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Schweden: drastische Zinssenkung

Die schwedische Zentralbank (Riksbank) hat heute den Leitzins um 0,5% auf nun 0,25% gesenkt. Erwartet war von Analysten lediglich eine Absenkung von 0,75% auf 0,50%. Gleichzeitig kündigte die Riksbank an, den Leitzins bis Ende 2015 nicht mehr anzuheben.

Pikant an der drastischen Zinssenkung ist vor allem, dass der Gouverneur der Riksbank, Stefan Ingves, für eine Zinssenkung von lediglich 0,25% plädiert hatte, aber von seinen Kollegen überstimmt wurde. Die Zentralbank steht angesichts ihre abwartenden Haltung in der Kritik – vor allem Nobelpreisträger Paul Krugman hatte ein aggressiveres Vorgehen der Riksbank gefordert, nachdem die Verbraucherpreise in Schweden fünf Monate in Folge gefallen waren. Krugman monierte, dass die Riksbank Schweden in eine deflationäre Spirale abgleiten lasse – ähnlich wie in Japan. Die Riksbank aber hatte sich zuvor geweigert, die Zinsen zu senken – unter Hinweis auf die Gefahren einer dadurch begünstigten Immobilienblase und einer möglichen Überschuldung der schwedischen Konsumenten durch eine zu laxe Geldpolitik.

Die Senkung um 0,5% ist auch ein Indiz für die „Nebenwirkungen“, die durch die Leitzinssenkung der EZB entstanden ist. Der Handlungsdruck auf die schwedischen Notenbanker war nach der EZB-Entscheidung deutlich erhöht. Nach der Entscheidung kam die schwedische Krone zum Euro massiv unter Druck und fiel auf den tiefsten Stand seit vier Jahren:

 

eursek



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