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US-Arbeitsmarktdaten: worauf es ankommt!

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Konsenserwartung für die neu geschaffenen Stellen liegt bei 190.000, nachdem im Januar die Daten mit lediglich 151.000 neuen Stellen doch arg enttäuscht hatten. Die Unsicherheit aber, wie die heutigen Daten ausfallen werden, ist durch die gestrigen ISM-Daten gestiegen, bei denen die Komponente Beschäftigung enttäuscht hatte. Ein ähnliches Bild beim gestrigen Markit PMI Service, während der ADP-Arbeitsmarktbericht vom Mittwoch sowie Daten zu den Ausgaben und Einkommen der Amerikaner im Januar sehr robust ausgefallen waren.

Im Januar waren die Stundenlöhne überraschenderweise um deutliche 0,5% gestiegen – ein klares Zeichen für anziehende Inflation. Für Februar wird ein Anstieg von nur 0,2% erwartet, da die Daten aus dem Januar durch kalendarische Effekte verzerrt gewesen sein könnten. Klar aber ist, dass sowohl die neuen Stellen als auch die Anstiege der Löhne praktisch aussschließlich dem Dienstleistungssektor zu verdanken sein werden, nachdem das produzierende Gewerbe in den USA mehr als deutliche Bremsspuren aufweist. Im Januar waren die Daten aus dem produziernden Sektor nur dehalb nicht eingebrochen, weil der milde Januar viele Jobs im Bausektor möglich gemacht hatte – ein Effekt, der sich im deutlich kühleren Februar in den USA nicht wiederholen dürfte.

Seit September 2014 sind in den USA im Bereich „Mining“, den man als auf Rohstoffe basierten produzierenden Sektor beschreiben kann, 146.000 Stellen weggefallen. Und diser Trend dürfte sich fortsetzen, nachdem die Zahl der aktiven Öl-Bohrlöcher in den USA in den letzten Wochen signifikant gesunken ist und im Januar der US-Ölzulieferkonzern Halliburton die Streichung von weiteren 5000 Stellen angekündigt hatte.

Wenn also die Zahlen heute positiv überraschen sollten, dann wohl nur deshalb, weil der Bereich Dienstleistungen sowie „education jobs“ wieder zulegen könnten. Im Januar war diese Zahl an „education jobs“ stark eingebrochen mit einem Rückgang von 39.000 Jobs.

Viele Analysten sprechen bereits von „Vollbeschäftigung“ in den USA – die Arbeitslosenquote, die anders als die Zahl neu geschaffener Stellen durch eine Telefonumfrage ermittelt wird, dürfte bei 4,9% bleiben. Aber weniger als zwei Drittel der arbeitsfähigen Amerikaner suchen überhaupt noch einen Job, die participation rate liegt unter 63% und damit auf Niveaus aus Zeiten der Ölkrise in den 70er-Jahren. Hier von Vollbeschäftigung zu sprechen ist eher Hohn.

Zu beachten ist generell, dass die non-farm payrolls durch „seasonal adjustments“ extrem verzerrt sind, Paradebeispiel dafür ist das „Birth-Death-Model“, das die Enstehung neuer Firmen annimmt, für die es keine solide statistische Grundlage gibt. Aus der Zahl dieser fiktiv angenommenen neu entstandenen Firmen wird dann ebenso fiktiv angenommen, wieviele Stellen diese neue Firmen geschaffen haben dürften. Das ist mehr Hokuspokus als Volkswirtschaft!

Wie auch immer: jenseits der Zahl der angeblich neu geschaffenen Stellen werden die Märkte heute auf die US-Stundelöhne achten. Sollten diese wieder Erwarten höher als 0,2% liegen, dürfte die Fed nachdenklich werden. Denn seit November zeigt sich ein Trend zu steigenden Löhnen vor allem im Dienstleistungsektor, auf den die Fed früher oder später reagieren muß.

Die Märkte haben eine Zinsanhebung im März fast komplett ausgepreist, rechnen jedoch im Juni mit diesem Schritt. Für die Aktienmärkte am besten wäre das Eintreten der Konsensprognose oder leicht darüber, jedoch nicht zu stark bei den neuen Stellen und den Stundenlöhnen. Es dürfte turbulent werden heute um 14.30Uhr – wie die Daten ausfallen, wie immer live hier bei FMW..

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