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Offizielle Eurozonen-Arbeitslosenquote so tief wie seit acht Jahren nicht mehr – ein kleiner Blick hinter die schöne Kulisse

Die offizielle (!) Arbeitslosigkeit in der EU entwickelt sich vom Hoch im Jahr 2013 bei 12% stetig in die richtige Richtung. Wie Eurostat heute meldet, lag die Arbeitslosenquote in der Eurozone im April 2017 bei 9,3%. Damit verzeichnete sie…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der folgende Chart zeigt es eindeutig. Die offizielle (!) Arbeitslosigkeit in der EU entwickelt sich vom Hoch im Jahr 2013 bei 12% stetig in die richtige Richtung. Wie Eurostat heute meldet, lag die Arbeitslosenquote in der Eurozone im April 2017 bei 9,3%. Damit verzeichnete sie einen Rückgang gegenüber 9,4% im März 2017 sowie gegenüber 10,2% im April 2016. Das ist die niedrigste Quote, die seit März 2009 im Euroraum verzeichnet wurde. Respekt.

Es geht Stück für Stück immer ein wenig weiter Richtung Normalisierung der Arbeitslosenquoten in Europa, auch wenn das noch ein paar Jahre dauern wird. Wir erwähnen es auch diesen Monat wieder. Die EU vergleicht die Arbeitslosenquoten der Mitgliedsstaaten anhand der Erhebungsrichtlinien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO-Standard). Demnach werden Arbeitslose, die sich nach Meinung der jeweiligen regionalen Behörde nicht aktiv genug um Arbeit bemühen, nicht als arbeitslos gezählt. Daher sollte man vorsichtig gerechnet auf diese 9,3% noch 30% oben drauf addieren. Diese 30% Aufschlag hatten wir letztes Jahr genau ausgerechnet, daher kann man sie grob als Richtgröße für den Aufschlag auf die ILO-Zahlen ansetzen um auf realistischere Zahlen zu gelangen.

Eurostat schreibt selbst offiziell zur ILO-Berechnung (der letzte Satz ist entscheidend):

Basierend auf der Definition der ILO definiert Eurostat Arbeitslose als Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren, die
– ohne Arbeit sind,
– innerhalb der beiden nächsten Wochen eine Arbeit aufnehmen können
– und während der vier vorhergehenden Wochen aktiv eine Arbeit gesucht haben.

Dann läge man bei grob geschätzt 12,09% Arbeitslosigkeit in der Eurozone. Mit dieser Zahl könnte man die Zahl vergleichen, die wir in Deutschland als Arbeitslosenquote bezeichnen (bei uns liegt sie bei 5,7%). Aber da auch dieses deutsche Niveau an Arbeitslosigkeit arg verzerrt dargestellt wird, muss man davon ausgehen, dass auch die anderen europäischen Länder heftig tricksen. Also liegt die Eurozonen-Arbeitslosigkeit realistisch betrachtet vielleicht irgendwo bei 14-17%. Das ist nur eine grobe Schätzung von uns, aber dieses Niveau ist realistisch.

Wenn man dann bedenkt, dass nach offizieller EU-Betrachtung die Arbeitslosigkeit in Griechenland offiziell bei 23,2% liegt… man rechne das mal hoch auf die tatsächliche Zahl… bitte lieber doch nicht.

Hier im Originalwortlaut Aussagen von Eurostat:

Von den Mitgliedstaaten verzeichneten die Tschechische Republik (3,2%), Deutschland (3,9%) und Malta (4,1%) im April 2017 die niedrigsten Arbeitslosenquoten. Die höchsten Quoten registrierten Griechenland (23,2% im Februar 2017) und Spanien (17,8%). Über ein Jahr betrachtet fiel die Arbeitslosenquote im April 2017 in siebenundzwanzig Mitgliedstaaten und blieb in Finnland unverändert. Die stärksten Rückgänge wurden in Kroatien (von 13,7% auf 11,0%), Spanien (von 20,4% auf 17,8%), und Irland (von 8,4% auf 6,4%) registriert. Im April 2017 lag die Arbeitslosenquote in den USA bei 4,4%, ein Rückgang gegenüber 4,5% im März 2017 sowie gegenüber 5,0% im April 2016.

Jugendarbeitslosigkeit

Dieses Thema wird im unteren Chart, der bis 2001 zurückreicht, gut dargestellt. Der Berg der Jugendarbeitslosigkeit, der in der Finanzkrise entstanden ist, wurde abgebaut, und man erreicht ein Niveau wie es ungefähr drei Jahre vor der Finanzkrise war. Aber auch dieses Niveau ist enorm hoch. Und bitte denken Sie immer an unsere Rechnung oben in diesem Artikel bei der Gesamt-Arbeitslosigkeit. Solche Aufschläge muss man auch hier einberechnen. Wenn man dann sieht, dass offiziell in Griechenland fast 50% der Menschen unter 25 arbeitslos sind, sind es in Wirklichkeit wohl weit mehr als 60%. Eine Katastrophe, selbst nach dem Abbau des „Berges“. Zitat Eurostat von heute:

Im April 2017 waren in der EU28 3,746 Millionen Personen im Alter unter 25 Jahren arbeitslos, davon 2,617 Millionen im Euroraum. Gegenüber April 2016 fiel deren Zahl in der EU28 um 600 000 und im Euroraum um 419 000. Im April 2017 lag die Jugendarbeitslosenquote in der EU28 bei 16,7% und im Euroraum bei 18,7%, gegenüber 19,0% bzw. 21,4% im April 2016. Die niedrigste Quote im April 2017 verzeichnete Deutschland (6,8%), die höchsten Quoten wurden in Griechenland (47,9% im Februar 2017), Spanien (39,3%) und Italien (34,0%) registriert.

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Von

Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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