Folgen Sie uns

Allgemein

Ukraine: Putin verkündet Klage vor Gericht, Jazenjuk antwortet „we´re fully armed“

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Im Streit um die von Russland gehaltene ukrainische Anleihe im Wert von 3 Milliarden US-Dollar, die in 10 Tagen fällig wird, haben beide Seiten die Eskalationsstufe weiter raufgeschraubt. Dabei sind die 3 Milliarden eher nebensächlich – für beide Seiten geht es um Grundsätzliches. Wladimir Putin wies gestern seinen Finanzminister an die Ukraine bei Nichtzahlung zu verklagen. Ukraine-Premier Jazenjuk antwortete prompt in einem mehr als aggressiven Ton, denn seine Verhandlungsposition hat sich über Nacht verbessert…

Wladimir Putin will von der Ukraine sein Geld zurückhaben
Wladimir Putin will von der Ukraine die vereinbarten 3 Milliarden Dollar zurückhaben, oder sonst klagen – die Position der Ukraine hat sich aber verbessert. Foto: Kremlin.ru / Wikipedia (CC BY 4.0)

Dieses Drama, das sich um etwas viel Größeres als „nur“ 3 Milliarden Dollar dreht, eskaliert jetzt wieder ein Stück mehr. Der IWF hatte sich vorgestern als politischer Player (!) mit eingeschaltet und mal eben seine (strikten?) Regularien geändert. Fortan kann der IWF offiziell Staaten weiterhin Geld leihen, die gegenüber anderen Staaten ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Das ist keine Kleinigkeit. Egal ob man pro Ukraine oder pro Russland ist oder zwischen den Stühlen steht – dass der IWF sich so eindeutig politisch einspannen lässt für die Ukraine, ist mehr als überraschend. Denn betrachtet man die Griechenland-Krise, benimmt sich der IWF dort strikter als jeder Sachbearbeiter im Bauamt.

Nachdem russische Offizielle sofort nach der IWF-Verkündung empört reagiert hatten, setzte sich ihr Unmut gestern fort, da man ja in Moskau weiß, was das zu bedeuten hat. Auch wenn die Ukraine diese 3 Milliarden Dollar am 20. Dezember nicht zurückzahlt, und auch wenn sie dann offiziell mit dem Stempel „Staatspleite“ leben muss, kann sie trotzdem liquide bleiben, weil der IWF ja weiterhin seine Hilfskredite an die Ukraine ausschüttet. Das erhöht natürlich drastisch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Ukraine-Premier Jazenjuk seine ständigen Ankündigungen wahr macht und einfach nicht zahlt. Deshalb sagte Russlands Präsident Wladimir Putin gestern in einer Kabinettssitzung zu seinem Finanzminister Anton Siluanov „Ziehen Sie vor Gericht“. Soweit soll es kommen, wenn am 20. Dezember noch kein Geld geflossen ist. Wie wir gestern berichteten, muss Russland dann aufgrund der Anleihebedingungen vor einem ordentlichen britischen Gericht klagen. Premierminister Medwedjev sagte noch ergänzend er sehe fast keine Möglichkeit mehr, dass es eine gütliche Einigung mit der Ukraine geben wird. Finanzminister Siluanov legte gegenüber der „FT“ nach und brachte die Frage nach der Unbefangenheit des IWF auf, Zitat:

„We are concerned that changing this policy in the context of Ukraine’s politically charged restructuring may raise questions as to the impartiality of an institution that plays a critical role in addressing international financial stability.“

Das große Ganze

Und da kommen wir zu den im Hintergrund schlummernden tatsächlichen Problemen dieses Konflikts. Russland hatte bereits Ratenzahlung angeboten, 3 X 1 Milliarde Pro Jahr Zahlung, wenn der Westen dafür bürgt. Vor Kurzem hat der Kreml mitgeteilt, dass die Ukraine dieses Angebot abgelehnt hatte. Ukraine-Premier Jazenjuk lies jetzt verkünden Russland könne ja nach wie vor das Angebot eines Schuldenschnitts annehmen, dass die sonstigen Gläubiger (Verzicht auf 20% der Summe + Laufzeitverlängerung) angenommen hatten. Das wäre für Wladimir Putin aber ein enormer Gesichtsverlust gegenüber der Weltöffentlichkeit und der eigenen Bevölkerung, und das noch gegenüber einem Land, mit dem man derart verfeindet ist wie der Ukraine. Daher kann es zu einer weiteren Bewegung Russlands nicht kommen, da man sich nicht lächerlich machen kann/darf. Man wird also die Klage einreichen, da am 20. Dezember wohl nicht gezahlt wird.

