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Und die Zinswende gibt es doch: Erste Zinsanhebung heute in Europa, wo man es leicht übersehen kann!

Bevor Sie sagen „ach da, das ist nicht so wichtig“, lesen Sie bitte weiter. Denn auch diese Zinsentscheidung ist wichtig, denn sie zeigt starke Steigerungen bei Konjunktur und Preisen, die auch auf uns abfärben! Nein, wir reden nicht…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Bevor Sie sagen „ach da, das ist nicht so wichtig“, lesen Sie bitte weiter. Denn auch diese Zinsentscheidung ist wichtig, denn sie zeigt starke Steigerungen bei Konjunktur und Preisen, die auch auf uns abfärben! Nein, wir reden nicht von der Bank of England, die gerade heute Mittag ihre Zinsen unverändert belassen hat. Die Schweizer sind meilenweit von der Zinswende entfernt, und die EZB hat heute gerade erst gedämpfte Inflationserwartungen präsentiert.

Die starken Preissteigerungen und vor allem Lohnsteigerungen geschehen derzeit in Osteuropa. So hat sich heute die tschechische Notenbank dazu entschlossen ihre Leitzinsen anzuheben von 0,05% auf 0,25% in der zweiwöchigen Repo-Rate. Dazu steigt der Lombardsatz um 0,25% auf 0,50%. Das ist die erste Zinsanhebung in Tschechien seit neun Jahren! Und in Europa sind die Tschechen somit die ersten, die die Zinswende einläuten – wer hätte das gedacht.

Aber wenn man darüber nachdenkt, ist das nicht überraschend. In Sachen Wirtschaftswachstum und Löhne holen einige osteuropäische EU-Mitglieder in den letzten Jahren und vor allem in jüngster Zeit massiv auf! Das ist sehr positiv zu sehen, wenn sich die Lebensverhältnisse innerhalb der EU angleichen – dann gibt es nach und nach eine Art Wettbewerbsgleichheit der Standorte, was die Lohnkosten angeht.

Hier drei interessante Zitate der tschechischen Notenbank von heute:

The growth of the Czech economy will accelerate visibly above 3% this year. It will stay slightly above this level in the following two years. Growth in domestic economic activity will be driven by robust growth in household consumption. This will continue to reflect optimism of consumers in an environment of ongoing employment growth, accelerating wages and low interest rates.

According to the new forecast, domestic inflation will stay in the upper half of the tolerance band around the 2% target this year.

Inflation pressures are currently peaking, reflecting accelerating growth in wages and economic activity.

Also, Osteuropa übt indirekt Druck auf die Eurozone aus mit starkem Wirtschaftswachstum, kräftig steigenden Löhnen und auch höheren Preisen, die über Lieferketten auch in Westeuropa aufschlagen. In Prag war man heute der erste mit seiner Zinsanhebung!


Wie aus diesem Chart gut erkennbar ist, liegt die Inflation in Tschechien derzeit in der oberen Hälfte des eigenen Erwartungs-Korridors.


Zinserwartung der tschechischen Notenbank.

Tschechische Krone

Seit 2013 hatte die tschechische Notenbank den Kurs der Krone durch Deviseninterventionen an den Euro gekoppelt (27 Kronen für einen Euro), genau wie es die Schweizer bis Anfang 2015 mit dem Franken gemacht hatten. Im April 2017 hatten die Tschechen dann die Bindung aufgehoben. Vier Jahre lang hatte man vorher Kronen gedruckt im Volumen von 47,8 Milliarden Euro, und damit dann Euros gekauft um die Krone schwach zu halten. Im April war dann Schluss.

Die brutale Aufwertung der eigenen Währung blieb anders als in der Schweiz im Jahr 2015 aus. Wie der Chart (seit Dezember 2016) von Euro gegen die tschechische Krone zeigt, hing der Kurs bis Ende März am Cap von 27 fest. Ab Anfang April ging es dann gemächlich runter von 27 auf 26,10 gestern (EURCZK). Also gab es eine kleine Aufwertung der Krone. Heute nun nach der Zinsanhebung wertet sie etwas weiter auf.

Der folgende Chart zeigt Euro gegen Krone seit 27. Juli. Heute ging es runter von 26,10 auf 25,88, jetzt liegt der Kurs wieder bei 26.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Dreistein

    4. August 2017 09:10 at 09:10

    Hier möchte ich mal wiedersprechen. Zitat Aber wenn man darüber nachdenkt, ist das nicht überraschend. In Sachen Wirtschaftswachstum und Löhne holen einige osteuropäische EU-Mitglieder in den letzten Jahren und vor allem in jüngster Zeit massiv auf! Das ist sehr positiv zu sehen, wenn sich die Lebensverhältnisse innerhalb der EU angleichen – dann gibt es nach und nach eine Art Wettbewerbsgleichheit der Standorte, was die Lohnkosten angeht.
    Diese Angleichung der Löhne geht auf Kosten der deutschen Löhne und eine zunehmende Verarmung der Deutschen. Vor der EU oder sagen wir mal vor dem Euro hat der Deutsche seine
    Handwerkskunst teuer verkauft und sie wurde sogar bezahlt. Die Löhne in D waren gut und die Renten sogar auch. Komischerweise fanden unsere teuren Produkte auch Weltweit Abnehmer, und wurden sogar bezahlt.
    Die Binnenkonjunktur war auch Ok, der Deutsche konnte sich was leisten und die Steuereinnahmen waren auch nicht schlecht so das sogar die Straßen befahrbar waren und man nicht gleich Angst haben brauchte über eine Marode Brücke zufahren. Die Kitas und Schulen waren im normalen Zustand. Mit dem Euro kam das Ausbluten Deutschlands. Die Milliarden Zahlungen an die EU, der
    Deutsche hat seit 1999 keine Reale Lohnerhöhung gehabt wo sich der Rest der EU-Bürger einen kräftigen Schluck aus der Pulle genommen haben, damit sind dann so langsam aber sicher die Lohnangleichungen gekommen. Der Osten wird zurzeit mit Geld aus der EU überflutet, ich glaube Polen zieht am meisten raus? Von was lebt die EU eigentlich? Kann es sein von Deutschland?
    Könnte es möglich sein das wir über die Target 2 Salden ganz groß beschi…. werden.
    Könnte es sein das sich die Länder über die null Zinsen Politik der EZB über die Spareinlagen ( nicht nur der Deutschen aber hauptsächlich) der Deutschen sanieren? Wo liegt eigentlich der Vorteil der Deutschen in der EU?
    Das wir Waren in die EU verkaufen die wir nicht einmal bezahlt bekommen? Das die Grenzen offen sind, die der “normale Deutsche“ einmal im Jahr mit dem Flugzeug verlässt und nicht kontrolliert wird? Von dem Rest möchte ich gar nicht mehr sprechen sowie Bankenrettung, Rettungsschirme, Griechenlandrettung, Verträge die nur noch Schall und Rauch sind, so dass der Euro nur noch als Falschgeld angesehen werden kann. Daran kann ich nichts Positives sehen.
    PS. Als Gemeinschaft hat die EU noch nie existiert, mit Geld können die auch nicht umgehen, Schnuller Ketten- Verordnung, Bananenkrümmung, Gurkenkrümmung, und ein Selbstschuss ins Knie durch die USA gegen Russland. Annexion der Krim, war da nicht etwas mit der Nato und Jugoslawien?

