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Marc Friedrich und Matthias Weik: Realtitätsverlust in Brüssel und Berlin

Wir können nur noch mit dem Kopf schütteln und sind fassungslos. Mittlerweile scheint sich der totale Realitätsverlust unter den EU-Granden in den Elfenbeintürmen in Brüssel breit zu machen. Anders lässt sich der Plan von EU-Kommissionspräsident Juncker, den Euro in der gesamten…

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Ein Gastkommentar der Bestsellerautoren Marc Friedrich und Matthias Weik

„Man kann die Realität ignorieren, aber man kann nicht die Konsequenzen der ignorierten Realität ignorieren.“
Ayn Rand

Wir können nur noch mit dem Kopf schütteln und sind fassungslos. Mittlerweile scheint sich der totale Realitätsverlust unter den EU-Granden in den Elfenbeintürmen in Brüssel breit zu machen. Anders lässt sich der Plan von EU-Kommissionspräsident Juncker, den Euro in der gesamten Europäischen Union einführen, also auch in den ärmeren osteuropäischen Ländern, nicht erklären. Ferner sollen alle EU-Länder der Schengenzone ohne Grenzkontrollen beitreten, wie EU-Diplomaten vor Junckers Grundsatzrede im Europaparlament sagten. Obendrein soll die EU weiter wachsen: Bis 2025 könnte sie um die 30 Mitglieder haben.

 

Finanzminister Wolfgang Schäuble findet die Idee gut. „Bundesfinanzminister Schäuble unterstützt die Pläne von EU-Kommissionspräsident Juncker – knüpft eine Erweiterung der Eurozone jedoch an die Erfüllung bestimmter Kriterien.“ Moment mal: Hat man nicht schon mal „bestimmte Kriterien“ gehabt und diese rigoros gebrochen? Waren diese Kriterien nicht Grundlage für die Währungsunion? Maastrichter Kriterien? Lissabonner Vertrag? No Bail Out Klausel etc. pp . Allesamt wurden diese Gesetze und Kriterien verletzt und gebrochen.


Die Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich.

Wieso soll es dieses Mal funktionieren? Seit Jahren gibt es innerhalb der EU von oberster Stelle Vertragsbrüche               am                   laufenden                 Band…..

Offensichtlich haben die politischen Eliten den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt. Weder die Griechenlandkrise, noch die Banken- und Finanzkrise, der Aufstieg der populistischen Parteien in ganz Europa noch die seit Jahren schwelende Eurokrise oder der Brexit haben zu einem dringend notwendigen Umdenken geführt.

Schauen uns wir die selbigen einmal an um zu sehen

Ein Blick auf die ökonomischen Fakten spricht eine deutliche Sprache und zeigt auf, dass es tatsächlich keineswegs so prächtig in der EU läuft wie es uns Herr Juncker und Konsorten berichten.
Entgegen der vielen Jubelmeldungen sehen wir die Lage in Europa keinesfalls positiv – sondern lieber realistisch. Einerseits sind die Zinsen weiterhin bei 0 und werden dort auch noch sehr lange bleiben. Andererseits steigen die Preise. Gegenwärtig haben wir eine Inflationsrate bei 1,8 Prozent. Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert, dass sich deutsche Sparer für längere Zeit trotz Nullzinsen mit stärker steigenden Preisen abfinden sollen. Wir fragen uns jedoch, warum wir das tun sollen?

Die irrsinnige EZB-Notenbankpolitik hat den deutschen Sparer bisher bereits heute über 436 Milliarden Euro gekostet und macht es den jungen Menschen immer schwerer adäquat für das Alter vorzusorgen. Nach wie vor versucht die EZB und die nationalen Notenbanken die Krise mit der Druckpresse zu lösen. Bis Ende des Jahres hat die EZB knapp 2,2 Billionen Euro aus dem Nichts erschaffen. Mittlerweile hat die EZB – unter der Ägide von Mario Draghi‘s – von dem Volumen der Bilanzsumme selbst die US-Notenbank FED überholt und es wird fleißig weitergedruckt – momentan 60 Milliarden Euro pro Monat. Niemals in der Geschichte der Menschheit wurde eine Krise nachhaltig mit der Notenbankpresse gelöst. Sollte es in der Eurozone tatsächlich so prächtig laufen, dann könnte das Aufkaufprogramm umgehend gestoppt werden und der Leitzins erheblich erhöht werden. Beides wird jedoch nicht geschehen. Hätten wir beispielsweise einen Zinssatz von fünf Prozent, dann wäre Finanzminister Schäubles „Schwarze Null“ passe und Frankreich, Spanien, Italien, Portugal und Griechenland hätten erhebliche bis unvorstellbare Probleme sich an den Märkten zu refinanzieren.

Ein weiteres Indiz dafür dass es in einigen Ländern Europas wirtschaftlich eben nicht gut läuft verrät uns ein Blick auf die Target2 Verbindlichkeiten. Diese haben unbeachtet einen neuen Rekordstand erreicht. Ganz vorne dabei ist unsere solide Bundesbank mit neuem Rekordstand von 852 Milliarden Euro. Auch hierfür haften im Übrigen wir Bürger! Es ist also nicht von der Hand zu weisen, dass es in Deutschland kontinuierlich auf- und in Spanien und Italien weiterhin abwärts geht.

Unserer Ansicht nach handelt es sich hierbei keinesfalls um ein nachhaltiges Geschäftskonzept. Das Geld werden wir nie wieder sehen. Ob man sich in Anbetracht dessen über den Exportweltmeistertitel – welchen wir zum Teil selber finanzieren – freuen sollen sei einmal dahingestellt. All dies wird uns vor der Bundestagswahl natürlich nicht erzählt. Es werden vielmehr Nebelkerzen geworfen und Nichtigkeiten besprochen.

Zweifellos ist der Euro viel zu schwach für uns und viel zu stark für den Süden Europas. Deutschland wird immer stärker und Südeuropa immer schwächer. Im Zins- und Währungskorsett des Euros werden die Länder Südeuropas keinesfalls mehr auf die Beine kommen.

Sollten zukünftig auch noch Länder – mit im Verhältnis zu Deutschland äußerst schwachen Volkswirtschaften – wie Bulgarien und Rumänien in die Eurozone kommen, dann hilft ein Blick nach Griechenland um zu erkennen, was diesen Ländern blühen wird. Griechenland ist nach wie vor bankrott. Dennoch erhält das Land laufend neues Steuergeld. Wie kann es sein, dass im Falle von Griechenland seit Jahren Insolvenzverschleppung betrieben wird? Wir können wir erwarten, das Geld von Griechenland wieder zu bekommen, wenn nicht einmal Deutschland als Exportweltmeister in Rekordjahren mit Rekordsteuereinnahmen und Rekordüberschüssen einen Cent Schulden zurückbezahlt. Lächerlich sind die Gewinne (1.34 Milliarden Euro) die Deutschland mit den Griechenlandanleihen verdient hat. Sie stehen in keinem Verhältnis zu den gegenüberstehenden Risiken des faktisch bankrotten Landes. Der Schuldenschnitt Griechenlands muss und wird kommen – jedoch erst nach der Bundestagswahl.

