Folgen Sie uns
  • Beste App für den Handel, capital.com
  • marketsx
  • Täglich Handelssignale für den DAX

Europa

Rezession – Krise erfaßt jetzt Mittelstand

Deutschland rutscht immer tiefer in die Rezession –  die Krise erreicht nach der deutschen Bauwirtschaft nun auch den deutschen Mittelstand!

Avatar

Veröffentlicht

am

Jahrelang gab es in Deutschland einen Boom, aber nun schlittert das Land offenkundig immer tiefer in die Rezession –  die Krise erreicht nach der deutschen Bauwirtschaft nun auch den deutschen Mittelstand! Das zeigt der heute veröffentlichte KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: erstmals seit viereinhalb Jahren rutscht das mittelständische Geschäftsbarometer unter die Nullinie, die Erwartungen sind nun beinahe so pessimistisch wie bereits bei den deutschen Großunternehmen:

„Die in den Großunternehmen schon länger negative Stimmung greift mit rund einem halben Jahr Verzögerung nun auch auf den Mittelstand über. Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen fällt im August um 4,2 Zähler beziehungsweise das Doppelte einer üblichen Monatsveränderung auf -1,5 Saldenpunkte, das erste unterdurchschnittliche Ergebnis seit Februar 2015. Damit setzt sich der Abwärtstrend seit dem Rekordhoch vor elf Monaten in beschleunigtem Tempo fort.“

Sowohl die aktuelle geschäftslage als auch die Geschäfsterwartungen der mittelständischen Unternehmen deutenn klar auf eine Rezession Deutschland im 3.Quartal:

„Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verringert sich um beachtliche 5,1 Zähler auf jetzt noch 10,1 Sal-denpunkte. Der anhaltende Verfall der Lageurteile lässtein wirtschaftlich schwaches drittes Quartal befürchten, nachdem die Wirtschaftsleistung schon im zweiten Quartal leicht rückläufig war. Gleichzeitig sinken die mittelständischen Geschäftserwar-tungen um ebenfalls sehr deutliche 3,5 Zähler gegenüber Juli. Mit nunmehr -12,3 Saldenpunkten rutschen sie noch tiefer unter die Nulllinie und nähern sich damit den schon seit dem Frühjahr ausgesprochen pessimistischen Erwartungen der großen Unternehmen an.“

Lange war der binnenwirtschaftliche Sektor in Deutschland robust – sichtbar etwa in den stets deutlich besseren Einkaufsmanagerindex für den Sektor Dienstleistung als für den Gewerbe-Sektor. Nun aber spricht vieles dafür, dass angesichts des Niedergangs der deutschen Exportwirtschaft „die Binnenwirtschaft sich inzwischen ebenfalls an der außenwirtschaftlichen Schwäche angesteckt hat“.

Mit anderen Worten: es ist jetzt nur eine Frage der Zeit, bis auch der Binnenkonsum von der Krise voll erfaßt wird. Ausschlaggabend für die heftige Stimmungsabkühlung sind laut KfW-ifo „die flaue Weltkonjunktur, die Eskalation der Handelskonflikte und der Brexit“. Es herrscht ein Klima der Unsicherheit:

„Die auf zyklische Investitionsgüter spezialisierte deutsche Industrie hat es auch deshalb schwer, weil viele Unternehmen in Deutschland und weltweit Investitionsentscheidungen zurzeit aufschieben dürften, bis sich der Nebel der politischen Unsicherheit zumin-dest wieder etwas lichtet.“

Und damit rutscht Deutschland aller Voraussicht nach in die Rezession:

„Nicht mehr nur in den großen, sondern auch in den mittleren und kleinen Unternehmen ist die wirt-schaftliche Stimmung nunmehr unterkühlt. Damit fügt sich ein weiteres wichtiges Puzzleteil in das Konjunkturbild für das zweite Halbjahr 2019 ein. Mit zunehmender Deutlichkeit zeichnet sich darin eine technische Rezession ab, also mindestens zwei negative Quartalswachstumsraten in Folge.“

 

Gibt es dennoch einen Hoffnungsschimmer? Ja, meint KfW-ifo:

