Märkte

Ölpreis: Der doppelte Aufwärts-Push geht weiter

Beispielbild für eine Ölpumpe

Der Ölpreis zeigt sich nun unmittelbar vor dem Jahresende richtig robust. Wie wir schon letzte Woche berichteten, hat der US-Dollar daran maßgeblich seinen Anteil. Der folgende Chart zeigt eindrucksvoll, wie stark der US-Dollar gefallen ist. Hier sieht man den Dollar-Index (Währungskorb des Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Verlauf der letzten zehn Tage. Der Dollar-Index fällt von Donnerstag bis heute von über 97,25 auf 96,37 Indexpunkte. Ein schwacher Dollar stärkt alles, was gegen den Dollar gehandelt wird. Das spricht also auch für einen steigenden Ölpreis. Warum fällt der Dollar so deutlich? Dazu schrieb Markus Fugmann heute früh, auszugsweise hier nochmal im Wortlaut:

Warum wird der Dollar abverkauft? Die Märkte ahnen, dass die Fed ihre Absichten in Sachen Zinsanhebungen komplett begraben hat und in 2020 die Füsse still halten wird. Wenn die Fed etwas unternimmt bei den Leitzinsen, dann eher eine Senkung als eine Anhebung. Und damit schwindet der Zinsvorteil des Dollars immer mehr im Vergleich zu anderen Währungen.

Dollar-Index im Verlauf der letzten zehn Tage

Ölpreis wird von sinken den Lagerbeständen gestützt

Am letzten Freitag wurden die staatlich ermittelten Lagerbestände für Rohöl in den USA veröffentlicht mit einem Rückgang von 5,5 Millionen Barrels. Dies war deutlich mehr als erwartet (-1,7 Mio), aber auch weniger als vorher vom privaten Institut API ermittelt (-7,9 Mio). Dennoch: Nach den staatlichen Lagerdaten konnte sich der Ölpreis übers Wochenende gut halten. Schwankte WTI-Öl am Freitag immer noch knapp unter 62 Dollar, so notierte der Preis vorhin im Hoch bei 62,32 Dollar. Aktuell rutscht er ab auf 61,75 Dollar, was aber nur daran liegt, dass der US-Aktienmarkt vorhin zur Eröffnung plötzlich etwas abgerutscht ist. Der Ölpreis kann also auch schnell wieder nach oben drehen.

Im folgenden Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit August. Man sieht links im Chart das Hoch aus September bei über 63 Dollar, wo der Kurs gerade hinläuft. Es war das Hoch direkt nach den Angriffen auf die saudischen Öl-Anlagen. Der Markt hat es jetzt zum Jahresende also weit gebracht. Die OPEC hat ihre Kürzungen mengenmäßig ausgeweitet, und die zumindest für diesen Moment anzunehmende Entspannung im Handelskrieg gibt Anlass zur Hoffnung für mehr globale Öl-Nachfrage.

Aktuell helfen wie gesagt der schwache US-Dollar und die rückläufigen Lagerbestände, die entweder für mehr Öl-Nachfrage, weniger Produktion, oder beides gleichzeitig sprechen. Im Moment scheint so ziemlich alles für einen weiter steigenden Ölpreis zu sprechen (wir geben hier keine Kauempfehlung ab!). Aber es gibt nach wie vor Risikofaktoren wie zum Beispiel Donald Trump, der jederzeit den Handelskrieg wieder verschärfen kann… und zack, Aktienkurse und Ölpreis sacken schnell ab.

Ölpreis WTI seit August 2019



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