Die Ukraine hatte ein anderes großes Anliegen. Seit Monaten wurde gerungen, wie die Liquidität für den Staat gesichert werden und wie die Gläubiger zufriedengestellt werden können. Das Problem löste man durch den erwähnten Schuldenschnitt, eben bis auf die von Russland gehaltene Anleihe. Das übergeordnete Problem ist aber, dass man auf dem internationalen Kapitalmarkt weiter als solvent angesehen werden will. Man wusste in Kiew, würde man Moskau´s Anleihen nicht bedienen, wäre man wahrscheinlich abgeschnitten von frischen Krediten und Anleiheemissionen. Aber genau dieses Problem wurde wie vorher beschrieben vorgestern durch den IWF gelöst. Von daher hat sich die Verhandlungsposition der Ukraine schlagartig verbessert. Das man schlicht und einfach eine Zahlungsverpflichtung ignoriert, ist eine ganz andere Sache. Es geht der Ukraine nicht um Moskau, sondern darum weiter vom Westen Geld erhalten zu können.

Die Position der Ukraine hat sich schlagartig verbessert

Kaum hat sich die Position der Ukraine schlagartig verbessert, kommen von Premierminister Jazenjuk extrem offensive Töne. In einer offiziellen Mitteilung lässt er verlautbaren Russland könne doch dem Schuldenschnitt zustimmen – eine andere Möglichkeit gebe es für Russland nicht (Erpressung?). Wolle Russland die Ukraine verklagen, „dann sei man für einen Rechtsstreit gewappnet, man sei voll bewaffnet“. Nicht gerade eine besonders diplomatische Ausdrucksweise, egal wie man zum Ukraine-Russland-Konflikt steht. Im offiziellen Statement der Ukraine weist man auch ohne Umschweife auf die neueste IWF-Entscheidung hin, und dass es für den IWF deshalb keinen Hinderungsgrund mehr gäbe weiter an die Ukraine zu zahlen. Auch damit schießt man gegen Moskau als indirekter Hinweis darauf, dass man jetzt nicht mehr zwingend an Russland zurückzahlen muss. Hier die offizielle Stellungnahme der ukrainischen Regierung von gestern Abend:


Arseniy Yatsenyuk: Russia won’t be offered other conditions of debt restructuring. They are on the table. If Russia decides to file a lawsuit we’re fully armed

According to a new policy of the IMF, if Russia continues to refuse restructuring of Ukraine’s debt, it won’t be an obstacle to the International Monetary Fund to prolong the cooperation program with Ukraine, announced Prime Minister of Ukraine Arseniy Yatsenyuk at a Government meeting on Wednesday, 9 December. Arseniy Yatsenyuk reminded that the International Monetary Fund had altered its policy regarding the relations of the IMF with other countries, including Ukraine: „Under this policy, in case Russia further refuses to restructure the debt on the same terms, other creditors have accepted, it won’t be an obstacle to the International Monetary Fund to continue the program of cooperation with Ukraine.

He stressed that Ukraine’s position „remains unchanged“: „We offered to all international creditors to hold restructuring. All responsible international bond-holders accepted the proposal of Ukraine. Our suggestion to others who have not accepted our restructuring plan remains on the table. Russia can’t and won’t be offered other conditions to the restructuring than other creditors. Therefore, if Russia is ready to accept the terms of the restructuring, please do. If Russia files a lawsuit against Ukraine, we are ready to have legal proceedings with Russia, we are fully armed,“ stressed Arseniy Yatsenyuk.


13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Gabriel Scheer

    10. Dezember 2015 15:07 at 15:07

    Es ist schon irgendwie bedenklich, wie die Russen ständig an der Nase durch die Straßen geführt werden. Fast immer haben Sie das nachsehen.
    Die Türkei war ein geschickter handlanger der Nato, es wurde lediglich vorgegaukelt das man an der SouthStream interressiert sei. Die Griechen haben statt des Austritts aus der EU und Hilfestellung der Russen auf anraten der Amerikaner darauf verzichtet. Jetzt müssen die Griechen bis auf das äusserste bluten. Die Nato Osterweiterungsvereinbarung wurde wissentlich übergangen, und und und.
    Also entweder sind die Russen so naiv, das es weh tun müsste oder Sie haben nur ein ausgeprägtes Kurzzeitgedächtnis. Ich verstehe es nicht!

    • Avatar

      joah

      10. Dezember 2015 15:45 at 15:45

      Man wird auch manchmal eines besseren belehrt, daß die Dinge nicht so sind, wie sie scheinen zu sein. Parallelen zu einem Illusionisten sind in diesem großen Spiel sicherlich nicht zu fern.

      • Avatar

        Thomas

        10. Dezember 2015 20:18 at 20:18

        @ Joah:
        Wie meinst du das denn?
        Sind die Russen nicht so dumm, werden sie etwa unterschätzt oder denkst du eher, dass es den Russen recht geschieht, dass sie so übers Ohr gehauen werden?

        Ich für meinen Teil halte es für eine Katastrophe!
        Es wird mit der Entscheidung mehr oder weniger belohnt, dass man gegen Russland ist. Irgendwann denkt vielleicht mal irirgend so ein Idiot, wenn ich was militärisch unternehme, werde ich noch mehr belohnt und irgendwann können auch die Russen nicht mehr zurückschrecken und dann kracht es. So was ähnliches geschah ja beim Abschuss des Bombers.

  2. Avatar

    Cheffe

    10. Dezember 2015 15:55 at 15:55

    Grundsätzlich ist das schon eine Frechheit gegenüber Russland. Allerdings war die Einverleibung der Krim durch Russland auch eine Frechheit. Im Prinzip wären dann jetzt eigentlich beide Seiten quitt.

    • Avatar

      Jana

      10. Dezember 2015 16:13 at 16:13

      Die gesamte Krim-Bevölkerung hat sich für diese Zugehörigkeit ausgesprochen. Kurz davor wurde die legitime Regierung in Kiew gestürzt. Also ist die Halbinsel Krim zurück nach Hause gekehrt. Das ist keine Frechheit, sondern ein logischer Schritt!

      • Avatar

        Christiana

        10. Dezember 2015 23:47 at 23:47

        Der IWF zwingt Griechenland mit unnachgiebigen Forderungen in die Knie, und die Ukraine???? die darf alles! Da muss Jazenjuk Schulden nicht zurückzahlen, darf sogar FORDERN(!!) ,dass die EU die Sanktionen gg Russland noch verschärft……….Wieso kuschen wir denn vor diesem “ Möchte-gern-Staat“?Herrlich war das Video anzusehen, in dem Obama den aufdringlich wartenden Poro einfach ignorierte!!

  3. Avatar

    Ehrlich

    10. Dezember 2015 17:20 at 17:20

    Herr Cheffe ,

    ich glaube Sie lesen noch zuviel Bild.Sonst könnte nicht so eine Antwort kommen.
    Auch die beiden Komiker von der Sendung “ die Anstalt “ haben bewiesen das der Chef das ZDF ist.Ein bisschen besser verpackt das der nicht ganz so versierte Bürger es nicht so mit bekommt.Denn das ZDF kann nicht über seine Lügenpropaganda springen aber die menschen mit dieser Sendung täuschen.Das war auch nicht die Erste von den Beiden.

  4. Avatar

    jfk

    10. Dezember 2015 17:38 at 17:38

    Ich frage mich, wieso der Erdgashahn noch offen ist für die Ukrofaschisten !?

    • Avatar

      Willi

      10. Dezember 2015 20:44 at 20:44

      Na weil vielleicht außer Faschisten dort Millionen normale Menschen leben, die mit nazis nichts am Hut haben…

  5. Avatar

    Kritix

    10. Dezember 2015 21:35 at 21:35

    Von Jatz wissen wir was er ist: Ein Bankster, der in die Politik „aufgestiegen“ ist bzw. wurde und gegen den derzeit wegen massiven Korruptionsverdachts ermittelt wird. Seine „Fuck Russia“-Politik entspricht Kleinhänschens Stinkefinger und Drohung mit dem großen Bruder. Der eigentliche Skandal ist die kriminelle Positionierung des IWF: Hier wird überdeutlich, wie sehr das Finanzgebaren des IWF von den Kreisen der Hochfinanz und (Neocon-)Politik beeinflusst wird (und übrigens immer wurde). Man lässt sich immer offener gehen und schert sich je nach Opportunität nicht mehr um Regeln. Wo ist der Aufschrei der Banken? Ach so, gleiches Gängelband, da wird nichts kommen (wäre doch was für Weidmann??). Putin sollte gleich den IWF mitverklagen – und konsequent den Gashahn rechts herum drehen bis zum Anschlag. Den Gefallen eines Waffenganges wird er den interessierten Kreisen aber nicht tun. Dafür ist er zu klug. Die Vorbereitung einer Alternative zum abgewirtschafteten Dollar-System laufen bereits. Alles in allem (incl. Syrien und Irak) brennt trotzdem die Lunte. Wer kann sie austreten? Merkel/Steinmeier sicher nicht, sie treten chronisch daneben…

    • Avatar

      Frau Holle

      13. Dezember 2015 22:14 at 22:14

      Ferkel und Schweinmeier treten chronisch daneben,……ist das Vowurf, Feststellung oder Lob???

      Fürs danebentreten bzw reintreten werden die beiden schlieeslich bezahlt

      siehe FERKEL will Sturz Assads

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

weiterlesen

Allgemein

Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

weiterlesen

Allgemein

Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage