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Rezession: Die Party ist vorbei – welche Party?

Hannes Zipfel

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am

Statt breiter Partizipation an einer der längsten Wachstumsphasen in der deutschen Wirtschaftsgeschichte hat sich die Schere zwischen Arbeitseinkommen und Vermögenseinkommen drastisch erweitert. Doch die guten Zeiten sind vorbei und es herrscht Rezession in Deutschland. Wer sich kein finanzielles Polster aufbauen konnte, dem stehen möglicherweise harte Zeiten bevor.

Die Rezession ist schon da

Wie schnell sich der Wind drehen kann, erleben momentan viele Beschäftigte in der zuvor erfolgsverwöhnten Automobilindustrie und dem Maschinenbau, wo die Rezession schon voll im Gange ist. Doch längst greift die wirtschaftliche Schwäche auch auf den Dienstleistungs- und Bausektor über. Dabei hat die Herbstabkühlung im Baugewerbe und in anderen Saisonbranchen gerade erst begonnen. Für viele abhängig Beschäftigte ist die Zeit der Unbekümmertheit und des sicheren Arbeitsplatzes damit schon passé. Erschreckend ist, dass der entsprechende Indikator des ifo Instituts eine Dynamik aufweist, wie zuletzt während des Hochpunktes der Eurokrise, obwohl die EZB-Bürokraten am Main-Ufer doch angeblich so erfolgreich sind mit ihrer Krisenpräventionspolitik.

Rezession - Kurzarbeit im Verarbeitenden Gewerbe

Doch der eigentliche soziale Sprengstoff liegt ganz woanders: Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen sind von 1995 bis 2018 um 89 Prozent angestiegen. Im gleichen Zeitraum sind die Löhne und Gehälter der deutschen Arbeitnehmer netto und real nur um verschwindet geringe 6 Prozent gestiegen. Viele einkommensschwache Familien sind auch während des Aufschwungs kaum über die Runden gekommen und konnten sich kein finanzielles Polster ansparen.

BIP und Einkommen

Ganz im Gegensatz dazu stellt sich die Lage der Vermögenden dieses Landes dar: Allein im Schlussquartal 2018 stiegen die Vermögenspreise um 9,3 Prozent auf Jahresbasis an. Ein Trend, der bereits seit der Finanzkrise zu beobachten ist: Die massive Lockerungspolitik der EZB mit deutlich steigender Geldmenge und drastisch sinkenden Zinsen ging an der Entwicklung der Arbeitseinkommen nahezu vollständig vorbei und floss stattdessen direkt in die Taschen der Kapitaleigner, entsprechend dem bereits erläuterten Cantillon-Effekt.

Rezession - Entwicklung Vermögenspreise Verbraucherpreise

Die Reallöhne stiegen im Jahr 2018 deutlich unterproportional zu den Vermögenspreisen, nämlich nur um 1,5 Prozent:

Löhne und Verbraucherpreise

Im Zuge der aktuellen Rezession schwächt sich die reale Lohnentwicklung noch weiter ab. Aktuell liegt sie nur noch bei 1,2 Prozent. Für viele ist die Party vorbei, bevor sie überhaupt angefangen hat. Das liegt auch an der Vermögensverteilung: Gemäß WSI-Verteilungsmonitor besitzen zwanzig Prozent der Deutschen gar kein oder negatives Vermögen (also Schulden), zehn Prozent besitzen hingegen fast zweidrittel des Gesamtvermögens.

Nettovermögen Haushalte

Fazit

Die neuerlichen Wohltaten der EZB-Notenbanker gehen an großen Teilen der deutschen Bevölkerung vorbei und treffen im positiven Sinne vor allem die Vermögenden. Es ist schon bedenklich, dass die Zentralbanker über eine derart große politische Macht verfügen, ohne demokratisch gewählt worden zu sein. Wer in Deutschland kaum genug Geld verdient, um über die Runden zu kommen, geschweige denn, um fürs Alter ausreichend vorsorgen zu können, der wird durch die Geldpolitik der Zentralbanken extrem benachteiligt. Statt Vermögen aufzubauen, bleiben den sozial Schwächeren nur die negativen Konsequenzen von QE und NIRP: steigende Lebenshaltungskosten (v. a. Miete), negative Realzinsen auf das bescheidene Sparguthaben und perspektivisch Altersverelendung. Vielleicht sollte die Politik diese Art der undemokratischen Diskriminierung breiter Bevölkerungsschichten durch die EZB-Politiker thematisieren? Dann würde die Wählerzahl von SPD und Linke vielleicht auch nicht in Anbetracht von Rezession, Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht der Betroffenen ins Bodenlose sinken.

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    leftutti

    19. September 2019 19:36 at 19:36

    Uups, da werden aber böse Kommentare folgen. SPD und Linke im Schlusssatz, der Kommunismus wird ausgerufen! Fehlen nur noch die Grünen, die uns auch noch unsere Privatpanzer und Ölheizungen besteuern wollen. Wie hat ein Kommentator jüngst so treffend bemerkt: Fleiß, Mut und Risikobereitschaft der Vermögenden müssen belohnt werden.

    Gut, Fleiß, Mut und Risikobereitschaft als Charaktereigenschaften dürfen auch wegfallen, wenn die Notenbanken die Sache für diese Gruppe ständig richten. Aber so genau wollen wir es nicht nehmen, 89 zu 6% sind doch ein faires und angemessenes Verhältnis für die gelieferten Leistungen.

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    Altbär

    19. September 2019 20:39 at 20:39

    Sehr gut Herr Zipfel, mit jeder weiteren Zinssenkung wird die Umverteilung von unten nach oben verstärkt.
    Denken die Zinsdrücker wirklich, dass sie damit die Wirtschaft ankurbeln oder die Rezession verhindern
    können? Warum geht das Volk nicht auf die Strasse? ja natürlich die Auswirkungen der Altersarmut kommen erst später.
    Solange die Elite mit den hohen Aktienkursen profitiert, hat kein Politiker den Mut die Sache beim Namen zu nennen. ( ausser Wagenknecht)
    Die Realisten, die seit Jahren auf eine Korrektur dieses tödlichen Spiels warten, werden wie jetzt beim Verfall aus dem Markt gesqueezt. Auch der Schwänemaler von der Baader Bank ist für weitere Verschuldung bei diesen tiefen Zinsen u.sieht nur steigende Aktienkurse.Ich schreibe nicht aus Frust, wie man meinen könnte ,
    Ich bin Profiteur dieses Idiotenspiels.Die Frage ist nur,wie stark müssen die Nebenwirkungen dieser Geldpolitik werden,bis der Druck der Politik die Volksenteigner bremst, oder wird es amEnde der Mainstream machen?

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      Hesterberg

      19. September 2019 22:25 at 22:25

      @Altbär
      Ich glaube, von der Politik haben wir nichts zu erwarten. Und von der breiten deutschen Bevölkerung erst recht nicht, solange die gigantischen Schuldenberge nur „in den Büchern“ stehen und Otto Normalverbraucher damit noch nicht groß belastet ist. Es steht zu befürchten, dass wir weiterhin darauf warten müssen, bis das System sich selbst frisst, weil z. B. Immobilienblasen platzen, durch einen Aktien- oder Anleihencrash, einen Bankenkollaps, eine Italienrettung oder Staatspleiten, die dann einfach nicht mehr gestemmt werden können und die Märkte das Spiel in einer Massenpanik beenden. Und ich fürchte, wir haben alle keine Ahnung davon, was da auf uns zurollen wird.

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        Leviathan

        20. September 2019 09:32 at 09:32

        @Hesterberg
        ich denke einige wissen ganz genau was da auf uns zu kommt. Ich für meinen Teil rechne, so wie diese Tage geschehen mit einem Einfrieren des Geldmarktes.
        Die daraus zu erahnenden Umstände kann man sich mit gesundem Menschenverstand erarbeiten. Schon Jahre bereite ich mich darauf vor…und es wird ständig verbessert.
        Die kleinen Vermögen sind so gut es geht gesichert.Für Leib und Seele ist gesorgt und für die Sicherheit sorgt jede menge Blei.
        In meinem Umkreis werde ich müde belächelt für meine Warnungen und Vorsorge.
        Nun, auch wenn es noch etwas dauert. Ein Fiatmoneyponzimindestreservesystem ist irgendwann mathematisch dem Untergang geweiht.
        In diesem Sinne, fröhliche Umständ.

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          Hesterberg

          20. September 2019 11:57 at 11:57

          @Leviathan
          Sie sind nicht allein. Auch unser Getränke- und Haltbare-Lebensmittel-Vorrat wächst beständig und wir brauchen mindestens 6 Wochen keinen Supermarkt.

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            Chris

            20. September 2019 23:29 at 23:29

            @ Alle

            Ja, aber wir haben ein Problem, wir werden älter, jetzt wurde bereits länger als eine Dekade verzögert.
            Wer macht sich Gedanken und bereitet sich vor, das sind die Babyboomer.
            Für ältere Menschen sind Krisenzeiten und Umbrüche schwerer zu händeln. Wir können davon ausgehen, dass der Staat Alte und Kranke fallen lässt.
            Alt werden wir von alleine, die Gesundheit kann uns genommen werden.
            Die Vorbereitungen müssen einen starken Fokus auf den Energieerhalt und die Gesundheit richten.

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    md

    19. September 2019 22:57 at 22:57

    der wichtigste satz ist doch, die verteilung von vermögen – 89% zu 6%. also die firmeneigner und reichen bekommen per ecb notenbank hubschraubergeld bis zum abwinken. von diesem geld kommt bei dem kleinen bürger nichts an. und obendrauf die vielzähligen neuen steuern.
    ich würde gerne die quote bei den restlichen eu ländern erfahren. ich würde mal sagen da sieht die quote besser aus.
    wie schon öfter von mir wiederholt, wenn ich in den letzten 20 jahren bei grünen und spd’lern das wort „gerechtigkeit“ gehört habe kam im anschluss irgend ne steuererhöhung. aber bei der spd meine ich die letzte zeit einen hauchdünnes umdenken zu merken, hin zu ihren stammwählern, arbeitnehmer und bedürftigen.
    @leftutti, ich wollte dir eh schon antworten mein freund. ja die regierende parteien waren spd und grünen insbesondere die grünen. das hatten wir doch schon mal bei einem fmw artikel. und es wurde heiss diskutiert. und ich gebe einem user recht wo meinte es regiert die partei welche die journalisten, medien und staatsbedienstete auf seiner seite hat und das war nun mal seit 1998 die grünen. da ist es egal wen das volk gewählt hat.

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      leftutti

      20. September 2019 11:13 at 11:13

      @md, endlich verstehe ich … fast! Wenn die Grünen seit 1998 faktisch an der Macht sitzen und regieren, kannst du mir auch folgendes erklären:

      Warum haben wir den seit Mitte der 80er heiß diskutierten und im Jahr 2000 vereinbarten Atomausstieg noch immer nicht geschafft (wie Italien, Österreich, Neuseeland, Dänemark)?
      Warum musste erst ein weiterer Super-GAU passieren, damit 11 Jahre später endlich etwas gegen diese Todestechnologie beschlossen wurde?
      Warum fahren statt 2-3-Liter-Autos (technisch möglich wäre das seit den späten 80er Jahren) ganze Brigaden von 2-Tonnen-Privatpanzern auf unseren Straßen?
      Warum gibt es noch immer kein Tempolimit auf Autobahnen, wie in allen anderen Industrieländern?
      Wieso wurde bisher noch kaum etwas gegen Klimawandel und utopischen CO2-Ausstoß unternommen?
      Analoges gilt für Umweltverschmutzung, Wasserbelastung, riesige Plastikinseln, Artensterben, Korallensterben.
      Unter welcher Regierung wurde die größte Steuererhöhung seit 1949 eingeführt, und waren die Grünen dafür oder dagegen?

      Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf fundierte und wahrheitsgemäße Antworten.

  4. Avatar

    Ranzentier

    20. September 2019 09:18 at 09:18

    ..es gab immer schon eine ungleiche Verteilung der Einkommen und Vermögen…in der Antike…im Mittelalter…in der Gegenwart und auch in der Zukunft. In Deutschland geht es vielen gut…auch die untersten Einkommensschichten haben Fernseher, Handy und weitere Ablenkungsmöglichkeiten und werden nicht auf die Straße gehen…die Menschen die auf die Straße gehen werden denunziert und als Faschisten betitelt…die Jugend wird mit Klima abgelenkt und beschäftigt…es wird so weitergehen…noch bevor eine wirklich schwerwiegende Rezession kommt (die paar Miniprozent Abschwung aktuell sind keine Rezession) wird ein Konjunkturpaket das nächste jagen und die Rezession ist ein Gespenst vergangener Zeiten…ein weiterer Zyklus Wirtschaftswachstum wird geboren…hier in Europa schrumpft die Bevölkerung vielleicht…aber in anderen Ländern ist noch so viel Hunger auf Konsum und Weiterentwicklung…da wird es noch lange dauern bis auch dort Sättigung erreicht ist…

    • Avatar

      md

      22. September 2019 02:02 at 02:02

      leftutti mein freund, was soll das ? wir alle sind für umweltschutz und klimaschutz. wir sind das land der erfinder von vielen technologien und haben ne pionierstellung auf der welt. des weiteren sind wir exportweltmeister. also die hohe nachffrge nach unseren produkten ist auch zum großen teil wegen der qualität, SICHERHEIT, SAUBERKEIT und hightech zu verdanken.
      nochmal, unsere atomkraftwerke sind die sichersten auf der welt. und ausserdem ist der solarstrom wegen zu geringer sonnenstrahlen pro jahr zu ineffizient. sehr wichtig ist zu erwähnen das durch den hohen bedarf an fläche einige seltene tierarten ihren bau aufgeben mussten weil ihnen das sonnenlicht durch die panelen weggenommen wurde/wird ( meine argumentation )
      zum suv. das ist absoluter schwachsinn, welchen nutzen soll das haben. was willst du damit erreichen. also der deutschen bevölkerung ein suv verbot. suv’s nur für den export und wir aktivieren wieder die trabiwerke für die deutsche bevölkerung oder wie ? warum suchen wir nicht wieder mit wissenschaft und forschung nach besseren sauberen technologien.
      tempolimit – hat reichlich wenig mit klimaschutz und umweltschutz zu tun. jede gefühlte zweite strasse ist schon ne 30 er zone. das reicht.
      „utopischer co2 ausstoss“ wir habem den niedrigsten co2 wert der welt, leftutti ich bitte dich zu googeln.
      auch bei der umweltverschmutzung muss ich dir widersprechen. ich bin mir sicher (ohne zu googeln) das wir mit der trennung von müll, recyclen und wiederverwendung von rohstoffen weit vorne dabei sind auf der welt.

      regenwälder brennen ab, in drittländern mit viel armut werden alle sorten müll ins meer geschmissen uvm.
      sollten wir ( eu ) nicht hier entwicklungshilfe leisten, warum fliegt eine fr roth oder die greta oder irgendein grüner, nicht nach brasilien das wäre ein zeichen gewesen das die grünen es ernst meinen. aber zum putschversuch in anderen ländern sind sie vorne dabei, ne ne ne.

