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Ölpreis unter Druck: Coronavirus, China – und das Wetter

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Was versuchen die großen Erdöl fördernden Staaten nicht alles, um den Ölpreis in der Höhe zu halten, schließlich hängt bei vielen das Bruttoinlandsprodukt von den Einnahmen aus der Förderung des schwarzen Goldes ab. Doch seit einigen Wochen und Monaten gibt es zwei Entwicklungen, die all ihre Maßnahmen im Sande verlaufen lassen: Es ist der durch das Coronavirus verursachte Stillstand der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt – und dazu noch ein extrem milder Winter auf der nördlichen Halbkugel. Die Ölnotierungen von WTI und Brent sind seit Jahresanfang um 13 beziehungsweise um 11 Prozent gefallen.

Ölpreis: Der Stillstand der Produktion in China

Die Quarantänemaßnahmen in China und der Stillstand der Industrieproduktion in weiten Teilen des Landes führen zur Störung von Liefer- und Wertschöpfungsketten in vielen Industriestaaten. Aber dieser hat auch eine positive Auswirkung, über die man sich aber in Wirtschaftskreisen nicht allzu sehr freuen wird: Der Straßen- und Luftverkehr in China läuft auf einem derart niedrigen Level, dazu arbeiten die Kohlekraftwerke nicht mal auf der Hälfte ihrer Kapazität. Das alles führt zu einer Luftqualität in Chinas Großstädten, wie seit Langem nicht mehr. Aber da China für 14 Prozent der weltweiten Ölnachfrage steht, dürften die seit Wochen leeren Straßen von Peking gewaltig auf die Nachfrage nach Öl und damit auf den Ölpreis drücken. Der durch den Verkehr verursachte Ausfall wird auch in den nächsten Wochen nicht nachgeholt werden, schließlich fährt man nur einmal am Tag zur Arbeit.

Ein Winter der Extreme

Es lässt sich zweifelsohne nicht ignorieren: Seit drei Monaten liegen die Temperatur-Durchschnittswerte in etwa 3 Grad über dem langjährigen Mittel.

In Mittel-, Nord- und Osteuropa ist es überall zu warm, was zu einem deutlich niedrigeren Heizölverbrauch führen muss, zumal diese Art der Beheizung immer noch ganz stark die Regel ist.

Ein Extrembeispiel liefert das normalerweise zu dieser Jahreszeit extrem kalte Russland: Seit Wochen herrschen ungewöhnlich hohe Tagestemperaturen in Russlands Metropole, die nun sogar bei plus vier Grad liegen – so warm war es in Moskau im Februar zuletzt vor 70 Jahren. In manchen Regionen liegt die Temperatur 15 Grad über der Norm wie im Norden Sibiriens. Wie konnte warme Atlantik Luft so weit bis in den Osten Russlands vordringen?

Im Übrigen braucht man sich nur die Wintersportübertragungen der Weltcupveranstaltungen auf ARD und ZDF zu betrachten – seit Wochen überall braune Hänge abseits der beschneiten Pisten oder vereisten Bahnen.

Auch wenn es in Nordamerika ein paar Kältewellen gab, sind die betroffenen Regionen nicht so zahlreich, wie die in Europa. Zudem haben die USA ihre südlichen Bundesstaaten, wie Florida oder Kalifornien – und das „Fracking-Land“ USA ist weitgehend unabhängig von ausländischen Ölexporten.

Auch wenn jetzt viele Besitzer von Ölheizungen ihre Tanks aufgrund der niedrigen Ölpreise füllen sollten, so entfällt diese Nachfrage in den kommenden Monaten. Auch das ist kein gutes Omen für den Ölpreis!

Persönlich kann ich nur feststellen, dass ich, obwohl am bayerischen Alpenrand wohnend, in diesem Winter noch keine Schneeschaufel in die Hand nehmen musste.

Fazit: Ölpreis von zwei Seiten unter Druck

Es ist schon eine seltsame Konstellation, die derzeit auf den Ölpreis drückt. Der Coronavirus in China, der nicht nur auf die Produktion drückt, sondern auch den weltweiten Flugverkehr – 70 Fluggesellschaften haben ihren Flugverkehr mit China eingestellt, 50 weitere die Flugbewegungen reduziert. Ebenso wird auch der Schiffsverkehr massiv beeinflusst (siehe Baltic Dry Index oder die Kreuzfahrtindustrie) – und zu all dem gesellt sich eine abnorme Wetterlage in diesem Winter.

Ergo: Es werden weniger fossile Brennstoffe verbraucht. Die Umwelt wird sich bedanken, die Industrie und das Wirtschaftswachstum wohl eher nicht. Der Ölpreis jedoch dürfte durch diese Entwicklungen nach oben „gedeckelt“ sein..

Der Ölpreis gerät durch das Coronavirus und das milde Wetter unter Druck

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Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

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Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

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Rüdiger Born: Gute Laune bei Dax und S&P 500 – Rücksetzer möglich?

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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