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Rally an Italiens Märkten – neue Liebe zwischen Rom und Brüssel?

Aus taktischen Gründen mäßigt die italienische Regierung ihren Ton – und Brüssel ist ganz happy..

Markus Fugmann

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Nach der Schlammschlacht plötzlich Annäherung..

Nachdem sich die Vertreter der italienischen Regierung und die EU-Nomenklatur in schöner Regelmäßgkeit mit unschönen Kommentaren bombardiert hatten, hat sich nun die Tonlage offenkundig geändert: so plane die italienische Regierung eine Änderung des Defizit-Ziels für das Jahr 2019, heute treffen sich laut Medienberichten Ministerpräsident Conte, Wirtschafts- und Finanzminister Tria, sowie Cinque Stelle-Chef Di Maio und Lega-Chef Salvini zum Gespräch über das 2019er-Budget.

Vor allem Italiens wirklich starker Mann, Lega-Chef Salvini, scheint nun mäßiger aufzutreten: es komme nicht darauf an, ob man nun 0,1% beim Defizit höher oder niedriger liege – man sei bereit, weniger Defizit in 2019 zu machen und habe dafür „sehr positives Feedback“ aus Brüssel erhalten. Di Maio wiederum sagte in einem Interview mit „radio radicale“ (sic!), dass man offen sei für eine Senkung des Defizitziels, solange die geplanten Maßnahmen umgesetzt würden.

Also jetzt grande amore zwischen Rom und Brüssel? Eher nicht, aber immerhin der Versuch zur Deeskaltion von beiden Seiten. Und das macht sich besonders an Italiens Finanzmärkten bemerkbar: der italienische Bankenindex gewinnt gut +5% und damit so viel wie seit Juni nicht mehr, der „italienische Dax“, der Leitindex MIB 40 in Mailand, steigt um gut +3% und sieht nun auch charttechnisch nach einer Bodenbildung aus:

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

Und die Kurse der 10-jährigen italienischen Anleihe steigen – es fallen also die Renditen, sprich die Risikoprämien für Italiens Schulden, der spread (die Renditedifferenz zu deutschen Anleihen) verringert sich auf knapp 300 Basispunkte:

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

Und auch der Euro blickt optimistischer in die Zukunft und steht wohl bald vor einer impulsiven Bewegung mit Ausbildung einer „Trompete“ (spitz aufeinander zulaufende Trendlinien), der dann meist ein impulsiver Ausbruch in die eine oder andere Richtung (aus der Verengung der Trendlinien) ankündigt:


(Chart durch anklicken vergrößern)

 

Worum es Rom wirklich gut: erstmal Ruhe reinbringen..

Insgesamt scheint das eher Taktik zu sein der italienischen Regierung: man will den Haushalt sichern und die Marktturbulenzen erst einmal stoppen, so der für Infrasttruktur zustände Staatssekretär Siri in einem Zeitungsinterview recht unverblümt – daher mache man jetzt ein paar „Feinabstimmungen“..

Im Gespräch scheint nun eine Absenkung des Defizitziels von 2,4% auf nun 2,0% oder 2,1% für das Jahr 2019. Da dreht man also ein bißchen an der Zahlen-Schraube, und schon ist Brüssel happy. Ob die neue Liebe von Dauer ist, ist eher zu bezweifeln – aber es geht ja bekanntlich nichts über einen heißen Flirt..

 


Haupteingang der alterwürdigen und maroden Banca Monte dei Paschi di Siena. Foto: Herbert Frank; CC BY 2.0

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    26. November 2018 13:49 at 13:49

    Man stelle sich folgendes Szenario vor: Die EU und Italien einigen sich auf einen „gesichtswahrenden“ Kompromiss, die Briten einigen sich auf May´s verzögerte Brexitvariante und Trump verschiebt seine Zollanhebung auf 25% gegenüber China auf unbestimmte Zeit? Unrealistisch? Wahrscheinlich, aber sollte dergleichen Realität werden – Shortsqueeze garantiert. Wie sagte Nobelpreisträger Prof. Shiller: „Es sind nur 20 % der Kursbewegungen kurzfristig fundamental erklärbar. Der Rest ist Psyche.“ Please keep attention.
    Gruß

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Aktien

Aktien: Bubble-Boomer demaskieren Wall Street-Casino! Marktgeflüster (Video)

Mit Aktien wie Gamestop bringen die Bubble-Boomer Hedgefunds in Schieflage – und demaskieren damit gleichzeitig den Casino-Charakter der Wall Street!

Markus Fugmann

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Aktien wie Gamestop oder AMC schießen auch heute wieder durch die Decke – die Bubble-Boomer bringen damit jene Hedgefunds weiter in Schwierigkeiten, die eben diese Aktien short spielen. Diese Bubble-Bommer (Generation Z) ist mit der Spiele-Mechanik bestens vertraut und hat damit nicht nur eine Schwachstelle der Finanzmärkte offengelegt, sondern gleichzeitig den Casino-Charakter der Wall Street demaskiert. Man darf gespannt sein, ob die Fed heute dazu etwas sagen wird – letztlich sind es die Notenbanken, die dieses Casino ermöglicht haben und den beteiligten Spielern das Gefühl suggerierten, dass man im Casino nicht verlieren könne, weil jedesmal wenn es eng wird, die Retter in Gestalt der Notenbanken nahen..

