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UK-Inflation steigt stärker als erwartet + Warnung der Bank of England (VIDEO)

Nach jeder Menge Infos zur May-Rede möchten wir jetzt nochmal auf die aktuellsten Inflationsdaten von der Insel so der aktuellsten Rede von Notenbank-Chef Carney eingehen...

FMW-Redaktion

Heute scheint Großbritannien-Tag bei FMW zu sein. Nach jeder Menge Infos zur May-Rede möchten wir jetzt nochmal auf die aktuellsten Inflationsdaten von der Insel so der aktuellsten Rede von Notenbank-Chef Carney eingehen. Wie zu erwarten war, treibt das schwache Pfund die Inflation in UK zügig an. Nach der Jahresteuerung von +1,2% im November legt sie im Dezember gemäß heute veröffentlichter Daten um 1,6% zu, wobei +1,4% erwartet wurden.


Bank of England-Chef Mark Carney. Foto: WEF/Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Bank of England-Chef Mark Carney sprach gestern sozusagen ganz kurz vor der Veröffentlichung der heutigen Daten, die er nach eigenen Worten ganz genau beobachten wolle, an der „London School of Economics“. Es geht im Kern darum, wie lange die Notenbank den Leitzins noch bei extrem niedrigen 0,25% belassen kann, während die Preise langsam ein ernsthaftes Problem werden. Dabei würden laut Carney die Verbraucher völlig auf die Brexit-Ängste schauen. So eine Art „selbsterfüllende Prophezeiung“? Der Brexit verursacht schlimme Folgen, weil alle Angst vor den schlimmen Folgen hatten?

Laut Carney könnten die Konsumausgaben der Briten demnächst kräftig einbrechen aufgrund der höheren Inflation, verursacht durch das schwache Pfund. Dabei muss man bedenken, dass Großbritannien ähnlich wie die USA als Volkswirtschaft aus hohem Konsum ein Wachstum produzieren, und nicht aus Industrieproduktion wie Deutschland. UK werde laut Carney´s gestriger Aussagen nun in eine Periode steigenden Konsumentenpreise eintreten. Lustigerweise hat er hierfür die Aussage parat, dass die Notenbank mit ihrer Geldpolitik darauf mit entweder einer Zinssenkung oder Zinsanhebung reagieren könne.

Das meint er aber ernst. Eine Zinssenkung würde bedeuten, dass die Notenbank einfach eine „schöne“ Inflation in Kauf nehmen würde, um mit noch niedrigeren Zinsen die konjunkturelle Entwicklung zu stützen, so unsere Einschätzung. Das ursprüngliche Inflationsziel von 2% um der Deflation zu entfliehen, dürfte vielleicht schon im Februar oder März erreicht werden. Dann kann man als erste europäische Notenbank zumindest die ganze Sache mit den Anleiheaufkäufen etc sein lassen. Carney sagte auch es gäbe eine Obergrenze bis wohin man als Notenbank eine Inflation zulasse, die das Ziel von 2% übersteigt.

Das bedeutet im Klartext: Man wird Inflation zulassen, auch mehr als 2%, aber eben nicht ungezügelt. Vielleicht 2,5%, 3% oder 3,5%, und dann ist Schluss mit lustig? Denn wie gesagt, man weiß um die Kraft des schwachen Pfund für die steigende Inflation, will aber mit höheren Zinsen die Konjunktur nicht gerade jetzt abwürgen. Durch den Brexit würde UK sein Verhältnis zum freien Austausch von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Menschen neu definieren, so Carney. Das Ausmaß der Brexit-Effekte sei für die nächsten Jahre schwer abzuschätzen, aber (es folgt eine Standardfloskel von Notenbankern): Was immer geschehe, man werde die Geldpolitik so managen, dass das Inflationsziel von 2% in einer tragbaren Verhaltensweise erreicht werde. Dazu meinen wir: Die 2% sind doch eh in ein oder zwei Monaten erreicht!

Auch die heute veröffentlichten Einzelhandelspreise deuten darauf hin, dass das schwache Pfund seine Wirkung entfaltet. Im Dezember geht es auf Jahresbasis um 2,5% nach oben, nach 2,2% im November. Die Erzeugerpreise, die der Inflation vorauslaufen, liegen nach 2,4% jetzt bei +2,7% im Dezember. Hier die gestrige Rede von Mark Carney im Original (ab Minute 20 im Video). Die Leitlinie also, um es sinngemäß zusammenzufassen: Man drückt beide Augen zu für eine Inflation, wenn sie über 2% laufen sollte, aber nicht nach unbegrenzt. Der Leitzins muss im Sinne der Konjunktur so lange wie möglich unten bleiben?



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6 Kommentare

  1. Die Jahresteuerung legte in GB um 1,6% zu –
    in Deutschland um 1,7%.

    In Deutschland haben uns die Fakenewsmedien aber drauf dressiert, dass wir uns noch mehr wünschen sollen.

    1. Die wirkliche Jahresteuerung ist ja sowieso mindestens doppelt soviel. Das weiß jeder, sagt es aber nicht. Beispiele (nicht repräsentativ): Leberkäsbrötchen 1,20 auf 1,30; Kugel Eis 1,00 auf 1,10; mein Strom +10% mehr; Wasserabschlag + 8%, Pizza im Schnitt + 6%; Bahnfahrten +2,5%;….. usw. Wir führen Haushaltsbuch, aber das was unterm Strich steht ist natürlich nur gefühlt….ja ne, is klar.

      1. Ich könnte spontan auch noch was nennen, was das Leben verteuert und nicht oder zu leichtgewichtet in die Berechnung eingeht.
        z.Bsp: Erhöhung der Krankenkassenbeiträge. Auch Beiträge zur Lebensversicherung, bei gleichhoher Versicherungssumme. Wer kann sich (ohne Tradingerfolge an der Börse) als Mieter noch einen Wohnungswechsel leisten oder alternativ die inflationär gestiegenen Grundstückspreise?

        Da kommt dem britischen Verbraucher ja zugute, dass dort angbl. die Grundstückspreise eher sinken seit dem Brexit.

        1. Ich sage dazu nur, früher ein Kasten Bier knapp 20 Mark, heute fast 20 Euro.

      2. Bist aber nicht am jammern deswegen,oder?
        Das Hamsterrad sollte sich aber 2017 noch schneller drehen…

        1. Hab mir ein Beispiel an dir genommen. Bist ja anscheinend in den letzten Monaten auch guter Dinge geblieben.
          Obwohl einiges anders lief als von dir angenommen: herber Goldpreisrückgang – der jetzt aber wieder für dich läuft. Kein Einbruch der Aktienindizes – was aber noch kommen kann.

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