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Ölpreis weiter unter Druck nach jüngsten Daten – wo sind die Bullen geblieben?

Die Öl-Bullen, ja, die sind anscheinend alle schon investiert, und es fehlt der Anschluss-Druck für neue Käufe - darf man es so direkt und provokativ ausdrücken? Auf die Idee könnte einen eine ganz frische...

FMW-Redaktion

Die Öl-Bullen, ja, die sind anscheinend alle schon investiert, und es fehlt der Anschluss-Druck für neue Käufe – darf man es so direkt und provokativ ausdrücken? Auf die Idee könnte einen eine ganz frische Veröffentlichung von JP Morgan vom Freitag Abend bringen. Man warnt vor einem Abwärtsrisiko beim Ölpreis, weil die Netto-Long-Positionen bei Öl-Futures in den USA „beharrlich“ nahe ihren Rekord-Niveaus verharren.

Hier geht es wohl nach dem Motto „alle haben schon gekauft, wo sind die Anschlusskäufer“? Wenn die nämlich fehlen, kommt es zu solchen Absackern, die seit Mittwoch gut im Chart sichtbar sind. Auch interessant ist, dass die jüngsten Absacker im Ölpreis mit teils deutlich höheren Umsätzen als üblich stattfinden. Ganz aktuell lagen die Umsätze sogar teils 30% oder noch höher als der 100 Tage-Durchschnitt.

Gerade die Hedgefonds, die auf Sicht von vielleicht mehreren Wochen zuletzt auf steigendes Öl spekuliert haben, könnten langsam kalte Füße bekommen bei Kursen von 48 Dollar im WTI-Öl. Die jüngsten Daten befeuern die Ängste. Nach den Öl-Lagerbeständen aus den USA auf Rekordhoch seit 1982, die erst letzten Mittwoch gemeldet wurden (da begann der Absturz im Chart bei 52,50 Dollar), wurde vorm Wochenende am Freitag Abend die aktuellste Zahl der aktiven Öl-Bohrstellen (rig counts) in den USA vermeldet.

Hier geht es stetig bergauf, jetzt mit +8 auf 617 Bohrstellen. Damit wurden in diesem Jahr 92 neue Bohrstellen in den USA hochgefahren – es ist gleichzeitig auch das höchste Level seit September 2015. Dies geht einher mit der Öl-Fördermenge in den USA, die derzeit mit über 9 Mio Barrels pro Tag auf einem Hoch von mehr als einem Jahr liegt. In nur 3 Handelstagen hat der Ölpreis (WTI) bis heute früh mehr als 4 Dollar verloren von 52,50 bis auf 47,90 Dollar im Nachthandel gestern Abend. Aktuell liegen wir bei 48,20 Dollar.

Der Trigger für die Shorties war in der Nachbetrachtung der Rekordwert bei den Öl-Lagern vom Mittwoch – obwohl die Lager doch eh jede Woche voller werden, hat man es wohl erst letzte Woche wahrgenommen. Aber viele Bullen wollten es vorher wohl einfach nicht kommen sehen. Hinzu kommt jetzt auch noch, dass aus Kreisen saudischer Offizieller zu hören ist, dass das weltweite Angebot derzeit leider nicht so schnell falle wie erwartet. Damit will man wohl andeuten, dass man sieht, dass die eigenen Kürzungen derzeit durch steigende Fördermengen vor allem bei den Frackern neutralisiert werden.


Der WTI-Ölpreis seit letztem Montag.



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