      ich bin strikt dagegen das man kinder ausnutzt und mißbraucht für eigene politische zwecke. das muss unter strafe gestellt werden. wir erwachsenen sind unserer verantwortung gegenüber unserer frau, KINDERN, gesellschaft und der welt im klaren. es ist unverantwortlich das ein 4-5 jähriger eine bundeskanzlerin ( auf die frage: was wünscht ihr euch von der bundeskanzlerin ) nach klimaschutz und umweltschutz befragt. in allen anderen ländern verlangen kinder spielzeuge, spielplätze etc. und hier werden sie von bio studienabbrechern beeinflusst und manipuliert.

      also wir müssen zuerst mal zur normalität zurück und dann klimaschutz und umweltschutz ganz anders angehen. investieren in wissenschaft und forschung ist der richtige weg.

      der falsche weg ist jetzt auf teufel komm raus unsere autoindustrie uvm wegklimatiesieren oder wegumweltisieren. ( gibts die zwei wörter überhaupt :) )

      vg juchrimo ( md )

      • Avatar

        leftutti

        22. September 2019 12:39 at 12:39

        @md, mein Freund, eigentlich hatte ich dich ja gefragt, warum wir all die Klima- und Umweltmaßnahmen noch nicht haben, wenn doch angeblich seit 20 Jahren die Grünen an der Macht sind. Ich hatte dich auch gebeten, wahrheitsgemäß darauf zu antworten, alerdings nicht ernsthaft erwartet, dass du das auch machst ;)

        Wenn du mir schon absoluten Schwachsinn unterstellst, solltest du auch deine Aussagen einmal kritisch hinterfragen.

        Das Thema Fotovoltaik haben wir schon einmal ausführlich diskutiert, darauf will ich nicht erneut eingehen.

        Beim CO2-Ausstoß sind wir in der EU die unangefochtene Nr. 1 mit etwa doppelt so vielen Emissionen wie Großbritannien oder Frankreich an den nächstfolgenden Positionen. Weltweit stehen wir an Nr. 6!

        Im Verkehrssektor lag das Reduktionsziel bis 2020 bei 40 bis 42%. Geschaffte Einsparung bisher: 3 bis 4%.
        Wenn ich vom Tempolimit spreche, meine ich keine 30er-Zonen, sondern die privaten Rennstrecken, die man auch als Autobahnen bezeichnet.
        Ich spreche auch nicht von einem SUV-Verbot, sondern davon, dass der Sprit und die Kfz-Steuer so drastisch erhöht werden sollten, dass man sich dreimal überlegt, ob man wirklich einen 350 PS-Boliden bzw. ein 2-Tonnen-Monster benötigt. Wer meint, er brauche das unbedingt, gerne. Nur sollte er dafür so richtig zur Kasse gebeten werden. Wer sich einen Porsche leisten kann, wird auch das problemlos verkraften.

        Was Ölheizungen betrifft, ist selbst Norwegen als Ölförderland schneller mit dem Ausstieg als wir in Deutschland. Wir sollten Öl- und Gasheizungen möglichst ab übermorgen nicht mehr neu einbauen und nicht erst in sechs Jahren. 2026 ist zu spät, und es wird nur die Ölheizung verboten. Das heißt, man wird sie durch die Gasheizung ersetzen. Und das heißt, wir ersetzen ein sehr großes Problem durch ein mittelgroßes Problem.

        Die Land- und Forstwirtschaft hat bisher kaum etwas in Richtung ökologischer Landbau, Viehzucht, Düngemittel- und Güllereduktion, Abbau der Tierbestände oder resistente Mischwälder statt Monokulturen geleistet.

        Natürlich sollten Wissenschaft und Forschung nach sauberen Technologien suchen. Das hätten sie bereits seit mindestens 25 Jahren tun sollen. Haben sie aber nicht wirklich, und jetzt ist es 5 nach 12! Wir haben keine weiteren 50 Jahre Zeit, bis ein Daniel Düsentrieb endlich die ultimative Energiequelle findet und in weiteren 50 Jahren zur Serienreife bringt.

