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Notenbanken: Bank of Japan überholt die Fed – und ein Player am Markt, der die Spieregeln ändern dürfte!

Die Bank of Japan hat die Fed überholt und hat nun die größte Bilanzsumme aller Notenbanken. Aber nun kommt ein Player ins Spiel, mit dem kaum jemand rechnet, der jedoch die Kapitalströme entscheidend verändern könnte!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es ist vollbracht: die Bilanzsumme der Bank of Japan hat nun, das zeigen Daten der japanischen Notenbank, die Fed überholt. Damit hat sich die Bilanzsumme der Bank of Japan seit dem Jahr 2013, als das QE der BoJ begann nach dem Amtsantritt von Ministerpräsident Abe, mehr als verdreifacht! Sie liegt nun bei 500 Billionen Yen, was knapp 4,5 Billionen Dollar entspricht. Auffallend ist jedoch, dass der Zuwachs der Bilanzsumme der Bank of Japan zuletzt sich deutlich verlangsamt hat, offenkundig, weil die kaufbaren Anleihen rarer werden.


Der Sitz der Bank of Japan in Tokyo
Foto: Gemeinfrei

Ganz dicht hinter der Bank of Japan folgt schon die EZB (gelbe Linie), die G3-Ntenbanken Fed, EZB und Bank of Japan liegen nun fast gleichauf:

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Die Aktienmärkte dieser Welt hantieren derzeit auf Allzeithoch, sichtbar etwa im MSCI World, der 46 der wichtigsten Aktienmärkte dieser Welt umfasst. Und das obwohl Daten zeigen, dass Investoren Gelder aus den Aktienmärkten abgezogen haben, während seit Jahresbeginn konstant neue Gelder in die Anleihemärkte investiert worden sind.

Wie aber geht es nun weiter? Auffallend ist derzeit, dass sich die Anleihemärkte und die Aktienmärkte alles andere als gegensätzlich entwickeln – die globalen Anleihemärkte steigen nun seit fünf Monaten in Folge, das ist die längste Gewinnstrecke seit dem Jahr 2003! Die Notenbanken selbst sind auf unterschiedlichen Wegen: die Fed will ihre Bilanzsumme reduzieren, die Bank of Japan und die EZB betreiben weiter ihr QE, also werden die Europäer und die Japaner bald deutlich mehr in die Märkte pumpen als die Fed.

Nun aber kommt noch ein anderer entscheidender Player ins Spiel: der amerikanische Staat! Denn die USA sind unterfinanziert, laut Schätzungen der Bank of Amerika müssen die Amerikaner daher in den nächsten zehn Jahren 4,5 Billionen neue Schulden aufnehmen, indem sie Anleihen emittieren. Damit die Investoren bereit sind, diese gigantische Schuldenaufnahme zu finanzieren, gäbe es laut Bank of America nur zwei Möglichkeiten: erstens müssten die Renditen (Zinsen) für US-Staatsanleihen um 120 Basispunkte steigen (entspricht 1,2% – am Anleihemarkt gigantisch viel!) – oder die Aktienmärkte müssten 30% fallen, mithin also Panik an den Aktienmärkten herrschen, damit die Investoren bereits seien, zu den derzeitig sehr niedrigen Renditen US-Staatsanleihen zu kaufen.

Dass Anleihemärkte und Aktienmärkte derzeit tendenziell beide nach oben laufen, ist vorwiegend den immer dominanteren Risk parity-funds geschuldet: das sind Fonds, die sowohl Aktien als auch Anleihen kaufen und dabei meist eine bestimmte Relation zwischen Aktiengewichtung und Anleihegewichtung einhalten.

Die Vergangenheit zeigt, dass ein langer Gleichlauf zwischen Anleihen und Aktien nicht sehr lange Bestand hat, ab einem bestimmten Punkt geht es dann wieder in die „normale“ Richtung, also entweder steigen Anleihen, wenn Aktien fallen – oder eben umgekehrt. Bleibt also nur die nicht ganz unwesentliche Frage, was steigt und was fallen wird. Mit dem massiven Geldbedarf der USA ist nun ein Player im Spiel, der die Spieregeln der Märkten ändern dürfte – was bislang jedoch kaum jemand bewusst sein dürfte!

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktien

Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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