Folgen Sie uns

Märkte

Ölpreis: Trump verursacht das Gegenteil von dem, was er haben wollte

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Ölpreis-Anstieg der letzten 48 Stunden (immerhin mehr als 5 Dollar) zeigt, dass die Konjunktursorgen, die noch vor einer Woche den Ölmarkt beherrschten, ganz plötzlich niemanden mehr interessieren. Aber darf man wetten, dass dieses Thema wieder zurück auf die Tagesordnung kommt? Aber jetzt widmen wir uns der aktuellen Lage. Noch gestern früh hatten wir diverse Themen aufgelistet, warum der Ölpreis derzeit im Aufwärts-Flow ist. Da waren die jüngst sinkenden Lagerbestände für Rohöl in den USA, die Zinssenkungsphantasie durch die Fed, sowie die anstehende Verlängerung der Fördermengenkürzungen durch die OPEC. Das brachte WTI und Brent gut zum Steigen.

Drohnen-Abschuss verändert für den Ölpreis erst einmal alles

Mit „erst einmal“ meinen wir wenige Tage. Niemand weiß, wie lange es dauert, oder ob sich dieser Konflikt weiter aufschaukelt. Aber wir möchten stets daran erinnern, wie schnell sich die Wetterlage am Ölmarkt drehen kann! Aber seit gestern früh um 8 Uhr dreht sich alles nur noch um den Abschuss einer US-Drohne durch den Iran. Die USA sagen, dass die Drohne über internationalem Luftraum abgeschossen wurde. Diese Argumentation ist essenziell wichtig als Rechtfertigung für potenzielle Reaktionen der USA! Und der Iran behauptet, dass die Drohne in iranischem Luftraum flog. Und es kam, wie es kommen musste. Gestern Nachmittag setzte Donald Trump den weltbewegenden Tweet ab (keine Satire), dass der Iran einen „sehr großen Fehler“ gemacht habe. Das trieb den Ölpreis weiter kräftig nach oben!

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Und nun wurde bekannt (siehe Tweet der NY Times), dass das US-Militär offenbar gestern Abend schon im Gange war eine Angriffsmaßnahme gegen den Iran zu starten, aufgrund eines Befehls von Donald Trump. Aber Trump habe den Angriff dann doch abgesagt. Erfolgt demnächst ein zweiter Angriffsversuch der USA? Alles unklar! Klar ist derzeit nur, dass sich die Gesamtlage eher nicht zu entspannen scheint! Oder doch? Immerhin soll Trump vor wenigen Stunden gesagt haben, dass es sein könne, dass der Iran die Drohne aus Versehen abgeschossen habe. Denn er könne kaum glauben, dass dies Absicht gewesen sei. Damit meint er wohl, dass der Iran nicht so wahnsinnig sein könne eine direkte militärische Eskalation mit den USA riskieren zu wollen.


Werbung: Trade.com bietet einen der geringsten Spredas aller CFD-Broker beim Germany 30 CFD. Vollständiger Kunden-Support in deutscher Sprache! Und wir bieten Ihnen ein umfangreiches und kostenloses Ausbildungspaket für Ihr zukünftiges Trading. Handeln Sie zum Beispiel Google, Apple, GBP/USD, EUR/GBP, Gold, FTSE, DAX und über 2.100 weitere globale CFDs, einschließlich den neuen Cannabis-Aktien Mehr dazu erfahren Sie beim Klick an dieser Stelle.

Trump verursacht, was er gar nicht gebrauchen kann

Trump hat dieses Jahr schon drei oder vier Mal (wir kommen beim Zählen auch nicht mehr mit) per Twitter die OPEC in harschem Ton angeklagt. Sie fördere zu wenig Öl. Sie müsse endlich mehr Öl pumpen und auf den Weltmarkt schmeißen. In seinem letzten Tweet dieser Art klang er deutlich höflicher. Aber interessiert hat es die OPEC nie. Warum Trump das macht? Er sagt immer wieder explizit, dass die Benzinpreise an den Zapfsäulen in den USA sinken müssen. Denn (so platt sich das anhört) für seine Wähler will er sinkende Benzinpreise sehen. Glückliche Konsumenten wählen Trump, wenn er sie darauf hinweist, dass er es war, der ihnen die billigeren Benzinpreise gebracht hat… so einfach ist diese Logik. Aber durch seinen gestrigen Tweet hat er den entscheidenden Terminmarkt-Ölpreis mal eben um 1,80 Dollar steigen lassen, auf in der Spitze 57,76 Dollar. Gut, bei der Drohnen-Story kann ein Oberbefehlshaber nicht an den Ölpreis denken – das ist uns schon klar.

