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Lang & Schwarz Aktie nach Meldung unter Schock mit starkem Absturz

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Die Aktie der Lang & Schwarz AG ist gestern Abend im späten nachbörslichen Handel bei Tradegate um 36,5 Prozent gefallen von über 130 auf 81 Euro. Heute früh sehen wir vorbörslich ein kleines Plus von 3 Prozent auf 84 Euro. Lang & Schwarz bietet mit seiner Tradecenter-Plattform den vor- und nachbörslichen Handel mit Wertpapieren an. Jetzt steht man selbst im Fokus der Trader. Grund für das Debakel ist eine Mitteilung des Unternehmens von gestern Abend 19:49 Uhr.

Lang & Schwarz mit 45 Millionen Euro Rückstellung und Verschiebung der Hauptversammlung

Wir besprechen hier auszugsweise die Mitteilung von gestern Abend. Lang & Schwarz sagt die für den 26. August vorgesehene Hauptversammlung ab. Außerdem bildet man unter Beachtung des Vorsichtsprinzips eine Rückstellung in Höhe von 45 Millionen Euro. Diese Rückstellung könne aus dem laufenden Konzerngewinn des ersten Halbjahres 2021 gebildet werden, habe aber Auswirkungen auf die geplante Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2021.

Das Problem dahinter sei eine steuerliche Prüfung bezüglich einer Untersuchung der Geschäfte der Lang & Schwarz AG für Geschäftsjahre 2007 bis 2011 im Zusammenhang mit steuerstrafrechtlichen Ermittlungen, in denen Lang & Schwarz Adressatin eines Auskunfts- und Herausgabeersuchens ist, gegen verantwortliche Personen von Lang & Schwarz wegen des Verdachts unrechtmäßiger Anrechnung bzw. Erstattung nicht gezahlter Kapitalertragsteuern und Solidaritätszuschläge bei Aktiengeschäften um den Dividendenstichtag.

Ärger mit dem Finanzamt?

Auslöser der kurzfristigen Verschiebung der Hauptversammlung ist laut Lang & Schwarz ein am Abend des 23. August 2021 eingegangener Zwischenbericht des Finanzamts für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung Düsseldorf betreffend die steuerliche Prüfung der Kapitalertragsteueranrechnung von Lang & Schwarz für die Geschäftsjahre 2008 bis 2009. Die Prüfung sei bislang nicht abgeschlossen. Lang & Schwarz erhalte Gelegenheit zur Stellungnahme. Für die Geschäftsjahre 2007, 2010 und 2011 würden bislang keine vergleichbaren Zwischenberichte vorliegen.

Es sei möglich, dass die jeweiligen Sachverhalte und darin das Verhalten von Lang & Schwarz und deren Verantwortlichen nachträglich steuerlich anders beurteilt werden. So sei nach vorläufiger Auswertung des Zwischenberichtes zu den Jahren 2008 bis 2009 mit dem Erlass von Änderungsbescheiden zu rechnen, die auch bei etwaiger teilweiser Zahlungsverjährung zu einer hohen Ergebnisbelastung wegen aller betreffenden Jahre (2007 bis 2011) in Höhe von bis zu 61 Millionen Euro für die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft führen würden. Daher bildet man jetzt diese Rückstellung über 45 Millionen Euro.

Unbegründet?

Nach Auffassung des Vorstandes von Lang & Schwarz sind die Prüfungsgegenstände der Zeiträume 2007, 2008 bis 2009 sowie 2010 bis 2011 tatsächlich und rechtlich wesensverschieden und daher wesentlich unterschiedlich zu behandeln. Im Einklang mit einer 2015 beanstandungsfrei abgeschlossenen Konzernbetriebsprüfung für die Jahre 2008 bis 2010 hält der Vorstand eine Beanstandung der Geschäfte für alle betreffenden Jahre insgesamt für unbegründet.



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