Waren die Krisen der letzten Jahre nicht heftig genug? Hat man denn gar nichts dazu gelernt? Der Euro funktioniert nicht! Nun will man die destruktive Währungsunion auf weitere Volkswirtschaften ausweiten, besser wäre es, wenn wir anfangen würden Länder von ihr endlich zu befreien (Griechenland, Italien, Spanien, Frankreich etc.) um den Menschen und der Wirtschaft zu helfen. So ist es nur ein langsamer volkswirtschaftlicher Tod auf Raten.

Bei so viel Weltfremdheit und Realitätsverlust darf man sich nicht wundern, wenn populistische Kräfte in Europa immer stärker werden und die nächsten Wahlen vielleicht sogar gewinnen.
Die Lage in Europa keinesfalls so rosig wie es uns Herr Junker darstellt. Es ist Zeit umzudenken und nicht noch mehr vom Gleichen zu fordern, von dem heute hinlänglich bekannt ist, dass es nicht funktioniert. Entweder hält die Realität Einzug bei der EU – „Sonst knallt’s“




Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben 2012 gemeinsam den Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. In ihrem zweites Buch Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2014. Im Jahr 2014 gelang ihnen mit „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ ein weiterer Bestseller. Das Buch wurde im Jahresranking ebenfalls zum erfolgreichsten seiner Gattung. 2016 ist ihr dritter Bestseller „Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ erschienen. Im April 2017 ist ihr viertes Buch „Sonst knallt´s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“ das sie gemeinsam mit Götz Werner (Gründer des Unternehmens dm-drogerie markt) geschrieben haben, erschienen. Das Buch schaffte es auf Anhieb auf die auf Platz 1 der manager magazin und Handelsblattbestsellerliste. Matthias Weik und Marc Friedrich sind Initiatoren von Deutschlands erstem offenem Sachwertfonds dem FRIEDRICH&WEIK WERTEFONDS.Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de, bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/ und bei Twitter www.twitter.com/FRIEDRICH_WEIK.

35 Kommentare

35 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    15. September 2017 12:46 at 12:46

    Wen interessiert es schon, ob Griechenland bankrott ist oder Rumänien und Bulgarien zu schwach für die Eurozone sind? Es geht um Größeres, um Geopolitik. „Lebensraum im Osten“ hieß das vor 70 Jahren, heute sagt man Osterweiterung. Der Mensch hat das unstillbare Verlangen, anderen seine Überzeugungen, sein System aufzuzwingen und sich auszubreiten. Die Welt ist nicht genug. Wen wundert`s, wenn`s irgendwann wieder knallt.

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    Ralf55

    15. September 2017 12:59 at 12:59

    Absolut brillanter Artikel!
    Den sollten wirklich alle lesen.

    Großes Danke!

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    Beobachter

    15. September 2017 13:26 at 13:26

    Absolut brillanter Artikel, einverstanden, anderseits aber zu erwähnen dass jeder sich um Informationen bemühte Leser das alles schon weiss.Ein Grund dass diese idiotische Gelddruckerei nicht so viel nützt ist ( Artikel von Ernst Wolff auf dieser Plattform am 24.8. ) WEIL EIN GROSSER TEIL DIESES GELDES DIREKT INS FINANZCASINO FLOSS U.AKTIEN -ANLEIHEN U.IMMOBILIEN IN DIE HÖHE TREIBT , würde mich nicht wundern wenn auch Bitcoins damit gekauft wurden.

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    Eidgenoss

    15. September 2017 13:30 at 13:30

    Der Selbsternannte Hilfsnotenbänker „Marko“ der den Schweizern immer Ratschläge erteilt,sollte diesen Artikel einige Male durchlesen.

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    PK

    15. September 2017 13:44 at 13:44

    aha, jetzt dreht man also auch selber am großen Rad der Finanzindustrie und vertreibt einen Fonds. Wie war nochmal der Ratschlag aus „Der Crash ist die Lösung“ ?
    Man sollte auf gar keinen Fall bedrucktes Papier gegen anderes gedrucktes Papier eintauschen ? Und reihenweise solche Anlageprodukte verissen ?
    Na ja, die Gebühren die da auftreten werden ja fairerweise in selbigem Buch ausführlich erläutert und dam unaufgeklärten Anleger Begriffe wie Ausgabeaufschlag etc. erklärt.
    Ich hab gestern auf einer langen Reise mal wieder in das Buch alte Buch reingehört.
    Wenn man mal schaut, was da von den Prognosen seit 2014 eingetreten ist, muss man konstatieren: Gar nichts…
    Immer noch der Meinung, wir sehen erst einen Deflationären und dann erst den inflationären Schock ?

    Aber OK, das bedeutet nicht, daß das alles falsch ist was in dem Buch beschrieben wird. Vieles ist aber ganz bewusst überzeichnet, teilweise wird einfach mit falschen Zahlen jongliert. Mal wirds inflationsbereinigt dargestellt, mal nicht, je nachdem, wie es gerade dramatischer aussieht. Bei den Kosten der Bankenrettung für den Steuerzahler ist inzwischen auch klar, daß die damals vorgestellten Zahlen nicht stimmen, weil die Bad Banks inzwischen doch einiges verwerten konnten.

    Das alles ist schade, weil die Wahrheit auch schon schlimm genug ist und man es gar nicht nötig hätte hier so übertrieben und wissentlich weiter zu dramatisieren.

    Ansonsten, was die Meinung zu Junckers betrifft, stimme ich zu 100% überein. Ein Beispiel für einen komplett abgehobenen Politiker, der jede Bodenhaftung verloren hat. Wenn diese Leute unsere Zukunft bestimmen, dann gute Nacht.

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      Seba

      15. September 2017 16:44 at 16:44

      Sorry PK das stimmt so nicht ganz.
      Die beiden haben als einzige ihre Prognosen sogar online gestellt.
      Guckst Du hier: https://fw-redner.de/querdenker/eingetroffene-prognosen/
      Sind Sie ein Troll?

      • Avatar

        PK

        15. September 2017 17:24 at 17:24

        wer andere als Troll bezeichnet ist meist selber einer.
        Ich bezog mich konkret auf die Aussagen in dem 2014 veröffentlichten Buch „Der Crash ist die Lösung“ und nicht auf irgendwelche später nachgereichten Facebook Kommentare die in Ihrem Link aufgelistet werden. Inzwischen haben die 2 schon so viel geschrieben, daß natürlich vieles davon richtig ist.

