Folgen Sie uns
  • Club der Trader
  • Börsenseminar
  • marketsx

Allgemein

Öffentliche Schulden – 40 Milliarden Euro in 12 Monaten – Sachsen bald schuldenfrei, Hamburg als einziges Bundesland mit Schuldenzuwachs

Veröffentlicht

am

Öffentliche Schulden werden in Deutschland derzeit aus nachvollziehbaren Gründen spürbar abgebaut. In allen Bereichen sinken derzeit die Schuldenstände. Addiert man den gesamten Staatsapparat aus Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen, so ist die Schuldenlast laut Statistischem Bundesamt vom 1. Quartal 2017 auf das 1. Quartal 2018 um 40,1 Milliarden Euro oder 2% gesunken auf 1,948 Billionen Euro. Im Vergleich vom 4. Quartal 2017 auf das 1. Quartal 2018 war es ein Rückgang von 18 Milliarden Euro oder 0,9%.

Alle vier Teilbereiche bauen Schulden ab. Sogar finanziell schwache Bundesländer wie das Saarland, Bremen oder Berlin schaffen es Schulden abzubauen. Als einziges Bundesland verzeichnet Hamburg einen Schuldenzuwachs von 1,6% im Jahresvergleich. Anders als vom neuen Hamburger Bürgermeister jüngst verkündet, scheint es in Hamburg finanziell nicht so rosig und solide zu laufen. Natürlich muss die Lage in der Hansestadt immer in Verbindung mit der Neuverschuldung betrachten, die durch die gigantischen Garantiezahlungen für die HSH Nordbank entstehen.

Und diese Kosten laufen weiter. Just in diesen Tagen wird Hamburg genau wie Schleswig-Holstein jeweils weitere 3 Milliarden Euro Schulden machen um die Haftungszahlung für die HSH endgültig erfüllen zu können. Aber halt – Schleswig-Holstein konnte trotz der gleich großen Belastung durch die HSH in Sachen Neuverschludung exakt bei +-0 landen in der heutigen Verkündung. Warum konnte Hamburg das nicht schaffen? So gut hat man in Hamburg wohl doch nicht gewirtschaftet. Sachsen hat schon seit geraumer Zeit enorm hohe Prozentraten beim Abbau seiner Schulden. Im aktuellen Jahresvergleich sind es -19,7%. Die jetzt noch vorhandenen 1,4 Milliarden Euro Schulden sollte man in überschaubarer Zeit abbauen können. Dann lebt man in einem schuldenfreien Bundesland – welch große Vorteile das haben wird!

Öffentliche Schulden

Hier das Statistische Bundesamt im Wortlaut zu den einzelnen Teilbereichen:

Der Schuldenabbau fand auf allen Ebenen statt. Die Verschuldung des Bundes verringerte sich gegenüber dem Ende des ersten Quartals 2017 um 12,4 Milliarden Euro beziehungsweise 1,0 % auf 1 232,4 Milliarden Euro. Der Bund konnte seine aufgenommenen Kassenkredite um 8,5 Milliarden Euro (– 30,3 %), seine Kredite um 2,0 Milliarden Euro (– 4,3 %) und seine Wertpapierschulden um 1,9 Milliarden Euro (– 0,2 %) abbauen.

Einen noch stärkeren Rückgang verzeichneten die Länder: Sie waren zum Ende des ersten Quartals 2018 mit 578,4 Milliarden Euro verschuldet. Das entspricht einem Rückgang um 4,0 % beziehungsweise 24,1 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresquartal. Hohe prozentuale Rückgänge gab es in Sachsen (– 19,7 %), Baden-Württemberg (– 19,2 %), Brandenburg (– 9,0 %), Bayern (– 5,9 %) und Hessen (– 4,6 %). Einen wesentlichen Anstieg meldete nur Hamburg (+ 1,6 %). Dafür waren hauptsächlich Schuldenaufnahmen im Zusammenhang mit dem Komplex um die HSH Nordbank verantwortlich.

Der Schuldenstand der Gemeinden und Gemeindeverbände sank gegenüber dem Ende des ersten Quartals 2017 um 2,5 % (– 3,6 Milliarden Euro) auf 137,5 Milliarden Euro. Mit Ausnahme des Saarlands (+ 0,3 %) haben die Gemeinden und Gemeindeverbände aller anderen Länder ihre Schuldenstände reduziert. Die prozentualen Rückgänge waren in Mecklenburg-Vorpommern (– 11,4 %), Sachsen (– 7,0 %), Thüringen (– 5,5 %), Sachsen-Anhalt (– 4,0 %) und Nordrhein-Westfalen (– 3,3 %) besonders hoch.

