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Norbert Walter-Borjans bei Anne Will – ahnungslos in die Aktiensteuer?

Redaktion

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Die SPD unter Bundesfinanzminister Olaf Scholz treibt die Aktiensteuer voran. Norbert Walter-Borjans ist als neuer SPD-Co-Vorsitzender und ehemaliger NRW-Finanzminister sicherlich ein ausgewiesener Experte in Sachen Steuern. Aber kennt er sich auch aus bei den Bezugswerten, auf die die Steuern berechnet werden? Sind Zweifel angebracht? Man schaue dazu bitte auf die gestrige Talkrunde bei Anne Will (bitte hier anschauen ab Minute 42). Das Thema der Sendung war, wie man die Mittelschicht in Deutschland entlasten könne. Steuern runter, Sozialabgaben runter? Oder soll der Staat möglichst viel Geld abkassieren, dafür aber eine Top-Infrastruktur anbieten?

Aber wir schweifen ab. FDP-Chef Christian Lindner sprach ab Minute 42 das Thema an, dass die SPD mit der geplanten Aktiensteuer (0,2% auf jeden Kauf und Verkauf von Aktien großer Unternehmen) den Kleinsparer treffe, der fürs Alter vorsorgen wolle (hier dazu ein Appell von Anja Kohl). Die großen Spekulanten aber treffe man damit nicht. Damit meint Christian Lindner sicherlich, dass Profi-Zocker mit Sitz im Ausland nicht betroffen sind, und dass Zocker im Inland auf synthetische Aktien wie CFDs, Optionen etc ausweichen können. Doch der „kleine“ normale Bürger, der fürs Alter vorsorgen und in Aktien Vermögen aufbauen möchte (wie es von der Politik gewünscht ist), werde dort vom Staat nun mit dieser neuen Steuer abgezockt.

Norbert Walter-Borjans verwies als Gegenargument darauf, dass die Belastung durch die geplante Aktiensteuer (aktuell Gegenwind aus Österreich) ja nur minimal sei. Nach dem Motto „einmal in den Fonds investiert, ein Leben lang liegen gelassen, daher fällt die Steuer nur einmal an“. Wohl falsch. Denn die Steuer fällt ja nicht an pro Investment in den Fonds, sondern pro Transaktion in der Aktie. Und was Norbert Walter-Borjans womöglich gar nicht versteht: Ein Fondsmanager passt sein Portfolio regelmäßig an – zum Beispiel wenn er der Meinung ist, dass eine in seinem Fonds enthaltene Aktie sich schlecht entwickeln wird, und andere Aktien bessere Chancen bieten.

So wird von Fonds regelmäßig Geld umgeschichtet, und ständig würden dann die 0,2% Aktiensteuer anfallen, wieder und wieder und wieder. Das natürlich zu Lasten des Fondsvermögens, also des des Vermögens der Sparer. Diese immer wieder pro Transaktion zu zahlende Steuer könnte die Performance der Aktienfonds massiv belasten. Aber Norbert Walter-Borjans spricht davon, dass man ja gerade den Spekulanten treffen wolle, der ständig kaufe und verkaufe. Dass ein Fonds auch öfters mal kauft und verkauft, scheint er gar nicht zu wissen. Man kann es kaum fassen. Aber schauen sie sich die paar Minuten ab Minute 42 im der Diskussion selbst an. Christian Lindner hat noch versucht mit Handgesten Norbert Walter-Borjans verständlich zu machen, dass auch Fonds öfters kaufen und verkaufen. Aber vergebens. Der gute Mann von der SPD will die „bösen Spekulanten“ bestrafen, und wird aber wohl die kleinen Leute treffen, die fürs Alter vorsorgen wollen.

