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Ölpreis: Trump verursacht das Gegenteil von dem, was er haben wollte

Der Ölpreis-Anstieg der letzten 48 Stunden (immerhin mehr als 5 Dollar) zeigt, dass die Konjunktursorgen, die noch vor einer Woche den Ölmarkt beherrschten, ganz plötzlich niemanden mehr interessieren. Aber darf man wetten, dass dieses Thema wieder zurück auf die Tagesordnung kommt? Aber jetzt widmen wir uns der aktuellen Lage. Noch gestern früh hatten wir diverse Themen aufgelistet, warum der Ölpreis derzeit im Aufwärts-Flow ist. Da waren die jüngst sinkenden Lagerbestände für Rohöl in den USA, die Zinssenkungsphantasie durch die Fed, sowie die anstehende Verlängerung der Fördermengenkürzungen durch die OPEC. Das brachte WTI und Brent gut zum Steigen.

Drohnen-Abschuss verändert für den Ölpreis erst einmal alles

Mit „erst einmal“ meinen wir wenige Tage. Niemand weiß, wie lange es dauert, oder ob sich dieser Konflikt weiter aufschaukelt. Aber wir möchten stets daran erinnern, wie schnell sich die Wetterlage am Ölmarkt drehen kann! Aber seit gestern früh um 8 Uhr dreht sich alles nur noch um den Abschuss einer US-Drohne durch den Iran. Die USA sagen, dass die Drohne über internationalem Luftraum abgeschossen wurde. Diese Argumentation ist essenziell wichtig als Rechtfertigung für potenzielle Reaktionen der USA! Und der Iran behauptet, dass die Drohne in iranischem Luftraum flog. Und es kam, wie es kommen musste. Gestern Nachmittag setzte Donald Trump den weltbewegenden Tweet ab (keine Satire), dass der Iran einen „sehr großen Fehler“ gemacht habe. Das trieb den Ölpreis weiter kräftig nach oben!

Und nun wurde bekannt (siehe Tweet der NY Times), dass das US-Militär offenbar gestern Abend schon im Gange war eine Angriffsmaßnahme gegen den Iran zu starten, aufgrund eines Befehls von Donald Trump. Aber Trump habe den Angriff dann doch abgesagt. Erfolgt demnächst ein zweiter Angriffsversuch der USA? Alles unklar! Klar ist derzeit nur, dass sich die Gesamtlage eher nicht zu entspannen scheint! Oder doch? Immerhin soll Trump vor wenigen Stunden gesagt haben, dass es sein könne, dass der Iran die Drohne aus Versehen abgeschossen habe. Denn er könne kaum glauben, dass dies Absicht gewesen sei. Damit meint er wohl, dass der Iran nicht so wahnsinnig sein könne eine direkte militärische Eskalation mit den USA riskieren zu wollen.


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Trump verursacht, was er gar nicht gebrauchen kann

Trump hat dieses Jahr schon drei oder vier Mal (wir kommen beim Zählen auch nicht mehr mit) per Twitter die OPEC in harschem Ton angeklagt. Sie fördere zu wenig Öl. Sie müsse endlich mehr Öl pumpen und auf den Weltmarkt schmeißen. In seinem letzten Tweet dieser Art klang er deutlich höflicher. Aber interessiert hat es die OPEC nie. Warum Trump das macht? Er sagt immer wieder explizit, dass die Benzinpreise an den Zapfsäulen in den USA sinken müssen. Denn (so platt sich das anhört) für seine Wähler will er sinkende Benzinpreise sehen. Glückliche Konsumenten wählen Trump, wenn er sie darauf hinweist, dass er es war, der ihnen die billigeren Benzinpreise gebracht hat… so einfach ist diese Logik. Aber durch seinen gestrigen Tweet hat er den entscheidenden Terminmarkt-Ölpreis mal eben um 1,80 Dollar steigen lassen, auf in der Spitze 57,76 Dollar. Gut, bei der Drohnen-Story kann ein Oberbefehlshaber nicht an den Ölpreis denken – das ist uns schon klar.

Bis jetzt ist der WTI-Ölpreis nur dank Trumps gestrigem Tweet unterm Strich von 55,95 auf aktuell 56,94 Dollar gestiegen. Hätte er diesen Tweet nicht abgesetzt, und hätte das Pentagon stattdessen von einer Untersuchung des Drohnen-Abschusses gesprochen, wäre es vielleicht anders gekommen? Aber es ist, wie es ist. Ein US-Präsident (egal welcher Name) muss nun mal bei so einem Vorfall Stärke demonstrieren. Wie würde er sonst vor heimischem Publikum da stehen? Im folgenden Chart seit Anfang April sieht man den Absturz im Ölpreis, verursacht durch steigender Lagerbestände und vor allem die Konjunktursorgen. Rechts mit Aufwärtspfeil sieht man den aktuellsten Anstieg der letzten beiden Tage. Immer ist dies in der Gesamtrelation ein noch „kleiner“ Anstieg. Aber gut, 5 Dollar sind nicht wenig! Also, alle Augen bleiben nun gerichtet auf Donald Trump!

Ölpreis WTI seit April



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