Die Sozialversicherung war zum Ende des ersten Quartals 2018 mit 432 Millionen Euro verschuldet. Das waren 2,0 % beziehungsweise 9 Millionen Euro weniger als am Ende des ersten Quartals 2017.

11 Kommentare

11 Comments

  1. frank

    26. Juni 2018 14:25 at 14:25

    Mit 40 Milliarden können wir unsere Neuen Einwohner 2 Jahre lang finanzieren oder einfach zusätzlich 200.000 importieren.

  2. GN

    26. Juni 2018 14:54 at 14:54

    …soweit diese kurze Momentaufnahme, die mich an den größten Finanzversager der Nation, Thilo Sarrazin, erinnert. Nachdem dieser Versager alles in Grund und Boden gespart hatte, konnte er 2006 mit Ach und Krach einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen. Nachdem man dieses „Finanzgenie“ 2009 zur Bundesbank weglobte, stellte man fest, daß der Tolle Finanzsenator wieder ein Haushaltsloch von 9 Milliarden EUR seinen Nachfolgern hinterließ….

    Zudem hat er durch die vorsätzliche Zerstörung des Berliner sozialen Wohnungsbaus, einen Schaden von 1 Mrd. EUR verursacht. Leidtragende seiner tollen Politik sind natürlich die Habenichtse….SPD halt, da fühlt man sich den Reichen veroflichtet…

  3. burberg

    26. Juni 2018 15:08 at 15:08

    Das ist richtig, dass man spart. Dann kann man nachher wenigstens einen kleinen Teil der geplatzten Target 2 Schulden der Nachbarn ausgleichen.
    Ich würde auf Deubel komm raus investieren in Straßen, Schulen, Netze usw, am Besten, man gibt die Aufträge an die Europäischen Nachbarn, um die Targetzahlen zu egalisieren. Nach dem großen Knall hat man dann wenigstens was, was man noch sehen und anfassen kann.

    • tm

      26. Juni 2018 15:21 at 15:21

      Nehmen wir mal an, die Target2-Forderungen verfallen teilweise: Weshalb werden dann Ihrer Meinung nach aus den bisherigen Forderungen auf einmal Verbindlichkeiten, die man erfüllen muss – und vor allem gegenüber wem?

      • burberg

        26. Juni 2018 16:23 at 16:23

        @tm Sei so nett und schau das mal unter Professor Sinn nach, das würde hier den Rahmen sprengen.
        In Kurzform, ich dir Geld leihen,Du kaufen Waren bei mir mit dem geliehenen Geld, Du gehen insolvent, ich schauen in Röhre.

        • tm

          26. Juni 2018 16:52 at 16:52

          🙂 oh man:
          In Kurzform: ich dir Geld leihen,Du kaufen Waren bei mir mit dem geliehenen Geld, Du gehen insolvent, ich schauen in Röhre, du nicht haben nun auf einmal Schulden, sondern nur keine Forderung mehr…

          Also nochmals, weil das anscheinend schwer zu verstehen ist: Wenn eine Forderung ausfällt, wird daraus keine Verbindlichkeit. Die Forderung ist dann eben weg. Wenn also die Target2-Forderungen teilweise ausfallen, steigen dadurch nicht die Schulden.

        • Petkov

          26. Juni 2018 17:16 at 17:16

          Aus einer Forderung wird dann eine Verbindlichkeit, wenn jemand so dumm war, Bürgschaften einzugehen. Und genau das hat ja Merkelistan über verschiedenste Rettungsschirme und sonstige perverse Konstrukte getan. Geht zugegebenerweise etwas über das Thema Target2 hinaus und betrifft weniger eine bilaterale Beziehung, sondern ist vielmehr im Kontext der Währungsgemeinschaft zu sehen, aber die Grundaussage ist ja an sich nicht falsch.

          Aber @TM, ich wundere mich aktuell, warum Sie sich so erbittert über kleinste Rechtschreibfehler echauffieren, aber ein paar hundert Milliarden als „Peanuts“ ansehen. Die Einstellung finde ich jedoch keineswegs falsch. Leeren Sie bitte sofort all Ihre Konten, bitte auch Dispokreditrahmen ausschöpfen, packen Sie alles in ein Kofferchen (bitte kleine Scheine) und sagen Sie mir, wo wir uns treffen. Ich nehme alles und zahle es natürlich brav zurück. Auch mit Zinsen, null problema, Kollega. Musst du nur bissle warte, weißt du… Ich zahlen zurück, ich schwör’s, Mann.

          • tm

            26. Juni 2018 17:31 at 17:31

            oh man oh man, jetzt wird es haarsträubend. Sie haben sonst nicht viel mit Finanzen zu tun, oder?

            Sie gestehen es doch letztlich ein, dass eine Forderung, die ausfällt nicht zur Verbindlichkeit wird. Und mit Target2 hat das ohnehin nichts zu tun, sondern wenn überhaupt mit Bürgschaften, wie Sie ja nun auch zugeben.

            Also mal gaaaaanz langsam: Bei Leistungsbilanzüberschüssen entsteht immer eine Forderung des Überschusslandes gegenüber dem Defizitlanz. Da Deutschland seit ca. 15 Jahren erhebliche LB-Überschüsse erwirtschaftet, beträgt die deutsche Nettoauslandsposition ca. 2 Bio. Euro – davon machen die Target-Salden knapp die Hälfte aus. Nun wunder ich mich ein wenig, dass Sie die Target-Beträge offenbar als riskanter ansehen als etwa Forderungen gegenüber der Türkei oder der Ukraine. Sie scheinen sogar davon auszugehen, dass alle Euroländer pleite gehen und 0% der Schulden jemals bedient werden. Das halte ich vorsichtig gesagt für eine sehr gewagte Annahme.

            Wenn Sie keine Forderungen gegenüber dem Ausland wollen – was ich nachvollziehen könnte – müsste Deutschland dauerhaft eine ausgeglichene LB aufweisen und zunächst einmal über Jahre hohe Defizite. Wie wollen Sie das erreichen?

            Und nein, ich echauffiere mich nicht erbittert über kleinste Rechtschreibfehler – ich weise lediglich darauf hin, wenn ich in den Texten der Redaktion welche finde. Daraufhin echauffieren sich Leute wie Sie erbittert über mich.

          • Petkov

            27. Juni 2018 07:33 at 07:33

            Ich hoffe Sie haben „sonst nicht viel mit Finanzen zu tun“, vor allem nicht beruflich, ansonsten wären Sie ein Paradebeispiel für die negativen Auswirkungen des Fachkräftemangels. Damit Deutschland herbe Verluste erleidet, ist es nicht erforderlich, dass alle €-Länder pleite gehen. Und selbstverständlich ist es wegen des hirnrissigen Rettungsschirmschlamassels möglich, dass Deutschland eigene Forderungen quasi selber begleichen muss (und die der anderen €-Partnern). Da Deutschland überdurchschnittlich hohe Bürgschaften eingegangen ist, kann man durchaus sagen, dass beispielsweise Österreichs Forderungen gegenüber Italien teilweise Deutschlands Verbindlichkeiten sind. Bilanztechnisch ist es zwar etwas anders, aber Bilanzen sind heutzutage leider dafür da, um frisiert zu werden.

            Es geht darum, offen die praxisnahen Auswirkungen politischen Versagens anzuprechen und nicht begriffliche Haarspalterei zu betreiben. In diesem Sinne muss ich @Burberg grundsätzlich zustimmen und genau das war die Intention meines Beitrags.

            Ach übrigens: dass Sie die Türkei und die Ukraine bzgl. der Kreditwürdigkeit in einen Topf schmeißen, zeigt nur wie umnebelt Ihr finanzpolitischer Durchblick ist. Bei allen politischen, kulturellen und religiösen Bedenken gegenüber der Türkei, muss jeder einsehen, wie stark ihre Wirtschaft eigentlich ist. Was dort alles produziert und exportiert wird, ist beachtlich. Dazu kommt der Tourismus usw. Und nicht zuletzt die stärkste Armee Europas. Fazit: manche Target2-Forderungen halte ich absolut für riskanter als die Forderungen gegenüber der Türkei.

  4. tm

    27. Juni 2018 08:10 at 08:10

    „. Bei allen politischen, kulturellen und religiösen Bedenken gegenüber der Türkei, muss jeder einsehen, wie stark ihre Wirtschaft eigentlich ist. “

    Dumm nur, dass die TRY alleine in den letzten 5 Jahren um über 50% gegenüber dem Euro abgewertet hat und die deutschen Forderungen gegenüber der Türkei nun entsprechend weniger wert sind. Prima, wie gut Sie sich auskennen…. schonmal ne Uni von innen gesehen?

  5. Wolfgang M.

    27. Juni 2018 08:42 at 08:42

    Nur ein bisschen Faktisches zur wirtschaftlichen Situation der Türkei. Das Land ist mit 337 Mrd. $ im Ausland verschuldet. Diese Summe entsprach vor zwei Jahren den Gegenwert von 1000 Mrd. türk. Lira, letzte Woche aber schon 1600 Mrd. Deshalb ist dieses Land eines der meist betroffenen Staaten einer weiteren Dollarstärke.
    Gruß

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

EZB – bis zum bitteren Ende

Veröffentlicht

am

Es gibt dieses schöne Zitat: „Wahnsinn ist, wenn man immer wieder das Gleiche tut, aber andere Resultate erwartet.“ Exakt dies scheint seit der Finanzkrise 2008 das Motto der EZB zu sein. Anders kann man sich die immer gleiche und doch nicht wirkende Medikation der Notenbank nicht erklären. Denn die letzte Krise entstand auf Grund zu niedriger Zinsen und zu viel billigen Geldes. Nichtsdestotrotz lautet die Devise der Europäischen Zentralbank (EZB): noch niedrigere Zinsen und noch mehr billiges Geld. Diese irrsinnige Politik wird gnadenlos scheitern. Man kann Probleme mit der Druckpresse in die Zukunft verschieben, jedoch keinesfalls lösen.

Friedrich und Weik über die Politik der EZB
Marc Friedrich und Matthias Weik.

Im Gegensatz zu den US-Kollegen der FED hat die EZB die Zinsen nach der Krise nicht wieder erhöht. Ganz im Gegenteil. Draghi wird in die Geschichtsbücher eingehen als der erste EZB Chef, der die Zinsen nie erhöht, sondern immer nur gesenkt hat. Somit haben wir seit 2016 den Nullzins, und die Banken zahlen sogar Strafzinsen für ihre Einlagen bei der EZB. Die Auswirkungen sind seit Jahren zu spüren. Viele Banken haben Kontoführungsgebühren eingeführt, Filialen werden geschlossen, Bankautomaten abgebaut, der Service eingedampft und Fusionen finden statt. Zuletzt sogar zwischen einer Sparkasse und einer Volksbank! Und jetzt hat der Italiener Mario Draghi, wie von uns prognostiziert, uns ein bitteres Abschiedsgeschenk bzw. seiner Nachfolgerin Christine Lagarde ein Willkommensgeschenk gemacht. Er hat den Einlagenzins abermals gesenkt auf -0,5 Prozent, und ab November beginnt das neue Aufkaufprogramm im Volumen von 20 Milliarden pro Monat. Das letzte Aufkaufprogramm hatte ein Volumen von 2,59 Billionen Euro und wurde erst Ende 2018 beendet. Keine neun Monate später sieht man sich schon wieder gezwungen, ein neues Programm zu starten. Wie viele Beweise benötigen unsere Politiker noch für die Einsicht, dass der Euro sterbenskrank ist? Ab dem 1. November wird die Europäische Zentralbank dann, unter ihrer neuen Herrscherin Christine Lagarde, mit per Computer selbst erschaffenem Geld noch mehr Anleihen von faktisch bankrotten Staaten wie beispielsweise Italien oder Griechenland sowie Anleihen von sogenannten Zombieunternehmen, welche längst pleite sein müssten, kaufen. Kurzum, die EZB wird alles unternehmen, um die Insolvenzverschleppung weiter voranzutreiben und das zum Scheitern verurteilte Währungsexperiment Euro am Leben zu erhalten.

Der Euro zerstört Europa, unseren Wohlstand und unsere Banken

Fakt ist: Der Euro trennt Europa, anstatt es zu einen. Der Euro ist viel zu schwach für Deutschland und viel zu stark für die Länder Südeuropas. Während Deutschland einen Zinssatz im positiven Bereich benötigt (3-4 Prozent), benötigen die Länder Südeuropas einen Zinssatz von minus 5 Prozent und mehr. Damit die Länder Südeuropas wieder Wettbewerbsfähigkeit erlangen können, müssten sie ihre eigenen Währungen kräftig abwerten können. Dies ist im Zins- und Währungskorsett der Eurozone jedoch unmöglich. Folglich werden die Länder Südeuropas unter dem Euro volkswirtschaftlich niemals auf die Beine kommen. Es ist also vollkommen egal, wie viel Geld noch von Nord- in Richtung Südeuropa transferiert wird.

Der Euro ist alles andere als eine stabile Währung. Seit seiner Einführung hat er bereits 30 Prozent seiner Kaufkraft verloren. Auf Grund der Niedrigzinsphase bluten nicht nur Sparbuchbesitzer, Lebensversicherer, sondern auch Kranken-, Renten- und Pensionskassen.

Die EZB erkauft sich lediglich teuer Zeit auf Kosten der Bürger und der Banken. Die Mehrbelastung durch die 0,1% Zinssenkung wird die deutschen Banken 600 Millionen Euro im Jahr kosten. Aktuell liegen bei der EZB ca. 600 Milliarden Euro, und die Kosten der Banken belaufen sich somit auf 2,4 Milliarden Euro im Jahr. Zukünftig müssen die Banken der EZB 3 Milliarden überweisen. Wie lange das noch stemmbar ist, steht in den Sternen. Wir gehen von weiteren Gebühren, Fusionen und einem breiten Bankensterben aus. Unsere Hauptkandidaten sind immer noch die Commerzbank und Deutsche Bank.

Der Sparer ist dank der EZB der Dumme – Altersarmut vorprogrammiert

Die Folgen der EZB-Politik sind schwerwiegend. Wer spart wird bestraft. Wer Schulden macht wird belohnt. Sollten die Menschen in Deutschland tatsächlich anfangen, nicht nur ihr Erspartes zu verkonsumieren, sondern auch noch Schulden zu machen und folglich nichts mehr für das Alter zurückzulegen, dann wird eine Altersarmutswelle auf uns zukommen, die jegliche Vorstellungskraft übersteigt. Wer das in Kauf nimmt, um den zum Scheitern verurteilten Euro am Leben zu erhalten, der handelt nicht nur unvorstellbar unverantwortlich, sondern hochgradig unsozial.

Aktien- und Immobilienpreise werden weiter nach oben getrieben

Mehr denn je werden die Banken gezwungen sein, noch großzügiger bei der Kreditvergabe zu sein. Folglich werden sich noch mehr Bürger vollkommen überteuerte Immobilien kaufen, die sie sich überhaupt nicht leisten können, mit Geld, das sie eigentlich gar nicht haben und auch niemals bekommen dürften. Die Preise für Eigentumswohnungen haben sich bereits in den sieben größten Städten seit 2009 beinahe verdoppelt. Dieser Trend wird weiterhin anhalten, bis die Blase platzt. Die gravierenden Folgen einer geplatzten Immobilienblase mussten viele Menschen insbesondere in den USA, Irland, Spanien… am eigenen Leibe erfahren. Parteien die sich einerseits über steigende Mieten beschweren und den Mietpreisdeckel fordern und andererseits den Euro unterstützen, haben jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Böse Zungen würden diese sogar als Heuchler bezeichnen. Auch an den Aktienmärkten wird das viele billige Geld für eine noch größere Blase sorgen. Die ETF-Fonds haben sich seit der Finanzkrise sogar verfünfeinhalbfacht (von 716 Milliarden auf über 4,68 Billionen Dollar). Das Platzen der Blase an den Aktienmärkten wird 2009 bei weitem in den Schatten stellen.

Drastische Negativzinsen, Aufkauf von Aktien und Bankenunion werden kommen

Anstatt das Währungsexperiment Euro zu beenden, müssen wir uns auf weitere drakonische Maßnahmen gefasst machen. Die EZB und die EU werden alles unternehmen, um den Euro um jeden Preis, so lange wie möglich am Leben zu erhalten und ihr eigenes Scheitern soweit wie möglich in die Zukunft hinauszuschieben. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, bis die Zinsen kontinuierlich weiter gesenkt werden und die Aufkaufprogramme weiter nach oben gefahren werden. Wir gehen von einem Negativzinssatz von bis zu minus 5 Prozent aus. Dies ist jedoch ausschließlich möglich, wenn Bargeld massiv begrenzt wird. Bargeldabhebungsbeschränkungen werden die Folge sein. Mit Sicherheit wird das Aufkaufprogramm weiter nach oben gefahren. Die EZB wird zukünftig nicht nur Anleihen, sondern so wie die Schweizer Nationalbank (SNB) auch noch Aktien kaufen.

Die SNB besitzt mittlerweile Aktien von 6600 Unternehmen. Allein der Wert des Bestands an US-Aktien beläuft sich auf knapp 90 Milliarden Dollar. Spätestens dann sind dem Wahnsinn Tor und Tür geöffnet und wir leben endgültig im Zeitalter der Planwirtschaft der Notenbanken. Ferner wird die deutsche Politik die Bankenunion in Zukunft nicht mehr aufhalten. Dies bedeutet, dass wir Sparer in Zukunft auch für die maroden Banken Südeuropas haften werden. Spätestens dann ist es unabdingbar, sein Erspartes von der Bank zu nehmen. Vorausgesetzt, dass dies zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch möglich sein sollte.

Unsere Prognosen:

Sobald die Rezession in der Eurozone voll einschlägt, werden die Zinsen weiter erheblich gesenkt

die Aufkaufprogramme werden drastisch nach oben gefahren

die Target2 Verbindlichkeiten Deutschlands werden die 1 Billionenmarke reißen

Immer mehr Banken werden in Europa von der Bildfläche verschwinden und die Großbanken Europas werden vollkommen den Anschluss an die Weltspitze verlieren

Die Finanzmarktblasen werden weiter aufgepumpt – Aktien, Anleihen, ETF´s und Immobilien

Der Euro wird scheitern bis spätestens 2023

Dexit langfristig weniger teuer

Offenkundig wird bis zum bitteren Ende am Euro festgehalten. Wie lange wird es noch dauern, bis die Politiker erkennen, dass das Währungsexperiment Euro zum Scheitern verurteilt ist? Wir gehen nur noch von wenigen Jahren aus. Bis spätestens 2023 ist das Spiel ausgereizt. Allerdings wird es weitaus schneller gehen, wenn die Politik so weiter macht wie bisher. Eine zweite Rezession wird der Euro nicht überleben und die EZB nicht auffangen können. Wann werden die Politiker endlich erkennen, dass der Euro Europa trennt, anstatt es zu einen? Wie lange wird die volkswirtschaftliche Schadensmaximierung noch vorangetrieben? Wann wird sich die Erkenntnis durchsetzen, dass der Dexit aus der Eurozone die langfristig definitiv weniger teure Lösung sein wird. Es ist jetzt an der Zeit, den Euro kontrolliert abzuwickeln, denn kollabiert der Euro unkontrolliert, werden die Kosten – gesellschaftlich wie monetär – um ein Vielfaches höher. Zweifellos wird uns ein Dexit viele eisenharte und verlorene Jahre bescheren. Ein unkontrollierter Zusammenbruch der Eurozone jedoch Chaos und weit mehr als eine verlorene Dekade. Es ist an der Zeit, der Realität ins Auge zu blicken und noch größeren Schaden von Deutschland und Europa abzuwenden. Wie lange werden die Bürger dieses Landes das Experiment Euro noch mittragen, oder besser gesagt: Wie lange sind sie noch gewillt, für den Irrsinn zu bezahlen?

Anlegertipps

Jetzt heißt die Devise: Absichern, Gegengewichte aufbauen und Diversifikation! Raus aus festverzinslichen Wertpapieren und rein in Sachwerte. Solange es noch möglich ist Geldmetalle (Gold und Silber) kaufen, denn die EZB kann unendlich viele Euros aber kein Gramm Gold oder Silber drucken. Solange Geld gedruckt wird, werden die Aktienmärkte weiter steigen. Dennoch kann das Platzen der Blase nicht auf Ewigkeit in die Zukunft gedruckt werden. Dasselbe gilt für Immobilien. Wer jetzt noch kauft, der muss sich überlegen, ob er in Zukunft noch einen dummen Käufer findet, der noch mehr dafür bezahlt.

Marc Friedrich & Matthias Weik
Unser neues Buch „Der größte Crash aller Zeiten“ ist vorbestellbar.

friedrich-weik.de
https://www.youtube.com/friedrichweik
twitter.com/FRIEDRICH_WEIK
https://twitter.com/marcfriedrich7
https://www.youtube.com/friedrichweik
https://www.instagram.com/friedrich_weik/
facebook.com/friedrichundweik

weiterlesen

Allgemein

Deutscher Michel, bitte privat vorsorgen? Die unfassbaren Aktien-Steuerideen des Olaf Scholz

Veröffentlicht

am

Von

Wie oft hat man es gehört in den letzten Jahren aus der hohen deutschen Politik? Der deutsche Rentenanspruchsberechtigte solle doch bitte aufgrund zu erwartender geringer Renten privat vorsorgen. Also, alles rein in Aktien und Aktienfonds? Grundsätzlich spräche doch nichts dagegen? Unser Bundesfinanzminister Olaf Scholz schießt derzeit aber den Vogel ab. Seit Wochen mehren sich die Anzeichen für immer absurdere Steuerpläne, die gerade den Kleinsparer massiv treffen werden, der wie von der Politik gefordert seine Altersvorsorge selbst in die Hand nimmt, und zum Beispiel Aktien oder Aktienfonds kauft.

