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Krake Amazon will jetzt den europäischen Auto-Markt aufmischen!

Dass Tesla ein paar Elektroautos verkauft, darüber kann die europäische Autobranche bislang noch müde lächeln. Notfalls, so wird man sich bei den Platzhirschen der Autobranche etwa in Deutschland denken, bauen wir dann eben die besseren Elektroautos, die tieferen (Geld-)Taschen als Tesla haben wir ohnehin. Nun aber will offenkundig der Gigant Amazon in den europäischen Autohandel einsteigen – das schreckt die Branche auf..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Dass Tesla ein paar Elektroautos verkauft, darüber kann die europäische Autobranche bislang noch müde lächeln. Notfalls, so wird man sich bei den Platzhirschen der Autobranche etwa in Deutschland denken, bauen wir dann eben die besseren Elektroautos, die tieferen (Geld-)Taschen als Tesla haben wir ohnehin.

Nun aber könnte es richtig ungemütlich werden für die Autobranche in Europa mit ihren tausenden Autohäusern und allem, was da dran hängt. Denn nicht Tesla, sondern Amazon ist vermutlich die große Gefahr für die hiesige Industrie. Und Amazon, das berichtet die deutschsprachige „Autowoche“, will nun in den Autohandel einsteigen – vor allem in Großbritannien und in Deutschland.

Der Startschuss soll wohl in UK erfolgen, bevor man sich dann an den deutschen Markt heranmacht. Mithin soll der Kunde sein Auto also über Amazon bestellen können, zu dann womöglich günstigeren Preisen als sie derzeit besonders im stationären Handel angeboten werden. Für die Etablierten in diesem Markt ist das eine Horrorvorstellung: anders als Tesla hat Amazon massive Mittel im Hintergrund und könnte mit seiner Strategie sich auch jahrelang Verluste erlauben, um die Konkurrenz aus dem Markt zu drängen. Betroffen wäre vor allem der europäische Online-Automarkt, in Deutschland etwa Scout24 – die Aktien von Scout24 verlieren daher heute über 5%, der größte Abverkauf seit elf Wochen, in Großbritannien fallen die Aktien von Auto Trader Group ebenfalls stark.

Noch ist unklar, wie das Ganze ablaufen soll – Amazon verweigert bislang jeden Kommentar. Geht es um Neuwagen oder um Gebrauchtwagen? So oder so: in Italien hat Amazon bereits ein Testballon gestartet, südlich der Alpen kann man sich über Amazon einige Modelle von Fiat Chrysler bestellen (Fiat 500 und Panda), seit März sind über die Amazon-Seite in Italien auch Leasingmodelle verfügbar.


Hat derzeit schon wegen des Siegeszuges der Amazon-Aktie gut lachen: Jeff Bezos
Foto: Steve Jurvetson – Flickr: Bezos’ Iconic Laugh, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21166413

Dabei versuchen die Hersteller selbst neue Wege zu gehen: bei BMW kann man sich online das Wunschauto mit den einzelnen Komponenten zusammen stellen, Daimler und Jaguar versuchen in Großstädten, sogenannte „urban stores“ einzurichten, in denen der Kunde Restaurants vorfindet oder sogar eine Saftbar.

Ob das reichen wird, um einem Giganten wie Amazon nicht allzu viele Marktanteile abtreten zu müssen, ist jedoch eher zweifelhaft. In den USA ist Amazon bereits in diesem Segment aktiv, und sollte der Konzern es ernst meinen, dürften die traditionellen Autohäuser hier in Europa ein großes Problem bekommen. Zumal Amazon durchaus auch die Möglichkeit hat, selbst Autohäuser zu eröffnen, damit der Kunde die Autos, die er bestellt, auch direkt einmal in Augenschein nehmen kann…

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    frank.trg

    13. Juni 2017 14:42 at 14:42

    So einfach ist das nicht. Der hiesige Automarkt ist ein starker Verbund und die werden Amazon erst gar nicht Fuß fassen lassen. Wenn sich VW, BMW und Mercedes zusammenschließen und Verkäufe über Amazon nicht erlauben, kann Amazon einpacken… Und selbst wenn es Amazon irgendwann mal schafft ein paar Autos zu verkaufen, ist das noch lange kein Beinbruch.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      13. Juni 2017 14:44 at 14:44

      @frank, betroffen sind, das geht ja aus dem Artikel hervor, weniger die Autobauer selbst, als vielmehr die Verkäufer der Autos, also Autohäuser und Online-Autoportale..

  2. Avatar

    Marcel Neff

    13. Juni 2017 22:37 at 22:37

    Wieso sollte Ein Hersteller seine Autos über Amazon vertreiben?

  3. Avatar

    madsoul

    14. Juni 2017 09:31 at 09:31

    Wie so oft ist das ganze etwas komplexer
    Klar kann Amazon über Marketplace auch Autos verkaufen (lassen). Spannend wird es erst, wenn Amazon eine evtl Blockade der Hersteller durch entweder eine Kooperation mit einem Grossabnehmer wie Sixt aushebelt, oder einfach wie auch in anderen Warenbereichen einfach mit Reimporten usw arbeitet. Insgesamt aber ist das ganze aber eher als PR Nummer zu werten, denn all die Themen wie Rückgaberecht, Bezahlung etc passen nicht zum Amazonmodell.
    Ein echter Killer wäre aber, wenn Amazon einfach ein Mietmodell fahren würde, und mit Megarabatten wir Sixt komplette Flotten kaufen und dann im Sinne des Abomodells sn Endknden anbieten würde. Der Brief bleibt bei Amazon, und man kann ganz einfach per 1click für 90-xxx/Euro pro Monat sein Auto bei Amazon mieten. Dann noch ein paar Optionen wie Abholung, Lieferung und Amazon Change Stations , sowie eine Amazon drive prime als Vollkasko SB Schutz
    und schon hat man den echten Killer für die Car Sharing dienste und Autovermieter. Dem Hersteller ist es egal, denn er hat seine Marge und durch das Thema Service auch noch Zusatzeinnahmen. Da man ja den Endkunden un Würgegriff hat (wer riskiert denn schon, das Amazon seinen Account dichtmacht) kann Amazon auch in Bezug auf evtl Ausfallraten und Servicekosten entspannt sein.
    Und ausserdem kann man über die Vernetzung der Bewegungsdaten der Autokunden noch bessere Angebote machen, nach dem Motto: Der parkt immer 2 mal die woche in der Nähe von Rewe und Samstag am Baumarkt, und fährt nach öfter an die Ostsee, also kriegt ehr jetzt die Newsletterdröhnung mit Amazon Fresh, Diy und Sonnenmilch und Strandartikeln für Jungs (Denn netterweise bestellt Mutti ja immer zum Geburtstag das Geburtstagsset und die Legogeschenke über Prime)

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

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