Unsere Prognose: Damit wird Aktiensparen in Deutschland noch unattraktiver, und langfristig dürfte somit der ausländische Anteil an großen Unternehmen in Deutschland noch mehr ansteigen (der ist ohnehin schon sehr hoch). Dann wird wohl die SPD in Zukunft ein Jammerlied anstimmen, warum böse Hedgefonds aus dem Ausland über deutsche Unternehmen bestimmen können, dass zum Beispiel Standorte plattgemacht und Arbeiter entlassen werden. Warum, warum nur sind diese Unternehmen überwiegend im Besitz ausländischer Fonds, und nicht im Besitz deutscher Fondssparer, so könnte das Jammerlied von Norbert Walter-Borjans in einigen Jahren lauten.

Norbert Walter-Borjans ist neuer SPD-Chef

Norbert Walter-Borjans. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    depotrockerin

    3. Februar 2020 12:07 at 12:07

    Kurz über deutsche Börsensteuer-Pläne

    „Wir werden jedenfalls alles tun, um das zu verhindern“

    Mit klarer Ansage kommt Österreichs Kanzler nach Berlin: Eine Finanztransaktionsteuer nach den Plänen von Deutschland und Frankreich will Sebastian Kurz auf keinen Fall.

    03.02.2020, 06:58 Uhr

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/finanztransaktionssteuer-sebastian-kurz-will-deutschen-plan-verhindern-a-baf7d068-7bc5-4146-8a69-d7ae73959850

  2. Avatar

    Zimmermann

    3. Februar 2020 12:09 at 12:09

    Passt genau in meiner Einschätzung. Wir werden von Idioten regiert.Immer und immer wieder werde ich bestätigt.

  3. Avatar

    Jan

    3. Februar 2020 13:10 at 13:10

    Zwei Links zur gesteuerten Mainstream-GEZ-Presse in einem Artikel?! Dürfen das die vielen Verweigerer hier eigentlich gucken?

  4. Avatar

    Datenklauer

    3. Februar 2020 14:51 at 14:51

    Einige Gutbetuchte hat er schon abkassiert indem er sie mit dem Kauf von gestohlenen Daten der Steuerhinterziehung überführte.Wenn alle Besitzenden mit dem Geld abwandern, bleibt ihm nur noch die Unter- u.Mittelschicht um zu kassieren.Aber komisch ,diesmal will er die Grossen schützen.
    Oder will er verhindern, dass die Reichen ins neue Brexit Finanzparadies abwandern?

  5. Avatar

    Columbo

    3. Februar 2020 16:17 at 16:17

    Was macht so eine mickrige Steuer in Zeiten von substanziellen Fahnenstangen-Börsen schon aus? Gar nichts!

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Das ist der wahre Beherrscher des Internets – Werbung

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Lieber Börsianer,

haben Sie sich eigentlich einmal Gedanken gemacht, woher Sie als Nutzer die Daten und Informationen beziehen, wenn Sie etwa auf der Seite der Amazon oder der Seite von Google surfen? Die landläufige Meinung: Das kommt alles aus der Cloud bzw. einem zentralen Großserver, der irgendwo in den USA steht.

Das ist ein Irrglaube. Tatsächlich beziehen wir als Internet-Nutzer unsere Daten aus einem weltweit aufgespannten Netzwerk sog. CDN-Server (Content Delivery Network). Wenn Sie als Nutzer aus Deutschland eine Suchanfrage auf der Google-Seite starten, wird Ihre Anfrage also nicht erst über den Atlantik geschickt und anschließend zurück. Stattdessen werden die Internet-Nutzer von einem Server versorgt, der sich in räumlicher Nähe befindet.

Andernfalls wäre die Google-Seite unendlich langsam oder würde sogar kollabieren, wenn innerhalb weniger Minuten Millionen Anfragen zur gleichen Zeit eintreffen. So muss der Suchdienst im Durchschnitt pro Tag 3,5 Milliarden Suchanfragen pro Tag abarbeiten. Das schafft kein Cloud-Server der Welt. Hier gilt: Auch das digitale Internet unterliegt physikalischen Grenzen.