        Für mich ist die Richtigkeit einer Prognose allerdings unabdingbar mit Timing verbunden, wenn man daran an der Börse profitieren will. Und hier liegen die 2 Herren bislang eben falsch was die Horrorszenarien aus den ersten Büchern betrifft.
        Und Aktien waren nunmal in den letzten 3 Jahren besser als die anderen dort bevorzugten Anlagen (Whiskey !?)
        Nur in der Finanzwelt kann man offenbar Prognosen stellen und über Jahre aufrecht erhalten ohne daß diese Eintreffen und wird immer noch dafür bewundert, weil sie ja theoretisch richtig sein mögen.
        Nur sind sie das auch ?
        Die Grundaussage des Buches, daß ein Zinseszinssystem mit exponentiellem Wachstum scheitern wird ist mathematisch sicherlich dann nicht richtig, wenn man den Zins auf Null setzt. So ein System kann zumindest theoretisch stabil sein. Es erfordert auch kein Wachstum mehr.
        Man sollte daher immer auch alternative Szenarien diskutieren.
        In dem Buch wird der ultimative Crash aber als unabdingbar dargestellt.
        Irgendwann in 15 Jahren nützt mir das aber alles nichts, wenn der Dax bis dahin auf 50.000 klettert.
        Leider gibt es kaum Möglichkeiten sowas mal ohne den ganzen „Systemhass“ zu diskutieren und sich dabei vor allem zu fragen, wie man heute noch Geld verdienen kann.
        Die Zeiten der Rendite sind nämlich keineswegs vorbei, wie die letzten 3 Jahre gezeigt haben. Auch diese Grundaussage des Buches ist falsch.
        Und sie wird falsch bleiben, in den Emerging Markets z.B. sind noch mehrere 100% BIP Steigerung möglich, alleine um unser Level zu erreichen.
        Wenn man aber nur wie ein Karnickel auf den möglicherweise kommenden Crash starrt und seine Goldmünzen unter der Matratze bewacht, wird viele Chancen sicher nicht wahrnehmen.
        Aber eine verpasste 100% Chance kostet letztendlich genauso viel wie ein Verlust.
        Grundsätzlich recht haben die 2 aber mit sehr sehr vielen recht was in dem Buch steht was die Zustandsbeschreibung und die Kritik an Banken, Politikern etc. betrifft. Deshalb ist das Buch auch trotzdem sehr lesenswert und ein kompletter Laie, der sich mit QE, Target2 etc. noch nie befasst hat ist sicher besser dran das Buch zu lesen als es bleiben zu lassen.
        Ich teile eben nur nicht die daraus getroffenen Schlussfolgerungen für die Zukunft, vor allem nicht was Aktien betrifft.

        • Avatar

          Columbo

          15. September 2017 18:54 at 18:54

          @Seba
          PK als Troll zu bezeichnen, ist schon gewagt. Sie sind ganz neu hier?

        • Avatar

          Walter Schmid

          15. September 2017 22:34 at 22:34

          @PK
          Wieder mal ein sehr lesenswerter Beitrag von Ihnen! Ich stimme Ihnen voll und ganz zu.

  6. Avatar

    Sascha

    15. September 2017 13:52 at 13:52

    50% Inflation von DM in €, außer Industrie da 1zu 1,
    In Deutschland ??

    Wie hoch war diese in anderen Ländern ?

    Jetzt wieder Richtung Osten Wander ?
    Das ist Fakt, Putin ahnt es .

    Was wird diesmal passieren ?

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    Walter Schmid

    15. September 2017 14:38 at 14:38

    Man sollte sich nicht über die Politiker wundern. In der Mehrheit sind sie entweder ziemlich einfältig oder realitätsfremd oder nur auf den eigenen Vorteil aus. Nicht wenige vereinen in sich sogar all diese Eigenschaften.

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    Rudolf Best

    15. September 2017 15:34 at 15:34

    Der Artikel, so richtig er ist, wird den EU Größenwahn nicht stoppen. Ein solcher Leviathan stirbt nur, wenn er unter seiner usurpierten eigenen Größe zusammenbricht. Es gibt viele Vergleiche zur EU, vom Turmbau zu Babel bis zu den Dinosauriern. Aber wo sich blanke Unfähigkeit, persönliche Politikerraffgier, Ignoranz, Dummheit, Alkoholismus/Drogenkonsum und Selbstbeweihräucherung zusammenfinden, blüht der Größenwahn. Glaube ja niemand, dies sein nur dem III. Reich vorbehalten gewesen. Man trifft dasselbe Phänomen mit leicht geänderten Parametern beim Nordkorea-UN-Getüm, bei der amtierenden, fingernägelkauenden Narzisstin im Amt der deutschen BK’in, bei Macron dem (Sonnen)-König der Geschminkten – diese nur pars pro toto – uvam. Es ist die Uneinsichtigkeit und Unfähigkeit, selbst im Angesicht der sich anbahnenden Katastrophe, eigene Fehler einzugestehen. Interessanterweise hat der vergleichbare Größenwahn, trotz vielfältiger anderweitiger Behauptungen, Donald Trump nicht erreicht. Aus einem gewichtigen Grund: Im Gegensatz zu den vorstehend genannten Beispielen hat Trump ernstzunehmende Gegner, in der eigenen Partei und bei den Demokraten, somit diverse Oppositionen. Korea-Kim, Juncker, Macron und Merkel insbesondere haben oder kennen alle keine Opposition, keine Checks&Balances wie in den USA.

    • Avatar

      Walter Schmid

      15. September 2017 22:36 at 22:36

      Wie treffend Sie es beschreiben! Ja, so ist es.

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    Wolfgang M.

    15. September 2017 19:57 at 19:57

    Wieder ein Topkommentar von PK mit einer Stringenz in seinen Ausführungen, die immer wieder beeindruckt. Zum Beispiel:
    „Für mich ist die Richtigkeit einer Prognose allerdings mit Timing verbunden, wenn man an der Börse verdienen will.
    Nur in der Finanzwelt kann man offenbar Prognosen stellen und über Jahre aufrechterhalten, ohne dass diese eintreffen und wird und wird immer immer noch dafür bewundert, weil sie ja theoretisch richtig sein können.“…. Dies sind Sätze, die nicht zutreffender und zugleich entlarvender sein können (banale Weisheiten werden manche feststellen). Aber das sind nun mal die Knackpunkte. Grüße in die Schweiz

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    Finanzarzt

    16. September 2017 13:13 at 13:13

    Leute die sogenannte Crash Propheten wie Homm, Faber u.s.w immer kritisieren weil sie schon einige Jahre noch nicht Recht bekommen haben ,finde ich auch nicht gut.
    Sie nehmen dabei in Anspruch dass Sie richtig lagen u.den Grund des Überschiessens der Aktienkurse (immense Gelddruckerei) vorhersehen konnten.
    Wenn mir mein Arzt mit 65Jahren eine akute Herzschwäche attestiert u.ich mit 70Jahren noch keinen Infarkt hatte ,werde ich nicht den Arzt kritisieren u.sagen er hätte eine falsche Diagnose gestellt, denn die Chance dass die Probleme auftreten werden dann jeden Tag grösser.

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      PK

      16. September 2017 17:45 at 17:45

      es ist aber ein Unterschied, ob ein Arzt eine Herzschwäche diagnostiziert, oder ob er Ihnen einen Herzinfarkt vorhersagt. Würden Sie einen Arzt nicht kritisieren, der Ihnen ein baldiges dahinscheiden prognostiziert, Sie alle entsprechenden Vorkehrungen treffen wie z.B. die Altervorsorge auf den Kopf hauen und dann überleben Sie doch ?
      Fabers Prognosen haben eine Trefferquote von <50%, sogar ein Münzwurf ist da besser. Hier haben sich einige die Mühe gemacht das mal auszuwerten:
      https://www.finews.ch/images/news/2017/08/Faber_Prognose_G.jpg
      Aber wie ich schon schrieb, solche wirklich dramatischen Fehleinschätzungen werden den Gurus offenbar vor allem von Anlegern verziehen, die selber seit Jahren als Bär unterwegs sind. Da man selber in der Einschätzung versagt hat fällt es wahrscheinlich leichter die gleichen Fehler auch bei den anderen zu verzeihen. Es tritt eher eine Art von Solidarisierung ein nach dem Motto: "Theoretisch liegen wir ja trotzdem richtig und sind vor allem schlauer als die anderen, die die ganzen Probleme nicht erkennen."

