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Märkte

Ölpreis morgen vor großem Crash? OPEC+ kann ein Debakel auslösen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Eine alte Öl-Pumpe

Der Ölpreis könnte morgen vor einem neuen ganz großen Crash stehen. Die Wahrscheinlichkeit ist durchaus vorhanden, auch wenn man daran glauben kann, dass dieses Szenario eher nicht eintreten wird. Aber wir möchten es erwähnen, weil es realistisch ist. Denken wir zurück an den 9. März diesen Jahres. Zwar begann die aufziehende Coronakrise Aktienmärkte und Ölpreis zu schwächen. Aber genau ab dem 9. März brach der Ölpreis zusammen, ein regelrechter Crash fand statt. Und der hatte nichts mit Corona zu tun. Der WTI-Ölpreis crashte an einem Tag von 46 auf 28 Dollar (aktuell bei 44,87 Dollar). Und in den Folgetagen wurde es immer schlimmer.

Ölpreis-Crash im März

Am Terminmarkt rauschte der WTI-Ölpreis im April sogar weit ins Negative. Unfassbar, negative Ölpreise! Sie kamen zwar nie beim Verbraucher an der Zapfsäule an, aber dennoch war der Weltmarktpreis wochenlang völlig im Eimer. Ein Desaster für die Förderländer, die hauptsächlich vom Ölverkauf ihre Staatshaushalte bestreiten. Und wer war schuld an diesem Ölpreis-Crash? Eben diese Förderländer. Sie konnten sich nicht einigen (Streit vor allem zwischen Russen und Saudis) auf eine klare Regelung zur Kürzung von Fördermengen, welche den Ölpreis beim Ansteigen helfen sollte.

Und so entschieden sich die Saudis ihre Fördermenge kräftig zu erhöhen. Der Weltmarkt wurde überflutet mit Öl, und das zu viel vorhandene Öl ließ den Ölpreis in die Tiefe rauschen. Dies war eine absichtliche Strategie der Saudis, um „Partner“ wie Russland zurück an den Verhandlungstisch zu bringen, und andere Mitglieder der OPEC und externe Partner zu disziplinieren. Nach dem Motto „wollt ihr alle nicht endlich mal diszipliniert die Fördermenge kürzen, dann machen wir euch den Ölpreis kaputt“.

Wiederholung des März-Szenarios?

Und jetzt könnte ein vergleichbares Szenario drohen. Am Montag sollte eigentlich von der OPEC bei ihrer regulären Sitzung beschlossen werden (so war es vom Markt erwartet worden), dass man die Fördermengen, die ab Januar wieder planmäßig steigen sollten, erst mal drei weitere Monate auf aktuellem Niveau belässt. Denn die globale Konjunktur soll mehr Zeit bekommen sich von Corona zu erholen, bevor man wieder zu viel Angebotsmenge auf den Weltmarkt bringt. Die Angst ist groß, dass der Ölpreis bei zu viel Angebot wieder abstürzt.

Aber es kam am Montag zu keiner Einigung der OPEC-Mitglieder. Die eigentlich für gestern geplante nachfolgende Sitzung der OPEC+ (OPEC sowie externe Partner wie Russland) findet nun erst am morgigen Donnerstag statt. Der Ölpreis hängt in der Schwebe. Gestern und heute laufen offenbar kleinteilige Gespräche zwischen einzelnen Förderländern, wo ausgelotet wird, wie doch noch eine Einigung hinzubekommen ist. Das Problem lautet Disziplin. Viele Förderländer tun das selbe wie die letzten Jahre auch. Man hält sich nicht an die eigenen Zusagen zu Fördermengenkürzungen. Jetzt verlangen wohl die fleißigen und braven Mitglieder, die in Eigenregie extra mehr Menge kürzen, dass auch die anderen ihren Beitrag leisten.

Die unartigen Mitglieder sollen diese Woche offenbar auch zustimmen, dass sie bisher zu viel gefördertes Öl nachträglich weniger fördern. Sie müssten also auf viel Geld verzichten. Was kompliziert klingt, ist eigentlich nur der Ruf nach Ordnung und Gerechtigkeit innerhalb eine Gruppe von Ölproduzenten, die sich auf eine bestimmte Strategie geeinigt hatten. Es könnte nun passieren, dass den Saudis morgen erneut der Kragen platzt, und sie wie im März den letzten großen Joker ziehen, und den Markt mit Angebot überfluten. Ölpreis-Crash, und zack, die unartigen Mitglieder wollen wieder brav sein, und weniger Öl fördern?

Ob es so kommt? Es ist ein mögliches Szenario. Wahrscheinlicher wirkt es aber, dass man sich für die Öffentlichkeit einen optisch netten Kompromiss ausdenkt, bei dem alle Beteiligten halbwegs ihr Gesicht wahren können, und bei dem vor allem der Ölpreis nicht abrutscht. Denn die Teilnehmer am Terminmarkt können sehr gut zwischen den Zeilen lesen. Heute und morgen kann es sehr spannend werden beim Ölpreis! Gleich um 16:30 Uhr werden in den USA die staatlichen Daten zu den Öl-Lagerbeständen veröffentlicht. Sie können jetzt kurzfristig auch für etwas Bewegung im Ölpreis sorgen. Wir werden gleich darüber berichten.

Chart zeigt Verlauf im Ölpreis in den letzten zwölf Monaten
Der Chart zeigt den Verlauf vom WTI-Ölpreis seit Ende letzten Jahres. Gut sieht man den Crash ab März verursacht durch die Überflutung des Weltmarktes durch die Saudis.

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Gold & Silber, nächster Rush nach…

Rüdiger Born

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Gold und Silber erhitzen die Gemüter, das war schon immer so und zwar völlig zu recht. Doch jetzt gibt es neuen Grund, denn eine neue schnelle Bewegung steht an. Ob diese allerdings allen Marktteilnehmern schmecken wird und wie man als Händler auf diese Bewegung sinnvoll reagieren kann, wollen wir uns in diesem Beitrag einmal genauer anschauen, denn die Wahrscheinlichkeiten stehen hier aktuell recht günstig.

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Dax: Euphoire abgebaut, die Rally kommt ins Stocken

Immer wieder startet der DAX im Minus, rauscht noch ein wenig tiefer, um sich dann im Tagesverlauf wieder zu erholen. Die Euphorie läßt nach

Stephan Heibel

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am

Wir befinden uns weiterhin in der Verarbeitung der Kursgewinne der vergangenen Wochen: Wie angekündigt pendelt der DAX kräftig hin und her, wenngleich diese Bewegung im Wochenvergleich mit +0,8% kaum zu sehen ist.

Immer wieder startet der DAX im Minus, rauscht noch ein wenig tiefer, um sich dann im Tagesverlauf wieder zu erholen. Ich vermute, dass Gewinnmitnahmen zum Börsenstart zunächst für Verunsicherung sorgen, so dass sich ein Abwärtstrend verstärkt, bis dann langfristig optimistisch gestimmte Anleger Aktien einsammeln, denen sie eine rosige Zukunft ausmalen.

So ist das Anlegersentiment diese Woche leicht gegenüber der Vorwoche angestiegen (+0,8 auf 2,0). Auch die Selbstzufriedenheit konnte leicht auf 2,5 zulegen.

Den größten Sprung gab es bei der Zukunftserwartung, die um 1,9 auf 2,8 angesprungen ist. Die Bullen haben also wieder klar die Oberhand. Und besser noch, sie wollen ihre optimistische Überzeugung auch durch Käufe zum Ausdruck bringen: Die Investitionsbereitschaft ist auf 1,4 gestiegen.