Hier schafft ein ausgeklügeltes CDN-System Abhilfe. Es verteilt die Anfragen auf unzählige weltweit installierte Einzelserver und sorgt auf diese Weise für einen Lastenausgleich in den Internetleitungen. Dadurch bleiben die Internetauftritte der Unternehmen komfortabel und schnell.

Daneben schafft das CDN-System Sicherheit einerseits für die Unternehmen als auch für die Nutzer. So ist es heutzutage nahezu ausgeschlossen, dass Hacker etwa die Seite der Amazon, der Zalando oder anderer Endkunden-Unternehmen lahm legen können. Tatsächlich werden schlimmstenfalls durch Hackerangriffe einzelne Server im CDN-System ausgeschaltet. Das System erkennt einen solchen Angriff und leitet den Nutzer sofort auf den nächsten noch aktiven Server weiter.

Damit schafft CDN sog. Redundanzen. Anders formuliert: Die dezentrale Struktur sorgt dafür, dass die Internetversorgung nie gänzlich zusammenbricht. Damit leisten die CDN-Netzwerke einen ganz wichtigen Beitrag für die Stabilität und Verfügbarkeit des Internets. Sie bilden also das Rückgrat des modernen Internets.

Wer betreibt diese Netzwerke?

Ein US-Unternehmen dominiert dieses Marktsegment quasi nach Belieben. Man unterhält weltweit 300.000 CDN-Server und kontrolliert damit in der Spitze bis zu 30 % des täglichen globalen Internetverkehrs. Nahezu alle Software- und Internetunternehmen des Silicon Valley schwören auf die Dienstleistungen dieses US-Unternehmens. Die Kundenkartei umfasst Adressen wie etwa Amazon, Apple, Facebook, Google oder Microsoft. In Europa bedient man Unternehmen wie Daimler, Nestlé, Wienerberger, Voestalpine oder etwa den Autozulieferer Schaeffler, um nur die wenigsten aus der üppigen Kundenkartei der Amerikaner zu nennen.

Vor allem für Unternehmen mit Endkundenkontakt und stark frequentierten Internetauftritten ist CDN absolute Pflicht. Denn die Nutzer springen heute rasch ab, wenn sich ein Seite langsam aufbaut oder sogar minutenlang gar nicht erreichbar ist. Ich kann Ihnen versichern, eine stabile und schnelle…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Caterpillar meldet Quartalszahlen: Starker Rückgang, aber über Erwartung

Claudio Kummerfeld

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Der weltweit größte Baumaschinenhersteller ist Caterpillar aus den USA. Die Firma gilt daher als Frühindikator, weil Bauwirtschaft und Industrie auf Baumaschinen angewiesen sind, bevor eine Volkswirtschaft expandieren kann. Steigen also die Firmenumsätze, deutet das auf eine weiter florierende US-Wirtschaft hin, und umgekehrt genau so. Deswegen sind die soeben veröffentlichten Quartalszahlen von Caterpillar so extrem wichtig. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz im letzten Quartal liegt bei 9,88 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 12,76/erwartet 9,8). Der Gewinn liegt bei 1,22 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,66/erwartet 1,12).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,3 Prozent.

Die operative Profitmarge sinkt im Jahresvergleich von 15,8 Prozent auf 10,0 Prozent.

Die rückläufigen Umsätze liegen laut Unternehmensaussage an der rückläufigen Kundennachfrage nach Geräten und Dienstleistungen.

CEO-Kommentar:

“I’m proud of our global team’s performance as we continue to safely navigate the pandemic while remaining firmly committed to serving our customers,” said Caterpillar Chairman and CEO Jim Umpleby. “Our third-quarter results largely aligned with our expectations, and we’re encouraged by positive signs in certain industries and geographies. We’re executing our strategy and are ready to respond quickly to changing market conditions.”

Datenblatt mit Details zu den Quartalszahlen von Caterpillar

Caterpillar-Baumaschine - Caterpillar-Quartalszahlen
Eine Baumaschine von Caterpillar auf der Bauma. Foto: Wald-Burger8 CC BY-SA 3.0

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