Devisen

Russland: Not macht erfinderisch

Der Rubel fällt, die Devisenreserven werden schmäler – da steigt die Suche nach Lösungsmöglichkeiten. Wie bloß kann man eine Währung stabilsieren, die im freien Fall ist? Diese Frage wird derzeit in Moskau heiss diskutiert, und jetzt scheint die russische Führung einen originellen Weg gefunden zu haben, den Abverkauf zu stoppen. Denn jetzt sollen es die russsischen Firmen richten, die von Exporten leben und dafür Fremdwährungen vereinnahmen, meist US-Dollar. Zumeist tauschen die Unternehmen ihre Dollars erst in Rubel, wenn Steuern fällig werden.

Russische Exportfirmen sollen einfach ihre Deviseneinnahmen öfter in Rubel zurück tauschen, so der Plan der Regierung. Noch gebe es dafür keinen Zeitplan, so Russlands Wirtschaftsminister Ulyukayev. In einem Fernsehinterview hatte Ministerpräsident Medwedew gesagt: „Die Regierung und die Zentralbank führen Gespräche, um für regelmäßigere Verkäufe zu sorgen“.

Russlands Regierung hofft so, die Nachfrage nach Rubel zu stärken und so die Währung zu stärken. Die Sache hat nur einen kleinen logischen Haken: regelmäßige Währungstäusche machen für Russlands Unternehmen nur dann Sinn, wenn sie erwarten, dass der Rubel stärker wird. Dann nämlich würden sie für ihre Dollars weniger Rubel bekommen – ein schlechtes Geschäft. Lukrativer wäre es dagegen, wenn der Rubel weiter abwerten würde, weil dann dementsprechen mehr Rubel für die Dollars in die Kasse fliessen. Da die Regierung keine wirkliche Perspektive bieten kann, dass der Rubel aufwerten wird, dürfte die Resonanz auf die Pläne der Regieruung bescheiden ausfallen.

Auch am Devisenmarkt verhallt der Regierungsappell ungehört: der Rubel fällt heute um weitere 0,7% zum US-Dollar. Viel entscheidender als die verzweifelten Versuche der Regierung, den Rubel stark zu reden, ist der Ölpreis. Und der ist weiter unter Druck – Brent fiel heute erstmals seit Jahren unter die Marke von 66 Dollar..



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