      Übrigens stimme ich ja in der reinen Zustandsbeschreibung in fast allem mit Friedrich und Weik überein, ich ziehe nur andere Schlüsse für die Zukunft. Zumindest wäre ich in den Aussagen über einen Crash viel viel vorsichtiger.
      Daß er kommt ist zu 100% sicher, weil die Aktien spätestens mit dem Erkalten des Universums, wenn das letzte Photon von einem Atom emittiert wurde,alle auf Null stehen werden. Nützt mir das was ?

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      Wolfgang M.

      16. September 2017 18:08 at 18:08

      Finanzarzt, bei Ihrer Kritik halte ich insbesondere das Arztbeispiel für einen Äpfel-Birnen-Vergleich. Wenn ein Arzt Ihnen ein Herzschwäche diagnostiziert und Sie 5 Jahre ohne Beschwerden leben, haben Sie eine glückliche Zeit. Da will unser Gehirn nicht kritisieren.
      Wenn Sie einem Marktprognostiker, der einen Crash vorhersagt, 5 Jahre bei steigenden Kursen gefolgt sind, verleben Sie in diesem Bereich eine unglückliche Zeit. Sie verdienen im günstigen Fall nur kein Geld. Ihr limbisches System wird ständig auf der Suche nach Baisse-Gründen sein – und bei Nichteintritt stets ein wenig Cortisol produzieren. Wenn dann der Einbruch kommt, der in einer Marktwirtschaft systemimmanent ist, stellt sich die Frage, ob Sie dann noch richtig investiert sind. Will sagen, unsere Psyche steht uns gerade bei Fehleinschätzungen manchmal sehr im Wege. Keiner hat die Glaskugel, aber ich habe mich vor zig-Jahren über den Spruch des Uralt-Spekulanten André Kostolany gewundert, „an der Börse ist 1+1 nicht 2, sondern 3-1“! Könnte in der Zeit der manipulierten Zinsmärkte ganz besonders gelten. Nix für ungut. Gruß

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      Gerd

      16. September 2017 18:08 at 18:08

      Der letzte Absatz für sich genommen ist sehr gut nachvollziehbar.
      Nur als Vergleich nicht so sehr tauglich.

      Weil die Crashpropheten sozusagen a l l e n 65-jährigen, bei denen sie eine Herzschwäche feststellen, diese nicht nur diagnostisch festhalten, sondern ihnen auch t a t s ä c h l i ch die traurige Mitteilung v e r k ü n d e n, d a s s sie bald einen Infarkt erleiden w e r d e n .
      Ich finde, dieser Vergleich würde viel weniger hinken. Die Ärzte machen das nämlich ganz und gar nicht so – nicht bei Herzschwäche.

      Ich persönlich finde es gut, wenn mir ein Anlageberater oder Börsenbrief (oder Buchautor) knallhart auch negative Fakten um die Ohren haut.
      Wenn sich daran aber auch noch wie unumstößlich die Aussage anschließt „und weil dem so ist, deshalb muss es einen Crash geben, u.s.w.“ dann halte ich das für gewagt bis verwerflich. Ähnlich wie der Hinweis auf einen angeblichen Geheimtipp, mit dem das Geld verxfacht werden kann.

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    Altbär

    16. September 2017 15:48 at 15:48

    Mehrere hundert % BIP Wchstum in den Schwellenländer,in einer globalisierten Welt wo alles verknüpft ist u.die westliche Welt trotz noch nie dagewesener Geldschwemme dahindümpelt, ausgesprochenem von jemandem der Andern gern Übertreibungen vorwirft, wenn es so wäre würden alle Firmen dorthin wandern u.die übersättigten Märkte in der westlichen Welt würden kollabieren inkl. Aktien was er ja eben nicht erwartet.

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      PK

      16. September 2017 17:27 at 17:27

      https://www.laenderdaten.info/durchschnittseinkommen.php

      Welchen Grund gibt es anzunehmen, Brasilien wäre nicht in der Lage den Abstand zu verringern (auch wenn 2015+16 aufgrund vieler politischer Skandale mies waren) ? Die Alterpyramide dort ist viel gesünder aufgestellt als bei uns und die gemittelten Wachstumsraten sprechen auch für ein Aufholen.
      Wenn das BIP dort um 100% steigt, ist es pro Kopf immer noch 1/2 so groß wie bei uns.

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      Wolfgang M.

      16. September 2017 17:42 at 17:42

      Altbär, mit Verlaub. Bevor Sie die Ausführungen von PK als unsinnig einschätzen, sollten Sie etwas die Statistiken bemühen. Beispiel BIP-Wachstum: China hatte 2007 ein BIP von 3,5 Bio $, 2016 schon 12 Bio $, das nach Bevölkerung gleich große Indien steht gerade bei gut 2 Bio $.
      2/3 von Deutschland, bei einer 16-fach größeren Bevölkerung. Wieso soll erst recht bei kleineren Ländern keine Verdoppelung möglich sein? Viele Staaten hätten dann erst einen Bruchteil des pro-Kopf-BIP eines Industrielandes. Natürlich gelingt dies nicht allen, z.B. Nordkorea mit seinem 12 Mrd. $-BIP. Der Knackpunkt ist hier, wie bei vielen Einschätzungen, die Basisrate.
      Sehen Sie sich mal die Entwicklung von Südkorea von einem Emerging Market zu einem Hochindustrieland an.
      Gruß

  12. Avatar

    Altbär

    16. September 2017 20:48 at 20:48

    @P.K.Sie haben in ein Wespennest gestochen,zufällig kenne ich die Verhältninsse in Brasilien sehr gut.Ein Grossteil der Bevölkerung hat den staatlichen Mindestlohn der sehr tief ist,Krankenversicherungen können sich nur die Reichen leisten.Ihre bessere Alterspyramide können Sie vergessen wenn fast alle nichts verdienen,habe zufällig vor 2Tagen die Situation mit einem Brasilianer besprochen.Ihre ewige Besserwisserei gegenüber allen Kommentaren u.anderen Meinungen geht mir schon lange auf den Keks.Vielleicht hat das BIP auch noch etwas mit Mentalität zu tun,noch nicht bemerkt dass Süditalien gegenüber dem Norden trotz Milliardenhilfe auf keinen grünen Zweig kommt ?

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      PK

      17. September 2017 08:37 at 08:37

      bin jedes Jahr im Schnitt 4 Wochen in Brasilien. Die Probleme dort (da ist es der schwache Norden der Probleme macht) sind mir durchaus bekannt, und zwar nicht nur vom Hörensagen. Aber gerade wo man mit wenig viel erreichen kann liegen die Chancen. Die Brasilianer sind endlich dabei, die ganzen Korruptionsskandale aufzuarbeiten, die sie die letzten Jahre gelähmt haben. Wenn hier die politische Situation etwas zur Ruhe kommt werden wir ganz sicher 2-3 Jahre mit BIP Wachstim >5% sehen. Können Sie jetzt auch wieder bestreiten, egal.