Bis jetzt ist der WTI-Ölpreis nur dank Trumps gestrigem Tweet unterm Strich von 55,95 auf aktuell 56,94 Dollar gestiegen. Hätte er diesen Tweet nicht abgesetzt, und hätte das Pentagon stattdessen von einer Untersuchung des Drohnen-Abschusses gesprochen, wäre es vielleicht anders gekommen? Aber es ist, wie es ist. Ein US-Präsident (egal welcher Name) muss nun mal bei so einem Vorfall Stärke demonstrieren. Wie würde er sonst vor heimischem Publikum da stehen? Im folgenden Chart seit Anfang April sieht man den Absturz im Ölpreis, verursacht durch steigender Lagerbestände und vor allem die Konjunktursorgen. Rechts mit Aufwärtspfeil sieht man den aktuellsten Anstieg der letzten beiden Tage. Immer ist dies in der Gesamtrelation ein noch „kleiner“ Anstieg. Aber gut, 5 Dollar sind nicht wenig! Also, alle Augen bleiben nun gerichtet auf Donald Trump!

Ölpreis WTI seit April

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Gold/Silber

Goldpreis fällt unter 1.800 Dollar – zwei Experten erklären die Schwäche

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis ist Anfang der Woche wegen bessere US-Konjunkturdaten abgestürzt von 1.868 auf 1.834 Dollar. Danach ging es weiter bergab. Die gute Stimmung an den Aktienmärkten wurde befeuert durch drei Wochen aufeinander folgende gute Impfstoff-Meldungen. Die Anleger waren bereit immer mehr in risikoreiche Anlageklassen umzuschichten (Risk On Trade). Und so litt der Goldpreis zuletzt immer mehr.

Schwacher US-Dollar kann Goldpreis nicht helfen

Umso erstaunlicher ist die Goldpreis-Schwäche der letzten Tage, weil sich der US-Dollar seit Montag deutlich im Abwärtstrend befindet. Eigentlich müsste alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, tendenziell steigen. Die letzten Monate konnte man fast seine Uhr danach stellen. Fiel der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) nur ein kleines Stück, stieg der Goldpreis sprunghaft an. Aber die letzten Tage war von dieser negativen Korrelation nichts zu sehen.

Wie gesagt, die gute Corona-Impfstoff-Nachrichtenlage hilft Aktien, und lässt den Goldpreis schwächeln. Seit Dienstag klebt Gold jetzt um die Marke von 1.810 Dollar herum. Mal ein paar Dollar drunter, mal drüber. Aktuell dümpelt der Markt leblos bei 1.807 Dollar vor sich hin. Die letzten Momente fällt er sogar unter 1.800 Dollar, auf jetzt 1.794 Dollar. Das bis vor wenigen Minuten maue Trading im Gold mag auch mit dem gestrigen US-Feiertag zu tun haben – auch heute ist nur eingeschränkter Börsenhandel in den USA. Bei Thanksgiving verstehen die Amerikaner keinen Spaß. Von Mittwoch Abend bis Sonntag Abend ist verlängertes Wochenende. Und so dürfte womöglich erst wieder Montag früh richtig Leben in den Goldpreis kommen?

Experte korrigiert Prognose

Der Experte Carsten Fritsch von der Commerzbank passt heute die Prognose der Bank für den Goldpreis an. Sah man bisher noch dieses Jahr die 2.000 Dollar-Marke als realistisches Ziel, so erwartet man für dieses Quartal im Schnitt nur noch 1.850 Dollar. Und die eigentlich für das Jahresende erwartete Marke von 2.000 Dollar dürfte laut Carsten Fritsch erst im Laufe des nächsten Jahres wieder erreicht werden. Der kräftige Preisrückgang im Goldpreis zu Wochenbeginn stecke laut Fritsch den Marktteilnehmern weiterhin in den Knochen. Auch der Absturz im Bitcoin gestern um knapp 10 Prozent habe Gold kein neues Leben eingehaucht.Keine Trendwende gibt es laut dem Experten der Commerzbank bei den Gold-ETFs zu beobachten. Diese vermeldeten auch gestern Abflüsse von 1,4 Tonnen, obwohl der für die Abflüsse im November hauptverantwortliche SPDR Gold Trust wegen des US-Feiertages Thanksgiving gestern keinerlei Bestandsveränderungen verzeichnete.

