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Devisen

Türkische Lira und Pfund: Nicht täuschen lassen vom aktuellen Kursanstieg!

Redaktion

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Die Türkische Lira und das britische Pfund sind seit gestern am Ansteigen. Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dieser Anstieg nichts mit einer plötzlichen Stärke der jeweiligen Währung oder Volkswirtschaft des Landes zu tun hat. Widmen wir uns zunächst dem britischen Pfund und dem US-Dollar.

Bereits im gestrigen Verlauf des Handelstags begann der „Dollar-Trade“. Niemand rechnete gestern mit einer Zinssenkung der Federal Reserve, aber man ging von deutlich dovishen Kommentaren von Jerome Powell aus. Damit ist gemeint, dass Zinssenkungen in Aussicht gestellt werden für den nächsten Fed-Termin am 31. Juli. Und so kam es auch. Sinkende Zinsen schwächen natürlich die dahinter stehende Währung des Landes. Und so ist der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) von gestern früh 97,15 auf aktuell 96,18 Indexpunkte gefallen.

Britisches Pfund

Dementsprechend wertet in der Regel jede Währung und jedes Edelmetall auf, das gegen den US-Dollar gehandelt wird. So aktuell auch das britische Pfund. Seit gestern früh steigt Pfund vs US-Dollar von 1,2557 auf aktuell 1,2700. Wir hatten gestern schon dazu unsere Meinung kund getan. Die Fed könnte von der Dollar-Seite aus gesehen den Pfund-Kurs durcheinander bringen. Und so kommt es derzeit auch. Die Dollar-Schwäche ist ganz aktuell deutlich wichtiger am Markt als die eigentliche Pfund-Schwäche, die doch wohl eher vorherrschen sollte.

Und da das Pfund weniger schwach ist als der Dollar, steigt GBPUSD (Cable) eben an. Es ist aber nun mal keine Pfund-Stärke! Daher erneut unser Hinweis wie auch schonin den letzten Tagen: Auf den aktuellen Anstieg sollten sich Pfund-Bullen nicht wirklich etwas einbilden. Boris Johnson steigt in der parteiinternen Gunst der Tories weiter an. Gestern erhielt er inzwischen 143 von 313 Stimmen. Die Chance für ihn Premier zu werden steigt immer weiter an, und damit die Chance, dass das Pfund in den nächsten Monaten deutlich schwächer tendieren könnte (hier ein interessanter Kommentar zu dem Thema aus der britischen Presse).

Vor wenigen Minuten hat die Bank of England den Leitzins für Großbritannien verkündet. Er bleibt unverändert. Im folgenden Chart seit Dienstag sieht man die aktuelle Reaktion ganz oben rechts. Nur eine minimale Schwankung. Die Dollar-Stärke scheint weiter zu dominieren.

Pfund vs USD


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Türkische Lira

Der folgende Chart zeigt den US-Dollar gegen die Türkische Lira seit dem 10. Juni. Seit einigen Tagen wertete die türkische Lira gegen den Dollar ab (Anstieg im USDTRY-Chart).  Wir berichteten jüngst schon darüber. Die Konjunktur lieferte sehr schwache Daten (noch schwächer als in der EU), und vor allem der Raketen-Konflikt zwischen der Türkei und den USA macht Sorgen. Es wird noch einige Tage dauern, bis dieser Konflikt geklärt sein wird. Erst gestern früh stieg USDTRY noch von 5,83 auf 5,90 an nach zunehmenden Sorgen über US-Sanktionen gegen die Türkei.

Aber diese Abwertung für die türkische Lira fand gestern schnell ein Ende, und USDTRY fiel von 5,90 gestern früh auf jetzt 5,73. Eine schneller und spürbarer Absturz und somit eine wahrnehmbare Aufwertung der Lira! Nur kann man das als Trendwende ansehen? Wohl kaum. Denn wie wir es weiter oben im Artikel schon beim britischen Pfund erläutert hatten: Alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, steigt vereinfacht gesagt aufgrund der US-Zinssenkungsphantasie, die gestern Abend quasi zu einer Gewissheit geworden ist. Die aktuelle Aufwertung der Lira ist also keine Stärke in der türkischen Währung, sondern eine Schwäche des US-Dollar!