      Aber wenn Ihr Name Programm ist, verstehe ich, daß Sie aktuell schlecht drauf sind. Brasilien steht ja auch im Bovespa am Allzeithoch. Aber die, die momentan kaufen sind ja natürlich alles Idioten, die besser auf Sie oder Ihren Freund hören sollten.

  13. Avatar

    Altbär

    17. September 2017 12:20 at 12:20

    @P.K 1. Ich bin übrigens sehr gut drauf weil ich mich über jede weitere Übertreibung freue weil die Fallhöhe höher u.die Korrektur umso eher kommt.
    2.ca. 5% BIP Wachstum bei hoher Inflation = super
    3.Derjenige der die Korruption beseitigen kann ist noch nicht geboren.
    4.Ich bin nicht 4 Wochen im Jahr als Tourist in einem geschützten Ressort in Brasilien, aber ich kenne die Situation einer Person die täglich ca.11 Std. für den Mindestlohn arbeitet u.sich keine Krankenversicherung leisten kann u.teure Medikamente für eine kranke Tochter kaufen muss.
    5.Der Spruch anfangs dises Artikels:
    MAN KANN DIE REALITÄT IGNORIEREN ABER MAN KANN NICHT DIE KONSEQUENZEN DER IGNORIERTEN REALITÄT IGNORIEREN wird auch für alle Aktioholiker wahr werden. Übrigens an alle Tesla u.Bitcoin-Kritiker, wo ist denn der Unterschied zwischen einem aufgeblasenem Aktienmarkt generell zu diesen erwähnten Anlagen? Tesla u.Bitcoin sind nämlich nur die Spitze eines riesigen Eisberges!

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      PK

      18. September 2017 07:54 at 07:54

      zu 1: Mir ist nicht klar, wie man konkret an Übertreibungen auf der Shortseite Geld verdienen kann, ich habs in meiner Börsenlaufbahn nun schon oft genug probiert. Sind Sie jetzt short und sitzen das einfach aus ?
      Wenn nicht, dann muss man ja irgendein Einstiegssignal haben für die Eröffnung einer Shortposition ? In der Praxis wird man da in so einem Trend 10x ausgestoppt bis es klappt. Jede Korrektur bisher war eine Bärenfalle. Oder haben Sie gar keine Position und freuen sich einfach so wenn es scheppert ? Schadenfreude ?

      zu 2: BIP Wachstum wird immer Inflationsbereinigt angegeben

      zu 5:
      Ich sehe schon einen extremen Unterschied zwischen Tesla und z.B. dem Dax.
      http://www.finanzen.net/index/DAX/Dividenden
      wo zahlreiche Titel eine Dividende >4% aufweisen.
      Der Dax liegt im KGV aktuell kaum über seinem langjährigen mittel von 14.6, und das, obwohl die Anlagekonkurrenz bei Anleihen nicht mehr existiert.
      Blasen sehe ich bei den Währungen und Anleihen.
      Anleihen haben eine Rendite von ca. 0%.
      Es wird fast zwangsläufig einen weiteren Run in Aktien geben von den Versicherungen, privaten Anlegern die noch Geld am Sparbuch haben und den Zentralbanken.
      Der Dax kann problemlos auf 25.000 steigen und ist immer noch attraktiver als Bundesobligationen.

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    Gerd

    17. September 2017 15:17 at 15:17

    Der DAX war im Frühjahr 2015 schnurstracks auf über 12000 gestiegen. Das wollte ich mal wieder nicht wahrhaben und fing auch damals bei 11000 schon an, mich mit Knock-Out-Puts einzudecken.
    Da ich nicht mit Verlust verkauft hätte, würde ich in jedem Fall durchgehalten haben, aber dennoch – ich suchte im Internet zusätzlich nach einer Bestätigung für meine Richtungsentscheidung. Das wirkte beruhigend. So stieß ich auf FMW.
    Und da bin ich geblieben. Wenn ich die Seite (auch wegen der Kommentare) nicht gut fände, wäre ich wohl nicht mehr dabei.

    Der Nachteil ist aber, ich werde durch die hiesige Berichterstattung dahingehend beeinflusst, die Aussichten im Finanzwesen tendenziell argwöhnisch bis negativ zu betrachten. Ob ich will oder nicht. Stetige Wiederholungen wirken.
    Das muss nicht verkehrt sein – ich sollte mir nur im Klaren drüber sein, dass es so ist.
    Wie im wirklichen Leben. Die Gruppe von Freunden und Bekannten mit der sich der Mensch (besonders ein Heranwachsender) umgibt, übt enormen Einfluss auf sein Denken, seine innere Einstellung und auf sein Handeln aus.

    Warum schreibe ich das?
    Weil ich mir vorstellen kann, dass es einigen Anlegern hier ähnlich ergangen ist wie mir.
    Ich komme ganz konkret drauf wegen @Altbär, @….bär und @…..bär.
    Vielleicht ist es so, dass viele der irgendwann (so wie ich) auf dem falschen Fuß erwischten Anleger heute aus dem negativen Gedankenbild von gestern nicht mehr rausfinden. Obwohl sich das Aktienumfeld – zumindest für kurze bis mittlere Zeit und rein ökonomisch betrachtet – extrem aufgehellt hat.

    Mal raus mit der Sprache @Altbär, verlief es bei Ihnen ähnlich wie bei mir?

    P.S.:
    Ich bekomme zwangsläufig auch ein unterschiedliches Weltbild (ich meine jetzt nicht die Finanzmärkte) je nach dem ob ich ausschließlich die Süddeutsche Zeitung unter der Leitung von Chefredakteur H. Prantl lese oder ausschließlich eine „politisch nicht korrekte“ Publikation.
    Oder ob ich nur die „Tagesschau“ im TV sehe oder im Internet auch die lücken-und lügenentlarvende „Propagandaschau“.
    Das brennt sich so tief in die eigene Meinung ein, dass ich geneigt bin, jede gegenteilige Betrachtungsweise eines anderen Menschen als völlig daneben zu qualifizieren.
    Da hilft nur – wenn überhaupt – mindestens zweigleisig zu fahren beim Informieren. Das mach ich übrigens.

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      Wolfgang M.

      18. September 2017 09:25 at 09:25

      Ja Gerd, gerade wieder ein absolut zutreffender Kommentar, von wem wohl? Wie mit Shortprodukten Geld verdienen? Auch ich habe in meinem Börsenleben am meisten Geld verloren, mit dem Versuch den Markt zu shorten. Im Jahre 1999, beim Dax-Stand von 7000, von 3500 kommend. Nur leider stieg er rasch weiter auf 8000. Noch krasser im Jahre 2015, als der Index von 10000 auf 12390 stieg, innerhalb von 4 Monaten. Ein Short-Knockoutprodukt entwickelte sich in dieser Zeit von Hebel 5 auf Hebel 50, aber in der falschen Richtung. Theoretisch sogar zweimal. Ein Dax-Einbruch war jedesmal sowas von gut begründet worden, leider stimmte der Zeithorizont nicht. Seitdem heißt es für mich: Finger weg, von diesen Produkten, bei denen die Banken unglaublich verdienen. Deshalb hat PK mit seinem Timingargument sowas von recht. Eine längerfristige Schieflage ist sehr frustrierend und eine Shortspekulation ist aus meiner Sicht das Komplizierteste in diesem Geschäft. Denken Sie nur an den unglaublichen Anstieg der Vw-Aktie von 100 auf 1000, in rel. kurzer Zeit! Viele Grüße

      • Avatar

        Gerd

        18. September 2017 09:48 at 09:48

        Genau so ist es. Und PK beschreibt es ja wie immer hervorragend.
        Und auch Altbär bemerkte, dass man zwar ständig auf eine schöne Fallhöhe wartet. Die einem dann aber im entscheidenden Moment doch noch nicht hoch genug war und der Short-Einstieg dann verpasst wird – wie vor drei Monaten. Bzw. dass man dann auch nicht lange genug drin bleibt.
        Wobei das natürlich immer noch erfreulicher ist als eine effektive Totalschieflage, wie Sie die ja auch erlebt hatten.

        Aber jetzt versuche mir doch bitte mal jemand zu erklären, wo letztlich der Unterschied liegt zwischen dem Shorten mit Hebelwirkung und dem Erwerb von Hebel-Calls. Hinsichtlich der Gefährlichkeit. Der Notwendigkeit irgendwann den Einstieg zu wagen. Und des Absahnens der Banken – wie Sie erwähnen. Wenn ich verkehrt liege, liege ich verkehrt, denke ich. Da ist die Richtung egal, oder?
        Es sei denn, ich halte tatsächlich auf der Longseite wirklich nur die Aktie selber und bin in der Lage Kurseinbrüche aussitzen.

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          berti

          18. September 2017 09:59 at 09:59

          Das sehe ich auch so, da ist kein Unterschied, bei dem einen setz ich auf grün , bei dem anderen auf rot…,.

        • Avatar

          Wolfgang M.

          18. September 2017 12:56 at 12:56

          Gerd, es gibt schon einige Unterschiede, ob ich long oder short spekuliere.
          1. Trenddauer
          Ein Aufwärtstrend dauert in der Regel 3-mal so lange wie eine Baissephase. Wenn ich in einem A-Trend short aufgestellt bin, kann ich mit vielen Hebelprodukten viel Geld verlieren, weil der Zeitwertverlust der Derivate besonders ins Geld schlägt.
          2. Kursverläufe
          Während A-Trends meistens wie eine schräge Ebene aussehen, geht es bei Trendwechseln oft sturzbachartig nach unten. Wer nach dem 19. Juni 2017 nicht gleich dabei war, hatte nach ein paar Tagen schon die Hälfte Downtrend versäumt. Geht ja auch nicht anders, sondern würde man dauernd in Fallen tappen.
          3. Quantitative Aspekte
          Während es in A-Trends oft mehrere 100% nach oben geht (Dax 2009 – 3600, 2017 – 12900), war die Fallhöhe bisher max. 73%. Wenn Sie mit Hebeln arbeiten, müssen Sie mit größerem Risiko arbeiten, bereits nach 60 Börsentagen ist statistisch schon das meiste passiert, vor einer massiven Gegenbewegung.
          Aus meiner Erfahrung ist das Timing zu einem Downtrend schon deutlich schwerer. Gruß

          • Avatar

            berti

            18. September 2017 13:27 at 13:27

            ok. Danke für die Statistiken!

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      Gerd

      18. September 2017 13:47 at 13:47

      Sehr aufschlussreich. Danke, Wolfgang M.

  15. Avatar

    Altbär

    17. September 2017 19:59 at 19:59

    @Gerd, Ich habe keine Mühe zuzugeben dass ich als Bär einiges an Papiergeld verloren habe in den letzten 2-3 Jahren obwohl es im DAX einige schöne Möglichkeiten gegeben hat .Das Schwierige ist das Timing, die Börse kann nach oben jahreweise übertreiben,die Korrekturen dauern meistens nur kurz u.wenn man den Einstigieg nicht erwischt ist der Spuk wieder vorbei.Z.B.Hoch 2015 bei ca .Dax 12400 war ich überzeugt dass er fallen müsste.Die Analysten von Börse online de( tägliche Analyse ) sahen noch eher 12800- als Hoch -Einstiegu.Korrektur verpasst.Beim letzten Hoch beim Juni Verfall bei ca.12940 war ich Short bei 12890 war aber wegen der Macron Euphorie u. den Analysten zu vorsichtig u.wurde ausgestoppt. d. h.Baisse wieder verpasst,immerhin ca. 1000. Punkte .Folgerung, die Koorrekturen kommen immer unverhofft.Übrigens bin ich nicht der Meinung dass sich das Börsenumfeld verbessert hat, mindestens nicht in den USA.Ein Ökonom hat soeben geschrieben.Wenn man sieht dass sich die Börsenkurse parallel mit der Bilanzsumme der Notenbanken entwickelt haben , müssten mit der Verkleinerung der Bilanzen auch ohne Zins Erhöhungen die Aktien korrigieren.Übrigens gibt es da auch noch eine Zeitbombe mit den ETF. ( alle kaufen das gleiche nur weil es steigt u.niemand weiss was darin ist . ( Googeln Sie mal Fred Hickey, die Frage ist nur wann die Bombe losgeht)
    Mein Ziel ist also bei der nächsten Baisse die sicher kommt voll dabeizustehen.Wenn sogar hochstehende Finanzleute sagen dass QE u.Gelddrucken “ ein noch nie DAGEWESENES EXPERIMENT MIT UNGEWISSEM AUSGANG SEI ,bin ich eben überzeugt dass der Ausgang schon ungewiss aber nicht schön endet. Noch zur Presse ,von der halte ich auch nich sehr viel.
    2Beispiele: Vor einigen Monaten hat die Finanzspezialistin
    bei Börse vor acht erklärt wie riesig die Gewinne von DE an den Griechen -Krediten sind, dieser Tage wurde auf dieser Plattform alles relativiert.Im Moment wird gerade in meinem Land Tesla in der Presse als Super Pionier gefeiert während ich am gleichenTag lese dass der Verlust pro Auto beim neuen Modell sei ca.10000-. Euro
    beträgt .Übrigens beim DAX ging es mir ähnlich wie Ihnen,ich meinte bei etwa 11000 wäre es Zeit einen Short zu wagen u.war viel zu früh.Sie sollten mit mir jetzt kein Bedauern haben,dank der unglaublichen Gelddruckerei profitiere ich jährliche mit Immos die ich schon 35 Jahre besitze mit einem schönen Sümmchen u.das noch einige Jahre wenn ich den“ nie kommenden“ Zinsanstieg fest auf 5-10 Jahre mache.Also denke ich wir sind fast ein wenig Leidenskollegen,hoffe aber dass Sie als Fastbär u.ich als Alt- Neu- oder als Glücksbär bald etwas zu feiern haben.

