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Warum die Uniper-Aktie heute noch weiter abstürzt

Warum die Uniper-Aktie erneut so deutlich fällt? Der Hauptaktionär will nicht noch mehr Geld geben. Es bleibt nur der deutsche Steuerzahler.

Fallender Pfeil

Warum die Uniper-Aktie heute weiter in den Keller rauscht mit minus 11,1 Prozent? Bereits in den letzten Tagen hatte die Aktie dramatisch an Wert verloren. Zum Jahresanfang noch bei 42 Euro, und im Mai noch bei 25 Euro, sehen wir heute Kurse unter 10 Euro. Tytti Tuppurainen, Ministerin für Europa und Corporate Governance in Finnland (auch für Staatsbeteiligungen zuständig), sagte gestern Abend sie könne sich nicht für die Idee erwärmen, dass das finnische Energieunternehmen Fortum mehr Kapital zur Unterstützung seiner deutschen Tochtergesellschaft Uniper bereitstellen sollte. Zur Erläuterung: Der finnische Staat hält gut die Hälfe an Fortum, und dieses Unternehmen wiederum ist mit 78 Prozent Anteil Haupteigentümer von Uniper, Deutschlands größten Gas-Importeur.

Am letzten Freitag hatte Uniper offiziell beim deutschen Staat Hilfsgelder beantragt. Diese könnten als Mischung aus Krediten und Eigenkapitalbeteiligung fließen. Es könnte eine richtig große Milliardensumme sein. Denn Uniper kauft Gas derzeit am Weltmarkt deutlich teurer ein, als man es an seine Kunden weitergeben kann. Der Bund will den Zusammenbruch der deutschen Gasversorgung unter allen Umständen verhindern – von daher darf man davon ausgehen, dass die Milliarden bald fließen werden. Eine Einigung mit der Bundesregierung gibt es aber noch nicht – sie könnte aber schon in Kürze verkündet werden.

Fortum hatte Uniper bereits gut vier Milliarden Euro in liquiden Mitteln und vier Milliarden Euro in Form von Garantien gewährt. Aber nun ist Schluss. Aus Finnland gibt es keine weiteren Hilfen, obwohl Fortum mit 78 Prozent Anteil an Uniper nun wirklich der de facto Bestimmer des Unternehmens ist. Für alle weiteren Hilfen verlässt man sich nun auf den deutschen Steuerzahler, der blechen wird – denn Uniper ist eindeutig „too big to fail“ – also zu wichtig um pleite gehen zu dürfen – so wie die Deutsche Bank im Finanzwesen.

Wo die Finnen sich verweigern, kann dies nur eines bedeuten: Der deutsche Staat wird sich wohl um so stärker engagieren müssen als ohnehin schon gedacht. Durch eine womöglich milliardenschwere Kapitalerhöhung (Einzahlung von Eigenkapital) erleben die Altaktionäre von Uniper womöglich eine dramatische Verwässerung ihrer Anteile. Sie würden nach dieser wohl anstehenden Kapitalerhöhung zwar noch genau so viele Aktien am Unternehmen besitzen – aber diese Aktien würden einen prozentual deutlich geringeren Anteil am Unternehmen repräsentieren, weil der deutsche Staat die neu auszugebenden Aktien erhält.

Uniper-Aktie im Kursverlauf seit Februar im Vergleich zum Gaspreis
Chart vergleicht seit Februar den Kursverlauf der Uniper-Aktie (rot-grün) zum Dutch TTF-Gaspreis.



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