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Schweizer Franken vor der großen Entscheidung

Agata Janik

Veröffentlicht

am

Euro zum Schweizer Franken bewegte sich in der gestrigen Handelssitzung in einer Seitwärtsrange zwischen 1,0574 und 1,0596. Die wichtige psychologische Grenze bei 1,0600 konnte nicht erreicht werden. Obwohl die Bullen mit aller Kraft versucht haben, diesen Widerstand zu erobern, ist dem Euro die Luft ausgegangen. Der Schweizer Franken wurde danach kurzfristig favorisiert und der Kurs rutschte unter die Marke von 1,0580. In den Abendstunden notierte EUR/CHF bei ca. 1,0585.

Obwohl dieses Währungspaar eher zu den Unvolatilen gehört und es die Händlerwelt stark polarisiert, lohnt es sich aktuell, die Entwicklung von EUR/CHF zu beobachten. Der Cross steht vor einer großen Entscheidung. Der Schweizer Franken verliert langsam aber konstant an Wert gegen die europäische Leitwährung. Der Euro zeigt sich stark, weil die Corona-Pandemie in Europa unter Kontrolle zu sein scheint. Die Infektionszahlen gehen zurück, die harten Maßnahmen werden von den meisten EU-Regierungen schrittweise gelockert und die Grenzen zwischen den EU-Ländern sollen demnächst für die Touristen geöffnet werden. Auch die positive Entwicklung an den europäischen Wertpapiermärkten verleiht dem Euro einen Rückenwind. Auf der anderen Seite sieht die Situation in der Schweiz ähnlich aus. Auch das Alpenland hat die Corona-Krise bis jetzt gut gemeistert.

Trotzdem konnte der Schweizer Franken von dieser Entwicklung nicht profitieren. Je hoffnungsvoller die Aussichten für die Eurozone sind, desto kleiner die Angst und desto weniger suchen die Investoren nach dem sicheren Hafen, für den der Schweizer Franken gehalten wird. Auch wenn die Märkte momentan emotional reagieren und jeder weiß, dass die wirtschaftliche Krise jetzt erst beginnt, kann sich der Euro gut gegen die anderen Hauptwährungen behaupten. Der Schweizer Franken wird jetzt gegen den Euro abgewertet, doch das ist für die SNB kein Grund zu Sorge. Ganz im Gegenteil, der Schweizerischen Nationalbank kommt es entgegen, wenn der Schweizer Franken schwächer gehandelt wird. EUR/CHF bildet aktuell eine starke Korrelation zu EUR/USD, deswegen ist es momentan besonders wichtig, die beiden Währungspaare parallel zu verfolgen, wenn man gerne den Euro vs Schweizer Franken tauscht. Die nächsten Tage werden für die weitere Kursentwicklung bei EUR/CHF ganz entscheidend sein.

Der Tagesausblick für den Euro vs Schweizer Franken

Die Situation bei EUR/CHF ist sehr spannend. Der Cross steht, wie gesagt, vor einer großen Entscheidung. Aktuell kämpft der Kurs mit dem signifikanten Widerstand bei 1,0600 und notiert jetzt leicht darüber bei ca. 1,0608. Die Händler sind aber noch vorsichtig und warten auf die endgültige Bestätigung. Es wird sich in den nächsten Stunden entscheiden, ob der Euro oder der Schweizer Franken die Schlacht gewinnen wird. Sollte die 1,0600 Marke nachhaltig brechen, wird sich auch das längerfristige charttechnische Bild verändern. Der übergeordnete Abwärtstrend bei EUR/CHF könnte dann zu Ende sein.

Noch ist es aber nicht soweit. Auf der Oberseite wartet auf das Währungspaar der nächste wichtige Widerstand bei 1,0620. In diesem Bereich verläuft aktuell auch der 120er Moving Average im Daily Chart. Diese Hürde wird nicht leicht zu erobern sein. Sollte es den Bullen trotzdem gelingen, wäre der Ausbruch auf der Long-Seite somit bestätigt. Als nächstes Kursziel kann man die Marke von 1,0650 ins Auge fassen. Hier empfiehlt es sich aber, die Long-Positionen glatt zu stellen. Auf der Unterseite liegt die erste wichtige Unterstützung bei 1,0577. Es ist eher unwahrscheinlich, dass dieses Niveau heute getestet wird. Der Daily Pivot Point beim Euro vs Schweizer Franken befindet sich heute bei 1,0587. Summa summarum: Der Schweizer Franken ist angeschlagen und wird momentan verkauft. Der Druck auf die Währung steigt, man sollte also mit dem Kauf vorsichtig sein.

Euro vs Schweizer Franken im Chartverlauf

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Devisen

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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am

EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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am

Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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