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Raffgier: So dreist waren die LIBOR-Betrüger

Redaktion

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am

Von Claudio Kummerfeld

Die Deutsche Bank zahlt wg. dem LIBOR-Skandal (Zinsmanipulationen) 2,5 Milliarden US-Dollar Strafe an die amerikanischen und britischen Aufsichtsbehörden. Jetzt frei gegebene Dokumente der US-Behörde „Commodity Futures Trading Commission“ zeigen Chat-Protokolle von Händlern verschiedener Banken. So dreist waren die LIBOR-Betrüger bei ihrer großen Raffgier…

Trading Desk Banco Carregosa Wikipedia Public Domain
Beispiel-Bild eines Trading-Desks
Foto : Banco Carregosa / Wikipedia / Public Domain

Die US-Behörde Behörde „Commodity Futures Trading Commission“ (CFTC) hat in einer zeitaufwendigen Kleinstarbeit über einen langen Zeitraum Chatprotokolle ausgewertet, in denen sich Händler verschiedener Großbanken absprechen, wie man gerade die Zinsen manipulieren will, die die Grundlagen für unser aller Zinssätze darstellen, wenn es Dispos, Ratenkredite und Baufinanzierungen geht. Aber nicht nur Zinsen, auch Währungen wie das britische Pfund und der Schweizer Franken wurden „besprochen“. Hier einige Auszüge der Chats, bei denen man den Eindruck bekommt, die persönliche Raffgier ist für diese Händler zu einem virtuellen Spaß geworden. Erstaunlich ist auch die Offenheit, wie über Manipulationen gechattet wird, so als wäre es gar nichts Verbotenes.

if you need something in particular in the libors i.e. you have an interest in a high or a low fix let me know and there’s a high chance i’ll be able to go in a different level.
finanzmarktwelt.de-Übersetzung:
Wenn Du etwas Bestimmtes im libor brauchst, wenn Du z.B. Interesse an einer hohen oder niedrigen Notierung hast, sag mir bescheid, und die Chance wird hoch sein, dass ich in der Lage bin auf ein anderes Niveau zu gehen.

COULD WE PLS HAVE A LOW 6MTH FIX TODAY
finanzmarktwelt.de-Übersetzung:
Können wir heute bitte eine Preisfestsetzung auf einem 6Monatstief haben.

LOWER MATE LOWER !! ……… Antwort : will see what i can do…
finanzmarktwelt.de-Übersetzung:
Runter mit dem Kurs Kumpel, runter!! Antwort: Ich schau mal was ich tun kann..

LIBOR HIGHER TOMORROW?
shouldn’t be
COME ON. WE ALWAYS NEED HIGHER LIBORS !!!
HAHA
haha, i’ll do my best
finanzmarktwelt.de-Übersetzung:
Höherer LIBOR morgen?
Sollte nicht sein
Komm schon. Wir brauchen immer höhere LIBORS
HAHA
HAHA, ich werde mein Bestes dafür geben.

FIXINGS AS USUAL MONSIEUR? LOW 1M HIGH 6M
yes please – thank you very much [Frankfurt Euro Desk Manager]
finanzmarktwelt.de-Übersetzung:
Preisfeststellung wie üblich der Herr? Tief auf 1 Monat und hoch auf 6 Monate?
Ja bitte. Vielen Dank (Frankfurt Euro Desk Manager)

DON’T FORGET TO SET A HIGH FIX TODAY!
finanzmarktwelt.de-Übersetzung:
Vergiss heute nicht eine hohen Preisfestsetzung!

why did you go in low 3m fixing? we had 17 trillion [yen] so it coming lower cost us a lot
sorry I messed up that one…
you owe me a drink!
finanzmarktwelt.de-Übersetzung:
Warum gehst Du in eine 3Monats-Preisfeststellung? Wir hatten 17 Billionen Yen, also kommt es tiefer und kostet uns eine Menge.
Sorry, ich hab´s vermasselt…
Du schuldest mir einen Drink!


Das waren jetzt nur einige Auszüge. Hier der Link zur Original-Veröffentlichung der CFTC.



Quelle: US Commodity Futures Trading Commission

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Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

Redaktion

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Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

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Unser Wohlstand kommt übers Meer – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten.

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt.

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel.

Deutschland ist Exportweltmeister

Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert.

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser

Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Hotels und Restaurants: Wachstum ja, aber noch keine V-Erholung

Claudio Kummerfeld

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Restaurant-Tische mit Gläsern

Der Umsatz bei Hotels und Restaurants ist im August gegenüber Juli um 5,5 Prozent gestiegen. Aber im Vergleich zu August 2019 liegt er immer noch mit 22,2 Prozent im Minus. Die Grafik, die bis zum Jahr 2013 zurückreicht, zeigt es: Eine V-förmige Erholung ist noch nicht abgeschlossen. Der Indexwert der Umsätze von Hotels und Restaurants lag vor dem Start der Coronakrise im Februar bei 105,5 Indexpunkten, und im August waren es 80,9 Punkte. Da ist noch einiges an Lücke vorhanden. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im August 2020 sogar um 32,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Gut, diese heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind aus August. Inzwischen haben wir Oktober, und die V-förmige Erholung könnte bis jetzt schon fast geschafft sein. Könnte, nicht muss. Aber selbst wenn…. ein halbes Jahr lang gigantische Verdienstausfälle machen einer Branche zu schaffen, die darauf angewiesen ist konstant Umsatz zu machen. Viele Betreiber und Hotels und Restaurants überleben vielleicht aktuell, aber nur dank staatlicher Kredite. Man hat also nach der Krise deutlich mehr Schulden als vorher, dazu kommen oft noch vermutlich Mietschulden, weil der Vermieter monatelang die Restaurantmiete stundete, die nun nachgezahlt werden muss. Hat man die Krise auf den ersten Blick überlebt, und hat wieder „normale“ Umsätze, so türmen sich die Schulden auf. Zeitlich verzögert könnten also viele Insolvenzen folgen, auch wenn sich die Umsätze der Branche wieder normalisieren.

Chart zeigt Umsätze bei Hotels und Restaurants

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