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Anleihen

Russland verkaufte alleine im April die HĂ€lfte seiner US-Staatsanleihen – Vorbild fĂŒr andere?

Russland hat im April auf einen Schlag seinen Bestand an US-Staatsanleihen halbiert – warum?

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Russland hat im April auf einen Schlag seinen Bestand an US-Staatsanleihen halbiert – von 96,1 Milliarden Dollar im MĂ€rz auf nun nur noch 48,7 Milliarden Dollar (hier die Liste der auslĂ€ndischen Halter von US-Staatsanleihen; die aktuellsten Daten stammen aus dem April, weil die TIC-Daten des US-Finanzministeriums stets mit Verzögerung von zwei Monaten veröffentlicht werden):


(Grafik: Wolfstreet.com; durch anklicken vergrĂ¶ĂŸern)

Wahrscheinlich trugen die VerkĂ€ufe von US-Staatsanleihen durch Russland dazu bei, dass damals die Rendite fĂŒr die 10-jĂ€hrige US-Staatsanleihe ĂŒber die 3%-Marke sprang. Was aber war der Grund fĂŒr diese massiven VerkĂ€ufe – zuvor waren die BestĂ€nde an US-Anleihen Russlands zwar tendentiell abnehmend, aber eben nicht rapide fallend?

Ausschlaggebend dĂŒrften wohl die US-Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Deripaska gewesen sein, die vor allem den russischen Konzern Rusal ins Schlingern brachten (an dem Deripaska maßgeblichen Anteil hatte). Russland fĂŒrchtete offenkundig, dass die BestĂ€nde an US-Anleihen aufgrund politischer Entwicklungen eingefroren werden könnten – daher die VerkĂ€ufe.

Was aber, wenn sich der Handelskrieg zwischen den USA und China verschĂ€rft? Bekanntlich ist China der grĂ¶ĂŸte auslĂ€ndische Halter von US-Staatsanleihen – massive VerkĂ€ufe durch China wĂ€ren dann eine Art „nukleare Option“, die die Renditen fĂŒr US-Anleihen stark steigen lassen und damit die Neu-Verschuldung der USA immens verteuern wĂŒrden“

Florian Homm jedenfalls meint: Russland hat gut daran getan, sich von seinen BestÀnden an US-Anleihen zu trennen:


Foto: http://www.kremlin.ru/text/images/92555.shtml; https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. tm

    22. Juni 2018 13:57 at 13:57

    Der Verkauf der russischen Anleihen war wohl eher ein StĂŒtzungsmanöver fĂŒr den Rubel. Anfang April hat der Rubel innerhalb weniger Tage um ca. 10% abgewertet – die VerkĂ€ufe an US-Staatsanleihen sollten hier offenkundig einen noch dramatischeren Absturz verhindern.

    Das Gerede vom Verkauf der Anleihen durch China lesen wir nun seit wieviel Jahren? TatsĂ€chlich könnte der US-Wirtschaft kaum etwas besseres passieren, als dass China seine BestĂ€nde an US-Staatsanleihen endlich abbaut. Der CNY wĂŒrde dann aufwerten und der chinesische HandelsbilanzĂŒberschuss gegenĂŒber den USD (und auch gegenĂŒber Europa) wĂŒrde schmilzen wie Butter in der Sonne.

    China hĂ€lt zudem gerade einmal 5,5% der ausstehenden US-Anleihen und dieser Bestand ist seit 2010 mehr oder weniger stabil, d.h. China ist kein NettokĂ€ufer. Ein Verkauf wĂŒrde damit aber nur kurzfristig Auswirkungen auf die Zinsen haben, maximal so lange wie China als Netto-VerkĂ€ufer am Markt agiert. Nach dem Abverkauf aller Anleihen wĂ€re der Zustand ja wie jetzt auch und damit das Zinsniveau nicht wesentlich anders.

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Anleihen

US-Staatsanleihen: TĂŒrkei verkauft immer weiter, Japan auf 7-Jahrestief, Sell Off bleibt aus

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Die TĂŒrkei ist aus der Liste der wichtigsten EigentĂŒmer von US-Staatsanleihen gefallen. So klassifiziert das US-Finanzministerium alle LĂ€nder, die ein Volumen von mindestens 30 Milliarden US-Dollar in US-Papieren halten. Im Mai hielt die TĂŒrkei noch ein Volumen von 32,6 Milliarden Dollar. Wie aktuell veröffentlicht wurde, zeigen die Daten fĂŒr Juni einen RĂŒckgang auf 28,8 Milliarden Dollar.

