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Devisen

US-Dollar vs Euro – der Vorsprung schmilzt

Hannes Zipfel

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am

Mit dem gestrigen Eingeständnis des US-Notenbankchefs Jerome Powell, dass es sehr wahrscheinlich doch zu einer Zinssenkungsserie und einer erneuten Bilanzaufblähung kommen wird, bauen sich die Vorteile für den US-Dollar gegenüber Euro weiter ab.

US-Dollar vs. Euro – Bärenstärke sieht anders aus

In Anbetracht der zuletzt schlechten Daten aus der Eurozone und dem dramatischen Showdown im Brexit-Drama hätte man auch einen kräftigeren Rückgang des Euro gegenüber US-Dollar erwarten können. Stattdessen hält sich die Gemeinschaftswährung in Schlagdistanz zur 1,10er Marke. Im Vergleich zu früheren Wechselkursrückgängen erleben wir eher ein sanftes Abtröpfeln der Euro-Notierungen in einem engen Abwärtstrendkanal. Dies könnte ein erstes Anzeichen für einen perspektivischen Trendausbruch des Euro nach oben sein.

Euro vs US-Dollar seit 2015

Atypisches Muster bei der Zinsdifferenz

Wie bereits mehrfach erwähnt, spielt der Zinsunterschied eine entscheidende Rolle bei der Wechselkursentwicklung. Durch die Dominanz des globalen Forex-Marktes bestimmen im Wesentlichen die von Zinsdifferenzen getriebenen Carry-Trades, wohin die Reise bei den einzelnen Währungen geht. Schaut man sich das längerfristige Bild an, dann ist die derzeitige Situation in Bezug auf eine höhere Verzinsung des US-Dollars gegenüber dem Euro eine Ausnahme, wie man an der Entwicklung des Kapitalmarktzinsen deutlich erkennen kann. Dies gilt sogar im Vergleich zu den am niedrigsten verzinsten europäischen Staatsanleihen – den Bundesanleihen.

Rendite Vergleich USA Deutschland

Es ist in Anbetracht der zyklischen Phasenverschiebung der jeweiligen Konjunkturverläufe in den USA und Euroland in Folge des amerikanischen Steuerstimulus durchaus denkbar, dass sich der noch vorhandene Zinsvorsprung der USA im Zuge der konjunkturellen Angleichung erneut umkehrt. Eine Bereits eine sehr wahrscheinliche Egalisierung der Zinsen diesseits und jenseits des Atlantiks hätte entsprechenden Auswirkungen auf den Wechselkurs Euro vs. US-Dollar.

Dollar büßt an Attraktivität ein

Im Vergleich zur letzten Analyse vom 27. September hat sich die Gesamtsituation schon etwas in Richtung Euro gedreht. Wobei man korrekterweise von einem zunehmenden Wegfall der Vorteile des US-Dollars sprechen muss. Schaut man sich die Terminmarkt-Positionierungen für den Dollar gegenüber den sechs wichtigsten Handelspartnerwährungen an (US-Dollar Index), dann haben sich dort extreme spekulative Long-Positionen pro Dollar aufgebaut – eine klassische Kontraindikation. Der Euro ist mit 57,6 Prozent am stärksten in diesem Index gewichtet.

Die Saisonalität springt ab Dezember für den Euro in den grünen Bereich. Die wichtigste Veränderung gab es aber bei den politischen Einflüssen, zu denen auch die Geldpolitik gehört. Das Eingeständnis der Fed, dass es sich doch um eine Serie von Zinssenkungen handelt und auch die Bilanzsumme durch Geldmengenausweitung wieder aufgepumpt werden muss, nimmt dem US-Dollar sukzessive den entscheidenden Vorteil gegenüber dem Euro.

*Die Fundamentals berücksichtigen die Sonderstellung des US-Dollars als Weltleitwährung sowie Wachstumsdifferenzen zwischen der EU und den USA
**Politik umfasst die Bereiche Fiskal-, Handels- und Geldpolitik
***Der Moneyflow wird bei Währungen an Hand der Carry-Trades und der Leistungsbilanzen ermittelt
****Die Terminmarktanalyse erfolgt an Hand der COT-Daten der CFTC
*****Die Saisonalität basiert auf Daten von Seasonax

