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Ölpreis dreht durch – die Nachrichtenlage überschlägt sich!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielbild einer Öl-Pumpe

Der Ölpreis dreht heute quasi durch. Die Nachrichtenlage überschlägt sich, wie wir es gestern schon vermutet hatten. Eigentlich hätte Öl heute einbrechen müssen, was zunächst auch geschah. Aber nun ist wieder eitel Sonnenschein. Um die aktuelle Lage zu verstehen, werfen wir daher erst mal ein ganz kurzen Blick zurück auf gestern.

Ölpreis verliert 13 Prozent

Der Ölpreis verlor heute früh direkt nach Eröffnung der neuen Woche mehr als 13 Prozent. Von fast genau 30 Dollar (fast 10 Dollar Anstieg letzte Woche) ging der Kurs im WTI-Öl runter auf unter 26 Dollar. Das war zu erwarten, denn am Wochenende wurde bekannt, dass die für heute angesetzte Online-Krisensitzung der OPEC und ihrer Partner auf Donnerstag verschoben wurde. Die Gerüchteküche brodelte am Wochenende wie wild, und es gibt jede Menge ungeklärter Fragen. Offenbar wollen die Russen an der angedachten Fördermengenkürzung nur mitwirken, wenn auch die US-Fracker mitmachen. Aber die sind privat organisiert, und Donald Trump kann ihnen keine Anweisungen erteilen. Also, wie soll das bitteschön funktionieren? Die Verschiebung der Konferenz ließ vor allem die Vermutung zu, dass zu viel Chaos und Uneinigkeit hinter den Kulissen herrscht.

Die Wende

Dann aber kam heute früh die Wende. Kirill Dmitriev, Chef des russischen Staatsfonds „Russian Direct Investment Fund“, sagte vor wenigen Stunden bei CNBC, dass Moskau und Riad „sehr kurz“ davor stünden sich auf einen Deal für eine Fördermengenkürzung zu einigen. Der gesamte Markt würde verstehen, dass dieser Deal sehr wichtig sei, und dass er Stabilität bringe. Tja, das ist noch lange keine Garantie für eine Einigung, so möchten wir es sagen. Aber diese Aussage bringt heute früh den Dreh im Ölpreis, und er steigt aktuell auf 27,95 Dollar. Also hat der Markt in den letzten Stunden schon wieder mehr als zwei Dollar gewonnen. Der Chart, der bis letzte Woche Dienstag zurückreicht, zeigt: Dank dieser Aussage bleibt der Ölpreis fürs Erste (!) weiter im Aufwärtstrend. Aber wie wir gestern schrieben: Die Lage bleibt verdammt instabil. Die Fallhöhe ist sehr hoch, wenn man bedenkt, dass WTI letzten Mittwoch noch bei 20 Dollar notierte! Die Erwartung an einen Erfolg (Einigung auf Fördermengenkürzung) ist im Ölpreis wohl schon zu großen Teilen berücksichtigt. Nur sehr hohe Mengenkürzungen können wohl zu einem weiteren Anstieg im Ölpreis führen.

Die Expertin Amena Bakr gibt im folgenden aktuellen Video einen Überblick über die Lage. 10 Millionen Barrels pro Tag an Kürzungsmenge sind aktuell wohl die diskutierte Größenordnung. Und es wird klar: Es muss irgendeine Art von Deal geben, sonst (so möchten wir fragend anmerken) haben wir ruck zuck wieder einen Ölpreis von 20 Dollar?

Ölpreis Verlauf seit letztem Dienstag

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Brett

    6. April 2020 10:22 at 10:22

    Also wenn der aktuelle Kurs unter dem letzten Schlusskurs ist, und dad Gap noch offen, ist das ein Aufwärtstrend?

  2. Avatar

    Scheer

    6. April 2020 21:42 at 21:42

    So jetzt ist die Katze aus dem Sack.
    Wie ich schon vor ein paar Tagen sagte, genau das ist nun passiert:
    Zitat: „Das geht soweit, dass die USA sogar Sanktionen gegenüber Saudi-Arabien in Betracht gezogen haben. Falls es tatsächlich zu einer Einigung kommen sollte, wird Russland nur dann diese aus meiner Sicht akzeptieren, wenn im Gegenzug auch die Sanktionen der USA gegen den russischen Öl- und Gas-Sektor – insbesondere in Bezug auf Nordstream 2 – aufgehoben werden.“

    Quelle: https://de.sputniknews.com/wirtschaft/20200406326813285-beendet-putin-mit-angebot-an-usa-und-saudi-arabien-oel-preis-krieg–experte/

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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