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US-Sanktionen gegen den Iran: Was wurde aus dem EU-Gespenst namens „Instex“?

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Wir erinnern uns. Die USA haben knallharte Sanktionen gegen den Iran eingeführt. Europäische Konzerne (vornehmlich aus Frankreich und Deutschland) hatten gerade erst wieder mühsam angefangen nach den ausgelaufenen Sanktionen neue Geschäftsbeziehungen mit dem Iran aufzuziehen. Und die Aufträge begannen zu fließen. Und zack, die neuen Iran-Sanktionen der Trump-Administration haben die europäischen Geschäfte mit dem Iran von jetzt auf gleich abgewürgt. Die Amerikaner stellten ganz unverblümt die europäischen Export-Unternehmen vor die Wahl. Wenn ihr weiter den Iran beliefert, dürft ihr keine Geschäfte mehr in den USA machen. Die Entscheidung der Unternehmen ließ nicht lange auf sich warten. So ziemlich alle Konzerne und Mittelständler haben ihr Iran-Geschäft eingestellt, obwohl die europäische Politik den eigenen Unternehmen in Sachen Iran-Geschäfte den Rücken stärkte. Mit Worten.

Die EU wollte weiter Geschäfte mit dem Iran ermöglichen

Die EU wolle weiter am Atomabkommen mit dem Iran festhalten. Und daher wolle die EU sich auch an ihre eigenen Zusagen gegenüber dem Iran halten, nämlich freier Handel zwischen EU und Iran. Und deshalb schufen Frankreich, Großbritannien und Deutschland als Dreier-Bündnis Ende Januar die „fast schon legendäre“ (Scherz) Agentur namens „INSTEX“ (Instrument in Support of Trade Exchanges). Es soll sich um eine Art Tauschmechanismus handeln, durch den weiterhin Geschäfte zwischen Europa und dem Iran möglich sein sollen, trotz US-Sanktionen (hier gut erklärt). Nach der Verkündung wurde es recht still um INSTEX. Warum? Weil diese „Agentur“ oder auch dieses „Vehikel“ seitdem laut übereinstimmenden Berichten noch keine einzige Transaktion abgewickelt hat! Es ist uns noch nicht einmal gelungen eine Webseite dieser Agentur zu entdecken. Wenn ein deutscher Mittelständler sich nun doch entschließen sollte sich gegen die US-Sanktionen zu stemmen, und über diesen Tausch-Mechanismus mit dem Iran Handel zu betreiben, wie soll er mit INSTEX Kontakt aufnehmen? In den gelben Seiten nachschlagen? Nun, INSTEX ist in den Räumlichkeiten des französischen Finanzministeriums angesiedelt. Vielleicht kann man dort jemanden über den Pförtner erreichen?

Seit Ende letzter Woche hat dieses EU-Gespenst (da, und irgendwie auch nicht da) einen neuen Chef. Bernd Erbel war vormals unter anderem deutscher Botschafter im Iran. Erst einmal müsste er (darf man es so offen sagen?) dafür sorgen, dass diese Agentur ihre Arbeit aufnimmt. Und das nach sechs Monaten… Aber ja, wir böswilligen Nörgler… wir hatten ja schon Anfang des Jahres unsere Bedenken geäußert, ob dieses Tauschvehikel überhaupt funktionieren kann. Denn egal ob Geldfluss oder Tauschgeschäfte… die USA müssen nur irgendwie davon Wind bekommen, dass der deutsche Lieferant Waren in den Iran liefert, und zack, ist sein Zugang in die USA als Absatzmarkt futsch. Den Amerikanern dürfte es ziemlich egal sein, ob der deutsche Verkäufer nun Geld aus dem Iran bekommt, oder ob das Geschäft über eine Tauschbörse namens INSTEX abgewickelt wird.

Mehr als nur eine Peinlichkeit für die Europäer

Und der Iran? Wie soll Teheran davon überzeugt werden auch weiterhin treu zum Atomabkommen zu stehen, wenn die Europäer über ihr Tausch-Vehikel nach sechs Monaten noch keine einzige abgewickelte Transaktion dokumentieren können? Das ist mehr als nur eine Peinlichkeit für die deutsche und französische Außenpolitik. Daran erkennt man gut, wie schwach Europa ist, und wie sehr der globale Welthandel abhängig von den USA ist. Zur „Ehrenrettung“ der europäischen Exporteure muss man aber auch erwähnen: Die USA sind eine Volkswirtschaft, die auf Konsum basiert, und nicht auf Produktion. Die Amerikaner konsumieren wie die „Geisteskranken“ (das ist nicht wirklich böse gemeint). Zwar auf Pump, aber sie konsumieren. Wer kann es sich als europäischer Produzent schon leisten, auf willige Käufer in Nordamerika zu verzichten, die dafür noch in der Welt-Leitwährung bezahlen?