    • Avatar

      berti

      18. September 2017 10:00 at 10:00

      Ich hoffe es für Sie und mich auch :-)

  16. Avatar

    Altbär

    18. September 2017 10:51 at 10:51

    @Gerd, so sehe ich das auch, ob Short oder Long ,der Erfolg hängt nur vom Timing ab.Da ich beim Aktienmarkt mehr Chancen für eine Korrektur sehe als einen grösseren Anstieg probiere ich eben einen gestuften Short Einstieg zu erwischen u.ich hoffe wirklich dass der DAX nochmals höher kommt.Zudem kann ich mit dieser Situation sehr gut schlafen u.leben u.nicht wie Jemand meinte dass ich schlecht drauf sei.
    Frage,wie wohl ist einem überzeugten Aktionitiker der 70% seines Vermögens in Aktien hält,ja klar die werden dann alle am Hoch aussteigen können, wenn das so wäre würden nämlich die Aktien an einem Tag 40% Verlieren.
    Zur Erinnerung,Entscheid der SNB 2015 =Frankenschock.
    ZUR,ANLEIHENBLASE, klar gibt es auch eine Anleihenblase,gemäss Albert Edwards vor allem bei Unternehmensanleihen, aber wenn die platzt heisst das höhere Zinsen =Marktverwerfungen u.5Minuten später krachen die Aktienmärkte ,das ist genau das heutige Problem ,weil es mehrere Blasen gibt ( teilweise auch Immoblase ) Es spielt keine Rolle welche zuerst platzt.

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Zinsen und Banken – „Verwahrentgeld“ auf dem Vormarsch

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Wer glaubt, sich der finanziellen Repression so leicht entziehen zu können, irrt vermutlich: Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen für Bankeinlagen, auch „Verwahrentgelt“ genannt. Hat man auch seine Reservegeldhaltung zurückgeschraubt, wird man von der Anhebung der Gebühren betroffen.

Negative Zinsen: Immer mehr Banken..

Still und leise erhöht sich die Zahl der Kreditinstitute, die von ihren Kunden Strafzinsen oder so genanntes Verwahrentgelt für ihre Einlagen verlangen. War bisher eine Summe von 100.000 Euro davon nicht betroffen, so ist das nicht mehr allzu oft der Fall. Allerdings dürfen die Banken nicht so einfach negative Zinsen erheben, sondern sie brauchen zunächst die Einwilligung ihrer Kunden. Ja wohin ausweichen, wenn es immer mehr Banken gibt, die aufgrund der Zinsssituation auf diese Einnahmequelle zurückgreifen?

Das Verbraucherportal Biallo (ebenso Verivox) hat 1300 Banken untersucht und festgestellt, dass 214 Kreditinstitute in bestimmten Fällen Verwahrentgelt verlangen – 20 mehr als vor Monatsfrist, seit Jahresanfang haben sich 150 Geldinstitute zu diesem Schritt entschieden.

Gab es zunächst überall den Freibetrag von 100.000 Euro, so wird dieser schrittweise abgesenkt, auf 50.000, 10.000 oder sogar auf 0 Euro, auch von Volksbanken. Bisher beläuft sich der Minuszins auf 0,5 Prozent, aber es gibt bereits eine Sparkasse, die bei minus 0,75 Prozent angekommen ist.

Die Ursache für das Verhalten der Banken ist schon ein paar Jahre alt.

Bereits im Jahre 2014 hat die Europäische Zentralbank begonnen Negativzinsen von den Geschäftsbanken zu verlangen und diesen Zinssatz für kurzfristige Einlagen im vergangenen Jahr auf minus 0,5 Prozent gesenkt. Aus den letzten Äußerungen seitens der Notenbanker ist nicht zu erwarten, dass die Zinsen angehoben, sondern die Geldpolitik eher noch gelockert wird. Damit dürfte der Trend zum Verwahrentgelt noch zunehmen.

Jetzt auch Direktbanken

Bisher lehnten sich manche Bankkunden locker zurück, angesichts der neuen Konkurrenz für die alten Geldinstitute – filiallose Direktbanken. Doch ausgerechnet die Handybank N26 verkündete jüngst, Strafzinsen für das Girokonto einführen zu wollen. Zunächst erst ab 50.000 Euro, aber dieses Vorhaben steht im krassen Widerspruch zu dem vor Jahresfrist geäußerten Versprechen auf Negativzinsen zu verzichten. Wird dies eine Welle auslösen, bei der Konkurrenz wie ING, DKB, Consorsbank, Flatex u.a., die als Ausweichsort gesehen wurden, um den Gebühren von Genossenschaftsbanken und Sparkassen zu entgehen? Ein bisschen Verwahrentgelt, was soll’s?

Eine ganze Menge, sollte sich dieser Trend durchsetzen. Schließlich liegen derzeit gigantische 2,489 Billionen Euro auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Für diese Summe nur 0,5 Prozent einbehalten – und schon wäre man bei einer zweistelligen Milliardensumme.

Wie lautet seit Langem eine Empfehlung der Vermögensberater für die Reservegeldhaltung der Konsumenten? Man solle auf dem Girokonto eine Notreserve halten, die etwa drei Monatsgehälter beträgt. Und zwar nicht nur für ein paar Wochen, sondern länger und für etwaige größere Anschaffungen.

Die Neigung des Deutschen zur großen Geldhaltung mit ihrem obersten Befürworter, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, hat zu einem gewaltigen Depotvolumen geführt.

Die oben genannte Verfügungsmasse liegt im Wert höher als alle deutschen Aktien zusammen und sogar doppelt so hoch wie die Bewertung des deutschen Leitindex, Dax. Damit sieht man auch, dass ein Crash am deutschen Aktienmarkt wesentlich weniger Vermögensschäden hervorrufen würde, als bei den Amerikanern, wo allein die über 28 Billionen Dollar des S&P 500 einen weit höheren Wert repräsentieren, als das gesamte Bruttoinlandsprodukt der USA.

Fazit

Die finanzielle Repression schlägt hierzulande weiter zu. Nach und nach werden die Freibeträge für die Geldkonten abgesenkt.

Da die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik eher noch lockert – bei der Sitzung im Dezember? – aber bestimmt nicht die Zinsen erhöht, dürfte die Zahl der Banken, die negative Zinsen weiterreichen, noch größer werden.

Keine Zinsen mehr am Anleihemarkt, Strafzinsen auf dem Geldkonto, wozu führt das? Nicht schon wieder das Akronym „TINA“..

Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen auf Einlagen

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Gold, Dollar, Öl, Aktienmärkte: Was passiert nach der US-Wahl?

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Das Thema, wie sich die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen auf den Gold auswirken werden, wird viel diskutiert und ist mit Unsicherheit behaftet. Wenn die Ergebnisse zu einem stärkeren Dollar führen, bedeutet dies einen niedrigeren Preis für Gold, und ein schwächerer Dollar bedeutet (in der Regel) einen höheren Goldpreis. Das Wahljahr verursacht mit Sicherheit viel Volatilität, und die Anleger erwägen derzeit drei mögliche Szenarien für den Goldpreis nach dem Wahltag.

In einem dieser Szenarien muss der US-Wahltag für einen Anstieg des bei Gold dazu führen, dass Biden Präsident wird, da viele glauben, dass der Dollar dann fallen wird (aufgrund des größeren Stimulus). Und im Gegenteil, bei einem sinkenden Goldpreis wird der Wahltag mit der Wiederwahl von Trump enden müssen, was zu einem stärkeren Dollar führen sollte. Die Ergebnisse der Wahlen im Jahr 2020 könnten jedoch genau den gegenteiligen Effekt haben – und das ist es, was die Marktsituation noch spannender macht.

