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Totimpfstoff-Aktien: Novavax vs Valneva – Bewegung in den Kursen – Update 15:23 Uhr

Coronavirus

Gestern meldete die EU-Arzneimittelagentur EMA, dass man mit der Prüfung des Totimpfstoffs des französischen Anbieters Valneva begonnen hat. Das war doch eigentlich eine gute Nachricht. Die Aktie von Valneva stieg daraufhin gestern an, verlor aber wieder – und auch heute ist die Aktie mit 6 Prozent im Minus.

Der US-Hersteller Novavax, dessen Totimpfstoff ebenfalls noch nicht zugelassen ist, meldete gestern, dass man auf das Auftauchen der Omikron-Variante des Coronavirus reagiert. Erstens evaluiert Novavax seinen Impfstoff gegen die Omikron-Variante, so wie es das Unternehmen bereits bei früheren Varianten wie Alpha, Beta und Delta getan habe. Zweitens habe man mit der Entwicklung eines Omikron-spezifischen Impfstoffkonstrukts begonnen. Das hört sich doch auch gut an. Aber warum fiel die Novavax-Aktie dann gestern 15 Prozent im US-Handel?

Nun, die Kollegen bei fool.com haben meiner Meinung nach die richtige Formulierung gefunden. Offenbar wächst die allgmeine Sorge, dass keiner der vorhanden Impfstoffe einen schnellen Schutz gegen die Omikron-Variante bieten könnte. Deswegen ist wohl Verunsicherung im Markt. Aber warum steigt die Novavax-Aktie dann heute bereits wieder um 6 Prozent? Gerade bei Impfstoff-Aktien mit großen Schwankungen kann es zu technischen Gegenreaktionen kommen. Und die Aktie von Novavax war im Verlauf dieser Woche bereits deutlich gefallen von über 200 Dollar auf gestern 158 Dollar – heute vorbörslich sehen wir im US-Handel 171,50 Dollar.

Möglich ist aber, dass die Aktie von Novavax auch in den nächsten Tagen und Wochen unterm Strich doch besser laufen könnte als die Aktie von Valneva. Denn obwohl Valneva gestern diesen Start der EMA-Prüfung als Pluspunkt präsentieren konnte, und obwohl die EU vor drei Wochen bei Valneva 60 Millionen Impfstoffdosen bestellt hat – Novavax als Konkurrent bei den Totimpfstoffen hat Vorsprung. Denn bereits seit Februar läuft bei der EMA das beschleunigte Prüfverfahren des Novavax-Impfstoffs, die Marktzulassung ist schon beantragt, und sie könnte in Kürze erfolgen. Und die EU-Kommission hatte bereits im August bestätigt, dass man einen Kauf von bis zu 200 Millionen Impfstoffdosen von Novavax plant. Bei Valneva könnte es mit der Zulassung noch länger dauern.

Was lernen wir daraus? Die Volatilität bei Impfstoffaktien ist groß, und wird wohl auch groß bleiben. Im Augenblick herrscht wohl Verwirrung, ob die vorhandenen (und auch die noch nicht zugelassenen) Impfstoffe gegen Omikron wirksam sein werden, und ob Anpassungen schnell umsetzbar sind. Die Aktie von BioNTech bewies seit Mitte November mal wieder ihre Stärke, und stieg mal eben von 200 auf über 300 Euro. Aber momentan scheinen die beiden Totimpfstoff-Anbieter Novavax und Valneva mehr im Fokus der deutschen Privatanleger zu stehen, was man auch bei den Handelsvolumina auf Handelsplätzen sehen kann, über die die Orders von Privatanlegern ausgeführt werden.

Update 15:23 Uhr zur Valneva-Aktie

Wohl nicht so ganz im Fokus der europäischen Marktbeobachter war heute früh die heute Nacht veröffentliche Meldung, bei der es um eine Booster-Studie aus Großbritannien geht. 7 Corona-Impfstoffe wurden auf ihre Wirkung als Booster (Auffrischungsimpfung) hin überprüft. Alle bestanden die Prüfung, nur der Impfstoff von Valneva zeigte keine Wirkung. Heute Mittag haben nun auch deutsche Finanzportale berichtet. Und seit 13 Uhr fällt die Valneva-Aktie auch deutlich stärker im Vergleich zu heute früh. Der Tagesverlust liegt jetzt bei 18 Prozent.

Chart zeigt prozentuale Entwicklungen bei Valneva, BioNTech und Novavax TradingView Chart zeigt die prozentuale Entwicklung von drei Impfstoffaktien in den letzten sechs Monaten. Valneva lief am besten mit +29,6 Prozent, BioNTech legte 5,7 Prozent zu, und Novavax verlor 29,3 Prozent.



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