Damit hat die Seitwärtsbewegung im DAX der vergangenen zwei Wochen die Partylaune, den Überschwang beseitigt. Eine positive Grundstimmung bleibt. Für die Zukunft sehen Anleger nach diesen zwei Wochen der Bereinigung wieder positiver. Damit haben wir eine konstruktive Entwicklung im Anlegersentiment. Die Euphorie ist abgebaut, es besteht jedoch auf der anderen Seite noch kein Druck für bald steigende Kurse. Die Situation ist derzeit als neutral zu bezeichnen.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger stieg erstmals seit September über Null an: Erstmals spekulieren wieder mehr Anleger auf steigende Kurse, als dass man sich gegen Kursverluste absichert.

Profis, die sich über die Eurex absichern, haben ihre Put-Positionen hingegen hochgefahren: Das Put/Call-Verhältnis zeigt eine gestiegene Absicherungstätigkeit der Profis an.

Dies steht im Widerspruch zu den US-Anlegern, deren Put/Call-Verhältnis weiterhin extrem niedrig ist: In den USA spekuliert man offensichtlich auf eine Fortsetzung der Rallye.

US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote sogar auf das höchste Niveau der vergangenen zwei Jahre gehievt: Über Hebelprodukte ist die Investitionsquote auf 113% des verwalteten Kapitals gestiegen.

Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger steht bei 8% und zeigt einen nur noch leichten Bullenüberhang auf. Seit November ist der Bullenüberhang somit von 28% kontinuierlich zurückgegangen. Ein ähnliches Bild gibt auch die AAII-Umfrage unter Privatanlegern der USA wider. Das Bärenlager erhält Zulauf, wenngleich auf niedrigem Niveau.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit 67% eine neutrale Marktverfassung an.

Dax: Interpretation des Sentiments

Sowohl in Deutschland als auch in den USA haben wir eine deutliche Stimmungsabkühlung gesehen, während gleichzeitig der Zukunftsoptimismus angestiegen ist. Eigentlich eine gute Voraussetzung für den nächsten Kursanstieg. Es ist in meinen Augen daher nur die Frage, wann die Rallye beim Dax wieder aufgenommen wird, nicht ob.

Doch das „wann“ lässt sich schwer beantworten. Die USA haben die Amtsübergabe ihres Präsidenten erfolgreich hinter sich gebracht. Nun könnte man meinen, die Aktienmärkte sprengen die Ketten, in die sie zuvor gelegt worden waren.

Doch es wäre nicht das erste Mal, dass mit „sell the news“ Anleger zunächst Kasse machen, bevor die Rallye wieder aufgenommen werden kann. Und nach den exorbitanten Kursgewinnen der vergangenen Wochen und Monate kann dieser Prozess der Gewinnmitnahmen noch ein wenig länger dauern.

Somit bleibt die Grundaussage der vergangenen Wochen weiter bestehen: Stop Loss Marken sollten beachtet werden. An schwachen Tagen können Sie ihre Lieblinge einsammeln. Doch es gibt noch keinen Grund zur Eile.

Die Euphorie im Dax ist abgebaut

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Aktienmärkte: Ich werde bullisch – schnell verkaufen! Marktgeflüster (Video)

Wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen! Deshalb werde ich jetzt extrem bullisch – Aktien steigen immer!

Markus Fugmann

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Die Konjunktur in den USA brummt, wie heutige Daten zeigen – also werde ich jetzt bullisch für die Aktienmärkte! Denn wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen, oder? Dazu kommt jetzt auch noch der Stimulus in den USA – besser geht nicht! Und nächste Woche werden Apple, Facebook und Tesla ihre Zahlen berichten – das wird sicher extrem bullisch werden, denn die tollen Zahlen sind bestimmt noch nicht ausreichend eingepreist, oder? Ausserdem: Aktien steigen immer – das zeigt schon der Blick in die Geschichte! Und heute ist Janet Yellen als Finanzministerin bestätigt worden – können Sie sich an einen einzigen Tag erinnern, an dem die Aktienmärkte gefallen sind, als Yllen noch Fed-Chefin war? Eben..

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