Der Ölpreis ist vom Wahlergebnis genauso abhängig wie so ziemlich alle anderen Rohstoffe. Und laut Goldman Sachs müssten die US-Wahlen Biden als neuen POTUS hervorbringen, damit wir einen Anstieg des Ölpreises erwarten können (weil dann die Produktions-Kosten für Öl steigen würden). Aber selbst wenn das Gegenteil der Fall sein sollte, drückte der Investmentbankgigant sein Vertrauen in einen steigenden Ölpreis aus – Wahlergebnisse beiseite.

Und wie wird sich die US-Wahl auf den Aktienmarkt auswirken? David Jones, chief market strategist bei capital.com, blickt auf den S&P 500, auf Gold, den Dollar (Euro-Dollar) und schließlich auf den Ölpreis – und analysiert, welche Auswirkungen ein Sieg von Biden oder von Trump haben würde:

 

 

 

 

Was passiert nach der US-Wahl mit Gold?

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Brexit: Wem schadet er mehr, der EU oder den Briten?

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Angesichts des Anschwellens der Coronazahlen und der großen Spannung vor den US-Wahlen, sind die Verhandlung um den Brexit der Briten ein wenig in den Hintergrund gerückt. In dieser Woche läuft wieder einmal ein Ultimatum aus. Kommt es noch zu einer Einigung vor dem endgültigen Datum, dem 31. Dezember? Und gibt es schon Fakten zu den Frühschäden des Austritts der Briten?

Brexit: Was für Folgen hätte ein No-Deal?

Darüber wird schon seit dem Referendum über den Brexit von 2016 gemutmaßt. Fakt ist bereits, dass bis zum Ende des letzten Jahres Ende 2019 die Investitionen bereits um mehr als 15 Prozent hinter dem Durchschnitt der Vorjahre zurückgeblieben sind. Doch sollte es bis zum 31. Dezember keinerlei Vereinbarung geben, wird dies in jedem Fall wirtschaftliche Auswirkungen auf beiden Seiten haben. Wie waren die bisherigen Wirtschaftsbeziehungen?

Der Export von Gütern und Dienstleistungen der Briten in die EU betrug bislang etwa 14 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes, im Falle der EU in Richtung GB betrug der Anteil nur ganze drei Prozent.

Von Seiten deutscher Unternehmen hat man die lange Zeit seit dem Referendum nicht untätig verstreichen lassen. So ist der Export von Deutschland auf die Insel von 2016 bis vor Kurzem von 7,5 auf 5,6 Prozent gefallen. Gerade in letzter Zeit haben die hiesigen Unternehmen registriert, mit welcher Verbissenheit Boris Johnson den harten, kompromisslosen Brexit vorantreibt. Es ist wie zumeist an der Börse: Was man lange hat kommen sehen, wird versucht zu antizipieren, um den schweren Folgen entgegenzuwirken. Schocks entstehen immer durch das Unerwartete aus heiterem Himmel oder gar durch den berühmten „Schwarzen Schwan“. Klar wird ein harter Brexit beide Seite treffen, mancher Ökonom rechnet für Großbritannien mit einem Rückgang des Trendwachstums um 1,5 Prozent.

Aber wird es keinerlei Vereinbarungen auf dem so bedeutsamen Finanzsektor oder im Güter- und Reiseverkehr geben oder gar beim Handel mit Medikamenten? Zu Zeiten von Corona, wo dem schwedisch-britischen Pharmakonzern AstraZeneca mit seiner Impfstoffentwicklung eine entscheidende Rolle zukommen könnte? Die Pandemie jedenfalls kommt für Großbritannien mit seinem Austrittsvorhaben praktisch zur Unzeit.

Die aktuelle Coronakrise

Was die Covid -19-Infektionen betrifft, hat Großbritannien bereits eine schwere Zeit hinter sich. Nachdem man es zunächst mit einer Herdenimmunisierung versuchte, rückte Boris Johnson entsetzt davon ab, als ihm Wissenschaftler die mögliche Zahl an Todesopfern nahegelegt hatte. Trotz der Wende steht die Nation mit 894.000 Infektionen und fast 45.000 Corona-Toten (an oder mit Corona), der höchsten Zahl an Opfern in Europa derzeit in den Statistiken. Dies findet auch in den Wirtschaftszahlen der zweitgrößten Ökonomie Europas seinen Widerhall.

In den Monaten April bis Juni brach die Wirtschaft Großbritanniens um -20,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein. Das war der schlimmste Absturz seit Beginn der britischen Quartalsstatistik im Jahr 1955. Das Land war damit das Schlusslicht Europas, noch vor Spanien, welches den Negativrekord mit einem Einbruch um 18,5 Prozent erleiden musste. Durch die Coronakrise wird Großbritannien wirtschaftlich auf den Stand von 2003 zurückgeworfen.

Das einst so stolze britische Pfund

Das Pfund Sterling, einst der Stolz der Briten und die älteste noch bestehende Währung, hat längerfristig schon eine Entwicklung erlebt, die durch den Brexit noch deutlich beschleunigt werden könnte. Bis in die Hälfte des letzten Jahrhunderts hinein, war das Pfund die globale Leitwährung, die Hälfte der weltweiten Währungsreserven bestand aus der britischen Währung und die Bank of England hatte weltweit sehr großen Einfluss. Dann begann der Abstieg, Mitte der 1970-er-Jahre hatte die britische Währung nur noch einen Anteil von vier Prozent an den globalen Währungsreserven, dabei ist es bis heute geblieben.

Und der Außenwert des GDP?

Das britische Pfund kostete vergangene Woche nur noch 1,10 Euro. Vor gut vier Jahren und dem überraschenden Brexit-Referendum im Juni 2016 musste man noch über 1,30 Euro dafür bezahlen. Auch eine Folge des ewigen Hickhacks um den Sonderweg der britischen Regierung.

Fazit

Aus den bisherigen Fakten ist zu schlussfolgern, dass der ungeregelte Brexit den Briten mehr schaden sollte, als der EU. Aber haben sich die Unternehmen in der langen Zeit der Austrittsverhandlungen nicht schon auf das Austrittsszenario vorbereitet, die Börsen das Ergebnis eingearbeitet? Wann hat denn je ein absehbares Ergebnis Investoren wirklich beim Eintritt noch geschockt – Einzelfälle ausgeschlossen? Aber will Boris Johnson wirklich auf Biegen und Brechen den No-Deal-Austritt Großbritanniens durchziehen, auch wenn sich die Pandemie in der zweiten Welle noch verstärken sollte? Wo Zusammenarbeit in Europa gefragt ist, weiland sich Chinas Aufschwung weiter fortsetzt und auch den USA mit ihrer „America-First-Politik“ ein geschwächtes Europa gar nicht so ungelegen käme?

Es sind für gewöhnlich immer die externen Schocks, die Gewitter aus heiterem Himmel, die für Ungemach sorgen. Aber das Pokern des Boris Johnson – wem hängt das mittlerweile nicht schon zum Halse heraus?

Wem wird der Brexit mehr schaden?

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