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Markt-Stimmung: Deutsche werden skeptischer, Amerikaner optimistischer

FMW-Redaktion

Der Unterschied war gewaltig in den letzten Wochen: die Deutschen extrem optimistisch, die Amerikaner sehr pessimistisch. Was war da los? Die Stimmung in den USA war schelcht auch deshalb, weil die Menschen spürten, dass die Wirtschaft, vorsichtig formuliert, an Dynamik verliert. So zeigen etwa Analysen, dass die absteigende weiße Mittelschicht in den USA eine gewaltige Wut aufgestaut hat, die den Siegeszug von Donald Trump erst ermöglicht hat. Das gleiche gilt übrigens auch für Bernie Sanders, den linken Kandidaten der Demokraten: auch seine Wählerschaft speist sich vorwiegend aus „angry white men“.

Nun aber ist eine Drehung zu beobachten: der steile Aufwärtstrend der US-Märkte in den letzten Wochen hat offenkundig den Optimismus wieder angeheizt unter den Privatinvestoren in den USA. So konnte jenseits des Atlantiks das Lager der Bullen um 5,3% zulegen auf nun 37,4% – ein Wert, der schon lange nicht mehr erreicht worden ist. Dagegen verlieren die Bären 4,9% auf nun 24,4%, das größte Lager aber stellen nach wie vor die Neutralen mit 38,3%. Dennoch: der Pessimismus der Amerikaner war lange Zeit ein Kontraindikator, nun könnte eben dieser neue Optimismus eine mögliche Trendwende an den US-Aktienmärkten ankündigen!

Anders seit Wochen die Lage bei deutschen Investoren: in der letzten Woche waren noch hohe 62% der Privatinvestoren bullisch, nun sank ihr Anteil in der aktuellen Woche um 5% auf nun 57%. Aber das sind immer noch sehr hohe Werte, die weit über den Durchschnittswerten liegen. Die Seitwärtsbewegung beim Dax aber hat offenkundig die Bären wieder ermutigt, deren Lager um 7% auf nun 27% zulegen kann – ein allerdings immer noch sehr niedriger Wert. Neutral sind bei deutschen Privatinvestoren derzeit 16% – ein Minus von 2%.

Für die Märkte dürfte insbesondere der stark steigende Anteil des Optimismus in den USA ein Problem werden: kürzlich waren die US-Anleger noch so pessimistisch wie seit drei Jahren nicht mehr, ebenso ihre Cash-Quote. Nun scheint man den steigenden Märkten hinterher zu laufen – und könnte kalt erwischt werden, nach dem Gorbatschow-Motto: wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! Die großen US-Banken jedenfalls sind weniger optimistisch und verkaufen (mit Ausnahmen von Goldman Sachs!) derzeit in die Anstiege hinein (JPMorgan etc.)..



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