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Ölpreis dreht durch – die Nachrichtenlage überschlägt sich!

Beispielbild einer Öl-Pumpe

Der Ölpreis dreht heute quasi durch. Die Nachrichtenlage überschlägt sich, wie wir es gestern schon vermutet hatten. Eigentlich hätte Öl heute einbrechen müssen, was zunächst auch geschah. Aber nun ist wieder eitel Sonnenschein. Um die aktuelle Lage zu verstehen, werfen wir daher erst mal ein ganz kurzen Blick zurück auf gestern.

Ölpreis verliert 13 Prozent

Der Ölpreis verlor heute früh direkt nach Eröffnung der neuen Woche mehr als 13 Prozent. Von fast genau 30 Dollar (fast 10 Dollar Anstieg letzte Woche) ging der Kurs im WTI-Öl runter auf unter 26 Dollar. Das war zu erwarten, denn am Wochenende wurde bekannt, dass die für heute angesetzte Online-Krisensitzung der OPEC und ihrer Partner auf Donnerstag verschoben wurde. Die Gerüchteküche brodelte am Wochenende wie wild, und es gibt jede Menge ungeklärter Fragen. Offenbar wollen die Russen an der angedachten Fördermengenkürzung nur mitwirken, wenn auch die US-Fracker mitmachen. Aber die sind privat organisiert, und Donald Trump kann ihnen keine Anweisungen erteilen. Also, wie soll das bitteschön funktionieren? Die Verschiebung der Konferenz ließ vor allem die Vermutung zu, dass zu viel Chaos und Uneinigkeit hinter den Kulissen herrscht.

Die Wende

Dann aber kam heute früh die Wende. Kirill Dmitriev, Chef des russischen Staatsfonds „Russian Direct Investment Fund“, sagte vor wenigen Stunden bei CNBC, dass Moskau und Riad „sehr kurz“ davor stünden sich auf einen Deal für eine Fördermengenkürzung zu einigen. Der gesamte Markt würde verstehen, dass dieser Deal sehr wichtig sei, und dass er Stabilität bringe. Tja, das ist noch lange keine Garantie für eine Einigung, so möchten wir es sagen. Aber diese Aussage bringt heute früh den Dreh im Ölpreis, und er steigt aktuell auf 27,95 Dollar. Also hat der Markt in den letzten Stunden schon wieder mehr als zwei Dollar gewonnen. Der Chart, der bis letzte Woche Dienstag zurückreicht, zeigt: Dank dieser Aussage bleibt der Ölpreis fürs Erste (!) weiter im Aufwärtstrend. Aber wie wir gestern schrieben: Die Lage bleibt verdammt instabil. Die Fallhöhe ist sehr hoch, wenn man bedenkt, dass WTI letzten Mittwoch noch bei 20 Dollar notierte! Die Erwartung an einen Erfolg (Einigung auf Fördermengenkürzung) ist im Ölpreis wohl schon zu großen Teilen berücksichtigt. Nur sehr hohe Mengenkürzungen können wohl zu einem weiteren Anstieg im Ölpreis führen.

Die Expertin Amena Bakr gibt im folgenden aktuellen Video einen Überblick über die Lage. 10 Millionen Barrels pro Tag an Kürzungsmenge sind aktuell wohl die diskutierte Größenordnung. Und es wird klar: Es muss irgendeine Art von Deal geben, sonst (so möchten wir fragend anmerken) haben wir ruck zuck wieder einen Ölpreis von 20 Dollar?

Ölpreis Verlauf seit letztem Dienstag



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2 Kommentare

  1. Also wenn der aktuelle Kurs unter dem letzten Schlusskurs ist, und dad Gap noch offen, ist das ein Aufwärtstrend?

  2. So jetzt ist die Katze aus dem Sack.
    Wie ich schon vor ein paar Tagen sagte, genau das ist nun passiert:
    Zitat: „Das geht soweit, dass die USA sogar Sanktionen gegenüber Saudi-Arabien in Betracht gezogen haben. Falls es tatsächlich zu einer Einigung kommen sollte, wird Russland nur dann diese aus meiner Sicht akzeptieren, wenn im Gegenzug auch die Sanktionen der USA gegen den russischen Öl- und Gas-Sektor – insbesondere in Bezug auf Nordstream 2 – aufgehoben werden.“

    Quelle: https://de.sputniknews.com/wirtschaft/20200406326813285-beendet-putin-mit-angebot-an-usa-und-saudi-arabien-oel-preis-krieg–experte/

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