Damit ist der tĂŒrkische Besitz von US-Staatsanleihen von Dezember 2017 bis Juni 2018 um 45% gesunken, von 52,6 auf jetzt 28,8 Milliarden Dollar. Im Mai lag das Volumen noch bei 32,6 und im April bei 38,2 Milliarden Dollar. Man sieht also: Die TĂŒrkei hat genau wie Russland in den letzten Monaten immer mehr US-Staatsanleihen verkauft, und ist zumindest offiziell jetzt nicht lĂ€nger ein bedeutender Inhaber von US-Papieren.

Russland

Russland war schon im Mai aus der Liste der bedeutenden Inhaber von US-Staatsanleihen gefallen. Dabei gehörte man einst zu den zehn grĂ¶ĂŸten GlĂ€ubigern der USA. Auch im Juni bleibt man außerhalb dieser Liste mit einem Besitz-Volumen von gerade mal 14,9 Milliarden Dollar – und damit unverĂ€ndert zu Mai. JĂŒngste russische Aussagen lassen eindeutig darauf schließen, dass man ĂŒber DrittlĂ€nder noch deutlich mehr US-Papiere hĂ€lt – womöglich ĂŒber die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen wie Belgien und die Caymans?

Japan

Japan hat sein Besitz-Volumen an US-Staatsanleihen mit 1,030 Billionen Dollar (zweitgrĂ¶ĂŸter GlĂ€ubiger der USA nach China) im Juni so weit zurĂŒckgefahren wie seit sieben Jahren nicht mehr. Im Mai waren es noch 1,048 Billionen, und im Dezember 2017 noch 1,061 Billionen Dollar. Aber bei dem großen Gesamtvolumen sind diese RĂŒckgĂ€nge immer noch relativ gering.

Und insgesamt?

Ist das jetzt der große „Sell Off“? Verkaufen jetzt reihenweise LĂ€nder ihre US-Staatsanleihen, und kaufen dafĂŒr Gold oder ihre eigene WĂ€hrung, um diese gegen den US-Dollar zu stĂŒtzen? Dem ist nicht so. Schaut man auf den Gesamtwert von US-Staatspapieren, die von auslĂ€ndischen Stellen gehalten werden, dann ist ihr Wert konstant (siehe rot umrandeten Bereich in der Grafik). War es im Mai noch ein Gesamtvolumen von 6,212 Billionen Dollar, so waren es im Juni 6,211 Billionen Dollar. Im Dezember 2017 waren es 6,209 Billionen Dollar. Also bleibt der Gesamtwert konstant, weil viele andere GlĂ€ubiger der USA ihre Volumen leicht erhöht haben.

US-Staatsanleihen

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Allgemein

Russland mit US-Anleihen als Druckmittel – warum das zweite Druckmittel viel wirksamer wĂ€re

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Russland will als Gegenmaßnahme zu neuen US-Sanktionen seine BestĂ€nde an US-Staatsanleihen weiter abbauen, wie der russische Finanzminister Anton Siluanow am Wochenende sagte. Dabei hielt Russland laut offiziellen US-Angaben Ende Mai nur noch 14,9 Milliarden Dollar Volumen an US-Schulden. Und in den Monaten davor hatte Russland schon fĂŒr 48,7 Milliarden Dollar US-Papiere verkauft. Möglicherweise besitzt man also lĂ€ngst keine US-Staatsanleihen mehr.

Das gilt aber nur fĂŒr die offizielle LĂ€nderzahlung durch das US-Finanzministerium. Es ist aber in Finanzkreisen kein Geheimnis, dass LĂ€nder wie Russland, China etc gerne auch Papiere ĂŒber DrittlĂ€nder halten, als da wĂ€ren Standorte wie Belgien, oder auch Karibik-Inseln. Die großen Volumen der in diesen LĂ€ndern gehaltenen US-Anleihen ist eh mehr als auffĂ€llig. Es ist also anzunehmen, dass Russland ĂŒber solche Dritt-LĂ€nder noch bedeutende Mengen an US-Staatsanleihen hĂ€lt, und diese als Druckmittel einsetzt – bleiben die USA weiter im Sanktions-Modus gegen Russland, dann verkauft man weiter US-Papiere.

Zweite Drohung viel wirkungsvoller

Das wĂ€re vielleicht weniger schön fĂŒr Washington, aber vermutlich verkraftbar im Gesamtbild der US-Schuldenlast, und bei der globalen Nachfrage nach steigenden Renditen bei US-Schulden. Genannt hat Siluanow jĂŒngst ebenfalls den US-Dollar als Zahlungsmittel, den Russland in Zukunft meiden wolle bei internationalen Transaktionen. Und welche internationalen Transaktionen hat Russland hauptsĂ€chlich?

Richtig, VerkĂ€ufe von Öl und Gas. Und da ist global der Dollar die LeitwĂ€hrung. Die Kopplung von Öl an den US-Dollar verlieh ihm jahrzehntelang quasi einen Status als unangefochtene WĂ€hrung Nummer 1. Wer den Golfstaaten Öl abkauft, muss sie seit Jahrzehnten ausschließlich in Dollar bezahlen. Also mĂŒssen sich alle auslĂ€ndischen Importeure bislang erst mal US-Dollar besorgen, und ihn somit kaufen. Damit ist der Dollar stĂ€ndig ein gefragtes Gut!

Wenn aber ein wichtiger Öl-VerkĂ€ufer wie Russland nun sagt, dass man eher auf Rubel oder zum Beispiel auf den Euro umsteigen wolle, dann zerlöchert das den Status des US-Dollar – zumindest ein kleines StĂŒck weit. Wirklich bröckeln wĂŒrde er erst, wenn die Saudis und ihre Nachbarn aufhören wĂŒrden auf Bezahlung in US-Dollar zu bestehen. Aber Russland wie vorher schon einige andere LĂ€nder unterwandern dieses Devisen-Monopol fĂŒr Energie-Lieferungen. Das könnte fĂŒr die USA mittel- und langfristig viel mehr ein Problem sein als die Drohung der Russen vielleicht 20, 30, 40 oder 50 Milliarden Dollar an US-Anleihen auf den Markt zu werfen.


Wladimir Putin. Foto: Kremlin.ru (CC BY 4.0) – Ausschnitt aus Originalfoto

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Anleihen

Marktbericht: Schwerpunktthema TĂŒrkei – Erdogan macht alles noch schlimmer

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am

Der Dax hat heute 240 Punkte verloren. Im Vordergrund steht das Thema TĂŒrkei. Wo der Dax verliert, hat heute auch der Euro verloren (100 Pips seit gestern Abend). Der Devisenmarkt flĂŒchtet reflexartig Richtung US-Dollar. Das wĂŒrde normalerweise den Dax stĂŒtzen, aber nicht heute. Die TĂŒrkei ĂŒberschattet alles. (im Chart Dax und EURUSD seit gestern frĂŒh – eigentlich mĂŒssten sie gegensĂ€tzlich laufen)

Dax Euro TĂŒrkei

TĂŒrkei-Krise beherrscht den Freitag

Sogar die Wall Street lĂ€sst sich heute vom Thema TĂŒrkei mit nach unten reißen. Unglaublich aber wahr – was China-Zölle nicht schaffen, das schafft die TĂŒrkei. Aber was ist passiert? Die Krise lĂ€uft schon seit Monaten, und nimmt immer weiter zu. PrĂ€sident Erdogan verkĂŒndete vor und nach seiner Wahl seinen Einfluss auf die tĂŒrkische Zentralbank ausweiten zu wollen.

Denn er will keine höheren oder hohen Zinsen sehen. Er will gĂŒnstige Kreditvergaben fĂŒr die Wirtschaft ermöglicht sehen, und gleichzeitig die Inflation mit niedrigen Zinsen bekĂ€mpfen!?! Oben drauf kam jĂŒngst noch der Konflikt um den unter Hausarrest gestellten US-Pastor. Die GesprĂ€che diese Woche zwischen beiden LĂ€ndern brachten nichts. Und so fĂ€llt die tĂŒrkische Lira immer schneller und schneller. Heute nun wird diese Situation befeuert, in dem Donald Trump verkĂŒndet die global geltenden Importzölle fĂŒr Aluminium und Stahl fĂŒr Importe aus der TĂŒrkei doppelt hoch ansetzen zu wollen – als weitere Maßnahme, um den US-Pastor freizubekommen.

Das bringt die Lira noch mehr unter Druck. Und wie antwortet PrĂ€sident Erdogan? Er könnte zum Beispiel die UnabhĂ€ngigkeit der Notenbanker betonen und sagen, dass er alles akzeptiert, was dort entschieden wird. Das wĂŒrde Zinserhöhungen erlauben und der Lira helfen… aber was tut er? Er spricht von einer Verschwörung von außen gegen die TĂŒrkei, dem Vertrauen der TĂŒrken auf Gott usw. Damit macht er die Lage nur noch schlimmer. Die MĂ€rkte wollen finanztechnische Fakten hören, und nicht sowas.

Leider gibt es bei PrĂ€sident Erdogan auch einen mangelnden Sachverstand in Sachen Wirtschaft. Nein, das soll kein Erdogan-Bashing sein. Es ist nun mal einfach so. Das zeigte sich immer wieder, als Erdogan diverse Male sagte man solle die Inflation mit sinkenden Zinsen bekĂ€mpfen. Dass es genau anders rum lĂ€uft, scheint nicht zu interessieren. Auch sieht er in hohen Zinsen den Teufel. Das Problem in dieser PrĂ€sidial-Administration, die voll und ganz auf Erdogan zugeschnitten ist, könnte sein: Niemand traut sich ihm zu sagen, was eigentlich zu tun wĂ€re… vielleicht sein neuer Finanzminister? Nein, der ist ja sein Schwiegersohn.

Erdogans aktuelle Aussagen haben keinerlei betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen oder finanzpolitischen Inhalt, welcher die MĂ€rkte beruhigen könnte. Aber er ruft  heute wie in den letzten Monaten schon mal die TĂŒrken dazu auf Devisen in Lira umzutauschen. Dass solch ein Aufruf historisch gesehen egal in welchem Land noch nie funktionierte und sogar oft das Gegenteil (mehr Panik) verursacht, ist am Markt bekannt.

Auch sagte Erdogan heute, dass die Zins-Lobbyisten es nicht schaffen wĂŒrden die TĂŒrkei zu zerstören. Man sei eine Nation, eine Flagge, ein Land, ein Staat, so Erdogan. Mal ehrlich: Strahlen solche Aussagen Vertrauen aus auf den freien Interbankenmarkt fĂŒr Devisen, wo der Kurs fĂŒr die Lira gemacht wird zwischen unendlich vielen Marktteilnehmern? Alles schön und gut mit Erdogans Aussagen, aber wo sind die Fakten, die konkreten Ansagen fĂŒr den Markt? Sie fehlen, und deswegen crashte die tĂŒrkische Lira heute immer weiter.

TĂŒrkische Lira crasht

Euro vs Lira stieg alleine von gestern bis jetzt von 6,30 auf 7,22 (heute ich Hoch sogar schon 7,93 – Wahnsinn!). USD vs Lira stieg von 5,50 auf jetzt 6,30 (in der Spitze 6,94). Im Augenblick scheinen einige Zocker wohl erstmal krĂ€ftig Kasse machen zu wollen, von daher sind wir momentan etwas von den extremsten Tageskursen entfernt. Wie, wann und wodurch dieser Crash endet, weiß niemand. Die aktuelle Folge: Nun haben alle Angst, dass tĂŒrkische Kreditnehmer ihre dramatisch verteuerten Dollar-Kredite nicht mehr bedienen können – das könnte zu immensen Verlusten bei europĂ€ischen Banken fĂŒhren, wodurch zahlreiche Bank-Aktien in Europa heute krĂ€ftig verloren haben.

TĂŒrkei USD Lira
USD vs Lira seit Januar.

Die Bank-Aktien beeinflussen die Gesamt-Indizes, und auch den Amerikanern wird ein wenig mulmig vor einem krĂ€ftigen Zusammenbruch in der TĂŒrkei. Also ist die Gesamtlage vor dem Wochenende sagen wir mal „unruhig“. Kommen ĂŒbers Wochenende Sondermaßnahmen (was auch immer), und am Montag wertet die Lira dramatisch auf? Man darf gespannt sein.

Ach ja… nicht nur die Lira crasht heute, sondern ebenso das Vertrauen in die RĂŒckzahlung tĂŒrkischer Staatsschulden. Dementsprechend kollabieren die Anleihekurse, und die Rendite fĂŒr zehnjĂ€hrige tĂŒrkische Papiere steigt heute auf sagenhafte 20,97% (in der Spitze heute 22,82%). Vor einem Monat lag man noch bei 17%, und gestern bei 18,50%.

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