue Nachfrage, und irgendwann, durch irgendwie mehr Steuereinnahmen, kann das alles zurückgezahlt werden?

Ministerpräsident Abe holt sich derzeit Rat von namhaften Ökonomen wie eben Joseph Stiglitz und Paul Krugman, die beide einen großen Namen in der Ökonomieszene haben. Dabei hat Abe von denen beiden eigentlich nur das gehört, was er wohl hören wollte, und bisher eh schon als seine Leitlinie ansah. Schulden machen ohne Ende, staatlicher Stimulus ohne Ende, und irgendwann springt die Inflation schon an. Ein Ökonom wie Krugman dürfte mehr als glücklich sein über so eine Anfrage, wie man eine Volkswirtschaft ankurbeln kann. Das verleiht ihm noch mehr den Status eines wichtigen gefragten Ökonomen.

Was Abe dazu bewogen haben dürfte sich Ratschlag von so prominenter Stelle zu holen, bzw. viel mehr eine Bestätigung seines maßlosen Schuldenmachers von außerhalb? Von der „Wolfgang Schäuble“-Fraktion könnte es beim G7-Treffen unangenehme Fragen geben, warum Japan wie wild Geld druckt und Schulden macht, aber ohne Resultat. Abe könnte sagen „schaut her, Krugman und Co. sehen das genau so wie ich.“ Auch könnte Abe diese „Expertenmeinungen“ dazu nutzen seine Kollegen aus Übersee dazu aufzufordern selbst auch kräftiger Geld zu drucken und Schulden zu machen als je zuvor.

Wenn wir alle nur genug Schulden machen, dann wird das eines Tages noch was mit der Inflation? Ist das Abe´s Denkweise?



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2 Kommentare

  1. Aha, Schäuble hat ja gewaltig Inflation produziert oder wenigstens massvoll oder wie ??
    Nix verstahn …

  2. Wenn ich mir die Reallohnentwicklung seit 1990 ansehe, brauche ich kein Nobelpreisträger sein, um zu wissen, woher die Deflation in Japan kommt.
    Produktivitätsorientierte Lohnsteigerungen sind halt nicht nur in Deutschland bähbäh….

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