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Aktien

Mit Zocken reich werden – der neue „American dream“ ersetzt den Traum vom eigenen Haus

Claudio Kummerfeld

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American Dream Symbolfoto

Man erinnere sich an die Zeiten von Bill Clinton und George Bush, und auch von Notenbank-Chefs wie Alan Greenspan. Die inoffizielle Staatsraison der 1990er und 2000er in den USA war (unter anderem): Jedem Amerikaner solle es möglich sein in seinem eigenen Haus zu leben. Das war der American Dream. Unterschwellig (so meine Meinung) war damit die Aussage an die eigene Bevölkerung verbunden, dass man sagen konnte: Schaut her, wir sind das größte, reichste und stärkste Land der Welt. Unsere Bürger können sich alle ein eigenes Haus leisten.

Die Regulierungen am US-Häusermarkt wurden dramatisch runtergefahren. Millionenfach wurden von der Regierung befeuert Hauskredite vergeben an Menschen, die in vielen Fällen noch nicht mal eine Arbeit hatten. Sie hatten noch nicht mal bei beschönigender Betrachtung irgendeine Art von Bonität. Die Katastrophe war vorprogrammiert, und das ganze Kartenhaus brach ab 2007 zusammen – was wir heute als Finanzkrise 2008 bezeichnen. Es war ein großer Traum, der für viele Amerikaner zum Albtraum wurde und für viele mit einem Schlafplatz unter einer Brücke endete.

Im Corona-Jahr 2020 entstand offenbar ein neuer American Dream. Nicht mehr Häuser auf Kredit kaufen, sondern ohne Arbeit, Wissen, Recherche oder sonst etwas reich werden, vom eigenen Computer, von zuhause aus. Durch stumpfes, sinnbefreites Zocken in Aktien, die man selbst gar nicht kennt. Einfach drauf los zocken, und schnell und einfach reich werden. Das ist wohl der neue amerikanische Traum. In der Coronakrise hockten auf einmal Millionen Amerikaner zuhause, betätigungslos. Sehr üppige staatliche Hilfen beschwerten Millionen arbeitsloser Amerikaner ein höheres monatliches Einkommen, als sie es vor Corona mit Arbeit hatten.

Klar erkennbar war die daraufhin folgende Welle an Millionen neuer Brokerkonten in den USA. Unglaublich aber wahr. Unzählige Menschen kauften sich von den staatlichen Hilfen nichts zu essen (sinnbildlich ausgedrückt), sondern überwiesen die Gelder auf ihre frisch eröffneten Brokerkonten. Hinzu kommen die neuen Broker wie „Robinhood“, bei denen man ganz ohne Gebühren zocken kann. Dadurch wurde es möglich auch mit Kleinstbeträgen von mehreren hundert Dollar drauf los zu zocken. Rein, raus, rein, raus, immer weiter.

Robinhood-Chef beschreibt den neuen American Dream

Vlad Tenev, CEO und Mitbegründer von Robinhood, des bekanntesten dieser neuen Broker für die junge wilde Zocker-Meute, hat heute einen Gastkommentar auf CNBC veröffentlicht (hier nachzulesen). Er spricht davon, dass es der neue American Dream sei ein „Investor“ zu werden, nach dem vormaligen Traum vom eigenen Haus. Er erwähnt, dass viele seiner Kunden Aktien kaufen und dann langfristig halten würden. Will da jemand Kritik am stumpfen und sinnbefreiten Zocken vorbeugen? Die Mission von Robinhood sei es nach seinen Worten, das Finanzwesen zu demokratisieren – dies sei im amerikanischen Idealismus verwurzelt. Amerika sei schon immer stolz auf seine Fähigkeit gewesen, Aufwärtsmobilität und Chancen mit wenigen Barrieren zu fördern. Dieses nationale Ethos des „American Dream“ sei so alt wie die Nation selbst. Im 20. Jahrhundert habe sich alles um den Erwerb von Wohneigentum gedreht, was unter anderem durch die 30-jährige Hypothek vorangetrieben wurde. Jetzt, wo es im Börsenhandel keine Provisionen und Mindestbeträge mehr gibt, sei die Bühne frei für einen neuen amerikanischen Traum, bei dem nahezu 100 Prozent der US-Bürger Investoren werden sollen. „Lassen Sie uns das schaffen – gemeinsam“, so seine finalen Worte.

Dazu möchte ich final anmerken: Ist das noch „Investieren“, was wir derzeit am US-Aktienmarkt sehen? Wohl kaum. Völlig wertlose Unternehmen unbegrenzt nach oben traden, ohne jeglichen Sinn und Verstand? Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Wir haben es auf finanzmarktwelt.de die letzten Tage mehrfach angesprochen (hier der letzte Video-Kommentar von Markus Fugmann heute früh). Die ganz frische Generation von Tradern hat das Platzen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise 2008 gar nicht erlebt. Damals waren diese Trader gerade erst geboren oder noch in der Grundschule. Sie kennen nur steigende Kurse, nur Party, nur nach oben, völlig sinnbefreit. Auch sie werden wohl eines Tages einen großen Knall erleben. Einige von ihnen werden auch nach so einem Crash immer noch kräftig Geld auf der Kante haben – andere werden nach dem „All In“ wohl ähnliches erleben wie viele Menschen nach der Zwangsräumung ihrer Häuser in den Jahren 2005, 2006 und 2007.

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Indizes

Rüdiger Born: Märkte fallen – Tradingchance Long?

Rüdiger Born

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Die Indizes fallen gerade. Ist das die Chance für Trader auf steigende Kurse zu setzen? Das schaue ich mir anhand des Nasdaq-Chart etwas genauer an.

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