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Johnson Controls-Fusion: Die nächste „Tax Inversion“ – ab nach Irland…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Man kann fast schon vom Wochenrhythmus sprechen – US-Konzerne fusionieren mit anderen Konzernen oder kaufen diese auf. Die gekauften Unternehmen haben komischerweise immer ihre Konzernzentrale in Irland. Muss ein Zufall sein – so auch diese Woche. Die Karawane zieht weiter, von den USA Richtung Irland – in den USA nennt man das „Tax Inversion“.

Der Gebäude- und Auto-Ausrüster Johnson Controls fusioniert mit der kleineren Tyco International (Brandschtzsysteme). Tyco ist ein US-Unternehmen, aber siehe da, mit Konzernsitz in Irland. Und so ist es wenig verwunderlich, dass der neue fusionierte Konzern seinen Sitz auch in Irland haben wird. Das Geschäft selbst wird weiterhin von Milwaukee aus den USA betrieben, der „ehemaligen“ Johnson-Zentrale. Die bestehende irisiche Tyco-Zentrale wird einfach umbenannt in Johnson Controls PLC. Der Anteil von Johnson Controls´ Aktionären am neuen Konzern wird 56% betragen. Johnson hat einen Marktwert von 23 Milliarden, Tyco von 13. Aus der Veröffentlichung von Johnson Controls:


„The proposed combination of Johnson Controls and Tyco represents the next phase of our transformation to become a leading global multi-industrial company,“ stated Alex Molinaroli, chairman and chief executive officer, Johnson Controls. „With its world-class fire and security businesses, Tyco aligns with and enhances the Johnson Controls buildings platform and further positions all of our businesses for global growth. Through this transaction, we will also expand our ability to further invest globally, develop new innovative solutions for customers and return capital to shareholders.“

„The combination of Tyco and Johnson Controls is a highly strategic, value-enhancing step that brings together the unique strengths of two great companies to deliver best-in-class building technologies and services to customers around the world,“ said George R. Oliver, chief executive officer, Tyco. „We believe this transaction will allow us to better capture opportunities created by increased connectivity in homes, buildings and cities. Joining forces with Johnson Controls pairs our leading established businesses with robust innovation pipelines and extensive global footprints to deliver greater value to customers, shareholders and employees of both companies.“

Under the terms of the proposed transaction, the businesses of Johnson Controls and Tyco will be combined under Tyco International plc, which will be renamed „Johnson Controls plc.“ The companies expect that shares of the combined company will be listed on the New York Stock Exchange and trade under the „JCI“ ticker. Upon the closing of the transaction, the combined company is expected to maintain Tyco’s Irish legal domicile and global headquarters in Cork, Ireland. The primary operational headquarters in North America for the combined company will be in Milwaukee, where Johnson Controls has been based.


Da liest man kein Wort von „Steuern sparen“ oder „Tax Inversion“. Natürlich nicht, denn offiziell fusioniert man natürlich vor allem wg. der tollen Synergieeffekte und aus inhaltliche wirtschaftlichen Gründen. Die Verlegung der Firmenzentrale nach Cork in Irland ist ganz sicher nur ein verwaltungstechnischer Akt und nicht Kern der Fusion…

Mit dieser Welle von Tax Inversions steigt der Druck auf alle Bewerber um die US-Präsidentschaft immer mehr an. Entweder man schlägt den Wählern vor US-Unternehmen die „fliehen“ wollen richtig an die Kandarre zu nehmen, oder die republikanischen Kandidaten hauen wie Donald Trump voll auf die „Freiheits-Tube“ und fordern die gänzliche Abschaffung von Gewinnbesteuerung aus Auslandserträgen, was der Hauptgrund für die Fluchtwelle ist. Für Donald Trump, seinen Bruder im (Steuer)-Geiste Carl Icahn und viele andere dürften diese Unternehmen, die jetzt eins nach dem anderen nach Irland abhauen mit ihren Konzernzentralen, der Anlass dafür sein den Wählern eindringlich ins Gewissen zu reden. „Seht her, wir können die nicht an der Flucht hindern – wir müssen die Steuern so weit senken oder ganz abschaffen, damit sie nicht mehr fliehen bzw. wieder zurückkommen.“


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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – die Stimulus-Hoffnung stirbt zuletzt

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Heute soll angeblich der entscheidende Tag sein. Kommt noch auf den letzten Drücker eine Einigung zwischen Demokraten und Donald Trump über einen neuen Stimulus? Das dürfte kurzfristig die Kurse bewegen.

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Kaufverbot für die Nikola-Aktie – Werbung

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Lieber Börsianer,

am Firmensitz der Nikola in Phoenix (Arizona) glühen schon seit Wochen die Telefonleitungen. Das junge Unternehmen kämpft hart um seine Reputation. Man kämpft um die letzten Investoren, die noch nicht gegangen sind. Und vor allem, man kämpft um seine Partner wie General Motors, Bosch oder Iveco. Denn wenn die abspringen, wird die Nikola-Zentrale in Phoenix zugesperrt.

Aber der Reihe nach! Was ist zuletzt passiert bei Nikola?

Der charismatische Firmengründer Trevor Milton wurde aufs Abstellgleis geschoben und seitdem geben trockene Technikertypen den Ton bei Nikola an. So trat der Technik-Chef Jesse Schneider zuletzt vor die Presse und referierte betont sachlich über Patente, Chassis-Zeichnungen und andere Dokumente. Er legte haarklein auseinander, welcher Bestandteil des Nikola-Trucks fremd eingekauft, welcher extern entwickelt wurde.

Die Veranstaltung war langweilig, aber wichtig. Wenn Nikola überleben will, muss es das Vertrauen des Marktes und der Industrie wiederherstellen. Dafür wollen die Investoren jetzt keine Visionen hören, sondern Fakten und Details sehen.

Diese Fakten und Details entscheiden in den kommenden Wochen über den Kursverlauf der Aktie. Denn am 30. November läuft die Sperrfrist (lock-up-period) für die vorbörslichen Investoren der Nikola ab. Wenn diese Investoren bis dahin nicht von der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells überzeugt werden können, werden sie an diesem Tag mit großem Volumen aus der Aktie aussteigen und ein erneutes Kursmassaker herbeiführen.

Aber denken wir positiv! Unterstellen wir einmal, Jesse Schneider und CEO Mark Russell können die Investoren überzeugen, dann dürfte auch General Motors an Bord bleiben. Das ist aktuell der wichtigste Nikola-Partner. Mehr noch: Der US-Autobauer entscheidet wahrscheinlich über die Zukunft des Lkw-Bauers Nikola.

Nur zur Erinnerung: General Motors (GM) hat zugesagt, für Nikola die Werkbank zu machen und insgesamt Produktionsleistungen im Wert von 2 Milliarden USD für das Startup zur Verfügung zu stellen. Konkret war oder ist geplant, dass GM den…..

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Wie die UBS ihren Gewinn im Vergleich zu 2019 um 99 Prozent steigern konnte

Claudio Kummerfeld

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Coronakrise, Insolvenzwelle voraus, mögliche Krisen bei den Banken? Die US-Banken jedenfalls haben robuste Quartalszahlen gemeldet (siehe hier Branchenführer JP Morgan). Oder man hat die Erwartungen sogar extrem stark übertroffen, wie zum Beispiel Goldman Sachs mit einem sehr starken Kapitalmarktgeschäft – denn die Coronakrise hat die letzten Monate Kapitalmarktaktivitäten stark erhöht. Und heute war der Schweizer Bankgigant UBS an der Reihe. Und die Finanzdaten für das 3. Quartal sind äußerst stark ausgefallen, wie bei Goldman Sachs. Sensationell positiv überrascht, so darf man es formulieren. So notiert die UBS-Aktie heute auch 2,8 Prozent im Plus. Die UBS meldet für die letzten drei Monate einen um Sonderfaktoren bereinigten Vorsteuergewinn von 2,1 Milliarden Dollar. Dies ist ein Plus von 99 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2019. Unfassbar, und das in diesen Zeiten. Wie hat die UBS das geschafft?

UBS mit sehr niedrigen Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle

Nun, zunächst lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Risikovorsorge der Bank für möglicherweise anstehende Kreditausfälle. Dafür muss eine Bank schon im Vorweg möglichst gut planen und Geld bei Seite legen, also die Rücklagen aus dem Gewinn herausrechnen und auf die hohe Kante legen. Die aktuellen Quartalszahlen der UBS umfassten Wertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von 89 Millionen US-Dollar. Davon entfielen insbesondere 92 Millionen US-Dollar auf den Bereich Personal & Corporate Banking und 15 Millionen US-Dollar auf die Investment Bank. Dem standen Auflösungen von Wertberichtigungen für Kreditrisiken von netto 22 Millionen US-Dollar in Global Wealth Management gegenüber. Also, für einen so riesigen Tanker wie die UBS sind Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle in Höhe von 89 Millionen US-Dollar fast gar nichts. Entweder die Bank hat wirklich kaum bis gar keine anstehenden Kreditausfälle, oder man blickt viel zu optimistisch auf die nächsten Quartale. Auf jeden Fall erhöht diese fast nicht vorhandene Rückstellungssumme den Gewinn.

Global Wealth Management und Investment Bank bei der UBS laufen prächtig

Vermögensverwaltung, Kapitalmärkte und Investment Banking laufen in turbulenten Coronazeiten offenbar bestens. Das sah man wie gesagt bereits an den blendenden Quartalszahlen von Goldman Sachs. Wer also seinen Fokus auf Kapitalmärkte und Vermögensverwaltung hat, der fährt als Bank in so einer Krise deutlich besser als Banken, die auf das klassische Geschäft mit Krediten und Spareinlagen setzen – denn dort sind die möglichen Ausfallsummen bei Krediten logischerweise höher.

Wir picken uns an dieser Stelle zwei Geschäftsbereiche bei der UBS heraus. Das Global Wealth Management zeigt einen Vorsteuergewinn von 1,057 Milliarden Dollar. Asien und die Region Americas erzielten einen rekordhohen Vorsteuergewinn für ein drittes Quartal. Die positive Operating Leverage stützte sich auf das Kreditwachstum und höhere transaktionsbasierte Erträge, bei rückläufigen Kosten. In der Investment Bank der UBS lag der Vorsteuergewinn bei 632 Millionen Dollar, mit starkem Wachstum in allen Regionen. Die annualisierte Rendite auf das zugeteilte Eigenkapital belief sich auf 19,9% Prozent.

Möglichst viel Geld an Aktionäre ausschütten?

Die UBS scheint wenig bestrebt zu sein, viel Geld in Rücklagen zu parken. Nein, das Geld soll wohl so kräftig wie möglich an die Anteilseigener fließen. Wenn man denn die Kreditrisiken wirklich so gut im Griff hat? Zitat UBS:

UBS ist nach wie vor bestrebt, überschüssiges Kapital an ihre Aktionäre zurückzuführen und ihre Kapitalrückführungen im bisherigen Umfang beizubehalten. Dabei wird das Verhältnis von Bardividende versus Aktienrückkäufe ab 2020 im Vergleich zu früheren Jahren angepasst werden. Per 30. September 2020 hat UBS bislang USD 1,0 Milliarde für die Bardividende zurückgestellt, deren Ausschüttung voraussichtlich an der Generalversammlung im April 2021 vorgeschlagen wird. Zusätzlich hat UBS im dritten Quartal eine Kapitaleinlagereserve von USD 1,5 Milliarden für potenzielle Aktienrückkäufe gebildet, was die starke Kapitalgenerierung durch ihre Geschäfte widerspiegelt. Unter Ausklammerung dieser Reserve hätte sich die harte Kernkapitalquote (CET1) um 70 Basispunkte auf 14,0% per 30. September 2020 erhöht. UBS erwartet, 2021 ihre Aktienrückkäufe wieder aufnehmen zu dürfen.

Die UBS zu ihrer Kernkapitalquote:

Per 30. September 2020 wies UBS eine harte Kernkapitalquote (CET1) von 13,5% (Vorgabe: ~13% bzw. 12,7–13,3%), eine Leverage Ratio des harten Kernkapitals (CET1) von 3,8% (Vorgabe: >3,7%) und eine Tier 1 Leverage Ratio4 von 5,5% aus, ohne Berücksichtigung vorübergehender Konzessionen oder Erleichterungen.

Das UBS-Logo am Frankfurter Opernturm
UBS-Logo am Frankfurter Opernturm. Foto: Quartl CC BY-SA 3.0 de

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