Fazit: Wenn die EU schon auf richtig dicke Hose macht und den Amerikanern in Sachen Iran-Sanktionen Paroli bieten will, dann sollte sie sich auch sicher sein, dass so ein Vehikel auch tatsächlich funktioniert. Aber sechs Monate nach Gründung noch keine einzige Transaktion. Das ist mehr als blamabel. Hätte man doch lieber die Finger gelassen von so einem Show-Projekt!

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Indien gerät in den globalen Abwärtsstrudel

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Das Taj Mahal ist eines der Symbole für Indien

Die nach Kaufkraftparität drittgrößte Volkswirtschaft der Welt Indien erlebt eine deutliche Wachstumsverlangsamung. Die Expansionsrate des indischen BIP fällt auf das niedrigste Niveau seit über 6 Jahren zurück. Ein Alarmsignal für die Weltwirtschaft.

Indien bleibt weit hinter seinen Wachstumsambitionen zurück

Mit 2,7 Billionen US-Dollar ist das Bruttoinlandsprodukt des südasiatischen Landes fast gleichauf mit dem Frankreichs. Bereinigt um die Kaufkraft liegt das Land sogar an dritter Stelle der größten Volkswirtschaften weltweit – noch vor Japan und Deutschland. Daher ist der Einbruch des indischen BIP-Wachstums im dritten Quartal für die Weltwirtschaft durchaus relevant.

Kaufkraftbereinigtes BIP - Indien auf Platz 3

Die Expansionsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichte im dritten Quartal 2019 mit annualisiert nur noch 4,5 Prozent das tiefste Niveau seit dem zweiten Quartal 2013. Der im Vorfeld mehrfach nach unten revidierte Konsens der Ökonomen lag um 0,2 Prozent höher bei 4,7 Prozent.

Damit befindet sich das Land zwar weit jenseits einer Rezession aber dennoch unter seinem langjährigen Durchschnitt: Die jährliche Wachstumsrate des BIP in Indien betrug von 1951 bis 2019 durchschnittlich 6,18 Prozent und erreichte im ersten Quartal 2010 ein Allzeithoch von 11,40 Prozent und im vierten Quartal 1979 ein Rekordtief von -5,20 Prozent. Für ein Entwicklungsland ist allein der starke Verlust an Wachstumsdynamik schon problematisch und sorgt für soziale und politische Spannungen. Zumal die Versprechen der indischen Regierung in den letzten Jahren sehr vollmundig klangen: Indien sollte China überflügeln und die am schnellsten wachsende Wirtschaftsmacht der Welt werden.

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Aktuell – Larry Kudlow: Trump nicht bereit für Deal mit China

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Soeben hat sich Larry Kudlow in einem TV-Interview

– Trump empfindet die China-Gespräche positiv

– Trump wird finalen Deal machen

– China muß sich in den schwierigsten Punkten weiter bewegen

– Trump nicht bereit, einen Deal mit China zu unterschreiben

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Neuer Krisenauslöser in den USA? Die Mega-Eruption des Vulkans rückt näher

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Cadillac Escalade - Autokredite als der nächste Krisenauslöser?

Vulkan-Forscher können vor einer Mega-Eruption oft beobachten, wie sich der Berg aufbläht. Daran erkennt man oft, dass sich darunter ein Stau an Gestein und Lava bildet, der früher oder später ausbrechen wird. Nur wann genau diese Aufblähung eines Vulkans explosionsartig in einer Mega-Eruption mündet, das kann vom Zeitpunkt her kein Experte exakt vorhersagen. So ist es auch mit Zusammenbrüchen im Finanzsystem. Was wird der nächste Krisenauslöser sein?

Autokredite als Krisenauslöser statt Immobilien vor 12 Jahren?

Der letzte große Zusammenbruch kam vor zwölf Jahren ab 2007 durch den völlig kaputten Markt für US-Immobilien. Die Verbraucher hatten sich völlig überschuldet. Millionen Amerikaner hatten sich bei viel zu geringem Gehalt viel zu teure Häuser von Kredit-Verkäufern aufschwatzen lassen. Das System musste kollabieren. Man schaue auf die Daten der Federal Reserve. 2008 hatten die Immobilienschulden der Haushalte in den USA einen Höchstwert von 9,99 Billionen Dollar erreicht. Ende September 2019 liegen sie bei 9,83 Billionen Dollar. Nach einem „Tiefpunkt“ von 8,4 Billionen Dollar im Jahr 2013 hat die Verschuldung bei Immobilien jetzt wieder fast exakt das alte Hoch erreicht.

Konsumschulden total in den USA

Aber die Schulden der Amerikaner außerhalb der Immobilienkredite, die sind nach einem Höhepunkt 2008 von 2,69 Billionen Dollar auf aktuell 4,12 Billionen Dollar kräftig auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Es geht immer weiter bergauf. Die folgende Grafik zeigt die „sonstigen Kreditarten“ im Detail. Oben in rot sieht man die explodierenden Studentendarlehen, welche den Amerikanern nach ihrem Studium die Luft zum Atmen nehmen. Sie sind systemisch aber kein Mega-Risiko, weil die meisten Forderungen nicht bei privaten Gläubigern liegen. Schaut man unten auf den grünen Bereich, sieht man die Entwicklung der Autokredite in den USA. Sie sind seit 2008 von 800 Milliarden auf jetzt 1,32 Billionen Dollar angestiegen. Noch lieber als sein Häuschen hat der Amerikaner sein Auto, und hier zunehmend seinen SUV, für den er/sie auch immer mehr Geld ausgibt.

Konsumschulden USA ohne Immobilienkredite

Die Amerikaner wollen immer neue Autos haben

Das Problem liegt auch in der Konsum-Struktur der Amerikaner. Wie bei Häusern ist es auch bei den Autos. Man kauft nicht und zahlt dann jahrelang ab, bis man schuldenfrei ist. Nein. Schon nach ein paar Jahren will man ein neues Haus oder ein neues Auto haben, auch wenn das aktuelle noch völlig in Ordnung ist. Es wird dann umgeschuldet. Das ist natürlich gut für die Autohersteller, die so ständig neu produzieren und verkaufen können. Damit wird aber das systemische Risiko immer größer, denn neben den neuen Schulden verbleibe ja auch die Altschulden. Der Schuldenberg wird immer größer. Bricht dieses Schuldenkarussell zusammen, stehen GM, Ford, Toyota und Honda in den USA ohne eine große Zahl konsumfreudiger Nachfrager da. Das könnte auf die US-Volkswirtschaft eine verheerende Auswirkung haben.

Von dem ständig schlimmer werdenden Schneeballsystem, wo Amerikaner trotz Altschulden immer weiter neue Autos kaufen, und so immer mehr in die Schuldenfalle geraten, berichtete SPON auch vor Kurzem sehr anschaulich im Gespräch mit einem Konkursanwalt in New Jersey. Auch wenn die Leute eigentlich wissen müssten, dass ihre Schulden immer weiter steigen, und dass ihre Autos eigentlich völlig ok und fahrtüchtig sind, wollen sie eben immer neue SUVs haben, alle paar Jahre.

In den letzten zehn Jahren sollen die inflationsbereinigten Ausgaben für ein Auto in den USA im Schnitt um 5.299 Dollar gestiegen sein, während die Löhne der Amerikaner nur um 3.646 Dollar zulegen konnten. Das zeigt ein strukturelles Problem. Trotz brummender Konjunktur in den USA – die Konsumausgaben (und somit die Schulden) steigen viel schneller als die Löhne. Dazu explodieren die Zinsen bei den Auto-Umschuldungen extrem nach oben. Und Autokredite werden in den USA als Pakete verbrieft (die Anleger reißen sich um diese „Geldanlage“) wie früher die Schrott-Hauskredite. Die immer deftigere Schuldenlast bei Autokrediten wandert also kreuz und quer durch das US-Finanzsystem, wie früher auch.

Die nächste große Krise?

Vielleicht können Banken und Paket-Aufkäufer auch wegen der geringeren Gesamtsumme im Vergleich zu den damaligen Immobilienkrediten eine große Finanzkrise abwenden. Aber: Sollte es diesen Autokredit-Crash in den USA geben, kommt hier noch hinzu, dass die Autohersteller in den USA erst einmal einen massiven Absatzeinbruch erleben werden – was bei den Herstellern, Zulieferern etc zu Massenentlassungen führen würde, was wiederum eine Kettenreaktion für die US-Volkswirtschaft auslösen könnte. Soweit das Szenario. Wie lange es noch so weiter geht mit der aktuellen Autoblase in den USA… das kann niemand sagen. So, nun genug Mießmacherei. Genießen wir alle erst einmal weiterhin die schöne Dauer-Hausse an den Märkten. Wir wollten die Sache mit den Autokrediten als möglichem Krisenauslöser ja „nur mal“ erwähnt haben!

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