Die ETF-Nachfrage, die den Goldpreis in den ersten acht Monaten des Jahres nach oben getrieben hat, falle derzeit weg. Auch die physische Goldnachfrage vermag nicht in die Bresche zu springen. Fritsch kommentiert weiter: Wie die Statistikbehörde Hongkong Mitte der Woche berichtete, betrugen die Netto-Goldimporte Chinas aus Hongkong im Oktober weniger als 2 Tonnen. Im September hatten sie noch bei 11 Tonnen gelegen, was Hoffnungen auf eine Belebung der Nachfrage im Herbst schürte. Die Daten aus der Schweiz hatten in der vorherigen Woche bereits angedeutet, dass China zuletzt so gut wie kein Gold importiert hat. Somit fehlt es derzeit an Argumenten für deutlich höhere Goldpreise.

Experte Andre Stagge über die maue Lage bei Gold

Der Börsenexperte und Coach Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) erläutert im folgenden Video direkt am Chart einen seit August laufenden Abwärtstrend bei Gold. Er erwartet eine bis Jahresende leicht weiter fallende Entwicklung im Goldpreis auf ungefähr 1.750 Dollar. Der Rückfall der letzten Wochen in der Größenordnung von 200 Dollar habe definitiv nichts mit dem US-Dollar zu tun. Er erwähnt den bisherigen Jahresgewinn im Gold von 18 Prozent, und dass Fondsmanager wohl geneigt seien Goldgewinne mitzunehmen, und auf mehr Rendite am Aktienmarkt zu setzten dank Impfstoff-Hoffnung. Er bleibt langfristig Gold-Fan. Aber für die nächsten zwei, drei Monate glaubt er nicht an eine große Euphorie. Auch wichtig ist laut Andre Stagge, dass die Zentralbanken jüngst als Netto-Verkäufe von Gold auftreten.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage
Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen. Aktuell fällt Gold auf 1.794 Dollar.

weiterlesen

Aktien

Warum ich keine Lieblingsaktien habe! – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

was ist Ihre Lieblingsaktie? Welchem Titel halten Sie unbedingt die Treue und gehen quasi mit ihm durch dick und dünn? Hier verzeihen Sie auch einmal schlechte Nachrichten, weil Sie von dem Unternehmen wirklich überzeugt sind. Das Phänomen der Lieblingsaktie kann auch gleich für eine ganze Branche gelten. So schworen viele Privatanleger vor einigen Jahren auf Unternehmen aus der Edelmetall-Branche. In fester Erwartung eines Euro-Untergangs wurde diese Branche für viele Privatanleger zum bevorzugten Ort der Investition.

Typisch für eine solche Situation ist, dass wir die Nachrichtenlage dann nur noch sehr eingeschränkt wahrnehmen. Schlechte Nachrichten zu unserer Lieblingsaktie blenden wir aus. Gute Nachrichten hingegen bewerten wir in ihrer Bedeutung für die Kursentwicklung über. Mehr noch: Oftmals bilden wir in unseren Lieblingsaktien deutliche Übergewichtungen in unseren Depots, weil wir hier gerne mehrfach kaufen. Plötzlich steht Ihre Lieblingsaktie dann für 10 oder 20 % Ihres Gesamtdepots. Wenn Ihre Lieblingsaktie dann einmal schwächelt, ist Ihr Depot aufgrund der Übergewichtung chancenlos.

Aber wie entsteht eigentlich so eine Lieblingsaktie in unserem Depot? In aller Regel steht am Anfang zunächst eine starke Performance. Folglich mögen wir diese Aktie, weil sie uns eben zunächst viel Rendite beschert hat. Am besten können wir die Produkte unseres Lieblingsunternehmens im Alltag auch noch erfahren und quasi anfassen. Tatsächlich schätzten in der Vergangenheit viele deutsche Privatanleger die Aktien von BMW oder Daimler, weil sie privat ein…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Ich melde mich im folgenden Video mit einem kurzen Überblick zur aktuellen Marktlage. Denken Sie an den heute verkürzten Handelstag in den USA!

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage