Folgen Sie uns

Europa

Rezession – Krise erfaßt jetzt Mittelstand

Deutschland rutscht immer tiefer in die Rezession –  die Krise erreicht nach der deutschen Bauwirtschaft nun auch den deutschen Mittelstand!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Jahrelang gab es in Deutschland einen Boom, aber nun schlittert das Land offenkundig immer tiefer in die Rezession –  die Krise erreicht nach der deutschen Bauwirtschaft nun auch den deutschen Mittelstand! Das zeigt der heute veröffentlichte KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: erstmals seit viereinhalb Jahren rutscht das mittelständische Geschäftsbarometer unter die Nullinie, die Erwartungen sind nun beinahe so pessimistisch wie bereits bei den deutschen Großunternehmen:

„Die in den Großunternehmen schon länger negative Stimmung greift mit rund einem halben Jahr Verzögerung nun auch auf den Mittelstand über. Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen fällt im August um 4,2 Zähler beziehungsweise das Doppelte einer üblichen Monatsveränderung auf -1,5 Saldenpunkte, das erste unterdurchschnittliche Ergebnis seit Februar 2015. Damit setzt sich der Abwärtstrend seit dem Rekordhoch vor elf Monaten in beschleunigtem Tempo fort.“

Sowohl die aktuelle geschäftslage als auch die Geschäfsterwartungen der mittelständischen Unternehmen deutenn klar auf eine Rezession Deutschland im 3.Quartal:

„Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verringert sich um beachtliche 5,1 Zähler auf jetzt noch 10,1 Sal-denpunkte. Der anhaltende Verfall der Lageurteile lässtein wirtschaftlich schwaches drittes Quartal befürchten, nachdem die Wirtschaftsleistung schon im zweiten Quartal leicht rückläufig war. Gleichzeitig sinken die mittelständischen Geschäftserwar-tungen um ebenfalls sehr deutliche 3,5 Zähler gegenüber Juli. Mit nunmehr -12,3 Saldenpunkten rutschen sie noch tiefer unter die Nulllinie und nähern sich damit den schon seit dem Frühjahr ausgesprochen pessimistischen Erwartungen der großen Unternehmen an.“

Lange war der binnenwirtschaftliche Sektor in Deutschland robust – sichtbar etwa in den stets deutlich besseren Einkaufsmanagerindex für den Sektor Dienstleistung als für den Gewerbe-Sektor. Nun aber spricht vieles dafür, dass angesichts des Niedergangs der deutschen Exportwirtschaft „die Binnenwirtschaft sich inzwischen ebenfalls an der außenwirtschaftlichen Schwäche angesteckt hat“.

Mit anderen Worten: es ist jetzt nur eine Frage der Zeit, bis auch der Binnenkonsum von der Krise voll erfaßt wird. Ausschlaggabend für die heftige Stimmungsabkühlung sind laut KfW-ifo „die flaue Weltkonjunktur, die Eskalation der Handelskonflikte und der Brexit“. Es herrscht ein Klima der Unsicherheit:

„Die auf zyklische Investitionsgüter spezialisierte deutsche Industrie hat es auch deshalb schwer, weil viele Unternehmen in Deutschland und weltweit Investitionsentscheidungen zurzeit aufschieben dürften, bis sich der Nebel der politischen Unsicherheit zumin-dest wieder etwas lichtet.“

Und damit rutscht Deutschland aller Voraussicht nach in die Rezession:

„Nicht mehr nur in den großen, sondern auch in den mittleren und kleinen Unternehmen ist die wirt-schaftliche Stimmung nunmehr unterkühlt. Damit fügt sich ein weiteres wichtiges Puzzleteil in das Konjunkturbild für das zweite Halbjahr 2019 ein. Mit zunehmender Deutlichkeit zeichnet sich darin eine technische Rezession ab, also mindestens zwei negative Quartalswachstumsraten in Folge.“

 

Gibt es dennoch einen Hoffnungsschimmer? Ja, meint KfW-ifo:

„Dabei gehen wir davon aus, dass die Brexit-Schäden selbst bei einem noch immer möglichen Ausscheiden des Vereinigten Königreichs ohne Vertrag letztlich begrenzt bleiben und sich die Handelskonflikte im Vorfeld der für den 3. November 2020 terminier-ten US-Wahl zumindest etwas entspannen, weil die Trump-Administration im Wahlkampf sicherlich mit guten Konjunktur- und Aktienmarktzahlen glänzen will.“

Man kann nur hoffen, dass das mehr ist als nur Zweckoptimisus angesichts einer Rezession, die so vor einigen Monaten kaum jemand voraus gesehen hatte..

Deutschland rutscht in die Rezession und die Krise erfaßt jetzt auch den deutschen Mittelstand

20 Kommentare

20 Comments

  1. Pingback: Die Nachrichten vom 9. September 2019 | das-bewegt-die-welt.de

  2. Avatar

    Karl Stülpner

    9. September 2019 13:09 at 13:09

    Kaum jemand vorausgesehen?
    In den freien Medien wird die kommende Rezession schon Monate, wenn nicht gar Jahre vorausgesehen und diskutiert.
    Hauptursache ist auch nicht der böse POTUS oder der böse Brexit. Hauptursache ist das ungedeckte Papiergeldsystem, das am Ende eines Zyklus angekommen ist. Nullzins, Negativzins, Euro-Rettung, Gelddrucken ohne Ende; dazu CO2-Klimawahn, Dieselverteufelung und Islamisierung des Westens. DAS sind die Ursachen für die Rezession.

    • Avatar

      tm

      9. September 2019 16:10 at 16:10

      „wenn nicht gar Jahre vorausgesehen“

      :-) Na das ist dann ja eine super Prognose: Irgendwann in den kommenden Jahren wird es eine Rezession geben – tja, wer hätte das gedacht?

      • Avatar

        Karl Stülpner

        11. September 2019 15:07 at 15:07

        Nun, wenn die Rezession mit rechts- und vertragswidrigen Methoden aufgeschoben wird, z.B. „Eurorettung“, Negativzins oder Gelddruck-Orgie, und das in einem kriminellen Umfang, den normal denkende Menschen mit gesundem Rechtsempfinden nicht einmal ansatzweise für möglich gehalten haben, dann kann so eine Prognose auch mal ein paar Jahre zu früh gestellt werden.

        • Avatar

          leftutti

          11. September 2019 19:52 at 19:52

          @Karl Stülpner, bisher war ich immer der Ansicht, Rezessionen wären natürliche und wiederkehrende Phasen in Wirtschaftszyklen. Und dass es die Aufgabe von Notenbanken sei, diesen entgegenzuwirken. Die getroffenen Maßnahmen mögen sicherlich umstritten, ärgerlich, kontraproduktiv oder sinnlos sein. Rechtswidrig sind sie sicherlich nicht. Mit Bezug auf Ihren ersten Kommentar ganz oben würde ich rechtswidrig gerne umformulieren in widerlich rechts.

    • Avatar

      leftutti

      9. September 2019 16:16 at 16:16

      @Karl Stülpner, was die enormen volkswirtschaftlichen Schäden durch den Klimawa(h)n(del) angeht, kann ich Ihnen nur beipflichten. Als Stichpunkte seinen nur einmal Landwirtschaft, Viehzucht und Forstwirtschaft, Fischerei, Stürme, Hochwasser, Überflutungen, Erdrutsche, Brände, Trinkwasser, Infrastrukturschäden, Seuchen, Krankheiten etc. genannt.
      Hier einmal eine ganz interessante Studie amerikanischer Behörden, die bekanntermaßen ja nicht unbedingt als tiefgrüne, ideologisch motivierte Umweltschützer bekannt sind:
      https://nca2018.globalchange.gov/

      Warum genau eine sog. „Dieselverteufelung und Islamisierung des Westens“ eine Rezession in höherem Maße herbeigeführt haben sollen, als global wirksame Faktoren wie der Handelskrieg zwischen den zwei größten Wirtschaftsmächten oder die völligen Unwägbarkeiten und Planungsunsicherheiten durch den Brexit, werden Sie uns sicher noch erläutern und belegen.

      • Avatar

        Martin

        9. September 2019 18:02 at 18:02

        @leftutti Das ein Klimawandel mit Folgeschäden stattfindet, ist klar. Die Ursache ist bei weitem nicht im Spurengas CO2 zu suchen, sondern in der steigenden Population „Mensch“, welche durch die steigende Verstädterung, Länderbrauch, Nahrungsproduktion und andere Resourcen dazu beiträgt. Es hilft nichts, wenn Deutschland sich kastaneit und ändere im wesentlichen Umfang weitermachen. Damit ist auch der 2. Punkt adressiert. Migration in die Sozialsysteme durch schlecht gebildete und integrierte Migranten ( ich spreche nicht von Flüchtlingen ) sind Kostenfaktoren, die eine Gesellschaft Schultern muss, und die Geldmittel für Investitionen blockieren. Zudem verfällt das Bildungssystem, so dass absehbarer Zukunft qualifizierte Absolventen Mangelware werden. Somit war diese Rezession vorhersehbar und ist, was den Punkt 2 betrifft, hausgemacht. Hinzu kommt noch die zunehmend technik- und leistungsfeindliche Einstellung eines Großteils der Bevölkerung mit dem Hang zum Sozialismus, der historisch schon öfters gescheitert ist, aber man will es erneut wissen.

        • Avatar

          leftutti

          9. September 2019 19:36 at 19:36

          @Martin, ich fasse Ihre Aussage zusammen: Wir haben unbestreitbar einen Klimawandel. Die Ursache ist eindeutig menschgemacht, durch Verstädterung. Landverbrauch etc. Klimaschädliche Gase wie CO2, Methan etc. haben damit aber nichts zu tun. Der eigentlich signifikante Zusammenhang zwischen Erwärmung und dem explosionsartigen Anstieg von Treibhausgasen ist rein zufällig.
          https://scripps.ucsd.edu/programs/keelingcurve/wp-content/plugins/sio-bluemoon/graphs/co2_10k.png
          https://de.wikipedia.org/wiki/Globale_Erw%C3%A4rmung

          Ja, aber woran liegt der Temperaturanstieg dann? Weil so viele neue Menschen mit einer Körpertemperatur von 37°C ständig weiterheizen?

          Zu Ihrem Punkt 2: Geldmittel für Investitionen werden seit offizieller Einführung der schwarzen Null im Jahre 2009 und eigentlich schon einige Jahre länger blockiert. Also schon fast eine Generation vor der Flüchtlingswelle. Das Gleiche gilt für Bildung, Qualifikation und Infrastruktur.

          Ein sehr interessanter Punkt ist die zunehmend technik- und leistungsfeindliche Einstellung eines Großteils der Bevölkerung mit dem Hang zum Sozialismus. Auf welchen Quellen beruht diese Einschätzung?

  3. Avatar

    asisi1

    9. September 2019 13:54 at 13:54

    Ich finde es richtig gut, das es jetzt die vollkommen verblödeten nicht selbstständig denkenden Mittlelschichtler erwischt. Von solchen dummen Idioten habe ich die Nase voll. Sie ignorieren jede vernünftige Ansicht. letztens erzählte mir so ein mir bekannter VOllidiot: Die AfD will wieder KZs bauen!

    • Avatar

      Michael

      9. September 2019 14:33 at 14:33

      @asisi1, Ihnen ist aber der Unterschied zwischen Mittelschicht und Mittelstand schon bekannt?

      Über 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Mittelständler. Sie erwirtschaften mehr als die Hälfte der Wertschöpfung, generieren über 97% der deutschen Exporte, stellen fast 60 Prozent aller Arbeitsplätze und rund 82 Prozent der betrieblichen Ausbildungsplätze bereit.

  4. Avatar

    Politologe

    9. September 2019 15:22 at 15:22

    @ asisi1, Da machen sie es sich ein wenig einfach. Dass Vollidioten hauptsächlich in der Mittelschicht anzutreffen sind ist eine schlechte Erfahrung von Ihnen ,die nicht haltbar ist.
    Meine Erfahrung ist, dass in der Unterschicht viel komisches Verhalten zu beobachten ist,dass teilweise mit Geldmangel zu entschuldigen ist.Was ich eher verurteile ist, dass sehr Begüterte ( eher Oberschicht ) arrogantes u.geldgieriges Verhalten an den Tag legen, was mich abstösst.
    In meiner Umgebung sind die sogenannten Mittelschichtler, meistens kleine KMU ,u. eher vernünftige Leute.
    Übrigens in meinem Land werden über 90% der Arbeitsplätze von KMU Firmen zur Verfügung gestellt, Viele machen auch noch Politik u. sind auch dort viel vernünftiger als Vollprofis.
    Ich komme aus der unteren Mittelschicht, gemäss ihrer Definition wäre ich also nur halb verblödet !

  5. Avatar

    Beobachter

    9. September 2019 15:45 at 15:45

    Wenn es den Mittelstand erwischt, dann wird es weltweit keinen Schönredner mehr geben ,der die Rezession wegreden kann. ( Ausser Kudlow )Wie schon die Vorposter erwähnten,sind es hauptsächlich die Mittelständler ,die das ganze Kartenhaus noch zusammenhalten.Nicht nur die meisten Arbeitsplätze stellen sie zur Verfügung, sondern auch ein Grossteil der Steuern wird von „ DEN VOLLKOMMEN VERBLÖDETEN“
    bezahlt, da die Unterschicht logischerweise nicht viel bezahlen kann, u.die Oberschicht ( die weniger Blöden) eher irgendwo ein Schlupfloch finden.

  6. Avatar

    Gadsby

    9. September 2019 16:12 at 16:12

    Viele Mittelständer kommen aus der Babyboomer-Generation (Jahrgang 46 – 64) Da diese langsam in die Pension gleiten, wird die letzten Jahre kaum noch investiert, möglicherweise mit ein Grund für die Rezession.

    • Avatar

      Michael

      9. September 2019 17:37 at 17:37

      @Gadsby, nach dem aktuellsten Mittelstandsbericht der KfW-Bank (von 2018 für das Jahr 2017) sind die Investitionen bei den KMU auf erneutem Rekordstand seit 2004.

      Die Investitionen der mittelständischen Unternehmen haben im Jahr 2017 wiederholt Schwung erhalten. Mit dem vierten Anstieg in Folge haben die Investitionen in neue Anlagen und Bauten (Bruttoanlageinvestitionen bzw. Neuinvestitionen) einen Wert von 176 Mrd. EUR erreicht. Das sind 7 Mrd. EUR bzw. 4 % mehr als im Jahr zuvor und der höchste von den KMU gemeldete Wert seit 2004.
      https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-Mittelstandspanel/KfW-Mittelstandspanel-2018.pdf

      Die Anzahl der Investoren ist dabei rückläufig, was aber nicht so sehr auf die bevorstehende Privatrente der ursprünglichen Firmengründer, als vielmehr auf politische und ökonomische Unsicherheiten zurückzuführen sein dürfte. Ein Teil der KMU sind zudem Zulieferfirmen der Großindustrie und somit aufgrund der Spezialisierung seit jeher alternativlos von deren wirtschaftlicher Entwicklung abhängig.

      Es wird ganz allgemein nur wenige Unternehmer aus den Jahrgängen 46 – 64 geben, denen nicht das Wohl und Wehe ihres selbst aufgebauten Unternehmens, ihrer erfolgreichen Lebensgeschichte, ihrer Arbeitnehmer und die Nachfolge durch Erben, verdiente Mitarbeiter oder zumindest Verkauf sehr am Herzen liegt.

      • Avatar

        Gadsby

        9. September 2019 20:51 at 20:51

        Es steht oben im Beitrag, dass Investitionsentscheidungen zurzeit aufgeschoben werden.

        • Avatar

          Michael

          9. September 2019 23:28 at 23:28

          @Gadspy, korrekt, aber im Zusammenhang mit weltweiten Investitionsentscheidungen … bis sich der Nebel der politischen Unsicherheit zumindest wieder etwas lichtet.

          Also global, wegen Handelskrieg, Brexit, nicht wegen Rentenalter.

  7. Avatar

    Christoph

    9. September 2019 16:29 at 16:29

    Eine Rezession ist die normalste Sache der Welt. Medien und Politiker tun so, als ob der Weltuntergang bevorsteht. Bissel Sachlichkeit würde der Sache gut tun. Und bitte, bitte keine bescheuerten Konjukturprogramme!
    2017 war doch ein super Jahr, wenn wir in 2019 etwas schrumpfen (es geht ja nur um zehntel Prozent), dann sind wir immer noch besser dran als 2017.
    Denke Schumpeter würde mir zustimmen ;) Ob unser Finanzsystem das übersteht, steht auf einem anderen Blatt… vielleicht wird da aber eh schon lange Insolvenzverschleppung betrieben…

  8. Avatar

    horsthanau

    11. September 2019 22:23 at 22:23

    Die linksgrünen Sozialisten haben die Briten aus der EU getrieben und demontieren jetzt die Autoindustrie durch den Klimaschutzwahn. Statt sparsamen Dieselautos wird der staatliche Wassertaxi-Dienst für Greta und die Fachkräfte gefördert.

  9. Avatar

    Thomas

    12. September 2019 17:06 at 17:06

    • Avatar

      vendy

      13. September 2019 20:19 at 20:19

      Es geht dabei nur um die blauen gasgefüllten Ballons 😨

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Europa

Bruttoinlandsprodukt für 2020: Statistisches Bundesamt präsentiert erste Daten

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Deutschland Flagge

Laut vor wenigen Minuten vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten ist das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland (anhand vorläufiger Berechnungen) im Gesamtjahr 2020 um 5,0 Prozent gesunken. Die deutsche Wirtschaft sei somit nach einer zehnjährigen Wachstumsphase im Corona-Krisenjahr 2020 in eine tiefe Rezession geraten, ähnlich wie zuletzt während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Der konjunkturelle Einbruch fiel aber im Jahr 2020 den vorläufigen Berechnungen zufolge insgesamt weniger stark aus als 2009 mit -5,7 Prozent.

Grafik zeigt Bruttoinlandsprodukt im Verlauf seit dem Jahr 2005

BIP-Zahlrenreihen

Hier einige aktuelle Aussagen der Statistiker im Wortlaut:

Corona-Krise traf Industrie und Dienstleistungsbereiche hart – nur das Baugewerbe legte zu

Die Corona-Pandemie hinterließ im Jahr 2020 deutliche Spuren in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Die Produktion wurde sowohl in den Dienstleistungsbereichen als auch im Produzierenden Gewerbe teilweise massiv eingeschränkt.

Im Produzierenden Gewerbe ohne Bau, das gut ein Viertel der Gesamtwirtschaft ausmacht, ging die preisbereinigte Wirtschaftsleistung gegenüber 2019 um 9,7 % zurück, im Verarbeitenden Gewerbe sogar um 10,4 %. Die Industrie war vor allem in der ersten Jahreshälfte von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen, unter anderem durch die zeitweise gestörten globalen Lieferketten.

Besonders deutlich zeigte sich der konjunkturelle Einbruch in den Dienstleistungsbereichen, die zum Teil so starke Rückgänge wie noch nie verzeichneten. Exemplarisch hierfür steht der zusammengefasste Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe, dessen Wirtschaftsleistung preisbereinigt um 6,3 % niedriger war als 2019. Dabei gab es durchaus gegenläufige Entwicklungen: Der Onlinehandel nahm deutlich zu, während der stationäre Handel zum Teil tief im Minus war. Die starken Einschränkungen in der Beherbergung und Gastronomie führten zu einem historischen Rückgang im Gastgewerbe.

Ein Bereich, der sich in der Krise behaupten konnte, war das Baugewerbe: Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung nahm hier im Vorjahresvergleich sogar um 1,4 % zu.

Massiver Rückgang der in- und ausländischen Nachfrage

Auch auf der Nachfrageseite waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich sichtbar. Anders als während der Finanz- und Wirtschaftskrise, als der gesamte Konsum die Wirtschaft stützte, gingen die privaten Konsumausgaben im Jahr 2020 im Vorjahresvergleich preisbereinigt um 6,0 % zurück und damit so stark wie noch nie. Die Konsumausgaben des Staates wirkten dagegen mit einem preisbereinigten Anstieg von 3,4 % auch in der Corona-Krise stabilisierend, wozu unter anderem die Beschaffung von Schutzausrüstungen und Krankenhausleistungen beitrug.

Die Bruttoanlageinvestitionen verzeichneten preisbereinigt mit -3,5 % den deutlichsten Rückgang seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Dabei legten die Bauinvestitionen entgegen diesem Trend um 1,5 % zu. In Ausrüstungen – das sind vor allem Investitionen in Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – wurden im Jahr 2020 dagegen preisbereinigt 12,5 % weniger investiert als im Vorjahr. Die Investitionen in sonstige Anlagen – darunter fallen vor allem Investitionen in Forschung und Entwicklung – fielen ersten Schätzungen zufolge preisbereinigt um 1,1 %.

Die Corona-Pandemie wirkte sich auch auf den Außenhandel massiv aus: Die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen gingen im Jahr 2020 erstmals seit 2009 zurück, die Exporte preisbereinigt um 9,9 %, die Importe um 8,6 %. Besonders groß war der Rückgang der Dienstleistungsimporte, was vor allem am hohen Anteil des stark rückläufigen Reiseverkehrs lag.

weiterlesen

Europa

Industrieproduktion hat Corona-Lücke fast aufgeholt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Zahnräder

Die Industrieproduktion in Deutschland (Produktion im Produzierenden Gewerbe) hat die Corona-Lücke fast aufgeholt. Sie ist im November im Vergleich zu Oktober um 0,9 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt heute veröffentlicht hat. Im Jahresvergleich ist es ein Minus von 2,6 Prozent. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie, war die Produktion im November 2020 saison- und kalenderbereinigt noch 3,8 Prozent niedriger. Der Chart, der bis 2012 zurückreicht, zeigt die Industrieproduktion als blaue Linie. Hier sieht man für Februar 2020 einen Indexwert von 102,9 Punkten, und im November von 99.

Chart zeigt Verlauf der Industrieproduktion seit 2012

weiterlesen

Europa

Verbraucherpreise Eurozone Dezember: Fünfter Monat in Folge Deflation

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Geldmünzen mit Taschenrechner

Die Verbraucherpreise in der Eurozone wurden soeben für den Monat Dezember als Erstmeldung von Eurostat veröffentlicht. Sie sind um 0,3 Prozent rückläufig. Damit sehen wir auf europäischer Ebene nun den fünften Monat in Folge deflationäre Preise! Wie gestern auch in Deutschland, so sehen wir im Eurozonen-Gesamtschnitt heute auch eine kleinere Preissteigerung bei Lebensmitteln als in den Vormonaten. Jetzt sind es nur noch +1,4 Prozent, nach vorher +1,9 Prozent, 2,0 Prozent usw. Dies sorgt zusammen mit -6,9 Prozent bei den Energiepreisen für einen negativen Gesamtschnitt.

Details der Verbraucherpreise im Dezember

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage