Folgen Sie uns

Allgemein

Plus500 Update 2: Ende der Kontensperre? Stimmen von Kunden und Analysten

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von Claudio Kummerfeld

Angeblich sollten gestern wie auch heute viele eingefrorene Konten beim CFD-Broker „Plus500“ wieder freigeschaltet werden. Wir haben mit Kunden gesprochen. Währenddessen nimmt der Einbuch der Aktie heute früh wieder Fahrt auf.

Plus500 CFD Industrie sitzt rund um die Londoner Börse
Börse in London: Im Bankeviertel haben sich die meisten CFD-Broker angesiedelt.
Foto: gren/Wikipedia Gemeinfrei

Informationspolitik von Plus500

Die am Montag vom CFD-Broker „Plus500“ bekannt gegebene Sperre von 55% seiner Kundenkonten, die über UK geführt werden, bedeutete ein Erdbeben für die CFD-Industrie. Jeder will wissen, was los ist. Außer seinem dürren Statement auf der Webseite hat Plus500 bisher keine neuen offiziellen Statements veröffentlicht. Wir meinen eine mehr als schwache und nicht gerade vertrauensbildende Informationspolitik. Aber ein Statement hat Plus500 dann doch abgegeben. Am Mittwoch äußerte sich ein Pressesprecher gegenüber dem Portal „CITY A.M.“ folgendermaßen:

„A spokesman for Plus500 told City A.M. that the company was hoping to unlock the accounts of “core customers” who trade regularly within the next day or two. “Those customers are the ones who can be readily identified as wanting to continue to trade,” he said.
The remaining frozen accounts could take up to two weeks to unlock, depending on how quickly customers can provide the company with their ID details.“

Das bedeutet: Plus500 schaut zuerst nach den aktivsten Kunden, mit denen die Firma also am meisten Geld verdient, und schaltet diese zuerst frei. Alle anderen, die weniger aktiv sind, müssen dann wohl entsprechend länger warten, bis zu zwei Wochen, wie „CITY A.M.“ den Pressesprecher zitiert.

Kundenstimmen

Wir haben gestern und heute früh mit mehreren Kunden gesprochen, die darum baten, dass ihre Namen nicht genannt werden, uns aber zeigen konnten, dass sie tatsächlich Konten bei Plus500 haben. Kann es sein, dass diese Kunden Angst haben bei Nennung ihrer Namen ihr Geld nicht wiederzusehen?

Teilweise waren einige Kunden sogar schon vor Montag gesperrt. Ein Kunde berichtete uns er habe umgehend die erforderlichen Dokumente (Adressnachweis) an Plus500 gemailt, damit er wieder freigeschaltet wird. Eine Antwort gab es nicht, auch nicht auf seine Mails – telefonisch sei niemand erreichbar gewesen. Ein anderer Kunde berichtet er sollte Ende dieser Woche freigeschaltet werden – geschehen ist bisher nichts, auch keine Info habe er erhalten, wann er freigeschaltet wird.

Was alle Kunden übereinstimmend berichten: Es habe zum Zeitpunkt der Einfrierung der Konten keinerlei Info seitens Plus500 gegeben. Als die Kunden sich ganz normal in ihr Handelssystem einloggen wollten, erschien einfach nur die Meldung, dass derzeit kein Login möglich sei mit dem Hinweis „your account is under review“ (ihr Konto wird derzeit überprüft). Nachfolgende Infos gab es seitens Plus500 nicht, so die übereinstimmenden Infos der Kunden.

Wir finden: Eine vertrauensbildende Maßnahme ist das nicht – aber einfach den Kopf in den Sand zu stecken ist auch ein Weg mit so einer Situation umzugehen. Anmerkung: die vorher genannten Kundenstimmen sind natürlich nicht repräsentativ, sondern zeigen nur vereinzelte Beispiele. Ob das auf die große Masse der Kunden zutrifft, können wir natürlich nicht überprüfen!

Analysten

Während es Bankanalysten gibt, die die Plus500-Aktie abstufen, raten andere bei diesen tiefen Kursen zum Kauf. Wir meinen: es ist ganz einfach – jetzt ist die Aktie ein richtig heißes Eisen. Wer Action, Spiel, Spaß und Spannung sucht, kann sich das mal überlegen, ob er neu einsteigt. Mag sein, dass die Aktie von dem tiefen Niveau aus wieder anzieht, mag aber auch sein, dass der Imageschaden durch diese Konteneinfrierung so groß ist, dass viele Kunden die Firma verlassen und zur (reichlich vorhandenen) Konkurrenz gehen, was sich dauerhaft nicht so gut auf den Aktienkurs der Firma auswirken dürfte. Die Investmentbank Liberum hat laut „Businessinsider Australia“ errechnet, was dieser Freeze Plus500 kosten wird und ist der Meinung, dass zwischen 9-14% der gesamten für 2015 bisher prognostizierten Firmenumsatzes verloren gehen könnte.

Plus500-Aktie fällt weiter

Nach dem großen Absturz vom Montag fiel die Aktie von Plus500 von Dienstag bis gestern relativ langsam und gemächlich weiter. Heute früh hat der Einbruch aber wieder Fahrt aufgenommen. Aktuell sind wir bei 311 Pence.

Plus500

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    FR

    22. Mai 2015 12:28 at 12:28

    Bleibt zu hoffen das die kunden glimpflich davon kommen.
    Moeglicherweise haben sich noch viel mehr Broker „verhoben“ z. Bspl. bei der Aktion der SNB?- es bisher aber nicht zuggegeben?
    Die Wahrheit steht im Orderbuch Spalte A und Spalte B :)
    Beste Gruesse & gute Trades

  2. Avatar

    Christian

    23. Mai 2015 21:22 at 21:22

    Plus500 sperrt Kundenkonten. Dieser Schritt ist doch ein Witz. Dieser CFD Broker bringt der CFD Industrie mehr negative Schlagzeilen und kann es mit seiner Werbung auch heute nicht lassen. Er werden solangé dort Kunden ihr Geld verlieren, bis endlich einmal eine Aufsichtsbehörde die Reißleine zieht. Und es gibt doch viel bessere Online-Broker am Markt.

    VG

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage