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US-Importzölle: EU kneift und verhängt keine Gegenmaßnahmen

Redaktion

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Die US-Importzölle auf Stahl und Aluminium gelten ab heute. Wir hatten vorhin schon darauf hingwiesen, dass die Kanadier bereits gestern Abend mit „Dollar gegen Dollar“-Gegenzöllen geantwortet hatten. Jetzt reagiert die EU-Kommission und verkündet aktuell ihre „Gegenmaßnahmen“. Dazu gehören keine sofortigen Gegenzölle! Wir bringen hier in Kurzform die wichtigsten Aussagen aus Brüssel (Handelskommissarin Cecilia Malmström):

Nationale Sicherheit der USA als Grund für US-Importzölle seinen ein sinnloser Grund – es gehe den USA nur um Protektionismus.

EU sei nicht das Problem der Überproduktion von Stahl, sondern China. Das hätte man den USA in Gesprächen auch klar gemacht.

Die EU wird die WTO kontaktieren, auch um gegen China vorzugehen (wg. geistigem Eigentum etc).

Das bedeutet: Man macht sich in gewisser Weise lächerlich. Man hatte kurz vor der US-Entscheidung noch getönt, dass man eine Liste mit Gegen-Zöllen in der Schublade hätte, und dann zügig reagieren werde. Nun kneift man und tut quasi nichts. Denn die WTO anzurufen, ist das selbe wie nichts zu tun.

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Ab 20. Juni könnten Gegenzölle möglicherweise in Kraft treten. Völlig klar aber scheint das nicht zu sein. Bis dahin kann noch viel passieren. Wir bleiben dabei – es ist ein schwaches Signal, dass die EU nicht wie angekündigt sofort handelt! Zitat EU-Kommission:

Die EU bringen nun nach Beratungen mit den Mitgliedstaaten Ausgleichsmaßnahmen auf den Weg, die gemäß den WTO-Regeln ab dem 20. Juni greifen könnten. Die EU müsse auf die US-Maßnahmen reagieren, alles andere bedeute, sie zu akzeptieren, so Malmström weiter. Bereits gestern hatte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker rasche Gegenmaßnahmen angekündigt. „Die USA lassen uns jetzt keine andere Wahl, als ein WTO-Streitbeilegungsverfahren einzuleiten und auf eine Reihe von Einfuhren aus den USA zusätzliche Zölle zu verhängen.

EU gegen US-Importzölle
EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström kämpft gegen die US-Importzölle. Foto: EU-Kommission

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Pit M.

    1. Juni 2018 14:51 at 14:51

    Dir EU ist in einem Zustand in dem sie sich das wohl nicht erlauben kann. Also wohl ein Sieg für Trump.

  2. Avatar

    Naphtan

    1. Juni 2018 15:32 at 15:32

    Das ist mal wieder typisch EU. Dem Bürger mit abstrusen Gesetzgebungen (z.Bsp.: Glühbirnenverordnung)auf den Zeiger gehen und dann, wo es mal wirklich nötig wäre Stärke zu zeigen, den Schwanz einziehen.
    Bin schon auf den nächsten Slapstick gespannt.

  3. Avatar

    Zimmermann

    1. Juni 2018 16:30 at 16:30

    Die EU kann man hier nicht im Allgemeinen an den Pranger stellen. Macron hat ja schon deutliche Worte gefunden. Wahrscheinlich kommt es auf Geheiß Deutschlands vorerst zu keinen EU-Gegenmassnahmen. Darum haben die Populisten in Italien mit ihrer Deutschland Kritik auch Recht, dass Deutschland Brüssel und somit die EU diktiert.

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    asyoulike

    1. Juni 2018 17:01 at 17:01

    Moin, moin,
    ich frage mich langsam, wer oder was ist überhaupt EU?
    Ein Gebilde ohne Zähne. Ein Gebilde zur Vergabe gut bezahlter Jobs. Ein gebilde zur Finanzierung insolventer Staaten. Ein Gebilde zur Stärkung der rechten Parteien der jeweiligen Mitgliedsstaaten.
    Nun stellt sich doch die Frage, wenn dem so ist, wozu dann eine EU?
    Fazit: It’s time to say goodbye!

    • Avatar

      Pit M.

      1. Juni 2018 17:28 at 17:28

      Ja es profitieren Viel zu wenige Menschen in Europa von der EU. Nicht mal beim Exportweltmeister Deutschland geht dir Schere zwischen Arm und Reich etwas zusammen. Obwohl es hier funktionieren müsste, profitieren auch hier zu wenige von der starken Wirtschaft. Und die Leute merken es eben so langsam. Wozu die EU/Euro wenn es ihnen eh nichts bringt?
      In Italien sagt man ja sogar teilweise recht klar dass der Euro dort mit zu Verarmung der Bevölkerung geführt hat. Auch hier sieht man das Multikulti und das nicht Beachten vom Individualität kein gutes Ende nehmen.

  5. Avatar

    Naphtan

    1. Juni 2018 17:03 at 17:03

    @Zimmermann,

    Ich sehe das etwas anders. Es völlig egal ist wer das Schiff führt. Das Resultat zählt und das Kollektiv (die EU) wird bewertet.
    Unter’m Strich bei dem ganzen „Rumgebelle“ zeugt das seitens der EU von Schwäche.
    Und Schwäche bedeutet immer eine schlechte Ausgangsposition bei zukünftigen Verhandlungen.

  6. Avatar

    Masud79

    2. Juni 2018 16:47 at 16:47

    Also ich weiß nicht aber wenn man sich so durch die Medienlandschaft liest dann hat man nicht den Eindruck dass die EU kneifen wird sondern sich etwas ganz Großes gegen die USA formiert. Die Zölle zum Beispiel werden kommen nur etwas verzögert

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Markus Krall über das große Debakel als Resultat der Gelddruck-Orgie

Claudio Kummerfeld

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Dunkle Wolken über Frankfurt

Markus Krall erlebt man in letzter Zeit leider öfters vor allem bei Twitter mit zweifelhaften Äußerungen zu Corona-Themen. Aber dennoch wollen wir seine hochinteressanten Aussagen zur Geldpolitik und Wirtschaftsordnung präsentieren. Denn seine inhaltlichen Aussagen zu diesen Themen sind bestechend. Sicherlich kann man bei einigen seiner Aussagen anderer Meinung sein, dennoch erweitern seine Thesen den Horizont und regen zum Nachdenken an.

Der folgende gestern veröffentlichten Vortrag stammt zwar schon vom 24. Oktober 2020, dennoch ist er auch heute noch aktuell. Die wirtschaftlichen und geldpolitischen Folgen der Coronakrise werden besprochen. Dabei zeichnet Markus Krall ein düsteres Bild über eine bevorstehende massive Inflation und das Ende des Euro. Richtig los geht es ab Minute 12:40 im Video. Banken und Zombieunternehmen sind Klassiker-Themen in seinen Vorträgen, die auch dieses Mal zur Sprache kommen. Auf jeden Fall ist dies mal wieder ein spannender Vortrag von Markus Krall.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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