Derzeit ist es ganz normal bei Aktienanlagen. Verluste können steuerlich geltend gemacht werden. Was als Gewinn übrig bleibt, wird letztlich versteuert. Aber die Beamten des lieben Olaf haben sich da was Geniales ausgedacht. Wenn Aktiengesellschaften ganz pleite gehen, und der Anleger also einen 100% Totalverlust erleidet, soll er diese Verluste nicht mehr von Gewinnen aus anderen Aktienanlagen abziehen können (Referentenentwurf zum sogenannten Jahressteuergesetz 2019). Das Gleiche soll auch für Anleihen gelten, wo die Gläubiger die Rückzahlung der Anleihe bei Fälligkeit nicht mehr leisten können. Wie absurd! Unfassbar! Wer also noch kurz vor der Insolvenz eines Unternehmens davon Wind bekommt, schnell verkauft und mit seiner Geldanlage „nur“ 99% Verlust macht, kann diesen Verlust steuerlich geltend machen. Aber derjenige, der es zu spät merkt und 100% Verlust macht, kann diesen Verlust nicht mehr geltend machen? Einfach unfassbar!

Finanztransaktionssteuer

Aber das ist nur eine Kleinigkeit im Vergleich zur geplanten Finanztransaktionssteuer. Wie es das Wort schon sagt, sollen Aktientransaktionen besteuert werden. Also eine Umsatzsteuer. Aber Derivate sollen nicht besteuert werden. Der „brave“ deutsche Michel, der langfristig Geld anlegen will fürs Alter, zahlt also eine Steuer. Der Zocker, der Optionen, Futures und Sonstiges handelt, bleibt von der Steuer unberührt. Noch absurder geht es nicht Olaf Scholz! Und das wäre ja noch was. Die Fondsgesellschaften, die für den Kleinsparer Aktien kaufen, müssen diese Steuer dann ja folglich auch zahlen. Somit würden sich die Renditen sehr langfristig orientierter Sparer spürbar vermindern. Wer also fürs Alter anlegen will, indem er in Fonds geht, ist der Dumme. Tja, die EZB hat die Zinsen auf dem guten alten Sparbuch abgeschafft. Also rein in Aktien? Nein, da wartet schon Olaf Scholz.

Die Folge könnte sein, dass der Deutsche, der ohnehin eher ein Aktienmuffel ist, sich noch mehr aus Geldanlagen in Aktien oder Aktienfonds verabschiedet. Die Folge: Der Anteil ausländischer Investoren in deutschen Aktiengesellschaften steigt noch weiter, und somit können Entscheidungen über deutsche Unternehmen noch stärker von zum Beispiel Hedgefonds an weit entlegenen Orten getroffen werden, welche wohl kaum das Gemeinwohl hier vor Ort im Sinn haben. Schauen Sie hier zu dem Thema ab Minute 1:00 auch das folgende interessante Video von Mission Money an.

Finden Sie auch hier gerne weitere Infos zu dem Thema.

weiterlesen

Allgemein

Handelskrieg – darum darf er niemals enden

Veröffentlicht

am

Die Hoffnung, mit einer Befriedung im Handelskrieg würden die konjunkturellen Sorgen verschwinden und die Märkte weiter haussieren, ist ein Irrglaube. Schaut man sich die jüngste Entwicklung an den Rentenmärkten an, versteht man warum.