„Dabei gehen wir davon aus, dass die Brexit-Schäden selbst bei einem noch immer möglichen Ausscheiden des Vereinigten Königreichs ohne Vertrag letztlich begrenzt bleiben und sich die Handelskonflikte im Vorfeld der für den 3. November 2020 terminier-ten US-Wahl zumindest etwas entspannen, weil die Trump-Administration im Wahlkampf sicherlich mit guten Konjunktur- und Aktienmarktzahlen glänzen will.“

Man kann nur hoffen, dass das mehr ist als nur Zweckoptimisus angesichts einer Rezession, die so vor einigen Monaten kaum jemand voraus gesehen hatte..

Deutschland rutscht in die Rezession und die Krise erfaßt jetzt auch den deutschen Mittelstand

20 Kommentare

20 Comments

  1. Pingback: Die Nachrichten vom 9. September 2019 | das-bewegt-die-welt.de

  2. Avatar

    Karl Stülpner

    9. September 2019 13:09 at 13:09

    Kaum jemand vorausgesehen?
    In den freien Medien wird die kommende Rezession schon Monate, wenn nicht gar Jahre vorausgesehen und diskutiert.
    Hauptursache ist auch nicht der böse POTUS oder der böse Brexit. Hauptursache ist das ungedeckte Papiergeldsystem, das am Ende eines Zyklus angekommen ist. Nullzins, Negativzins, Euro-Rettung, Gelddrucken ohne Ende; dazu CO2-Klimawahn, Dieselverteufelung und Islamisierung des Westens. DAS sind die Ursachen für die Rezession.

    • Avatar

      tm

      9. September 2019 16:10 at 16:10

      „wenn nicht gar Jahre vorausgesehen“

      :-) Na das ist dann ja eine super Prognose: Irgendwann in den kommenden Jahren wird es eine Rezession geben – tja, wer hätte das gedacht?

      • Avatar

        Karl Stülpner

        11. September 2019 15:07 at 15:07

        Nun, wenn die Rezession mit rechts- und vertragswidrigen Methoden aufgeschoben wird, z.B. „Eurorettung“, Negativzins oder Gelddruck-Orgie, und das in einem kriminellen Umfang, den normal denkende Menschen mit gesundem Rechtsempfinden nicht einmal ansatzweise für möglich gehalten haben, dann kann so eine Prognose auch mal ein paar Jahre zu früh gestellt werden.

        • Avatar

          leftutti

          11. September 2019 19:52 at 19:52

          @Karl Stülpner, bisher war ich immer der Ansicht, Rezessionen wären natürliche und wiederkehrende Phasen in Wirtschaftszyklen. Und dass es die Aufgabe von Notenbanken sei, diesen entgegenzuwirken. Die getroffenen Maßnahmen mögen sicherlich umstritten, ärgerlich, kontraproduktiv oder sinnlos sein. Rechtswidrig sind sie sicherlich nicht. Mit Bezug auf Ihren ersten Kommentar ganz oben würde ich rechtswidrig gerne umformulieren in widerlich rechts.

    • Avatar

      leftutti

      9. September 2019 16:16 at 16:16

      @Karl Stülpner, was die enormen volkswirtschaftlichen Schäden durch den Klimawa(h)n(del) angeht, kann ich Ihnen nur beipflichten. Als Stichpunkte seinen nur einmal Landwirtschaft, Viehzucht und Forstwirtschaft, Fischerei, Stürme, Hochwasser, Überflutungen, Erdrutsche, Brände, Trinkwasser, Infrastrukturschäden, Seuchen, Krankheiten etc. genannt.
      Hier einmal eine ganz interessante Studie amerikanischer Behörden, die bekanntermaßen ja nicht unbedingt als tiefgrüne, ideologisch motivierte Umweltschützer bekannt sind:
      https://nca2018.globalchange.gov/

      Warum genau eine sog. „Dieselverteufelung und Islamisierung des Westens“ eine Rezession in höherem Maße herbeigeführt haben sollen, als global wirksame Faktoren wie der Handelskrieg zwischen den zwei größten Wirtschaftsmächten oder die völligen Unwägbarkeiten und Planungsunsicherheiten durch den Brexit, werden Sie uns sicher noch erläutern und belegen.

      • Avatar

        Martin

        9. September 2019 18:02 at 18:02

        @leftutti Das ein Klimawandel mit Folgeschäden stattfindet, ist klar. Die Ursache ist bei weitem nicht im Spurengas CO2 zu suchen, sondern in der steigenden Population „Mensch“, welche durch die steigende Verstädterung, Länderbrauch, Nahrungsproduktion und andere Resourcen dazu beiträgt. Es hilft nichts, wenn Deutschland sich kastaneit und ändere im wesentlichen Umfang weitermachen. Damit ist auch der 2. Punkt adressiert. Migration in die Sozialsysteme durch schlecht gebildete und integrierte Migranten ( ich spreche nicht von Flüchtlingen ) sind Kostenfaktoren, die eine Gesellschaft Schultern muss, und die Geldmittel für Investitionen blockieren. Zudem verfällt das Bildungssystem, so dass absehbarer Zukunft qualifizierte Absolventen Mangelware werden. Somit war diese Rezession vorhersehbar und ist, was den Punkt 2 betrifft, hausgemacht. Hinzu kommt noch die zunehmend technik- und leistungsfeindliche Einstellung eines Großteils der Bevölkerung mit dem Hang zum Sozialismus, der historisch schon öfters gescheitert ist, aber man will es erneut wissen.

        • Avatar

          leftutti

          9. September 2019 19:36 at 19:36

          @Martin, ich fasse Ihre Aussage zusammen: Wir haben unbestreitbar einen Klimawandel. Die Ursache ist eindeutig menschgemacht, durch Verstädterung. Landverbrauch etc. Klimaschädliche Gase wie CO2, Methan etc. haben damit aber nichts zu tun. Der eigentlich signifikante Zusammenhang zwischen Erwärmung und dem explosionsartigen Anstieg von Treibhausgasen ist rein zufällig.
          https://scripps.ucsd.edu/programs/keelingcurve/wp-content/plugins/sio-bluemoon/graphs/co2_10k.png
          https://de.wikipedia.org/wiki/Globale_Erw%C3%A4rmung

          Ja, aber woran liegt der Temperaturanstieg dann? Weil so viele neue Menschen mit einer Körpertemperatur von 37°C ständig weiterheizen?

          Zu Ihrem Punkt 2: Geldmittel für Investitionen werden seit offizieller Einführung der schwarzen Null im Jahre 2009 und eigentlich schon einige Jahre länger blockiert. Also schon fast eine Generation vor der Flüchtlingswelle. Das Gleiche gilt für Bildung, Qualifikation und Infrastruktur.

          Ein sehr interessanter Punkt ist die zunehmend technik- und leistungsfeindliche Einstellung eines Großteils der Bevölkerung mit dem Hang zum Sozialismus. Auf welchen Quellen beruht diese Einschätzung?

  3. Avatar

    asisi1

    9. September 2019 13:54 at 13:54

    Ich finde es richtig gut, das es jetzt die vollkommen verblödeten nicht selbstständig denkenden Mittlelschichtler erwischt. Von solchen dummen Idioten habe ich die Nase voll. Sie ignorieren jede vernünftige Ansicht. letztens erzählte mir so ein mir bekannter VOllidiot: Die AfD will wieder KZs bauen!

    • Avatar

      Michael

      9. September 2019 14:33 at 14:33

      @asisi1, Ihnen ist aber der Unterschied zwischen Mittelschicht und Mittelstand schon bekannt?

      Über 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Mittelständler. Sie erwirtschaften mehr als die Hälfte der Wertschöpfung, generieren über 97% der deutschen Exporte, stellen fast 60 Prozent aller Arbeitsplätze und rund 82 Prozent der betrieblichen Ausbildungsplätze bereit.

  4. Avatar

    Politologe

    9. September 2019 15:22 at 15:22

    @ asisi1, Da machen sie es sich ein wenig einfach. Dass Vollidioten hauptsächlich in der Mittelschicht anzutreffen sind ist eine schlechte Erfahrung von Ihnen ,die nicht haltbar ist.
    Meine Erfahrung ist, dass in der Unterschicht viel komisches Verhalten zu beobachten ist,dass teilweise mit Geldmangel zu entschuldigen ist.Was ich eher verurteile ist, dass sehr Begüterte ( eher Oberschicht ) arrogantes u.geldgieriges Verhalten an den Tag legen, was mich abstösst.
    In meiner Umgebung sind die sogenannten Mittelschichtler, meistens kleine KMU ,u. eher vernünftige Leute.
    Übrigens in meinem Land werden über 90% der Arbeitsplätze von KMU Firmen zur Verfügung gestellt, Viele machen auch noch Politik u. sind auch dort viel vernünftiger als Vollprofis.
    Ich komme aus der unteren Mittelschicht, gemäss ihrer Definition wäre ich also nur halb verblödet !

  5. Avatar

    Beobachter

    9. September 2019 15:45 at 15:45

    Wenn es den Mittelstand erwischt, dann wird es weltweit keinen Schönredner mehr geben ,der die Rezession wegreden kann. ( Ausser Kudlow )Wie schon die Vorposter erwähnten,sind es hauptsächlich die Mittelständler ,die das ganze Kartenhaus noch zusammenhalten.Nicht nur die meisten Arbeitsplätze stellen sie zur Verfügung, sondern auch ein Grossteil der Steuern wird von „ DEN VOLLKOMMEN VERBLÖDETEN“
    bezahlt, da die Unterschicht logischerweise nicht viel bezahlen kann, u.die Oberschicht ( die weniger Blöden) eher irgendwo ein Schlupfloch finden.

  6. Avatar

    Gadsby

    9. September 2019 16:12 at 16:12

    Viele Mittelständer kommen aus der Babyboomer-Generation (Jahrgang 46 – 64) Da diese langsam in die Pension gleiten, wird die letzten Jahre kaum noch investiert, möglicherweise mit ein Grund für die Rezession.

    • Avatar

      Michael

      9. September 2019 17:37 at 17:37

      @Gadsby, nach dem aktuellsten Mittelstandsbericht der KfW-Bank (von 2018 für das Jahr 2017) sind die Investitionen bei den KMU auf erneutem Rekordstand seit 2004.

      Die Investitionen der mittelständischen Unternehmen haben im Jahr 2017 wiederholt Schwung erhalten. Mit dem vierten Anstieg in Folge haben die Investitionen in neue Anlagen und Bauten (Bruttoanlageinvestitionen bzw. Neuinvestitionen) einen Wert von 176 Mrd. EUR erreicht. Das sind 7 Mrd. EUR bzw. 4 % mehr als im Jahr zuvor und der höchste von den KMU gemeldete Wert seit 2004.
      https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-Mittelstandspanel/KfW-Mittelstandspanel-2018.pdf

      Die Anzahl der Investoren ist dabei rückläufig, was aber nicht so sehr auf die bevorstehende Privatrente der ursprünglichen Firmengründer, als vielmehr auf politische und ökonomische Unsicherheiten zurückzuführen sein dürfte. Ein Teil der KMU sind zudem Zulieferfirmen der Großindustrie und somit aufgrund der Spezialisierung seit jeher alternativlos von deren wirtschaftlicher Entwicklung abhängig.

      Es wird ganz allgemein nur wenige Unternehmer aus den Jahrgängen 46 – 64 geben, denen nicht das Wohl und Wehe ihres selbst aufgebauten Unternehmens, ihrer erfolgreichen Lebensgeschichte, ihrer Arbeitnehmer und die Nachfolge durch Erben, verdiente Mitarbeiter oder zumindest Verkauf sehr am Herzen liegt.

      • Avatar

        Gadsby

        9. September 2019 20:51 at 20:51

        Es steht oben im Beitrag, dass Investitionsentscheidungen zurzeit aufgeschoben werden.

        • Avatar

          Michael

          9. September 2019 23:28 at 23:28

          @Gadspy, korrekt, aber im Zusammenhang mit weltweiten Investitionsentscheidungen … bis sich der Nebel der politischen Unsicherheit zumindest wieder etwas lichtet.

          Also global, wegen Handelskrieg, Brexit, nicht wegen Rentenalter.

  7. Avatar

    Christoph

    9. September 2019 16:29 at 16:29

    Eine Rezession ist die normalste Sache der Welt. Medien und Politiker tun so, als ob der Weltuntergang bevorsteht. Bissel Sachlichkeit würde der Sache gut tun. Und bitte, bitte keine bescheuerten Konjukturprogramme!
    2017 war doch ein super Jahr, wenn wir in 2019 etwas schrumpfen (es geht ja nur um zehntel Prozent), dann sind wir immer noch besser dran als 2017.
    Denke Schumpeter würde mir zustimmen ;) Ob unser Finanzsystem das übersteht, steht auf einem anderen Blatt… vielleicht wird da aber eh schon lange Insolvenzverschleppung betrieben…

  8. Avatar

    horsthanau

    11. September 2019 22:23 at 22:23

    Die linksgrünen Sozialisten haben die Briten aus der EU getrieben und demontieren jetzt die Autoindustrie durch den Klimaschutzwahn. Statt sparsamen Dieselautos wird der staatliche Wassertaxi-Dienst für Greta und die Fachkräfte gefördert.

  9. Avatar

    Thomas

    12. September 2019 17:06 at 17:06

    • Avatar

      vendy

      13. September 2019 20:19 at 20:19

      Es geht dabei nur um die blauen gasgefüllten Ballons 😨

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Europa

Industrieproduktion: Der Absturz wird noch viel schlimmer als 2008!

Avatar

Veröffentlicht

am

Zahnräder greifen ineinander - Industrieproduktion bricht brutal ein

Der Absturz in der deutschen Industrieproduktion wird im Zuge der Coronakrise noch viel schlimmer werden als nach Ausbruch der Finanzkrise 2008. Dies kann man eindeutig ablesen aus den aktuell veröffentlichten Umfragedaten des ifo-Instituts für die deutsche Industrie. Der ifo-Index der Produktionserwartungen ist im März von plus 2,0 auf minus 20,8 Punkte abgestürzt. Dieser Einbruch sei der schärfste seit Beginn der Umfrage 1991. In der Weltfinanzkrise 2008 fiel der Index im November um 13,3 Punkte. Vermutlich ist die Entwicklung noch unterzeichnet, weil die meisten Antworten der aktuellen Umfrage bis Mitte des Monats März eingingen, so das ifo-Institut. Daher könnte man vermuten (so möchten wir es ergänzen), dass die Umfragedaten bis Mitte April eine weitere Verschlechterung aufzeigen? Hier weitere aktuelle Details vom ifo-Institut zur Industrieproduktion im Wortlaut:

Besonders pessimistisch sind die Erwartungen in der Autoindustrie. Der Index fiel von plus 4,2 auf minus 36 Punkte. Auch die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren sehen einen heftigen Rückgang. Der Index fiel von plus 2,9 auf minus 32 Punkte. Im Maschinenbau sank er von minus 10 auf minus 24 Punkte.

„Die Chemiebranche fühlt sich weniger stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen“, sagt Wohlrabe. Der Index ging von minus 2,1 auf minus 10 Punkte zurück. Bei den Herstellern elektronischer Ausrüstungen sank er von minus 0,8 auf minus 11 Punkte.

Alle Branchen sind stark von der Corona-Pandemie betroffen: In der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie im sonstigen Fahrzeugbau fiel der Index auf minus 37 Punkte, bei den Herstellern von Textilien auf minus 24 Punkte, bei den Herstellern von Bekleidung auf minus 22 Punkte. Bei den Herstellern von Metallerzeugnissen sank er auf minus 20 Punkte. Auch die Erzeuger pharmazeutischer Erzeugnisse erwarten einen Rückgang ihrer Produktion (minus 19 Punkte).

Nur bei den Herstellern von Lebensmitteln und Getränken ging der Produktions-Index mit Blick auf die nächsten drei Monate zurück, blieb aber zumindest im positiven Bereich. Bei den Lebensmittelerzeugern sank er von plus 20 auf plus 3,8 Punkte und bei den Getränkeherstellern von plus 27 auf plus 6,4 Punkte.

weiterlesen

Europa

Autozulassungen in Deutschland im März mit starkem Einbruch!