Fazit

Die US-Wirtschaft gerät immer mehr in den Sog des globalen Konjunkturabschwungs. Hausgemachte Probleme, wie die extreme Verschuldung und die starke Konsumabhängigkeit der USA, fressen die relativen Vorteile gegenüber anderen Währungsräumen sukzessive auf. Für den US-Dollar gilt das Gleiche wie für die gesamte US-Wirtschaft: Die Fallhöhe ist hoch. Dreht der Trend erst einmal gegen den US-Dollar, dürfte es sich um ein längerfristiges Phänomen handeln. Daher lohnt es sich, diese Entwicklung frühzeitig im Auge zu behalten, denn für die Zukunft des US-Dollars gilt: Steigen kann er, fallen muss er.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marko

    9. Oktober 2019 13:16 at 13:16

    Hallo Herr Zipfel,

    „In Anbetracht der zuletzt schlechten Daten aus der Eurozone und dem dramatischen Showdown im Brexit-Drama hätte man auch einen kräftigeren Rückgang des Euro gegenüber US-Dollar erwarten können.“

    Das Brexit-Drama, liebe Leute, vielleicht kann ich nicht analysieren, aber dass der USD einen ganz ganz klaren Vorsprung gegenüber dem EUR hatte (durch den Zinsvorspung) –
    und daraus gar nichts, gar nichts gemacht hat, das sollte doch jedem klar sein !!

    Die bei der FED mussten (!!!) zurückziehen, weil unser Eur-Laden (die EZB) überhaupt nicht reagiert hat, wer ist jetzt mächtiger.. ?
    Und dann labern die „Analysten“ vom USD als „Weltwährung Nummer Eins !!!“ ????

    „Wie bereits mehrfach erwähnt, spielt der Zinsunterschied eine entscheidende Rolle bei der Wechselkursentwicklung. Durch die Dominanz des globalen Forex-Marktes bestimmen im Wesentlichen die von Zinsdifferenzen getriebenen Carry-Trades, wohin die Reise bei den einzelnen Währungen geht. Schaut man sich das längerfristige Bild an, dann ist die derzeitige Situation in Bezug auf eine höhere Verzinsung des US-Dollars gegenüber dem Euro eine Ausnahme, wie man an der Entwicklung des Kapitalmarktzinsen deutlich erkennen kann.“

    :D

    Der EUR/USD hätte, wenn dem so sein sollte aber mindestens (!!!) auf die Parität fallen sollen !!!

    Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Herr Zipfel, eine klasse Anlayse von Ihnen. Bravo !

  2. Avatar

    Marko

    9. Oktober 2019 13:25 at 13:25

    Und was heißt das..?

    Der Markt vertraut dem Amis / dem USD unter Donald Trump nicht !

    Ist aber wohl keine Ausnahme / kein Wunder.. ?

    Und um ehrlich zu sein, wenn man die handelnden Führungspersonen vergleicht, na dann…

    Der Brexit ist doch längst schon ein Fall für die Aschetonne.. ?

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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am

Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Devisen

Türkische Lira vor weiterer Aufwertung? Aktuelle Zinsentscheidung gibt Hoffnung

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira könnte noch weiter aufwerten. Warum? Nun, zuerst ein kurzer Rückblick. Seit November ist der Leitzins in der Türkei durch die türkische Zentralbank in zwei Schritten kräftig angehoben worden, von 10,25 Prozent auf zuletzt 17 Prozent. Erst der zweite Zinsschritt von 15 Prozent auf 17 Prozent an Heiligabend brachte Vertrauen in die Lira – denn die Inflationsrate liegt derzeit bei satten 14,6 Prozent. Jetzt liegt der Leitzins deutlich genug über der Inflation, damit es einen positiven Geldfluss vom Ausland in die Türkei geben kann. Dies wäre Balsam für die türkische Lira. Aber so ein hoher Leitzins muss einige Zeit beibehalten werden, damit er wirken kann.

Und nun? Heute hat die türkische Zentralbank erneut eine weitere Zinsentscheidung verkündet. Man belässt den Leitzins bei 17,0 Prozent. Dies kann vom Devisenmarkt als Signal gewertet werden, dass die Zentralbanker gewillt sind die Angelegenheit „durchzuziehen“, als eine nachhaltige Bekämpfung der hohen Inflation.

Türkische Lira reagiert leicht positiv

Auf längere Sicht hohe Zinsen in der Türkei – das könnte die türkische Lira nachhaltig aufwerten lassen. Und die letzten Wochen lief es ja schon ganz gut in diese Richtung. Und jetzt aktuell? Die Zinsentscheidung wurde um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Da notierte US-Dollar vs türkische Lira noch bei einem Wechselkurs von 7,39. Jetzt notiert USDTRY bei 7,36. Im Chart sehen wir den Kursverlauf von Dollar vs Lira seit Februar 2020. Die türkische Währung konnte seit November einiges gut machen, und könnte womöglich nun weiter aufwerten (sicher ist das aber natürlich nicht).

Zentralbank mit guten Aussagen, Erdogan meldet sich zu Wort

Die Notenbanker in Ankara erklärten heute, dass man seinem harten geldpolitischen Kurs treu bleibe, bis sich ein nachhaltiger Rückgang der Inflation abzeichne. Falls nötig, werde man weitere Schritte zur Straffung der Geldpolitik unternehmen. Super, da freut sich der Devisenmarkt im Sinne einer festeren Lira? Achtung, Präsident Erdogan fordert seit Jahren sinkende Zinsen. Die würden (so Erdogan) die Inflation zum Sinken bringen – was aber eigentlich genau anders rum funktioniert. Seit Monaten hört man von Erdogan kaum Aussagen in dieser Hinsicht. Aber am letzten Freitag, da meldete er sich wieder zu Wort. Die aktuelle Geldpolitik (steigende Zinsen sollen Geld teuerer machen etc) diene nicht der Türkei. Die Lösung des Problems der hohen Inflation sei, die Zinsen zu senken. Bringt dies die nachhaltige Erholung der Lira wieder in Gefahr?

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Februar 2020

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Devisen

Goldpreis steigt nach Yellen-Rede – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis reagiert recht merkwürdig auf die gestern Abend gehaltene Online-Rede der neuen US-Finanzministerin Janet Yellen vor dem US-Kongress. Wir sprachen vorgestern vorab darüber, und was ihre möglichen Aussagen für den Goldpreis bedeuten könnten. Ein stärkerer US-Dollar würde den Goldpreis schwächen. Vorab waren Redeinhalte durchgesickert. Aber ob sie auch wirklich genau das sagen würde? Nun, es kam wie erwartet. Janet Yellen (hier alle wichtigen Redeinhalte) sagte ganz eindeutig, dass man nicht wie die Trump-Regierung einen niedrigen US-Dollar sehen möchte.

Nein, man überlässt es dem freien Devisenmarkt den fairen Wert für den US-Dollar zu finden, ohne jede verbale Beeinflussung. Trump hatte auf einen billigeren US-Dollar gedrungen, damit die US-Wirtschaft wettbewerbsfähiger wäre (damit wären US-Produkte im Ausland günstiger). Janet Yellen sprach gestern von einer stabile Währung, deren Preis von den Marktkräften bestimmt werden solle. Man strebe keinen schwächeren US-Dollar an. Es sei inakzeptabel absichtlich schwächere Wechselkurse anzuvisieren um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, so Yellen. Und der Goldpreis, wie reagierte der auf diese Worte?

Warum steigt der Goldpreis nach der Yellen-Rede?

Nun, ihre Worte bringen ganz eindeutig Phantasie für einen höheren US-Dollar. Dann würde der Goldpreis fallen. Aber das Gegenteil passiert seit gestern Abend. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) fiel von 90,50 auf aktuell 90,27 Indexpunkte. Der Goldpreis steigt seit gestern Abend von 1.840 auf aktuell 1.855 Dollar. Damit zeigt er Stärke, als klassische negative Korrelation zum US-Dollar.

Nun, offenbar geht der Markt kurzfristig vor nach dem Motto „Sell on good news“? Der US-Dollar war die letzten Tage vor der Yellen-Rede gestiegen (in Erwartung genau dieser Aussagen), und jetzt kam die Yellen-Rede exakt wie erwartet auf den Tisch. Also, erstmal Gewinne im Dollar machen, und der Goldpreis kann steigen? Auch kann man den aktuellen Anstieg im Gold erklären mit anderen gestrigen Aussagen von Janet Yellen. Ebenfalls wie erwartet will sie nun erstmal jede Menge neue Schulden machen um US-Bürger und Wirtschaft zu stützen in dieser Krise. Das ist tendenziell positiv für Gold. Aber, als Frage formuliert: Kommt der Drang hin zu einem stärkeren US-Dollar bald wieder zum Vorschein, und Gold schwächelt doch? Vorsicht ist also geboten im restlichen Verlauf dieser Woche.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar
Im Chart sehen wir seit gestern früh den steigenden Goldpreis in rot-grün gegen den fallenden US-Dollar.

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