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Schweizerische Nationalbank produziert 54 Milliarden Franken Gewinn, größtenteils aus dem Nichts – die eigene Aktie steigt immer weiter!

FMW-Redaktion

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im Jahr 2017 einen Gewinn von 54 Milliarden Schweizer Franken gemacht. Wie kann das sein? Nun, seit Jahren druckt die SNB virtuell Schweizer Franken, und verkauft diese gegen Euro und US-Dollar. Damit erzielt man den Effekt, dass der Franken-Kurs wie gewünscht künstlich geschwächt wird. Als zweiten Effekt hat man (wie lästig) einen stetig wachsenden Berg an Fremdwährungsreserven in den eigenen Büchern. Und das nur, weil man selbst aus dem Nichts einfach so neues eigenes Geld erschaffen hat. Unglaublich, aber wahr – man muss es sich immer wieder vor Augen halten. Und da beschweren sich Notenbanker noch über Bitcoins, wo „Werte“ aus dem Nichts generiert werden…

Diese Fremdwährungsreserven müssen in irgendeiner Weise irgendwie arbeiten. Im Fall der SNB fließen sie in Aktien, wo sie Kursgewinne und Dividendenerträge in die Kasse der SNB spülen. Übrigens: Durch diesen Effekt des zusätzlichen Geldes wird die globale Aktienblase kräftig mit angeheizt – wenn nämlich ein gigantischer Player wie die SNB ständig neue Aktien kauft, ohne welche zu verkaufen! Von den 54 Milliarden Franken entfielen 49 Milliarden Euro aus Fremdwährungsgeschäften – durch den schwächeren Franken im letzten Jahr brachten die Erträge aus Euro- und Dollar-Anlagen nach der Währungsumrechnung mehr Franken! 3 Milliarden Franken Gewinn stammen aus dem Bewertungsgewinn der Goldbestände der SNB.

Die SNB verkündet eine Dividendenzahlung von 15 Franken pro Aktie, was dem im Gesetz festgesetzten maximalen Betrag entspricht, sowie eine Gewinnausschüttung an Bund und Kantone von 1 Mrd. Franken. SNB-Aktie? Ja, was viele nicht wissen: Die SNB ist als Aktiengesellschaft ganz normal an der Schweizer Börse notiert, und dort handelbar. Mit einem aktuellen Kurs von 4.210 Franken und einer Dividende von maximal nur 15 Franken ergibt sich eine Dividendenrendite von gerade mal 0,35% – wenn man die Aktie jetzt kaufen würde.

Für Dividenden-orientierte Anleger wäre die SNB-Aktie also völlig uninteressant. Den Anlegern geht es bei dieser Aktie (gigantischer Anstieg im Chart seit 2015 von knapp über 1000 auf jetzt mehr als 4000 Franken) um die Kursspekulation. Aufgrund von Regularien kann die SNB niemals mehrheitlich in Privathand geraten, sondern verbleibt mehrheitlich immer bei den Kantonen usw – Übernahmephantasien sind also ausgeschlossen. Von daher verbleibt die Phantasie der Zocker, dass die SNB irgendwann verkündet, dass sie die freien Aktionäre mit einem saftigen Kursgewinn aus ihren frei handelbaren Aktien herauskauft, um die Aktie vom Markt nehmen zu können.

Was wäre eigentlich, wenn diese gesetzlich festgeschriebene maximale Grenze von 15 Franken Dividende pro Aktie nicht existieren würde? Grenzenlos Geld drucken wäre eventuell angesagt (vielleicht noch mehr als jetzt?), und die Dividende könnte man immer weiter in die Höhe treiben mit Gewinnen aus dem stetig wachsendem Fremdwährungsberg. Sie wäre dann abführbar an den schweizerischen Staat. Das wäre ein endgültig kaputtes Geldsystem, das dem Staat Geld aus dem Nichts beschert. Obwohl: Kaputt ist dieses System schon jetzt zu guten Teilen. Die Aktie der SNB übrigens steigt heute von 4100 auf 4210 Franken. Die Spekulation auf den Rückkauf der Aktien durch die SNB geht weiter!



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2 Kommentare

  1. Ich erlaube mir meinen Zweifel kundzutun, dahingehend, dass der überwiegende Gewinnanteil aus Kursgewinnen stammen solle.
    Es sei den, die Bank hätte ihre Kursgewinne bereits realisiert und sich von den Assets bereits wieder verabschiedet. Kann das sein?

    Ansonsten: Das Handelsgesetzbuch – für Deutschland – so wie ich es noch kenne, schreibt zumindest für e h r b a r e Kaufleute vor, dass sie zwar den Bilanzwert bei wertgeminderten Wirtschaftsgütern, die dem Anlagevermögen zuzurechnen sind, umgehend wertberichtigen müssen. Oder im Zweifel dafür Rückstellungen bilden müssen, welche auch den ausgewiesenen Gewinn schmälern – selbst dann wenn die Verluste noch nicht effektiv verwirklicht worden sind

    Nicht realisierte Gewinne hingegen sind nach HGB noch kein Gewinn. Und erscheinen auch nicht in der Gewinn und Verlustrechnung.
    Bleibt noch die Frage, inwieweit die Notenbanken zu den ehrbaren Kaufleuten zu zählen sind.

    Davon abgesehen ist das echt der Stein der Weisen. Ein Perpetuum Mobile (oder so ähnlich).
    Endlich ist bewiesen, dass es möglich ist, sich selbst an seinen eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen.

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