    • Avatar

      michaela novak

      25. August 2017 14:17 at 14:17

      Diese Angleichung der Loehne geht auf kosten der deutschen Loehne … JA, aber anders, als der Dreistein schreibt … OHNE jegliche propaganda, sieht es so aus, dass die sogenante Revolution im osten Oeuropas gegen 1989 die einzige Chance fuer der Westen war um die damalige Lebensqualitaet weiter zu fuehren, diesmal auf die kosten osten Europas. Liquidation der Industrie, Landwirtschaft, privatisierung und liquidation waffen – textil- lebensmittel etc etc Branchen im Osten, um die Produktion teuer ( teuerer als im west Europa) im ost Europa zu verkaufen. Dazu die Loehne dort niedrig zu halten um deren Produktion billig einkaufen zu koennen ( zB VW zulieferer) um den final Produkt teuer ( mit marge wie aus D ) weiter verkaufen. Dafuer hat den Osten marken Produkte ( Danone, Nestle etc) mit viel schlechtere Qualitaet nun viel teuerer als in Westeuropa in deren Supermarkten bekommen ( mit der Begruendung – es sei regionale geschmack Unterschiede … vieleicht auch in eigener Portmonie????)
      Bitte machen Sie die Augen auf!!!! Das Spiel ist mit allen von uns gespielt! Und der Sinn der Uebung ist JEDEN gegen den ANDEREN zu stellen!!! Mit allen Mitteln!!! Weil es gilt immer noch … Wen sich zwei schlagen/streiten, der dritte lacht! Und lacht auf unsere Kosten!!!

  2. Avatar

    Beobachter

    25. August 2017 15:31 at 15:31

    @ Dreistei u. Novak,alles richtig gesehen, leider wollen die Politiker dem Volk immer noch weismachen
    DEUTSHLAND SEI EIN REICHES LAND INKL.HARTZ 4,
    LEIHARBEITERN U.KOMMENDER ALTERSARMUT ? ?

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Ernst Wolff über das globale Finanzsystem – Geld und Demokratie

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Spätestens die Wirtschaftskrise 2007/2008 ließ an der Seriosität des globalen Finanzsystems zweifeln. Wer seine Zweifel allerdings durch Sachkenntnis untermauern möchte, bekommt schnell ein Problem: Er trifft auf ein Dickicht aus komplizierten und oft widersprüchlichen Informationen, die noch dazu in einer für Laien unverständlichen Fachsprache gehalten sind. Kein Wunder also, dass der Versuch, das Finanzsystem zu verstehen, häufig schon in der Anfangsphase scheitert. Genau hier setzt Ernst Wolff an. Im Folgenden ein Ausschnitt auf der Einleitung meines neuen Buches (hier zu kaufen).

Die zwei großen Fehleinschätzungen unserer Zeit

Es gibt in unserer Gesellschaft zwei Ansichten, die von der überwiegenden Mehrheit der Menschen geteilt und von fast niemandem angezweifelt werden. Sie betreffen zum einen die politischen Strukturen, unter denen wir leben, und zum anderen die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Realität, auf der diese politischen Strukturen basieren. Zusammen bilden beide so etwas wie eine von der breiten Allgemeinheit stillschweigend akzeptierte Übereinkunft. Ansicht Nr. 1 lautet: Bei uns regiert das Volk. Ansicht Nr. 2 lautet: Das Finanzsystem ist nur ein Teilbereich unserer Gesellschaft, den man nicht unbedingt verstehen muss.

Geht man diesen Ansichten auf den Grund, dann stellt man allerdings fest, dass sie nicht etwa auf intellektueller Einsicht oder auf Erfahrungswerten basieren, sondern den Menschen zunächst von Elternhaus, Schulen, Ausbildungsbetrieben und Universitäten mit auf den Weg gegeben und später ein Leben lang von Medien, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eingetrichtert werden – mit dem Ergebnis, dass ihr Wahrheitsgehalt kaum jemals in Frage gestellt wird.

Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass sich hinter diesen Ansichten ganz handfeste Interessen verbergen, deren Durchsetzung nur einem kleinen Teil der Bevölkerung nützt. Im Grunde handelt es sich also um zwei vorsätzlich herbeigeführte Fehleinschätzungen, die weitreichende Konsequenzen haben. Sie tragen nämlich entscheidend dazu bei, die bestehende Ordnung und ihre Machtstrukturen zu festigen und verhindern so, dass die Menschen diese Strukturen durchschauen – mit der Folge, dass sie dadurch unfähig werden, an den bestehenden Verhältnissen etwas zu ändern.