        Und wie sieht die Wirklichkeit aus? Etwa so:
        https://www.n-tv.de/politik/Getrennte-Fluege-in-die-USA-Merkel-und-AKK-brauchen-zwei-Jets-article21288132.html

  5. Avatar

    Tino Gruchmann

    20. September 2019 18:09 at 18:09

    Die EZB Politik ist nicht die Ursache sondern ein System unseres kranken Wirtschaftssystems sondern ein Symptom. Die EZB versucht nur die Party etwas länger am laufen zu halten. Wir benötigen ein neues nachhaltiges System und keinen Schuldenkollaps und die eingeengte politische Fokussierung auf das Klima anstatt die Unwelt

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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Gabor Steingart: „Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt“

Claudio Kummerfeld

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Gabor Steingart redet Klartext im folgenden aktuellen Video-Interview mit Mission Money. Er spricht von der Ausbeutung einer Zukunft, die es noch gar nicht gibt, von einer Zinsknechtschaft von noch Ungeborenen. Die heutige Politik erkaufe sich mit der Druckerpresse Ruhe in der Bevölkerung, so lautet eine der Hauptthesen von Gabor Steingart (hier geht es zu Steingarts Morning Briefing).

Gemeint ist damit, dass (so wollen wir es formulieren) Notenbanken und Regierungen derzeit ohne Ende neues Geld drucken und die Staatsverschuldung hochschrauben. Damit werden Rettungspakete bezahlt, die zukünftige Generationen als Schuldenlast erben, und dann abbezahlen müssen. Mit diesem jetzt frisch erschaffenen Geld würden alte Industrien gerettet. Und das nun zwei Jahre laufende Kurzarbeitergeld sei de facto ein Bedingungsloses Grundeinkommen, so drückt es Gabor Steingart aus.

Gabor Steingart plädiert für Abkehr von alten Industrien, und für Aufbruch in die Zukunft

Im geht es im Interview hauptsächlich darum, dass es einen Art Aufbruch in Politik und Gesellschaft geben müsse. Denn derzeit rette Deutschland seine Industrie aus dem letzten Jahrhundert. Man müsse aber in Zukunftstechnologien investieren. So plädiert Gabor Steingart unter anderem dafür die Bildungsausgaben zu verfielfachen. Anfangen könne man zum Beispiel bei deutlich mehr Ausgaben für die Digitalisierung der Schulden. In diesem Zusammenhang erwähnt er, dass die Lufthansa vom Staat gerade 2 1/2 Mal so viel Rettungsgeld bekommen habe als die Schulen in Deutschland für die Digitalisierung.

Die Aussagen von Gabor Steingart sind hochinteressant! Sie sollten sich die 30 Minuten Zeit nehmen. Auch werden im späteren Verlauf des Interviews andere interessante Themen angesprochen, und auch der „Wandel von Journalisten hin zu Aktivisten“. Aber hauptsächlich widmet man sich der bislang verspielten Chance, jetzt massiv in die Zukunft zu investieren. Dabei gibt er sich betont optimistisch, dass Deutschland diese Herausforderung bewältigen könne – man müsse nur endlich mal losgehen, jemand müsse den Startschuss geben.

Gabor Steingart
Gabor Steingart, Ausschnitt aus Originalfoto. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

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Coronakrise: Die Deutschen entdecken plötzlich Aktien!

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Ziemlich genau ein halbes Jahr ist vergangen, seitdem die Coronakrise die Aktien auf ihren tiefsten Stand drückten. Anschließend folgte mit einem Lockdown ein einmaliger Stillstand im Berufs- und Alltagsleben der Menschen in Deutschland. Die Konsumenten gaben zwangsläufig weniger aus als vor der Coronakrise, auch unter Berücksichtigung des geringeren Einkommens seit dieser Zeit. Was sie mit ihrem Geld anstellten, ergab eine Umfrage im Auftrag der Postbank – mit teilweise überraschenden Erkenntnissen.

Coronakrise: Die Zurückhaltung der Konsumenten

Wie veränderte die Coronakrise das Konsumverhalten der Deutschen? Dieser Frage ging das Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag der Postbank nach. Die Ergebnisse:

Drei Viertel der Bundesbürger gaben weniger aus als zuvor, am meisten – 82,4 Prozent die 20 bis 29-Jährigen, die geringste Zurückhaltung bei den über 60-Jährigen mit 64,2 Prozent.
Da aber insgesamt die Einkommenseinbußen im Lande aufgrund von Zuschüssen, Kurzarbeitergeld u.a. moderat ausfielen, muss Geld gespart worden sein. Und zwar bei diesen Ausgaben:

  • Urlaub 46,2 Prozent
  • Gaststättenbesuche 39,6 Prozent
  • Hobby 31,7 Prozent
  • Mode 28,1 Prozent …..

Am geringsten waren die Sparmaßnahmen bei:

  • Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten) 14,1 Prozent
  • Lebensmitteln 7,2 Prozent
  • Altersvorsorge 6,5 Prozent

Damit verbleibt ein Viertel der Bevölkerung, welches keine Ausgabenänderungen durchgeführt haben.

Wohin floss das Eingesparte?

Bei der Betrachtung der Sparziele treten doch einige Tugenden der Deutschen zu Tage – auch und gerade während der Coronakrise. Bei den Sparzielen nannten die Befragten:

  • Rücklagen für unerwartete Ausgaben 39,5 Prozent
  • Altersvorsorge 36,6 Prozent
  • Persönliche Muße 31,6 Prozent
  • Rücklagen für Krisenzeiten 28,9 Prozent
  • Erwerb von Wohneigentum 12,5 Prozent
  • Renovierungen 12,0 Prozent
  • Autokauf 11,6 Prozent
  • Rücklagen für Kinder 10 Prozent
  • Fast 13 Prozent konnten oder wollten überhaupt nichts zurücklegen.

Die Überraschung: Engagement in Aktien

Um diese Ziele wie Altersvorsorge und Weiteres zu erreichen, haben viele Sparer ausgerechnet in der Coronakrise mit all den Katastrophe-Nachrichten ihr Engagement in Aktien verstärkt. 3,2 Prozent tätigten zum ersten Mal eine Anlage in Aktien, 7,2 Prozent verstärkten ihre Wertpapierkäufe. Wie bereits schon öfters berichtet, macht 2020 das Sparplanprinzip in Deutschland die Runde. Mit 62 Prozent war die Anlage in Aktien seit dem Ausbruch der Coronakrise das bevorzugte Investment, gefolgt von ETFs (39,8 Prozent), Investmentfonds (22,2 Prozent), Zertifikate (13,9 Prozent), ganz am Ende Anleihen und Optionsscheine. Sollten deutsche Anleger tatsächlich einmal antizyklisch ins Geschäft mit Aktien eingestiegen sein?

Fazit

Auch wenn das gesamte Finanzsystem in einer sehr angespannten Lage ist und man jederzeit mit heftigen Korrekturen rechnen muss (vor allem in den kommenden Jahren) ist die Fokussierung auf Aktien von neuen Anlegern vermutliche keine schlechte Entscheidung. Die finanzielle Repression läuft – und die Zinsen haben nach vier Jahrzehnten ihren Nullpunkt erreicht. Eine (Leit-)Zinsanhebung ist aus faktischen Gründen auf lange Zeit obsolet und Zinsanlagen ergeben (gewollt) keine Rendite.

Aber die Wirtschaft muss weiter laufen, wie nach jeder Krise – und viele Aktien werden ihren Wert behalten, viele Anleihen dagegen nicht. Keiner hat eine Glaskugel. Aber ohne Wirtschaft, keine Einkommen, keine Steuereinnahmen, kein funktionierender Staat und ……kein Aktienmarkt. Banal aber wahr.

In der Coronakrise entdecken die Deutschen plötzlich Aktien

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