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Märkte

Ölpreis steigt deutlich – was für ein irrer Markt – API als kurzfristige Rettung

Claudio Kummerfeld

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am

Der Ölpreis steigt und fällt seit Tagen im Fegefeuer des Handelskriegs. Fast schon abhängig war er seit Freitag von den Aussagen von Donald Trump sowie der chinesischen Seite. Da waren zum einen Aussagen von Trump, dass es ein positives Telefonat mit den Chinesen gegeben habe. Das sorgte für Euphorie bei Aktien, und somit stieg auch der Ölpreis. Aber danach sagten die Chinesen sie wüssten gar nichts von einem Telefonat. Tja, und runter mit den Kursen. Was für ein irrer Markt. Die Achterbahnfahrt in einer Range von 55,30 und 53 Dollar kann man im folgenden Chart mittig besichtigen, der bis zum 16. August zurückreicht.

Im Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit dem 16. August

Ölpreis-Anstieg gepusht durch API-Daten

Im tagelangen Hin und Her stieg der WTI-Ölpreis gestern Nachmittag an. Wohl schon in der Hoffnung, dass die privat erhobenen API-Daten für die Rohöl-Lager in den USA stark rückläufig sein würden? Und so kam es dann auch. API meldete einen Rückgang im Wochenvergleich von 11,1 Millionen Barrels, bei Erwartungen von -2 Mio. Vor den API-Daten notierte der Ölpreis noch bei 54,74 Dollar. Von da an stieg er bis jetzt weiter auf 55,70 Dollar. Heute um 16:30 Uhr geht es darum, dass die staatlich ermittelten Daten die API-Daten bestätigen oder sogar noch übertreffen. Darauf wird der Ölmarkt gleich schauen.

Vorsicht

Aber man kann gerade im Öl nicht vorsichtig genug sein. Wir haben die letzten Tage schon mehrfach erwähnt, dass man dem steigenden Ölpreis nicht stumpf trauen sollte. Aktuell sagt Morgan Stanley zum Beispiel, dass das Risiko für eine weltweite Rezession derzeit so groß sei wie noch nie seit der Finanzkrise von 2008. Und die USA seien dagegen nicht immun. Und man vergesse bitte nicht (so meinen wir), dass Donald Trump noch am Wochenende alle US-Unternehmen aufgefordert hatte China zu verlassen. So ein Grantler-Tweet kann ganz schnell wieder kommen, und der nächste Absacker im Ölpreis ist da. Heute 16:30 Uhr wird kurzfristig entscheidend sein, ob die API-Daten bestätigt werden. Und danach schauen wir alle weiter gespannt auf den Handelskrieg.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Gixxer

    28. August 2019 16:13 at 16:13

    Ich wage mal eine Prognose: Nach 16:30 Uhr geht es wieder abwärts.
    Das ist aber nur eine Prognose und ausdrücklich keine Handelsempfehlung!

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Rüdiger Born: Nachbesprechung für Nasdaq-Szenario

Rüdiger Born

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Gestern hatte ich im Video und im Trade des Tages ein Aufwärtsszenario im Nasdaq besprochen. Heute folgt sozusagen die Nachbesprechung. Wie geht es weiter im Nasdaq? Mehr dazu in diesem Video.

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Allgemein

Biden sei dank: Märkte glauben an die große Rettung – Risiko war gestern

Claudio Kummerfeld

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Joe Biden tritt heute sein Amt als US-Präsident an. In Windeseile wird er sich offenkundig daran machen sein 1,9 Billionen US-Dollar schweres Stimulus-Paket durch den US-Kongress zu bekommen. Die dortige Mehrheit ist zwar hauchdünn. Aber die Märkte sind frohen Mutes. Woran man das sieht? Schauen wir auf den folgenden Chart im Tweet. Er zeigt die Rendite für US-Schrottanleihen (Junk Bonds). Dies sind Anleihen, bei denen das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Da Anleger für ein hohes Risiko entschädigt werden wollen und müssen, erhalten sie höhere Renditen als Inhaber von (vermeintlich sicheren) Staatsanleihen. Die Rendite fungiert hier also als Risikoprämie.

Die Höhe der Risikoprämie zeigt an, für wie ausfallgefährdet der Markt diese Anleihen hält. Je höher die Rendite, desto höher ist in den Augen des Kapitalmarkts das Risiko, dass die begebende Firma dahinter pleite geht, und somit die Anleihe nicht zurückzahlen kann. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2010 den Verlauf der Rendite bei US-Schrottanleihen. Zum Start der Coronakrise im März 2020 schoss die Rendite von 5 Prozent auf über 11 Prozent in die Höhe. Und danach beruhigte sich die Lage wieder, aktuell auf nur noch 4,13 Prozent – ein Rekordtief! In den letzten Monaten kamen die Impfstoff-Hoffnungen auf. Und jetzt seit einigen Tagen wird der große Stimulus in den USA immer konkreter. Wie gesagt, Joe Biden wird heute vereidigt. Und wie seine neue Finanzministerin Janet Yellen gestern klar machte, wird man die US-Volkswirtschaft kräftig mit Geld fluten.

Und wie sie sagte, sei das kräftige Schuldenmachen im Augenblick wichtiger als der Blick auf eine zu hohe Staatsverschuldung. Die müsse man zwar später mit höheren Unternehmenssteuern wieder abbauen, aber kurzfristig müsse man sich stark neu verschulden und die Konjunktur anfeuern. Und ja, der Kapitalmarkt scheint fest daran zu glauben, dass somit die Schrottunternehmen weiterhin im Spiel bleiben, und ihre Schulden weiterhin bedienen können. Wenn nur genug frisches Geld vom Staat kommt, geht die Party also weiter? Dieser Chart zeigt es jedenfalls an. Die Risikoprämie sinkt immer weiter, auf wie gesagt ein Rekordtief von nur noch 4,13 Prozent.

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Blick nach Deutschland

Aber schauen wir auch mal nach Deutschland. Hier sehen wir im folgenden Langfristvergleich seit dem Jahr 2010, wie die Rendite für deutsche Staatsanleihen immer weiter fällt, und der Dax (orange) immer weiter steigt. Das immer weiter sinkende Zinsniveau (in Deutschland dank hoher Bonität deutliche Negativrendite) treibt die Anleger in Aktien, Immobilien etc. Aktuell notieren die Aktienmärkte an ihren Allzeithochs. Heute hat auch der deutsche Staat mal wieder für 30 Jahre laufende Anleihen verkauft, mit einem Bruttovolumen von 1,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage lag bei einem Volumen von 1,79 Milliarden Euro.

Und (wie gesagt 30 Jahre Laufzeit) die Emissionsrendite lag bei minus 0,13 Prozent, nach minus 0,06 Prozent im November. Immer weiter sinkende Zinsniveaus, immer mehr Stimulus – da wird die Lücke doch gut aufgefangen oder besser gesagt aufgefüllt, die Corona gerissen hat? Und diese Rettungsorgie wird vor allem in den USA kräftig weiter gehen, davon darf man ausgehen. Und so könnte man glatt sagen, dass „Risiko“ bei Anleihen irgendwas war, dass man mal kannte – aber heute gibt es das nicht mehr?

Chart zeigt Vergleich von Dax gegen Anleiherenditen

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Netflix und Tesla bringen gute Laune

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Netflix hat gestern Abend tolle Zahlen geliefert, und bei Tesla gibt es ein neues hohes Kursziel.

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