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Experten besorgt über mögliche Kriegsvorbereitungen Kurswechsel in Nordkorea: Wird es Krieg geben? Nähe zu Russland

Was Trump mit dem Kurswechsel zu tun hat

Nordkorea Krieg voraus - Nähe zu Russland

In Nordkorea vollzieht sich ein Kurswechsel: Kim Jong-un orientiert sich mehr und mehr nach Russland, während sich die Beziehungen zu China abkühlen. Gleichzeitig zeigen sich Experten besorgt über mögliche Kriegsvorbereitungen.

Abkühlung der Beziehungen zwischen Nordkorea und China

Die Freundschaft zwischen China und Nordkorea hat in den vergangenen Monaten einen historischen Tiefpunkt erlebt. Zwischen der Kommunistischen Partei Chinas und der Kommunistischen Partei Nordkoreas herrscht seit Juli 2020 Funkstille. Damals gratulierte der Generalsekretär Xi Jinping Kim Jong-un zum 26. Gründungstag der nordkoreanischen Arbeiterpartei per Brief. Auch wenn China Nordkorea als strategischen Partner und Puffer zwischen sich und dem demokratischen und US-nahen Südkorea betrachtet, sind die beiderseitigen Gefühle seit dem gescheiterten Gipfel deutlich abgekühlt. China hat sich an den scharfen Sanktionen des UN-Sicherheitsrates gegen Nordkorea beteiligt, was den Zorn Pjöngjangs erregt hat. Die Grenze zwischen den beiden Ländern wurde mit Beginn der Covid-Pandemie geschlossen und seitdem nicht wirklich wieder geöffnet.

Nordkorea: Wiederbelebung der Beziehung zu Russland

Gleichzeitig nähern sich Nordkorea und Russland an. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat in den letzten Jahren mehrere Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin abgehalten, um die bilaterale Zusammenarbeit zu stärken. Dabei ging es auch um Waffenlieferungen an Russland, da Russland die Munition bei seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine vor allem an Granaten ausgeht. Nach Berichten hat Nordkorea bereits etwa 1,000 Container mit militärischer Ausrüstung nach Russland geliefert. Die militärische Unterstützung erfolgte nach dem Gipfel zwischen Putin und Kim Jong-un im September 2023 am Amur-Fluss, keine hundert Kilometer von der russisch-chinesischen Grenze entfernt, also direkt vor der Haustür Xi Jinpings.

Im Anschluss reiste der russische Außenminister Lawrow nach Nordkorea, um über weitere nordkoreanische Unterstützung zu verhandeln. Im Gegenzug zu den Waffenlieferungen erhofft sich Nordkorea von Russland Unterstützung bei seinem Atom- und Raketenprogramm, das unter den Sanktionen des UN-Sicherheitsrates leidet. Offenbar steht nun ein Besuch Putins in Pjöngjang bevor. Laut nordkoreanischen Staatsmedien hat er sich für die Einladung bedankt und seine Bereitschaft bekundet, Nordkorea zu einem baldigen Zeitpunkt zu besuchen. Der genaue Termin und das Programm des Besuchs sind noch nicht bekannt, aber es wird erwartet, dass eine Vertiefung der militärischen und diplomatischen Zusammenarbeit besprochen wird.

Will Nordkorea in den Krieg ziehen?

Letzte Woche schlug nun die auf Nordkorea spezialisierte Website „38 North“ Alarm, dass Kim Jong-un „eine strategische Entscheidung getroffen hätte, in den Krieg zu ziehen.“ 38 North nennt eine Reihe von Anzeichen. So bezeichnet Kim Jong-un Südkorea mittlerweile als einen „Feindstaat“ und einen „Kriegführenden“, mit dem er sich im „Kriegszustand“ befände. Dies ist eine Verschärfung der Rhetorik, die seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 anhält, als kein Friedensvertrag, sondern nur ein Waffenstillstand geschlossen wurde. Kim Jong-un hat auch die Wiederaufnahme des Dialogs mit Südkorea abgelehnt und alle Kommunikationskanäle zwischen den beiden Ländern abgeschnitten. Zudem hat er mehrere militärische Übungen und Raketentests durchgeführt, um seine Kampfbereitschaft zu demonstrieren. In diesen Kontext fällt auch der gegenseitige Beschuss zwischen Nord- und Südkorea, bei dem Anfang Januar mehr als 200 Geschosse im Grenzgebiet niedergingen, ohne jedoch Schaden anzurichten.

Auch der südkoreanische Geheimdienst warnte Ende 2023 davor, dass Nordkorea im Zuge der Präsidentschaftswahlen 2024 „unerwartete militärische Provokationen und Cyber-Attacken“ starten werde. Ebenso läuten die verschiedenen Geheimdienste in den USA die Alarmglocken.

Der Wendepunkt: Der gescheiterte Gipfel zwischen Trump und Kim Jong-un

Wendepunkt der strategischen Ausrichtung war der gescheiterte Gipfel zwischen Kim Jong-un und Präsident Trump in Hanoi am 27. und 28. Februar 2019. Das Treffen war das zweite zwischen einem US-Präsidenten und einem nordkoreanischen Staatsführer seit der Gründung Nordkoreas 1948. Das Hauptthema war die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel, die in einer gemeinsamen Erklärung als Ziel vereinbart wurde. Allerdings blieben die konkreten Schritte und der Zeitrahmen dafür unklar. Die Folgeverhandlungen zwischen beiden Seiten brachten keine greifbaren Ergebnisse und endeten im Streit über die Lockerung der Sanktionen und die Abrüstung. Ein zweiter Gipfel in Hanoi wurde vorzeitig abgebrochen, ohne eine Einigung zu erzielen.

Kim Jong-un fühlte sich von Trump enttäuscht und betrogen, da er auf eine Aufhebung der Sanktionen und eine Normalisierung der Beziehungen gehofft hatte. Selbst China empfand er als zu nachgiebig gegenüber den USA. Daher beschloss er, sein Atom- und Raketenprogramm fortzusetzen, um seine Abschreckung zu erhöhen. Gleichzeitig sah er sich dazu gezwungen, nach anderen Partnern zu suchen, die seine Sicherheit und seine Interessen garantieren konnten. Er wandte sich daher verstärkt Russland zu, das ihm militärische und diplomatische Unterstützung anbot.

Der gescheiterte Gipfel in Hanoi war somit der Auslöser für einen Kurswechsel in Nordkorea, der die Spannungen in der Region erhöht und die Aussichten auf Frieden verringert. Gleichzeitig erleben wir, wie eine weite Krise Fahrt aufnimmt.



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3 Kommentare

  1. Der Koreakrieg wurde nie beendet und ist lediglich durch einen Waffenstillstand unterbrochen. Würde man NK einen Friedensvertrag gewähren, dann müssten die US-Truppen aus SK abziehen. So weit ging das Vertrauen von Trump gegenüber Kim, trotz all der warmen Worte über „Chairman Kim“, dann doch nicht.

    Die Beziehungen zu Russland sind sicherlich gut fürs „operative Geschäft“, d.h. um NK am laufen zu halten. NK macht sich nütztlich als verlängerte Werkbank für Russlands Rüstungsindustrie, aber der Markt kann auch schnell wieder austrocknen, wenn der Ukraine Krieg beendet ist und die Russen ihre eigene Produktion einlagern, statt sie zu verbrauchen. Russland wird dann zum Markt mit dem geringsten Bedarf nach koreanischen Artilleriegeschossen.

  2. Der 45. US-Präsident Donald John Trump möchte die Welt in Ordnung bringen. Er ist kein Russophob. Allerdings besteht zwischen Trump und Staatspräsident Dr. Wladimir Putin aktuell kein Kontakt.

    1. Bundesministerin des Auswärtigen Annalena Baerbock bezichtigt Staatspräsident Dr. Wladimir Putin der Anti-Bundeskanzler Olaf Scholz-Bundesregierung/Koalition-Kampagne in Sachen Russland-Ukraine-Konflikt. Warum sollte Putin so etwas tun, hinsichtlich der Tatsache, daß bei der Merz-/Linnemann-CDU dieselbe Russland-Ukraine-Konflikt-Agenda existiert?

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