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Ölpreis an der 40 Dollar-Marke: Wir erinnern uns an Herrn Al-Naimi…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Ölpreis (WTI im Mai) schwankt derzeit grob gesagt um die 40 Dollar-Marke herum. Am Freitag war er sogar schon auf 42,50 Dollar gelaufen. Da möchten wir nochmal an die Aussagen eines gewissen Herrn Al-Naimi erinnern, seines Zeichens Öl-Minister von Saudi-Arabien und somit die wichtigste Person am globalen Ölmarkt. Im Februar sagte er auf einer großen Öl-Konferenz in Houston vor der versammelten amerikanischen Fracking-Industrie der Markt werde sie (die Fracker) zermalmen, weil sie eben nicht die Kostenstruktur hätten einen lange andauernden Preiskrieg zu überleben – dieser könne bei 20 Dollar pro Barrel enden…

Mit „Kostenstruktur“ ist letztlich der Break Even gemeint, also wo genau die Gewinnschwelle bei der Ölproduktion liegt. Wie mehrere große Fracking-Unternehmen aus den USA in den letzten Wochen sagten, liegt ihr Break Even um die 40 Dollar-Marke herum, nachdem man in den letzten 1 1/2 Jahren immense Kostensenkungen vorgenommen und die Technik des Frackens optimiert hatte.

Saudi-Arabien produziert für deutlich unter 20 Dollar, je nachdem welche Kosten man alle in die Förderkosten einbezieht. Und viele Fracker fördern auch zu höheren Kosten als 40, aber erst einmal schwirrt die 40er-Marke als runde Summe für den Break Even durch die Branche. Es ist kaum vorstellbar, dass die Saudis nur schmollend in der Ecke sitzen und zuschauen, wie der Ölpreis nachhaltig über 40 oder 50 Dollar steigt. Mit Preisen von 35 Dollar könnten sie mittelfristig wohl leben, bis auch die letzte Frackingbude pleite gegangen ist.

Dieses Szenario sollte man sich immer vor Augen halten, wenn man jetzt als Ölbulle mit leuchtenden Augen auf die angeblich große Ölkonferenz wartet, die im April stattfinden soll in Doha, Katar. Dort wollen angeblich zum 1.000 Mal die Ölproduzenten von OPEC und Nicht-OPEC die wirkliche reale Einfrierung der Fördermenge erreichen. Werden die Saudis in der Realität wirklich ihre Fördermenge einfrieren?

Die Zocker an den US-Terminbörsen sprühen jedenfalls gemäß der jüngsten Daten der CFTC nur so vor Optimismus. Sie sind für Öl so bullisch wie sei Juni 2015 nicht mehr, was man an den Überhängen bei den Long-Positionen in Öl-Futures und Optionen ablesen kann. Letzte Woche sind die Netto-Longs gegenüber der Vorwoche um 17% gestiegen. Neue Longs wurden nur wenig eingegangen, dafür aber die Short-Positionen massiv glattgestellt. Die offenen Shorts gingen um 20% zurück. Es ist eine Wette, eine Hoffnung auf eine endlich sinkende Fördermenge im Öl. Aber noch geht es bei dieser angeblichen Konferenz nur um eine Einfrierung der Fördermenge auf Rekordniveau, und nicht um eine Reduzierung. Und ob dabei eine wirkliche tatsächliche Einfrierung zustande kommt, darf immer noch mehr als bezweifelt werden.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Barstch

    21. März 2016 13:09 at 13:09

    Liebes FMW Redaktion,
    was ist den aus der Erkenntnis geworden Öl-Überangebot: 800.000 Barrels pro Tag fehlen?
    Vom 18. März 2016 10:44

    • Avatar

      admin

      21. März 2016 13:23 at 13:23

      Hallo Barstch,

      ja das Fehlen der 800.000 Barrels steht im Raum. Ob sie fehlen oder ob die IEA nur falsch zählt, oder ob sie in Tanks außerhalb von OECD-Staaten gelagert werden, wissen wir nicht. Diese Thematik und unser heutiger Artikel sind ja zwei Teilaspekte einer Gesamtthematik. Ob die Saudis wieder mehr fördern um die Fracker in die Pleite zu treiben, ist ja unabhängig davon zu betrachten, ob diese 800.000 fehlen.

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