Sehen wir uns beide Fehleinschätzungen deshalb etwas genauer an:

Fehleinschätzung Nr. 1: „Bei uns regiert das Volk“. In einem Obergeschoss des Berliner Hauptbahnhofs hängt ein Schild mit der Aufschrift „400 Meter von hier regiert das Volk“. Der Hinweis gilt dem südlich vom Bahnhof gelegenen Reichstagsgebäude, Sitz des deutschen Parlaments, und soll dem Betrachter ganz offensichtlich eine uns allen bekannte Botschaft vermitteln:

Wir leben in einem Gesellschaftssystem, in dem wir als Volk das Sagen haben. Und da das Volk zu groß ist, um als Ganzes regieren zu können, übergeben wir diese Aufgabe an sogenannte Volksvertreter. Die bestimmen wir, indem wir sie alle vier Jahre wählen. Sollten sie nicht so handeln, wie wir das von ihnen erwarten, dann können wir sie nach dem Ablauf ihrer Amtszeit wieder abwählen und durch andere ersetzen.

Diese Grundsätze der parlamentarischen Demokratie werden uns von Kindesbeinen an mit auf den Weg gegeben und im Verlaufe unseres Lebens durch eine Reihe weiterer Informationen ergänzt und untermauert. So erfahren wir unter anderem: Unsere Wahlen sind frei, gleich, geheim, allgemein und unmittelbar und werden auf der Grundlage einer Verfassung abgehalten, die unsere Würde für unantastbar erklärt und uns körperliche Unversehrtheit garantiert. Wir sind vor dem Gesetz alle gleich und haben das Recht, unsere
Meinung zu äußern und uns mit anderen zum Zwecke gemeinsamer Meinungsäußerung zu versammeln.

Die Formulierungen erwecken in uns den Eindruck, dass es sich bei der parlamentarischen Demokratie um ein zu unser aller Gunsten entwickeltes System handelt, das den Einzelnen schützt, dem Gemeinwohl dient und dessen oberstes Ziel darin besteht, den Willen
der Mehrheit der Bevölkerung in die Tat umzusetzen. Doch ist das tatsächlich so? Wollen wir alle, dass immer weniger Menschen immer größere Vermögen anhäufen, während der Lebensstandard der Masse bestenfalls stagniert, in vielen Fällen sogar sinkt? Dass der Niedriglohnsektor explodiert, dass Arbeits- und Obdachlosigkeit um sich greifen? Dass von Jahr zu Jahr mehr Geld für Rüstung und den Ausbau von Sicherheitsapparaten ausgegeben wird, während am Bildungs- und Gesundheitswesen immer drastischer gespart wird? Sind wir dafür, dass die Umwelt zunehmend zerstört wird? Dass in unserem Namen Kriegseinsätze unterstützt werden? Dass Persönlichkeitsrechte abgebaut und wir alle immer stärker überwacht werden?

Wendet man sich direkt an die Menschen und fragt sie, was sie von dieser Entwicklung halten, dann fällt die Antwort eindeutig aus: Die meisten sind damit nicht einverstanden, viele lehnen sie sogar rundheraus ab. Wie aber kann das sein? Wie kommt es, dass zwischen dem, was die Menschen wollen, und dem, was in ihrem Namen und auf Grund ihrer offensichtlich frei getroffenen Wahlentscheidung umgesetzt wird, ein solch krasses Missverhältnis besteht – in einer Gesellschaft, deren Verfassung doch besagt, dass alle Macht vom Volk ausgeht?

Wir lassen uns täuschen

Die Antwort auf diese Frage lautet: Wir lassen uns täuschen. Wir akzeptieren die wohlklingenden Formulierungen unserer Verfassung, die auf dem Gleichheitsgrundsatz basieren, und schließen daraus, dass wir alle nicht nur gleiche Rechte genießen und gleich behandelt werden, sondern dass wir alle gleich sind. Das aber stimmt nicht. In einer vom Geld beherrschten Gesellschaft wie der unseren können die Menschen auf Grund ihrer Vermögensverhältnisse gar nicht gleich sein. Wer über viel Geld und großen Besitz verfügt, ist nämlich nicht nur wohlhabender, sondern kann sich auf Grund seiner wirtschaftlichen Überlegenheit über diejenigen, die weniger besitzen, erheben, sie von sich abhängig machen und sie im Extremfall sogar vollends beherrschen. Die Vermögensverhältnisse entscheiden also nicht nur darüber, wer reich und wer arm ist, sondern vor allem darüber, wer in welchem Ausmaß Macht ausüben kann und welche gesellschaftlichen Hierarchien sich im Lauf der Zeit bilden.

Diese Aufspaltung der Gesellschaft hat schon lange vor der Einführung des Parlamentarismus und sogar schon lange vor der Einführung des Geldes begonnen. Ihre Anfänge gehen auf die Tauschwirtschaft zurück. Sie ist die Grundlage, auf der sich ein Zustand entwickeln konnte, der die gesamte bisherige Geschichte der Menschheit prägt: die soziale Ungleichheit. Sie hat es den Menschen, die mehr Besitz angehäuft und damit mehr Macht erlangt haben als andere, ermöglicht, Strukturen zu schaffen, die ihren privilegierten Status festigen, die sie einmal erworbene Privilegien auf Dauer beibehalten und diese sogar auf nachfolgende Generationen übertragen lassen.

Im ausgehenden Mittelalter sind die Besitzer großer Vermögen noch einen Schritt weiter gegangen und haben sich das Geldsystem und damit den Blutkreislauf der Gesellschaft unterworfen, indem sie Banken gegründet und sich so das Recht der Geldschöpfung angeeignet haben. Später, nach der Gründung der Nationalstaaten, haben die von ihnen beherrschten Banken sich dieses Recht auf der Grundlage nationaler Währungen mit den Zentralbanken geteilt und damit als „Finanzwesen“ einen ganz eigenen Wirtschaftszweig geschaffen, der mit der Zeit immer einflussreicher wurde. Da dem Rest der Bevölkerung nicht entging, dass auf diese Weise einige Wenige zusehends reicher und mächtiger wurden, hat sich immer stärkerer Widerstand gegen diese Entwicklung gebildet. Als mit der Industrialisierung dann Schulen eingeführt, der Analphabetismus nach und nach überwunden und das allgemeine Bildungsniveau immer weiter angehoben wurde, nahm dieser Widerstand für die Privilegierten zunehmend bedrohlichere Formen an, sodass sie sich gezwungen sahen, Zugeständnisse zu machen.

Ein historisches Zugeständnis

Das historisch wichtigste Zugeständnis – und die zugleich geschickteste Täuschung der Öffentlichkeit – war die Einführung des Parlamentarismus. Indem die Gleichheit der Menschen in einer von Ungleichheit geprägten Welt zum Verfassungsgrundsatz erhoben wurde, entstand mit der parlamentarischen Demokratie eine Fassade, hinter der sich die tatsächlichen Machtstrukturen nicht nur hervorragend verbergen, sondern ungehindert weiter ausbauen ließen. Das Prinzip dieser Täuschung ist im Grunde recht einfach: Man unterschlägt einen fundamental bedeutsamen Mechanismus, der die gesellschaftliche Realität seit Jahrhunderten prägt, und übertüncht ihn mit hochtrabenden Worten. So gibt es bis heute weltweit keine einzige parlamentarische Demokratie, in deren Verfassung die Bedeutung des Geldes für die Entstehung von Machtstrukturen erwähnt oder in der das Prinzip der Geldschöpfung auch nur angesprochen wird. Dafür aber wird in den meisten Verfassungen, verbrämt mit blumigen Formulierungen über die soziale Verpflichtung von Eigentum, der Schutz desselben garantiert – und zwar ohne jede Begrenzung nach oben.