Wenn diese Schwäche in vielleicht ein, zwei Tagen im Markt verarbeitet ist, könnten sich die Devisenhändler wieder stärker auf den Raketenstreit fokussieren, und was er für die türkische Lira bedeuten könnte. Also, bitte nicht zu sehr blenden lassen von der aktuellen Lira-Aufwertung!

USD vs Türkische Lira seit 10. Juni

Versteckte Lockerung der türkischen Zentralbank?

Von der breiten Öffentlichkeit nicht wirklich bemerkt hatte die türkische Zentralbank schon am Montag eine „Lockerung durch die Hintertür“ vorgenommen, wie die Commerzbank es beispielsweise nennt. Über die „Repo-Fazilität“ (Finanzierungsmöglichkeit für Banken) haben die Zentralbanker ein Angebot an die Banken gemacht, dass sie einen Zinssatz von 23% erhalten statt den offiziellen Leitzins von 24%. Also eine versteckte kleine Zinssenkung? Die Lira wurde dadurch aber nicht geschwächt. Aber es könnte als Versuch angesehen werden, dass die Zentralbanker Präsident Erdogan entgegenkommen. Denn er wünscht sich sinkende Zinsen für die türkische Wirtschaft. So richtig offen können die Zentralbanker derzeit aber offenbar nicht die Zinsen senken, denn sie bedeuten im großen Bild gesehen eine Abwertung der Währung.

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Anleihen

Woher die aktuelle Euro-Stärke kommt – ein Analyst gibt Hinweise

Claudio Kummerfeld

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Das Euro-Symbol

Der Euro steigt seit genau zwei Tagen gegen den US-Dollar spürbar an von 1,1700 auf aktuell 1,1865. Dafür könnte es einen interessanten Grund geben. Man schaue auf den gestrigen Tag. Quasi unbemerkt von der breiten medialen Öffentlichkeit hat die EU ihre erste eigene Anleihetranche am freien Anleihemarkt platziert. Laut Berichten (siehe beispielsweise Bondguide) sei die Attraktivität dieses Angebots an EU-Anleihen schwer zu übersehen gewesen. Denn Moody’s habe die EU-Anleihen mit „Aaa“ bewertet. Und der Emissionspreis sei so festgesetzt worden, dass die Emission vom Markt gut aufgenommen wurde. Eine Nachfrage von 233 Milliarden Euro traf auf gerade mal 17 Milliarden Euro Angebot! Das zeigt, wie groß die Nachfrage der Institutionellen nach den Anleihen der EU war. Und wo soll da noch das Risiko sein, wenn Brüssel selbst die Anleihen ausgibt, und nicht ein Einzelstaat?

EU-Anleihen als Grund für aktuell steigenden Euro?

Eben dieser Drang in ein neues Anleihevehikel, nämlich eine zentrale Emission von EU-Anleihen, könnte bei den großen global agierenden Investoren (Fonds, Versicherungen, Pensionskassen etc) einen verstärkten Drang in den Euro verursachen. Der Deutsche Bank-Analyst George Saravelos hat ganz aktuell einige sehr interessante Aussagen zum Euro veröffentlicht mit der Headline „Someone likes Europe“, also übersetzt „Irgendwer mag Europa“. Über das große Auftragsbuch im Vorfeld der Emission sei ausführlich berichtet worden, aber weniger über die große Nachfrage seitens der Notenbanken, so seine Aussage. Nahezu 40 Prozent der gestrigen zehnjährigen Emission der EU wurden laut George Saravelos von den Notenbanken aufgenommen, was fast doppelt so viel sei wie die durchschnittliche Inanspruchnahme bei früheren europäischen Emissionen.

Warum das wichtig sei? Erstens seien Notenbanken in der Regel nicht abgesicherte Investoren, so dass eine starke Nachfrage von dieser Seite nach den neuen EU-Anleihen eine direkte Nachfrage für den Euro gegenüber dem US-Dollar bedeute, so George Saravelos. Zweitens sei die hohe Nachfrage von Notenbanken für diese neuen EU-Anleihen ein Vertrauensvotum für den Euro als Reservewährung, insbesondere in einer Zeit, in der die dominierende Rolle des Dollars in Frage gestellt werde.

Aber George Saravelos sagt auch, dass dieses aktuelle Ereignis nicht als alleiniger Grund für die aktuelle Euro-Stärke gesehen werden soll. Es solle auch in den Kontext größerer struktureller Verschiebungen gestellt werden. Es gehe um einen extrem starken negativen Policy-Mix für den US-Dollar. Die großes US-Haushaltsdefizite, eine sehr lockere Geldpolitik der Fed und sich verschlechternde Außenhandelskonten der USA. Schon vor den Wahlen in den USA verschlechtern sich diese Trends, so George Saravelos. Schauen wir an dieser Stelle mal auf den Chart. Er zeigt Euro gegen US-Dollar im Verlauf der letzten 30 Tage. Ist das neue „Aufnahmevehikel“ der EU (meine Wortkreation) für internationale Investorengelder aktuell ein zusätzlicher Impuls, der den Euro-Anstieg befeuert? Gut möglich.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

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Devisen

Aktuell: Pfund sieht kein Brexit-Problem, US-Dollar und Goldpreis in Bewegung

Claudio Kummerfeld

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Die aktuelle Lage bei Goldpreis, US-Dollar sowie im britischen Pfund sind Thema in diesem Artikel. Der Devisenmarkt reagiert tief entspannt auf die Ereignisse rund um den Brexit. Die Verhandlungen zwischen EU und UK sollen diese Woche weitergehen, aber die letzte Brexit-Deadline zur Klärung von Problem rückt unaufhaltsam näher. Und dann hört man heute, dass die britische Regierung an 200.000 Unternehmen Briefe verschickt, wonach diese Vorbereitungen für einen harten Brexit treffen sollten. Und zack, das britische Pfund rauscht ab in den Keller?

Nein, das Pfund steigt sogar leicht! Gibt es nicht? Doch, heute geschieht es genau so. Am Freitag hatten wir noch vor der großen Ungewissheit und dem Risiko gewarnt, übers Wochenende im Pfund engagiert zu sein. Die Trader sagen mit dem Kursverlauf heute: Leute, ganz entspannt, es wird noch einen Deal geben. Was für ein Optimismus! Pfund gegen US-Dollar hat seit Freitag Abend gut 80 Pips zugelegt auf aktuell 1,3018. Euro gegen Pfund hat verloren von 0,9066 auf aktuell 0,9048.

US-Dollar und Goldpreis spielen ihr Spiel

Der US-Dollar verliert schon seit heute früh. Die steigende Hoffnung auf eine Einigung für einen neuen Billionen-Stimulus in den USA schürt natürlich Hoffnung für eine bessere globale Konjunktur. Damit ist der „große sichere Hafen“ namens US-Dollar als Fluchtwährung weniger gefragt. So verliert der Dollar-Index (Währungskorb) seit heute früh von 93,75 auf aktuell 93,23 Indexpunkte.

Tja, und der Goldpreis? Die ständigen seit Tagen anhaltenden Versuche, deutlich über 1.900 Dollar zu laufen, scheiterten immer wieder. Erst heute Vormittag berichteten wir. Ein schwacher US-Dollar bedeutet in der Regel einen stärkeren Goldpreis. Und so kletterte er heute auch von 1.900 auf 1.918 Dollar in der Spitze um 14 Uhr. Aber bis jetzt kommt der Goldpreis wieder zurück auf 1.909 Dollar. Mal wieder scheint der Anlauf nach oben zu scheitern. Im Chart sehen wir seit Freitag früh den US-Dollar-Index in blau gegen den Goldpreis in rot-grün.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

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Devisen

Große Pfund-Wette übers Wochenende, US-Dollar und der Goldpreis

Claudio Kummerfeld

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Symbole für Pfund Euro, Yen und US-Dollar

Über das bevorstehende Wochenende hinweg wird womöglich eine große Pfund-Wette laufen. Die läuft folgendermaßen. Entweder das Pfund wird nächste Woche weiter deutlich fallen, oder es passiert gar nichts. Denn heute Mittag hat der britische Premier Boris Johnson mit einem harten Brexit gedroht. Die EU bewege sich nicht und habe nie ernsthaft verhandelt, so Johnson (hier mehr dazu). Daraufhin war das britische Pfund gegen den US-Dollar und gegen den Euro seit 12:50 Uhr gefallen.

Und die EU-Kommission hat geantwortet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen twitterte, dass man weiterhin an einem Deal arbeite, aber nicht zu jeden Preis (sie will wohl nicht als erpressbar in der Öffentlichkeit da stehen). Wie bereits geplant, werde das Verhandlerteam der EU nächste Woche nach London aufbrechen, so ihr kurzer Text. Also: Entweder die Drohung von Boris Johnson sollte lediglich seine eigene Verhandlungsposition verbessern (auf dicke Hose machen), oder es kommt nächste Woche zu einer Konfrontation, die sich nicht mehr lösen lässt. Das wäre wahrscheinlich für das britische Pfund ein ziemlich schlechtes Signal. Den ersten Vorgeschmack gab es vorhin. Euro gegen Pfund steigt von 0,9047 auf 0,9090. Pfund gegen US-Dollar fällt von 1,2957 auf 1,2920. Das waren noch keine Riesen-Bewegungen, aber der Devisenmarkt hat negativ auf die Johnson-Aussagen reagiert. Wer jetzt noch vorm Wochenende eine Pfund-Position öffnet, geht ein großes Risiko ein. Denn man weiß nicht, wie sich die politische Lage übers Wochenende entwickelt.

US-Dollar

Der US-Dollar stand vorhin unter der Fuchtel von US-Konjunkturdaten. Um 14:30 Uhr wurden die Einzelhandelsumsätze deutlich besser gemeldet als erwartet. Dann um 15:15 Uhr folgten Daten zur US-Industrieproduktion, die schlechter gemeldet wurden als erwartet. Und vorhin um 16 Uhr dann der dritte Akt heute Nachmittag. Daten der Universität von Michigan zeigen ein etwas besser als erwartetes Vertrauen der US-Verbraucher. Der US-Dollar in Form des Dollar-Index (Währungskorb) hat sich durch diese drei Daten bis jetzt nur minimal geändert mit einem Anstieg von 93,56 auf 93,63 Indexpunkten.

Goldpreis

Der Goldpreis hat seit 14 Uhr von 1.913 auf jetzt 1.905 Dollar verloren. Wir erinnern an unsere Berichterstattungen der letzten Tage. Immer wieder gab es Anläufe im Goldpreis über die Marke von 1.900 Dollar, sogar deutlich stärker als heute – und immer wieder fiel der Goldpreis unter diese runde Marke. Gold ist seit Tagen nicht stabil und zeigt keinen nachhaltigen Aufwärtsmove. Hauptsächlich schuld ist der US-Dollar, der sich seit Montag im Aufwärtstrend befindet, und Gold auf dem Weg nach oben blockiert. Im Chart sehen wir seit Wochenanfang den Goldpreis in rot-grün gegen den Dollar-Index in blau.

Chart zeigt Goldpreis gegen US-Dollar im Kursverlauf

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