Avatar

Veröffentlicht

am

Autoparkplatz - Autozulassungen sind stark rückläufig

Nach und nach trudeln dieser Tage die ersten konjunkturellen Daten für den Monat März ein. Wie wir es auch jüngst schon bei anderen Themen geschrieben haben, so sagen wir es auch hier beim Thema Autozulassungen. Was man im März sieht, ist nur der Vorbote für die Einbrüche in allen Wirtschaftsbereichen, die wir im April erst noch sehen werden! Denn in der ersten März-Hälfte lief die Geschäftstätigkeit in der deutschen Volkswirtschaft ja noch halbwegs normal. Aber kommen wir nun zu den Autozulassungen in Deutschland für den Monat März. Sie brechen wie es zu erwarten war deutlich ein. Dabei gehen sie für gewerbliche und private Kunden in etwa gleich stark zurück. Erstaunlich: Die Wohnmobilzulassungen lagen im März um +2,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat! Kapseln sich da einige Menschen ab, um im Wohnmobil abgeschirmt von der Coronakrise zu sein? Denkbar wäre es! Hier das Kraftfahrtbundesamt im Wortlaut mit den interessantesten Details:

215.119 Personenkraftwagen (Pkw) wurden im März 2020 neu zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigte sich in den Zeiten der Corona-Krise ein Rückgang von -37,7 Prozent. Die Anzahl der gewerblichen Neuzulassungen ging um -39,6 Prozent zurück, ihr Anteil betrug 61,9 Prozent, private Neuzulassungen büßten -34,4 Prozent ein. Nach Ende des ersten Quartals des laufenden Jahres zeigte sich insgesamt ein Rückgang der Pkw-Neuzulassungen von -20,3 Prozent.

Die Rückgänge der Neuzulassungszahlen zeigten im Vergleich zum März 2019 Auswirkungen bei allen deutschen Marken, wobei die Bandbreite zwischen -20,7 Prozent bei Mini und -84,4 Prozent bei Smart lag. VW war mit 18,9 Prozent anteilsstärkste Marke.

Die alternativen Antriebsarten wiesen im Vergleich zum Vorjahresmonat teils dreistellige Zuwächse auf. Bei den Hybriden zeigte sich mit 28.735 Neuwagen ein Plus von 62,0 Prozent, darunter 9.426 Plug-in-Hybride (+207,9 %). Es kamen 10.329 Elektrofahrzeuge und damit +56,1 Prozent mehr zur Zulassung als im Vergleichsmonat. Erdgasbetriebene Pkw legten mit 507 Einheiten um +8,6 Prozent zu und erreichten einen Anteil von 0,2 Prozent. 82 flüssiggasbetriebene Pkw bescherten hingegen ein Minus von -89,8 Prozent (Anteil 0,0 %). Die Neuzulassung von Benzinern ging um -48,3 Prozent zurück, dennoch betrug ihr Anteil mit 107.507 Neuwagen 50,0 Prozent. 67.937 Pkw waren mit der Kraftstoffart Diesel ausgestattet. Nach einem Rückgang von -39,3 Prozent erreichten Sie einen Anteil von 31,6 Prozent.

weiterlesen

Europa

Coronavirus: Wie lange kann Deutschlands Wirtschaft still stehen, ohne zu kollabieren?

Avatar

Veröffentlicht

am

Von

Wie lange kann die Wirtschaft in Deutschland wegen des Coronavirus still stehen, ohne zu kollabieren? Gibt es einen Zeitpunkt, den der shutdown nicht überschreiten darf, wenn man die Wirtschaft Deutschlands wieder kontrolliert herauf fahren möchte?

Schon jetzt fordern viele, dass man Ende April die Wirtschaft wieder anlaufen läßt und die Sonder-Maßnahmen wie Ausgangsbregrenzungen wieder zurück fährt: Immer mehr Ärzte sprechen sich gegen die Maßnahmen aus, aber nicht gegen das „Cocooning“ der Gefährdeten (sprich der Älteren). Auch Professor Fuest vom Ifo-Institut, oberster Wirtschaftsberater der Bundesregierung, spricht sich für ein baldiges Einleiten der Exitstrategie aus.

Die Verdoppelung der Erkrankungen mit dem Coronavirus ist in Deutschland schon auf 10 Tage gestiegen, vor drei Wochen waren es 2, dann 3, dann letzte Woche 5,5 – nach Aussage von Angela Merkel. Die 10-Tagefrist war einmal Zielmarke für den langsamen Ausstieg. Jetzt hat man diese auf 14 Tage angehoben, aber auch das werden wir bereits in wenigen Tagen erreichen.

Coronavirus und lockdown: Was sagen die Wirtschafts-Experten?

Heute hat das ifo Institut eine Umfrage unter Deutschlands Ökonomen veröffentlicht (in Zusammenarbeit mit der „FAZ“ – befragt wurden dabei 155 Professoren/innen). Was halten Sie von den Maßnahmen der Bundesregierung zur Abfederung der ökonomischen Verwerfungen? Was zum Vorgehen der EZB?

Und vor allem – wie lange glauben die Befragten, könne Deutschlands Wirtschaft noch still stehen, ohne zu kollabieren? Das ist die derzeit wahrscheinlich entscheidende Frage – sie wird die Diskussion darüber beeinflussen, wann einzelne Schutz-Maßnahmen gegen das Coronavirus wieder Stück für Stück rückgängig gemacht werden.

Hier im Wortlaut das Ergebnis der Umfrage des ifo:

„In einem Sondergutachten schätzt der Sachverständigenrat den Rückgang des deutschen BIP im laufenden Jahr aufgrund der Coronakrise auf 2,8 bis 5,4% (Feld et al. 2020). Das ifo Institut beziffert in einer aktuellen Studie (Dorn et al. 2020) die Kosten eines zweimonatigen Shutdowns für Deutschland sogar auf 255 bis 495 Mrd. Euro bzw. eine reduzierte Jahreswachstumsrate des BIP von 7,2 bis 11,2 Prozentpunkten. Jede Verlängerung des Shutdowns um eine weitere Woche verursacht einen Rückgang des BIP-Wachstums um geschätzt 0,7 bis 1,6 Prozentpunkte. Die am Ökonomenpanel teilnehmenden Ökonom*innen geben im Durchschnitt an, dass Deutschland den gegenwärtigen Shutdown maximal 11 Wochen durchhalten könne, bevor das Risiko einer wirtschaftlichen Destabilisierung zu groß werde. Allerdings sei die weitere Entwicklung mit großen Unsicherheiten verbunden und eine seriöse Berechnung daher nicht möglich. Dementsprechend stark variieren die Schätzungen: Die Antworten reichen von 0 bis 50 Wochen und 95% liegen zwischen 0 und 24 Wochen.

Es entsteht gegenwärtig ein Tradeoff zwischen hohen wirtschaftlichen Kosten einer ausgeprägten Rezession und Gesundheitsrisiken, die bei einer Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen entstehen. 57% der Teilnehmer*innen des Ökonomenpanels sprechen sich dafür aus, den gegenwärtigen Shutdown aufgrund der volkswirtschaftlichen Kosten schon nach durchschnittlich acht Wochen zu beenden, selbst wenn zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend medizinische Behandlungsmöglichkeiten vorhanden seien. 95% der Antworten dieser Teilnehmer*innen liegen zwischen 0 und 16 Wochen. Sie begründen dies mit der Möglichkeit, die Wirtschaft kontrolliert wieder hochzufahren, während gleichzeitig Risikogruppen weiterhin geschützt würden. 35% würden hingegen den Shutdown erst zu einem Zeitpunkt beenden, an dem die medizinische Versorgung für alle Bürger*innen umfassend gesichert ist.“

Wie lange kann der shutdown der deztschen Wirtschaft ausgehalten werden?

(Grafik: ifo)

Wie lange Deutschlands Wirtschaft wegen des Coronavirus still stehen?

weiterlesen

Werbung

Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

ico Capital.com
Capital.com CFD Trading App
Kostenfrei