Auf diese Weise ist eine Herrschaftsform entstanden, die sich vordergründig auf den Willen der Mehrheit des Volkes stützt, die aber tatsächlich einer Minderheit nützt und die es darüber hinaus geschafft hat, die soziale Ungleichheit in krassem Widerspruch zum offiziell beteuerten Gleichheitsgrundsatz zu einem akzeptierten und gesetzlich geschützten Dauerzustand werden zu lassen.

Ernst Wolff über das Finanzsystem und die Politik
Der Buchautor Ernst Wolff

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Das sind die Informationsquellen der Profis – Werbung

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Lieber Börsianer,

gelegentlich werde ich als Börsenanalyst oder Vermögensberater gefragt, woher ich meine Informationen beziehe? Oder anders gefragt: Wie recherchiert ein Profi eine Aktie? Zunächst möchte ich mein Berufsbild etwas entmystifizieren. Auch Profis kochen nur mit Wasser und stützen ihre Entscheidungen wesentlich auf öffentlich zugängliche Informationen. Am Anfang steht also immer die Lektüre des Geschäftsberichts und die harte Analyse der Geschäftszahlen.

Dann beginnt die Arbeit des Analysten erst richtig. Aktienanalyse ist People´s Business. Zu Deutsch: Wir müssen mit den handelnden und verantwortlichen Personen des Unternehmens in Kontakt kommen. Als Vermögensverwalter lässt man durchblicken, dass man umfassende Investitionen im Unternehmen beabsichtigt. Damit haben Sie schon einmal das Ohr Ihres Gesprächspartners.

Zunächst werden Sie abgespeist mit professionellem Werbeversprechen. Etwa so: Wir setzen voll auf die Elektro-Mobilität und expandieren derzeit proaktiv im chinesischen Wachstumsmarkt.

Das ist eine absolute Null-Information. Als Analyst haken Sie jetzt konkret nach. Zum Beispiel: Mit welchen Produkten geht das Unternehmen nach China? Wer sind die Konkurrenten? Was ist der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens? Warum soll der Kunde ausgerechnet ihre Zylinderdichtung (beispielhaft) kaufen? Wie funktioniert der Vertrieb?

Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Ihr Gesprächspartner bleibt hartnäckig im Ungefähren. Dann sind die Expansionspläne wohl noch nicht weit gediehen. Die Aktie ist also eher kein Kauf. Oder aber: Ihr Gegenüber packt…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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US-Wahl egal für die US-Märkte? Experte Andre Stagge mit ausführlicher Erklärung

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Ande Stagge über die aktuelle Lage im S&P 500 und zur US-Wahl

Ist der Ausgang der US-Wahl letztlich egal für die US-Aktienmärkte? Das denken manche Beobachter. Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht dieses Thema im folgenden aktuellen Video im Detail. Ausführlich geht er auf die einzelnen Standpunkte von Joe Biden und Donald Trump ein. Zum Beispiel seien die Steuerideen von Joe Biden eindeutig schlecht für die Wirtschaft. Natürlich muss man fair sein und erwähnen, dass die US-Unternehmen durch die große Steuersenkung von Donald Trump im Jahr 2017 massiv profitiert hatten. Andre Stagge glaubt an einen Wahlsieg von Joe Biden, und dass dies letztlich nicht gut für die Märkte wäre – auch wegen der Idee von Joe Biden den Mindestlohn in den USA drastisch anzuheben. Wichtig werde auch die Phase direkt nach der Wahl, und ob Donald Trump bei einer möglichen knappen Wahlniederlage Probleme machen wird.



Ist die US Wahl egal by Andre_Stagge on TradingView.com

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