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Europa

Leistungsbilanz der Eurozone schrumpft immer weiter

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Die sogenannte „Leistungsbilanz“ beinhaltet nicht nur Außenhandelsüberschüsse und Defizite im Warenhandel, sondern auch aus Dienstleistungen, Kapitalerträge usw. Sie spiegelt also den effektiven Geldfluss wieder und gibt an, ob ein Land oder ein Wirtschaftsraum unterm Strich Mittelzuflüsse oder Mittelabflüsse erlebt. Für die Eurozone hat die EZB heute den aktuellsten Wert für die Leistungsbilanz für den Monat April präsentiert. Mit einen Überschuss von 20,9 Milliarden Euro hat man 3,8 Milliarden Euro schlechter abgeschnitten als noch im März mit +24,7 Milliarden Euro. Die Eurozone erlebt nun den dritten Monat in Folge eine sinkende Leistungsbilanz.

Im Januar (vierter Balken von rechts) gab es ein kurzes Aufflackern nach oben, was im Februar und März nach unten korrigiert wurde. Der Trend bleibt auf mehrere Jahre gesehen konstant. Aber momentan ist die Tendenz spürbar absteigend! Die Grafik zeigt den gesamten Saldo als blaue Linie. Das Sekundäreinkommen (blaue Balken) ist konstant negativ. Dabei geht es um Gelder, die von Ausländern in der Eurozone verdient und dann in ihre Heimat transferiert werden. Dieses Geld wird also den Volkswirtschaften in der Eurozone entzogen, und ist somit der einzige Negativwert bei der Errechnung der Leistungsbilanz.

Dann haben wir den Warenhandel (gelbe Balken), der traditionell für Europa dank der Exporte immer im positiven Bereich liegt, vor allem dank der immensen deutschen Überschüsse. Man kann im letzten Balken (April) eine Abnahme im Warenhandelsüberschuss sehen in Relation zu den Vormonaten. Der rote Balken steht für die Überschüsse im Außenhandel mit Dienstleistungen. Er bleibt konstant. Das Primäreinkommen (in grün, vor allem Kapitalerträge und Investments aus dem Ausland) kann sich grob gesagt halten. Vor allem der Warenhandel lässt die Bilanz der Eurozone schlechter aussehen, auch wenn der Gesamtsaldo immer noch gut im Plus liegt.

In den 12 Monaten bis inklusive April 2019 entstand für die Eurozone ein Überschuss in der Leistungsbilanz in Höhe von 315 Milliarden Euro. In den 12 Monaten davor (bis April 2018) waren es noch +391 Milliarden Euro. In diesem aussagekräftigeren Vergleich erkennt man schon einen deutlicheren Rückgang der Überschüsse.

Leistungsbilanz Eurozone April
Grafik und Daten: EZB

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone: Öl-Schock zeigt Wirkung! Südeuropa kurz vor Deflation

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Verbraucherpreise für März veröffentlicht

Soeben haben die Statistiker von Eurostat die Verbraucherpreise für den Monat März als Vorabschätzung veröffentlicht. Sie steigen im Jahresvergleich nur noch um 0,7 Prozent nach 1,2 Prozent im Februar. Der Ölpreis-Crash der letzten Wochen hatte der Inflation in Deutschland (siehe hier) gestern noch nicht zu stark zugesetzt. Die gestiegenen Lebensmittelpreise konnten den Schnitt für Deutschland bei 1,4 Prozent halten. Aber in der Eurozone insgesamt, da knallt der Öl-Schock deutlich rein!

Die Verbraucherpreise für Energie sanken im März im Jahresvergleich nämlich um 4,3 Prozent. Lebensmittel halten mit einem Plus von 2,4 Prozent dagegen, was den Schnitt noch rettet mit 0,7 Prozent! Interessant ist auch der Blick auf die einzelnen Länder. Spanien (+0,2 Prozent), Italien (+0,1 Prozent) und Griechenland (+0,1 Prozent) hängen mit ihren Daten schon kurz vor dem Eintritt in die Deflation!

Statistik der aktuellen Verbraucherpreise in der Eurozone

Daten zur Inflation nach Ländern aufgeteilt

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Arbeitslosigkeit im März sogar gefallen – hier die Erklärung!

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Arbeitsamt Beispielfoto

Ganz aktuell hat die Bundesagentur für Arbeit Daten zur Arbeitslosigkeit für den Monat März veröffentlicht. Und siehe da, die Arbeitslosigkeit ist gegenüber Februar sogar leicht gefallen von 2,39 auf 2,33 Millionen Menschen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 5,3 auf 5,2 Prozent. Die tatsächliche Arbeitslosigkeit liegt bei 7,1 Prozent nach 7,2 Prozent im Februar. Aber wie kann das sein bei der Coronakrise? Müsste es nicht gerade im März jede Menge neue Arbeitslose geben? Darauf gibt es zwei konkrete Antworten. Hier die erste. Zitat Bundesagentur für Arbeit aus dem ganz aktuellen Bericht:

In den Arbeitsmarktzahlen konnte sich die aktuelle Verschärfung der Corona-Krise noch nicht widerspiegeln, weil die Angaben bis zum 12. März reichen und damit die jüngste Entwicklung nicht umfassen.

Es ist zu erwarten, dass der Arbeitsmarkt aufgrund der Corona-Pandemie in den kommenden Monaten stark unter Spannungen geraten wird.

Kurzarbeit als Rettung vor der Arbeitslosigkeit

Und der zweite Grund heißt Kurzarbeit. Zahlreiche Unternehmen halten die Belegschaft im Betrieb, und ein auf 60 Prozent reduziertes Gehalt wird für mehrere Monate vom Arbeitsamt gezahlt. Quasi eine versteckte Art von Arbeitslosigkeit – aber ein gutes Instrument, damit die Betriebe nach der Krise wieder sofort ihre Produktion hochfahren können, und die Menschen mit einem blauen Auge durch die Krise kommen. Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlich in ihren Monatsberichten Daten zur Kurzarbeit immer mit zwei Monaten Verzögerung. Also haben wir jetzt Daten für Januar, wo für 108.000 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt wurde, nach 89.000 im Dezember und 42.000 im Januar des Vorjahres. Zur aktuellen Lage sagen die Statistiker der Agentur Zitat:

Aktuelle Daten zu den geprüften Anzeigen liegen für den Februar vor und umfassen damit nicht die Verschärfung der Corona-Krise. Danach wurden im Februar für 41.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt, nach 42.000 im Januar. Auf Basis der geprüften Anzeigen ist zurzeit keine verlässliche Schätzung der tatsächlichen Inanspruchnahme am aktuellen Rand möglich.

Also, wird ein Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland in Folge der Coronakrise erst Ende April sichtbar, oder werden hunderttausende Arbeitnehmer durch das Instrument der Kurzarbeit von der Arbeitslosigkeit (erst einmal) verschont? Wir tippen auf Variante 2. Ein eventuell ganz leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit, dafür ein sehr starker Anstieg bei der Kurzarbeit!

Statistikdaten zur aktuellen Arbeitslosigkeit

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Verbraucherpreise März veröffentlicht – ein erstaunliches Ergebnis

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Brieftasche Beispielfoto - aktuelle Verbraucherpreise wurden veröffentlicht

Soeben hat das Statistische Bundesamt für Verbraucherpreise für den Monat März als Vorabschätzung veröffentlicht. Im Vergleich zu März 2019 sind sie um 1,4 Prozent gestiegen nach 1,7 Prozent im Februar und 1,7 Prozent im Januar. Wie bitte? Wie kann das sein? Strom – und Ölpreise stürzen so richtig übel in den Keller, und der Gesamtschnitt der Verbraucherpreise sinkt nur minimal? Das muss man sich im Detail anschauen. Im Jahresvergleich sind die Verbraucherpreise für Energie (Strom und Öl) um 0,9 Prozent gesunken. Folgt hier der große Absturz für die Verbraucher erst mit Verzögerung im April?

Den Gesamtschnitt hochgehalten haben die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel mit aktuell +3,7 Prozent. Im Februar waren es bereits +3,3 Prozent. Also, ein ganz klein wenig scheinen die Preise im Lebensmittelhandel durch die Coronakrise doch angezogen zu sein – aber halt nur ein wenig. Bis jetzt reicht das aus um den Gesamtschnitt der Verbraucherpreise mit 1,4 Prozent Steigerungsrate erstaunlich stabil zu halten. Kommt im April der Rutsch nach unten, falls der Ölpreis-Crash dann voll an den Tankstellen durchschlagen sollte? Abwarten. Die Statistiker haben aktuell noch Folgendes anzumerken. Zitat:

Die Datenerhebung für die Verbraucherpreise im März 2020 war in den Statistischen Ämtern – von einigen regionalen Engpässen abgesehen – nur geringfügig durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt, da die Preise grundsätzlich in einem Zeitraum von mindestens einer Woche um die Monatsmitte erhoben werden. Daher ist die Datenqualität weiterhin gut. Die endgültigen Ergebnisse für März 2020 werden am 16. April 2020 veröffentlicht.

Details der aktuellen Verbraucherpreise

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