Handelskrieg und naive Vorstellungen

Mit den zunehmenden Entspannungssignalen aus Beijing und Washington, D.C schießen neben den Aktienmärkten auch die Zinsen wieder nach oben und im Gegenzug fallen die Kurse der Anleihen. Am 3. September dieses Jahres markierten die Zinsen für zehnjährige US-Staatsanleihen ein neues Rekordtief bei 1,43 Prozent. Seitdem stieg der Zins im Zuge der Hoffnungen auf einen Handelsdeal (die Konjunkturdaten waren dagegen eher gemischt) wieder auf 1,9 Prozent an:

Handelskrieg Grafik

Die Kurse der Rentenpapiere fielen im Gegenzug dynamisch ab:

Die im Chart dargestellten prozentualen Verluste der langlaufenden US-Staatsanleihen sehen zwar auf den ersten Blick unspektakulär aus, man muss sich aber die Dimension dieses Marktes vergegenwärtigen: Die weltweit ausstehenden Schulden erreichten im 1. Quartal 2019 ein Volumen von 246,5 Billionen USD (Total Debt Outstanding). Der weltweite Markt für börsengehandelte Schuldpapiere ist dreimal größer als der für Aktien. Die Staatsschulden der USA belaufen sich auf aktuell 22,56 Billionen US-Dollar, das entspricht 106 Prozent des BIP. Die Gesamtverschuldung Amerikas liegt aktuell bei schwindelerregenden 74,2 Billionen US-Dollar oder 325 Prozent des US-BIP. Diese Schuldenlast kostet jährlich 3,5 Billionen US-Dollar an Zinsen, mit weiter steigender Tendenz. Da tut jeder minimale Zinsanstieg weh, nicht nur in Amerika. Bekommt der Anleihemarkt also einen Schnupfen, kriegt die Wirtschaft eine Grippe.

It´s the debts, stupid

In der nächsten Zeitreihe sieht man, dass sobald die Zinsen leicht rückläufig sind, der Trend zum Schuldenaufbau wieder anspringt. Dies ist auch notwendig, da ohne neue Schulden kein Wachstum mehr möglich ist. Das bedeutet aber auch, dass die Zinssensitivität der Weltwirtschaft sukzessive ansteigt.

Globale Schulden und Handelskrieg

Das wiederum ruft böse Erinnerungen an das zweite Halbjahr 2018 wach, wo nicht etwa der Handelskrieg zu dem enormen Stress an den Märkten und bei US-Verbrauchern führte, sondern steigende Leitzinsen der Fed und steigendende Anleihezinsen an den Kapitalmärkten.
Fakt ist, dass der Handelskrieg erst ab Mai dieses Jahres zum Problem wurde, vorher waren nur marginale Zölle in Kraft und ein Deal zwischen den beiden Handelsmächten war realistisch (dachte man). Außerdem träumten die Märkte, speziell in den USA, damals noch von zweistelligen Gewinnsteigerungen bei den S&P 500 Konzernen.

Der hauptsächlich durch den Zinsanstieg bedingte Einbruch an den Aktienmärkten zwang die Fed kurz vor Weihnachten schlussendlich dazu, ihren Versuch der Zinsnormalisierung abzubrechen und die Bilanzreduzierung auf den Prüfstand zu stellen. Vom 19. Juni bis zum 7. November 2018 stiegen die Zinsen zehnjähriger US-Staatsanleihen von 2,8 Prozent auf in der Spitze 3,25 Prozent an – zu viel für die Märkte. Erst danach, im Zuge wieder deutlich sinkender Anleihezinsen, konnte sich der Aktienmarkt erholen.

Im übergeordneten Bild bleibt es dabei: über das Wohl und Wehe der Weltwirtschaft entscheiden die Zinsen – wegen der historisch einmaligen Rekordverschuldung im Verhältnis zum Welt-BIP. Schießen die Zinsen durch das Ende des Handelskriegs nach oben, so wie man es aktuell schon ansatzweise beobachten kann, wäre die anschließende Erholung der Konjunktur von sehr kurzer Dauer.
Steigen nämlich die Zinsen relativ zu ihren Tiefstständen im Zuge eines Handelsfriedens zwischen China und den USA wieder an, wird das weitere Schuldenwachstum gebremst und damit das Wirtschaftswachstum erneut stark belastet. Damit wären die Kosten durch ansteigende Zinsen und Verluste durch sinkende Anleihekurse größer als der Nutzen eines wieder freieren Welthandels.

Fazit

Setzt sich der jüngst gesehene Trend fort, bei dem das übervolle Boot der Anleihemärkte sich zügig leert und die Zinsen am Kapitalmarkt in der Folge eines Handelsfriedens wieder ansteigen, wäre das für das Wachstum der überschuldeten Weltwirtschaft der Sargnagel. Daher wäre es unter diesem Aspekt besser, man ließe die Luft aus dem Rentenmarkt nicht heraus und der reale Handelskrieg jenseits versöhnlicher Gesten würde andauern.

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen